Den Plümpe-Platz aufwerten

Neben der Frage der Gestaltung haben Bürger viele Verbesserungsvorschläge gemacht

Momentan ist der Peter-Plümpe-Platz vor allem ein Parkplatz. Foto: Elena Gavriil

In der vergangenen Woche haben wir die Ergebnisse der Online-Bürgerbefragung zur Neugestaltung des Peter-Plümpe-Platzes zusammengefasst. Bei dieser Befragung hat die Stadt Kevelaer aber auch mit Hilfe einer interaktiven Karte konkrete Detailverbesserungen abgefragt. Insgesamt 83 Bürger haben ihre Ideen in der interaktiven Karte festgehalten. Um diese Vorschläge soll es nun gehen.

Beim allgemeinen Aufwertungspotenzial wiederholen sich einige Botschaften der Meinungsabfrage: Großen Bedarf sahen die Kartennutzer bei der Verbesserung der Situation für Radfahrer auf dem Peter-Plümpe-Platz und im Umfeld des Platzes. Auch hier wurde angeregt, den Bereich zwischen Roermonder Platz und Rathaus neu zu gestalten und dort weitere Gastronomie anzusiedeln. Die Pilgerankunft sollte nach dem Wunsch der Teilnehmer verlegt und der Grünstreifen zur Marktstraße hin umgestaltet werden. Natürlich fand sich auch auf der interaktiven Karte der populäre Vorschlag wieder, vor dem Alten Rathaus einen autofreien Aufenthaltsplatz für Hochzeitsgesellschaften anzulegen. Und auch bei diesem Umfrageformat regten die Teilnehmer eine bessere Qualität und Sauberkeit der öffentlichen Toiletten an, den Ausbau des freien WLANs und konsequente Barrierefreiheit.

Fahrradinfrastruktur

Konkret wurden die Teilnehmer dann in den einzelnen Themenbereichen. So forderten sie beispielsweise zur Fahrradinfrastruktur, Fahrradwege durch eine rote Markierung besser zu kennzeichnen, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen. Hierfür sei auch ein expliziter Radweg sinnvoll, der so bislang fehlt. Um wildparkende Räder zu verringern, wünschten sich die Teilnehmer außerdem weitere Abstellmöglichkeiten – Vorschläge waren neben dem Rathaus, in Geschäftsnähe an der Busmannstraße, im Bereich des Grünstreifens zur Marktstraße hin und zwischen Rathaus und Roermonder Platz.

Fußgängerfreundlichkeit

Auch um die Fußgängerfreundlichkeit haben sich die Teilnehmer Gedanken gemacht. So wurden die Marktstraße und die Busmannstraße als Fußgängerzonen vorgeschlagen. Allerdings gab es für die Marktstraße auch die Ideen, das Shared-Space-Konzept des Roermonder Platzes fortzusetzen oder diese in eine Einbahnstraße umzuwandeln. Die Nutzung der Annastraße könnte auf Anwohner und Lieferverkehr begrenzt werden – was jedoch nicht bei allen Teilnehmern auf Gegenliebe stieß. Neben dem Rathaus wurde ein Fußgängerüberweg über die Marktstraße in die Diskussion gebracht. Die weitergehende Anregung, den gesamten Innenstadtbereich für Kraftfahrzeuge unattraktiv zu machen, fand sogar mehrheitliche Zustimmung.

Gastronomie

Ein Einkaufszentrum auf dem Plümpe-Platz lehnten die Teilnehmer hingegen mehrheitlich ab, auch wenn einige diesem Vorschlag etwas abgewinnen konnten. Während Gastronomie zwischen Rathaus und Roermonder Platz vielen wie berichtet willkommen ist, stieß der Gedanke an eine Café-Kette oder gar eine Fastfood-Kette auf dem Platz auf viel Resonanz, bei der sich allerdings Pro und Kontra die Waage hielten. Eine weitere Anregung bestand darin, im Bereich der Grünfläche im Norden eine Picknick-Ecke oder eine mobile Bestuhlung für wechselnde Streetfood-Anbieter einzurichten.

