Die falsche Debatte

Früher sind wir Händler immer zu Fuß zu den Märkten gelaufen und auch die Pilger haben den Weg in unser Städtchen zu Fuß gesucht. Heute geht scheinbar nichts mehr ohne Auto. Selbst die Fußgängerzonen sind vor ihnen nicht sicher. Und jetzt wollen einige Politiker noch mehr davon ins Zentrum holen. Freies Parken am Samstagnachmittag. Löst das die Probleme der Innenstadt?

Wenn ich samstags durch die Straßen gehe, dann sehe ich oft schon ab 14 Uhr jede Menge geschlossene Geschäfte. Da wird das Einkaufen nicht attraktiver, auch wenn das Auto gratis parkt. Überhaupt: Ich habe meine Besuche in einer anderen Stadt noch nie danach geplant, wo das Parken am günstigsten ist, und ich kenne keinen, der das tut. Zumal: In welcher Stadt kann man so günstig parken wie bei uns? Nein, durch freies Parken lockt niemand Besucher nach Kevelaer. Attraktive Einkaufszeiten und interessante Aktionen wären erfolgversprechender.

Und seien wir mal ehrlich: Wir Kevelaerer und unsere Stammgäste wissen doch, wo wir zu jeder Zeit kostenlos parken können und höchstens fünf Minuten Laufzeit in Kauf nehmen müssen. Für die Atmosphäre in der Innenstadt wären mehr Stellplätze für die Fiets sowieso besser als noch mehr Autoverkehr.

50 000 Euro Parkeinnahmen jährlich aufgeben ohne Gegenwert – wer denkt sich so was aus? Davon könnte man tolle Aktionen finanzieren, die wirklich Besucher zu uns locken. Mit der Parkgebührendebatte lenken Politik und Händler doch nur davon ab, dass sie beim Beleben der Innenstadt versagen.

Und Mechel, meine liebe Frau, meint, die sollten mal lieber die Sportvereine fragen, was die davon halten, verstärkt zur Kasse gebeten zu werden, während die Stadt woanders ihr Geld aus dem Fenster wirft.

Euer Hendrick