Die Geselligen Vereine Kevelaers feierten eine fetzige Party

Nach und nach strömten am vergangenen Samstagabend die Gäste ins Bühnenhaus, um für ein paar Stunden zum traditionellen Heimatabend zusammenzukommen – diesmal von der Sebastianus-Bruderschaft als Kirmes-Ausrichter und Gastgeber gestaltet – und die Proklamation des neuen Festkettenträgers zu begleiten.
Der Festkettenträger des vergangenen Jahres, Heinrich van Bühren, schlenderte vor dem Auftakt entspannt durch die Reihen, grüßte den einen oder anderen Bekannten und wünschte seinem zu diesem Zeitpunkt noch geheimen Nachfolger – oder seiner Nachfolgerin? – „genauso viel Spaß, wie wir ihn hatten.“
Zum Auftakt brachte der Musikverein Kevelaer unter der Leitung seines quirligen Dirigenten Elmar Lehnen mit einem schmissigen ABBA-Medley, Kinderfilmmusiken wie „Biene Maja“ und „Wickie“ sowie dem Song „One moment in time“ die Anwesenden in fröhliche Grundstimmung. Später kamen noch die „Swingis“ und der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kevelaer dazu und sorgten gemeinsam für zuckende Füße.
„So schnell ist ein Jahr vorüber“, begrüßte dann Moderator Michael Kalcker die Anwesenden, lobte die „beispielhafte Nachwuchsförderung“ des Musikvereins, bei dem sieben Neumitglieder an diesem Abend ihre Konzertpremiere hatten, und bat den wieder genesenen Peter Tenhaef auf die Bühne. „Maschine läuft wieder“, verkündete der Präsident der Geselligen Vereine nach einem Krankenhausaufenthalt. „Ich hoffe, dass ich es unter Beweis stellen kann.“
Er wünschte allen ein „gutes neues Jahr und vor allem Gesundheit“ und verwies auf den über längere Zeit erkrankten Richard Schulte Staade, der sein Humor im Krankenhaus nicht verloren habe. „Und auch der Dechant wünscht uns viel Freude und Gottes Segen“, richtete er Grüße von Gregor Kauling aus, der sich nach einer OP gerade in der Reha befindet.
„Münster weiß, wo Qualität ist – das hatten wir hier noch nie“, grüßte er ausdrücklich die beiden Bischöfe und früheren Kevelaerer Wallfahrtsrektoren Stefan Zekorn und Rolf Lohmann. „Ist es ein Sprungbrett, Präses der Seb zu sein?“, fragte später deren Präsident Hans Gerd „Tutti“ Rütten.
Eine eindrucksvolle Kirmes 2018
Tenhaef sprach von einer „eindrucksvollen Kirmes“ 2018 und „Harmonie pur“ bei den mehrtägigen Feierlichkeiten, dankte dem Festkettenträger Heinrich van Bühren und der St.-Petrus-Schützenbruderschaft für das Festjahr.
Anschließend blickte er auf die Geschichte des ausrichtenden Vereins, der Sebastianus-Bruderschaft, die zum neunten Mal die Kirmes ausrichte und den Festkettenträger stelle. Er verwies auch auf die Erlöse der Verlosung, die zur Hälfte an das Jugendzentrum „Kompass“ und zur Hälfte an „Seid einig“, die Stiftung der Geselligen Vereine, gehen.
Via Leinwand waren dann Bilder vom Überraschungsbesuch der Petrus-Wache bei Heinrich van Bührens Berlin-Aufenthalt nach der Kirmes zu sehen. Ganz in schwarz dankte die Wache der Peterei ihrem Festkettenträger für die schöne Zeit. „Diese kleine Geschichte zeigt die Gemeinschaft und den Spaß an der Sache“, kommentierte van Bührens Sohn Daniel.
Der Festkettenträger 2018 selbst sprach von „unvergesslichen Momenten und Begegnungen“ sowie tollen Kirmestagen. Sein besonderer Dank galt Bürgermeister Pichler, der dafür gesorgt habe, „dass ich meiner Frau das Versprechen einlösen konnte, nicht immer der Letzte zu sein“. Die Tage hätten gezeigt, dass „die gemeinsame Kirmesfeier lebt. Lasst uns dafür sorgen, dass es so bleibt.“ Gerichtet an seine Wache sagte er: „Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“
Danach war es an der Zeit, dass die Sebastianer ihren Festkettenträger bekannt geben durften. Sie machten es besonders spannend und ließen über die Videoleinwand die Aufnahmen von sieben Kandidaten – darunter Renate Grüntjens als einzige weibliche Kandidatin – laufen, die alle im Video erklärten, warum sie gerne Festkettenträger werden wollen.
Schließlich betrat Carmen Langenhuizen die Bühne mit dem Umschlag, auf dem der Name des diesjährigen Kevelaerer Festkettenträgers stand: „Es ist Hans Gerd Rütten!“, rief Michael Kalcker und hielt das Schild mit dem Namen in die Höhe. Der so Ausgerufene ging mit einem Lächeln nach oben auf die Bühne, verneigte sich, winkte, ließ sich vom Bürgermeister und dem Vorstand der Geselligen Vereine gratulieren.
Ein Traum geht in Erfüllung

