"Der Schub wird uns gut tun"

Am Rande der aktuellen ExpoReal in München erinnerte die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve durch ihren jüngsten Geschäftsbericht an das wohl größte Fördermittel-Paket, das die Region in den letzten Jahren erreicht hat: Mit etwa 70 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln und der Anschub-Finanzierung der Städte und Gemeinden wird in den nächsten Wochen die Ausschreibung für den Breitband-Ausbau in 15 Städten des Kreisgebietes starten.
7.000 ländliche Grundstücke mit 12.000 Endverbraucher-Anschlüssen werden durch die Fördergelder profitieren und die bereits eingeleiteten vielfältigen Aktivitäten vor Ort abrunden. Dies jedenfalls verspricht das Grußwort von Landrat Wolfgang Spreen zum Einstieg in den Jahresbericht 2016, in dem es heißt: „Der Schub wird uns gut tun.“
Auf 20 farbenfrohen Seiten gilt der Jahresbericht der Kreis-WfG stets als kurzer Rückblick auf die Leistungszahlen und Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr. Unter der Hauptüberschrift „Ein Jahr der Entwicklung“ rückt Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers auch die Zahlen für Beschäftigung, Einwohner, den Export und die Tourismuswirtschaft ins Licht. Bei 96.046 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten als neuem Allzeit-Hoch erfreut sich der Kreis Kleve eines Zuwachses von 2.066 neuen Arbeitsplätzen im letzten Jahr. 9.350 weitere Einwohner im Kreis Kleve ließen ihn auf 310.337 wachsen und damit die Aussicht bestätigen, die seitens der Bertelsmann-Stiftung bereits vor Jahren formuliert wurde: Der Kreis Kleve werde gegen den Trend weiter an Einwohnern gewinnen.
Im Rahmen eines Stufen-Diagramms schließt das „Jahr der Entwicklung“ mit den zur ITB in Berlin bereits vermeldeten 902.352 Übernachtungen. Das Schaubild weist überzeugend nach, dass sich die Übernachtungen in den letzten drei Jahrzehnten von weniger als 300.000 in 1988 bis heute verdreifacht haben. Eine Entwicklung, die seitens der Kreis-WfG auf der ExpoReal in München auf die teils hohen Investitionen auch in die hiesige Hotel-Landschaft zurückgeführt wurde. Einen Grund zur „Freude und Erleichterung“ nannte Kuypers den vom Klever Unternehmer Bernd Zevens angekündigten und in der Planung befindlichen Bau eines weiteren Rilano-Hotels für den Standort Kevelaer. „Das allein dürfte die Übernachtungen in der Marienstadt um eine fünfstellige Zahl in die Höhe schnellen lassen“, so die Kreis-WfG.
Weg von den Zahlen, hin zum breiten Veranstaltungswesen der Kreis-Wirtschaftsförderung. Etwa 60 Vortrags- und Informationsveranstaltungen prägten das Jahr der Kreis-WfG, darunter jeweils 16 Unternehmerfrühstücke und -abende, Ausstellungs- und Messepräsentationen, Firmenbesuche, einen Tag der Offenen Tür in allen drei Gründer- und Technologiezentren in Geldern, Kalkar und Kleve wie auch das bunte Jahresprogramm, das die Wirtschaftsförderung dem Förderverein der Hochschule Rhein-Waal –  Campus Cleve bescherte. Selbst Professor Dr. Andreas Pinkwart, im Herbst noch Rektor der HHL Leipzig Graduate School of Management zählte im Rahmen des Forum Kreis Kleve zu den Kreis-WfG-Gästen.
Damals ahnte noch niemand, dass der Freund und Förderer der Hochschule Rhein-Waal heute Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sein sollte.