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Den Durchblick beim Heizen bewahren

7. November 2019/in Kevelaer, Premium/von Elena Gavriil

Der Einbau von Ölheizungen wird in Deutschland ab dem Jahr 2026 verboten sein. Über mögliche Folgen und Alternativen hat das KB mit dem Kevelaerer Energieberater Bernd Martin gesprochen. Martin blickt dem Verbot beinahe gelassen entgegen – greifen die meisten Bürger doch heutzutage zur Gasheizung, erzählt der Energieberater. Diese Form der Heizung sei schlichtweg die günstigste Methode in der Anschaffung und etwas „für den kleinen Geldbeutel.“ Man könne bereits bei einem Preis unter 10.000 Euro landen.

Wärme und Strom zugleich produzieren

Die Beliebtheit der Gasheizung bestätigt eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) zum Heizungsmarkt in Deutschland (Stand September 2019). Laut der Studie werden gut 48 Prozent der insgesamt 40,6 Millionen Wohnungen in Deutschland mit Erdgas beheizt, wohingegen mit Öl nur jede vierte Wohnung beheizt wird. „Der Trend geht auch zum Blockheizkraftwerk“, ergänzt Martin. Dieses sei jedoch mit einem Preis ab 30.000 Euro kostenintensiver und eher für größere Häuser und Mehrfamilienhäuser geeignet, da das Kraftwerk zugleich Strom produziere und somit schnell ein Überschuss entstehe.

Nun zielt das Ölheizungsverbot darauf ab, bessere Ergebnisse in Sachen Klimaschutz zu erzielen. Bernd Martin hat die Erfahrung gemacht, dass der Klimaschutzaspekt beim Heizungskauf für die meisten Käufer keine bedeutende Rolle spielt. Dass Ölheizungen heute nicht mehr oft verbaut werden, habe andere Gründe, erklärt der 39-Jährige: Ein Öltank fülle im Keller einen ganzen Raum aus und das Öl muss nachgekauft und aufgefüllt werden, was bei den schwankenden Preisen wiederum dazu führe, dass die Käufer ständig die Ölpreise im Blick haben sollten. Es entstehe einfach „ein Aufwand.“ „Und Gas ist immer da“, fügt er mit Blick auf die hohe Anzahl an Gasheizungen in Deutschlands Wohnungen hinzu.

Stelle man den Klimaschutzaspekt in den Vordergrund, so seien die Wärmepumpe und Pellet-Heizungen geeignete Heizsysteme, erklärt der Energieberater. „Die arbeiten komplett ohne fossile Brennstoffe, sondern mit nachwachsenden Rohstoffen.“ Unter anderem für diese beiden Heizsysteme erhalte man sogar Zuschüsse, sagt der gelernte Maler- und Lackierermeister und heutige Ausbilder. Diese Heizformen haben bisher nur in wenigen deutschen Haushalten Einzug erhalten, wie die Studie des BDEW zeigt. So werden nur rund 25 Prozent der Wohnungen etwa mit Pellets, Holz oder Kohle beheizt und nur knapp fünf Prozent mit Strom, beispielsweise durch eine Wärmepumpe.

Individuelle Beratung als wichtiger Schritt

Trotz der offensichtlichen Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizsysteme bedarf es immer einer individuellen Prüfung des Gebäudes, das beheizt werden soll, betont Martin. Man könne nicht pauschal sagen, dass für Neubauten die eine und für Altbauten die andere Heizmethode die richtige ist. Man müsse sich die Gegebenheiten des Gebäudes, das Heizverhalten der Käufer und die Aspekte, die diesen besonders wichtig sind (z.B. Klimaschutz) ansehen und auf dieser Grundlage entscheiden. Und auch dürfe ein bestimmter Punkt nicht außer Acht gelassen werden: „Wie viel Geld möchte/kann der Kunde ausgeben?“

Bernd Martin hält eine Energieberatung für alle potenziellen Käufer für sinnvoll, da es für Energieberater nicht von Bedeutung sei, ob der Kunde sich letztendlich für das teure oder günstige Modell entscheidet, und er als Energieberater habe nicht allein den aktuellen Stand des Wohnraumes vor Augen, sondern achte auch darauf, ob in naher Zukunft Renovierungsarbeiten anstehen, Fenster ausgetauscht werden müssen oder der Bodenbelag grundlegend geändert wird. „Man hat immer einen neutralen Experten an der Hand, der langfristig plant.“

Schlagworte: Energie, Klima, Leben, Umwelt, Wirtschaft
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https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/WWW_Martin1-1.jpg 1607 2362 Elena Gavriil https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Elena Gavriil2019-11-07 00:00:002021-03-08 11:09:26Den Durchblick beim Heizen bewahren
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