Grünflächen

Grünflächen waren überhaupt ein wichtiges Stichwort für die Teilnehmer der Kartenumfrage. Eine „grüne Gestaltung“ des Platzes stieß bei den meisten auf Gegenliebe. Die Aufwertung der bestehenden Grünflächen und die Anpflanzung weiterer Bäume wurden ebenso angeregt wie ein kleiner Park im Norden des Platzes. Mobile Pflanzgefäße könnten helfen, den Platz weiterhin multifunktional nutzbar zu halten, so eine weitere Anregung. Auch Kräuterbeete mit Infotafeln wurden vorgeschlagen. Und: Auf dem Rathaus könnten Pflanzen installiert werden, ganz im Stil des Künstlers Friedensreich Hundertwasser.

Hochbebauung

Ähnlich wie beim Thema Einkaufszentrum löste die Frage nach einer neuen Bebauung generell zahlreiche Pro- und Kontrastimmen aus. Einige, die eine Bebauung guthießen, regten eine Häuserzeile entlang der Marktstraße mit Wohn- und Geschäftsbebauung an. Andere sprachen sich dafür aus, das Rathaus mit einem gläsernen Übergang über die Grünanlage hinweg zu verlängern und im Erdgeschoss Gastronomie anzusiedeln. Und wieder andere regten eine Markthalle am Standort des Wochenmarktes an, die auch für Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Parkflächen

Trotz der hohen Kosten, die eine Machbarkeitsstudie zum Bau einer Tiefgarage ergeben hat, wünschen sich einige Kevelaerer diese Lösung, um Parkplätze zu erhalten, den Platz aber autofrei gestalten zu können. Andere forderten zumindest, die Parkfläche zu halbieren und die Nordhälfte anders zu nutzen. Wenngleich einige Teilnehmer sich auch für die weitere Nutzung als Parkplatz aussprachen, so dominierten doch die Wünsche, die eine autofreie oder zumindest autoarme Innenstadt begünstigen. Mit Blick auf die zunehmende Elektromobilität gab es unterschiedliche Vorstellungen, wo Ladebereiche für Elektroautos und Elektrofahrräder eingerichtet werden sollten: vor der Polizei, hinter dem Rathaus oder gleichmäßig über die Parkfläche verteilt.

Bänke, Brunnen und mehr

Auch für die von vielen geforderten zusätzlichen Sitzgelegenheiten gab es unterschiedliche Anregungen, beispielsweise an der Grünfläche im Norden und vor der Sparkasse. Der dortige Brunnen könnte den Teilnehmern zufolge durch eine LED-Beleuchtung aufgewertet werden oder sogar die Möglichkeit bekommen, dass Kinder im Wasser spielen können. Auch ein zweiter Brunnen vor dem Rathaus wurde als Idee geäußert, ebenso wie der Wunsch, auf dem Platz Trinkwasserspender zu installieren.

Ob auch ein Kinderspielplatz auf den Platz gehört, darüber gab es keine Einigkeit. Viele verwiesen auf den nahegelegenen Spielplatz auf dem Mechelner Platz, den man ja besser ausschildern könne. Die Installation von Fitnessgeräten sahen ebenfalls viele kritisch.

Kirmes und Feste

Emotional behandelt wurde auch das Thema Kirmes. Während vielen Kevelaerer der Kirmesstandort wichtig ist (s. Bericht vergangene Woche), gibt es auch zahlreiche Fürsprecher, die betonen, die Gestaltung des Platzes dürfe nicht allein dadurch bestimmt werden. Den Peter-Plümpe-Platz als Veranstaltungsplatz noch intensiver zu nutzen, fand dagegen klaren Zuspruch – beispielsweise für ein Open-Air-Kino.

Unter den sonstigen Ideen fanden sich noch eine Reihe kreativer Anregungen, beispielsweise der Wunsch nach Nisthöhlen und Insektenhotels, einer Fassaden- und Dachbegrünung des Rathauses sowie ein E-Roller-Verleih.

Auch diese Bürgerbeiträge sollen in die Gestaltungsvorschläge einfließen, die nun ausgearbeitet werden und anschließend bei einem Bürgerworkshop diskutiert werden sollen, bevor am Ende der Rat der Stadt sich für eine Gestaltungslösung entscheidet.