Die Seb sorgte auf der Bühne für Stimmung. (Foto: aflo)

Die Seb sorgte auf der Bühne für Stimmung. (Foto: aflo)


„Ein Wunsch, ein Traum geht in Erfüllung – auch für meinen Vater oben im Himmel. Ihm war es nicht gewährt. Nun lebt er mit mir diesen Traum aus“, dankte Rütten sichtlich gerührt seiner Mutter und seiner Familie sowie zwei zwischenzeitlich verstorbenen Mitgliedern – Walter Schagen und Ernst-Georg Vollmar – die ihn bestärkt hätten, „das hier zu machen. Hier in der Position zu stehen, wo so viele Große hier gestanden haben haben, ist eine Ehre.“
Rütten ließ seine Wache auf der Tribüne aufmarschieren und wandte sich direkt an Schriftführer Jörg Brade: „Du sagtest mir 2003: Wenn du dein großes Hobby Fußball nicht mehr ausleben kannst, komm‘ zu den Schützen. Das wurde im Kirmeszelt auf einen Deckel geschrieben.“ Brades Zwischenruf „Irgendwas hab‘ ich falsch gemacht“, sorgte für Gelächter. Dann verkündete Rütten den Namen seines Adjutanten, seines „Kameraden und Freundes“ Ralf Trepmann. Beide umarmten sich auf der Bühne herzlich. Danach sangen die Anwesenden die auf der vom Kevelaerer Blatt zur Verfügung gestellten und auf den Tischen verteilten Kleinkarten die erste und vierte Strophe von „Wor hör ek t´hüß“.
Der zukünftige Festkettenträger und sein Adjutant stellten sich in der Pause dem traditionellen Gratulationschor der vielen Gäste. „Das ist Emotion pur“, war alles, was Rütten in diesem Moment herausbringen konnte. Seine Frau Marion bestätigte mit einem Nicken die Frage, ob er denn besonders gezittert habe in den Sekunden vor der Verkündung.
Schlager- und Popgrößen auf der Bühne
Im Anschluss daran durften „Tutti“ und sein Adjutant sofort ran, denn im zweiten Teil des Heimatabends gestalteten die Mitglieder der Seb – mit einer kleinen Biertheke am Bühnenrand quasi als „Treffpunkt“ – ein fetziges Abendprogramm.
Neben diversen Schlager- und Popgrößen wie „Marianne Rosenberg“, „Wolfgang Petry“ oder dem König von Mallorca „Jürgen Drews“ beteiligte sich auch Karl Timmermann mit einer Schlager-Performance und einem Ausflug in die Zeit der Bee Gees an der Party. „Tutti“ brillierte als Fußball-Fahnenschwenker mit der Seb-Truppe – und vor allem als „Al Bano“.
Weitere spannende Elemente waren die Fahnenschwenker-Darbietung und die „Flashdance“-Tanzperformance der Jugend. Das musikalische Finale kurz vor Mitternacht war sicher nicht das Ende des Abends – und der Auftakt für eine schöne Zeit, die allen Beteiligten jetzt bevorsteht.


Hier geht es zur Fotogalerie vom Heimatabend und hier zum Porträt des Festkettenträgers und seines Adjutanten!