Das Besondere an den „Puppenspiel 18+“-Aufführungen unter dem Dach der Begegnungsstätte besteht darin, die Zuschauer immer wieder in neue Welt zu führen, beeindruckende Geschichten zu erzählen, abstrakt mit der Lebenswirklichkeit konfrontiert zu werden und Raum für die eigene Vorstellungskraft zu gewinnen.

Oder wie es Gastgeber Stefan Reudenbach bei der Einleitung zu dem Abend formulierte:; „Ihr werdet heute zum Mitdenken gezwungen – das lässt ganz viel Platz zur Interpretation.“

Diese Grundelemente fanden sich auch in der zweiten Vorstellung der Reihe wieder. Der Pforzheimer Raphael Mürle, ein alter Bekannter in Kevelaer, der bereits mit einigen Inszenierungen in der Wallfahrtsstadt gastiert hat, bot diesmal sein Programm „Nix perfekt – der Charme des Makels“ – eine Mischung aus mimischen, minimalistischen Masken- und Puppenspielszenen, die mit der Idee des Unvollkommenen auf unterschiedliche Art und Weise ungingen.

Die Welt der Fantasie bediente er auf einer Art Magnetbord, wo er aus mehreren unterschiedlichen Elementen immer wieder zu neuen Szenen, Gesichtern und Momenten zusammensetzte, jede für sich besonders und doch nicht vollkommen. Am Ende von „Steinhügel und Segelboot auf dem Wasser“ stand ein Gesicht, gebildet aus den vielen Elementen des Daseins – fast wie eine Allegorie auf das …