Der Bürgermeister ist für alle da

Was habe ich da letzte Woche im Kevelaer Blatt lesen müssen? Der bei den Sozis seit Monaten in Ungnade gefallene ehemalige Fraktionsvorsitzende Ralf Angenendt hat genervt die Brocken hingeschmissen und sein Ratsmandat zurückgegeben. Seine Ehefrau Susanne ebenfalls. Mein lieber Herr Gesangsverein. Mein erster Gedanke war: Hat die SPD in Kevelaer noch alle Tassen im Schrank? Gerade mal acht Köpfe zählt die SPD-Fraktion im Kevelaerer Stadtrat. Ein Viertel davon schmeißt hin. Warum?

Der Ralf ist ja ein echter Kävelse Junge, den ich schon seit ewigen Zeiten kenne.  Der hatte echt die Schnauze voll von seinem Laden.  Als guter Kevelaerer Sozialdemokrat hüllt er sich natürlich in Schweigen. Das kann ich  verstehen, macht die Sache aber nicht einfacher. Jetzt ist der Ralf weg vom Fenster und muss nun all die netten Nachrufe lesen, was er doch ein toller Politiker mit großem Sachverstand war. Liebe SPD, glaubt  Ihr wirklich, diese Heuchelei kauft Euch jemand ernsthaft ab?

Natürlich höre ich bei meinen Spaziergängen durch  Kevelaer Stimmen von Sozialdemokraten, die einfach nur stolz darauf sind, dass endlich ein SPD-Mann Bürgermeister in Kevelaer ist.  Na ja.  Vertut Euch nicht, dass ist nicht Euer Bürgermeister. Der ist jetzt Bürgermeister für alle Kevelaerer.

Zack. Genau deshalb hat es in der SPD wohl auch geknallt. Ralf und Susanne Angenendt haben auch weiterhin Vorgänge in der Verwaltung kritisch hinterfragt. Dafür sind sie  als Ratsmitglieder auch gewählt worden. Das weiß jedes Kind, aber so was galt seit ein paar Monaten in Teilen der SPD als Majestätsbeleidigung.

Die Kevelaerer SPD will „Wir haben alle Dr. Pichler lieb“-Partei werden. Das ist und kann nur peinlich für den Bürgermeister sein. Was meint Ihr?

Mechele, meine Frau, meint: „Wie gut, dat die Susanne, so wie et sich gehört, zu ihrem Ralf hält. Würde ich für dich ja auch tun, Hendrik“.