CDU befasste sich mit Geschichte der Russlanddeutschen

Über 100 Teilnehmer verfolgten das Thema aus der Reihe „Geschichte(n) unserer Region“

Trafen sich zur Diskussionsrunde (v.l.n.r.): Julia Weber, Julia Bachtin, Dr. Frank Wackers, Dr. Günther Bergmann MdL, Melina Weigel und Jürgen Schütz. Foto: privat

Die Geschichte der Russlanddeutschen im Kreis Kleve war Thema einer Veranstaltung des CDU-Kreisverbands Kleve. Die Veranstaltung, zu der über 100 Teilnehmer in das Kolpinghaus Kleve kamen, war Teil der Reihe „Geschichte(n) unserer Region“ unter Leitung von Dr. Frank Wackers.

Zu Beginn führte der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Günther Bergmann MdL in die historischen Zusammenhänge ein. Er schlug dabei einen Bogen von der Siedlungspolitik der Zarin Katharina der Großen über die Entwicklung im späten 19. Jahrhundert bis hin zu Deportation und Diskriminierung in der Sowjetunion.

Anschließend berichteten unter Moderation von Dr. Frank Wackers Julia Weber (Kleve), Jürgen Schütz (Goch), Julia Bachtin (Kleve) und Melina Weigel (Kranenburg) über ihren jeweiligen Lebensweg. „In Russland waren wir die Deutschen, in Deutschland wurden wir als Russen bezeichnet. Das haben wir nicht verstanden“, berichtete Julia Weber aus ihrer Anfangszeit in Deutschland. Julia Bachtin und Jürgen Schütz schilderten ihr früheres Leben in den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion, ihren Start in Deutschland und ihren erfolgreichen beruflichen Weg seitdem.

Die 16-jährige Melina Weigel, die bereits in Deutschland geboren wurde, berichtete über die immer noch vorhandenen Kontakte nach Kirgisien. Hier habe sie zwei Wochen im letzten Sommer verbracht. Außerdem bemühe sie sich um eine weiter gute Beherrschung der russischen Sprache als Zweitsprache.

Anschließend diskutierten die Teilnehmer der Veranstaltung unter anderem über den Heimatbegriff. Am Ende stand eine positive Botschaft: Alle vier Podiumsgäste haben ihre Entscheidung, in Deutschland zu leben, nicht bereut. Für sie alle sind Kleve und der Niederrhein heute Heimat.