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Da war Napoleon auch Platt

12. September 2019/in Kevelaer/von Michael Nicolas

Es gibt wohl kaum einen Wissenschaftler, der so beständig seine Forschung in so spannende Geschichten zu fassen vermag: Erst erzählt Sprachwissenschaftler Dr. Georg Cornelissen die schöne Geschichte von der Herkunft des Wortes „Fisimatenten“ – das komme aus dem Französischen, meinten manche, die napoleonischen Soldaten hätten die deutschen Damen aufgefordert „Visite ma Tente“ („Besuche mein Zelt“). Und daraus hätte sich dann der Spruch „keine Fisimatenten machen“ ergeben. „Ist natürlich alles Quatsch“, erklärt er dann. Zur Zeit Napoleons habe es am Niederrhein kaum französische Soldaten gegeben.
Niederrhein und Niederlande

Der Mann aus Winnekendonk muss es wissen, denn er befasst sich beruflich auch mit der Sprachgeschichte dieser Zeit. Wer sich mal selbst davon überzeugen will, wie sich das anhört, der ist bei ihm und am Samstag, 28. September, 14.30 Uhr, im Niederreinischen Museum in Kevelaer an der richtigen Adresse. Dann wird Georg Cornelissen die Zeit der Franzosen am Niederrhein sprachlich auferstehen lassen und ihren Einfluss auf das niederrheinische Platt und die niederländische Sprache – beide eng verwandet und gut vermischt – erläutern.
Dass die jeweils knapp 20-minütigen sprachlichen Ausflüge in die Napoleonische Zeit in der knapp zweieinhalbstündigen Veranstaltung zwischen „Trottoir“, „Portemonnaie“, „prackesiere“ und „Plümmo“ keine trockenen Vorträge sein werden, ahnt jeder, der Cornelissen einmal erlebt hat.
Appetithäppchen

Dazu gibt‘s zwischendurch auch noch ein paar Appetithäppchen in Form von frühen Tonaufnahmen. Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit, bei der das LVRInstitut für Landeskunde und Regonalgeschichte, der Verein „För Land en Lüj“, das Niederrheinische Museum Kevelaer sowie dessen Förderverein zusammenarbeiten.
Und dann kommen auch noch die Preußen

Unter anderem gibt es Dialektproben aus der Franzosenzeit, die ältesten Texte sind Übersetzungen des Gleichnisses vom verlorenen Sohn aus dem Jahre 1806. Mit entsprechenden Karten erläutert Cornelissen die Frage, wie „niederländisch“ der Dialekt der Franzosen damals klang. „Französische Lehnwörter im niederrheinischen Platt“ sind ebenso ein Thema, bevor er schließlich die Nachfolgeregelungen – für die natürlich die Preußen zuständig sind, wer sonst – in Sprachpolitik und Sprachalltag ab 1815 erklärt.

Schlagworte: Bildung, Kävels Platt, Kultur, Leben, Plattdeutsch, Sprache
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https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/cmyk-002DSCF0978-1.jpg 3264 4896 Michael Nicolas https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Michael Nicolas2019-09-12 00:00:002021-03-08 11:05:45Da war Napoleon auch Platt
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