Aktuelles aus Kevelaer

Einbruch an der Weezer Straße

Am Dienstag, 21. November 2017 zwischen 17.40 und 22.30 Uhr kletterten unbekannte Täter an der Weezer Straße über eine Mauer auf einen Balkon im Obergeschoss einer Doppelhaushälfte. Der Balkon befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes. Die Täter hebelten die Balkontür auf und entwendeten im Haus Bargeld sowie Sammlermünzen. Am Vortag hatte ein Hausbewohner einen verdächtigen Anruf bekommen. Dabei gab sich eine unbekannte Person als Mitarbeiter der Stadtverwaltung aus und wollte wissen, wie viele Hunde er habe.
Hinweise zu verdächtigen Personen erbittet die Kripo Goch unter Telefon 02823-1080.

Demokratie mit demokratischen Mitteln retten

Offen sein für Gespräche statt populistische Hetzreden zu dämonisieren – das ist für Dr. Matthias Burchardt der Weg, dem Rechtsruck zu begegnen. Für den Kölner Universitätsdozenten sind die Wahlerfolge der AFD nicht das Problem, sondern Symptom eines durchaus verständlichen Unbehagens vieler ihrer Wähler, das allerdings von rechten “Rattenfängern” missbraucht werde. Eine “Heilung kann nur mit Mitteln der Demokratie gelingen”, erklärte er auf der Klausurtagung der Geschäftsführer örtlicher Caritasverbände und ihrer Fachverbände Sozialdienst katholischer Frauen (Skf) und Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) in Kevelaer. Die Caritas in der Diözese Münster will es auf diesem Weg versuchen und startet das Projekt “First Step – Demokratie bewusst leben”.
Das Funktionieren der Demokratie kann nach Ansicht von Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden. Um sie am Leben zu halten, müsse auch die Caritas sie mitgestalten. Dies sei Voraussetzung dafür, dass sie die Interessen der benachteiligten Menschen in der Gesellschaft weiter wahrnehmen könne: “Die soziale Gerechtigkeit ist gefährdeter denn je, wenn wir es nicht schaffen, die Demokratie lebendig zu halten”, erklärte Kessmann.
Die Caritas wird deshalb in den kommenden zwei Jahren “Demokratie-Förderer” vor Ort ausbilden und Projekte initiieren. Daraus soll, so Projektleiter Theodor Damm, ein Netzwerk entstehen, das auf Dauer die Demokratie fördert. Matthias Burchardt sieht gute Chancen, dass es gelingen kann. Er empfahl, “viel mehr Vertrauen ins Gespräch und in die Verfahren der Demokratie zu setzen”.
Burchardt warnte davor, alles falsch zu finden, was populistisch geäußert werde. Es gebe genügend tatsächliche Probleme, für die Lösungen gefunden werden müssten. Eines sei, dass der Markt zum “Maß aller Dinge” gemacht worden sei. Lebensrisiken seien individualisiert und die Gesellschaft disintegriert worden. Das sei aber “kein Naturereignis und könnte auch wieder abgeschafft werden”, sagte Burchardt. Die Gefahr bestehe, dass die AFD es ermögliche, diese tatsächlichen Probleme dem unteren Drittel der Gesellschaft zuzuschieben und sie für falsch zu erklären.” Auch wenn es schmerzhaft sei, müssten diese
“Gegenmeinungen” erst einmal angenommen werden, ohne sie teilen zu müssen.
In den Dialog zu gehen sieht Burchardt als ein Mittel dagegen. Zudem müssten die “Rattenfänger” entlarvt werden, denn die AFD sei ebenso neoliberal oder sogar noch mehr und missbrauche ihre Wähler für ihr rechtes Gedankengut. Man müsse wieder zu der Frage kommen, “Was ist uns das wert?”, statt immer zu fragen, “Was kostet das?”

Hubert Janssen – Mein Kevelaer

Was schätzen Sie an Kevelaer?
Ich schätze die große Anziehungskraft für Pilger und Touristen sowie das kulturelle Angebot und die Weltoffenheit.
Für einen Tag Bürgermeister von Kevelaer. Welches Problem würden Sie als erstes in Angriff nehmen?
Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Gelderner Straße müsste bei 30 Stundenkilometer liegen. Zudem würde ich den Marienpark als Auslaufgelände für Hunde sperren.
Was sollte ein Besucher auf jeden Fall gesehen bzw. unternommen haben?
Besuche der Wallfahrtsstätten und des Museums sind empfehlenswert.
 
Mitmachen: Seit Anfang des Jahres erfreut sich die Serie „Drei Fragen an…“ im KB großer Beliebtheit. Viele Mitbürger haben sich bereits geäußert. Auch die Leser können gerne ihre Meinung über ihre Stadt kundtun. Wir benötigten dazu kurze Angaben zur Person (Wohnort, Alter und Beruf) ein Porträtfoto und natürlich Antworten auf die oben stehenden Fragen. Das Ganze dann per mail an: redaktion@kevelaerer-blatt.de schicken.

Der Träger des alternativen Nobelpreises

Auf Einladung des Katholischen Bildungswerks Kleve ist der Träger des sogennanten „alternativen Nobelpreises“, Bischof Erwin Kräutler, am Montag, 27. November, zu Gast in Kevelaer und bezieht Stellung zur Zukunft der Kirche. Der Vortrag findet von 19.30 bis gegen 21.30 Uhr im Priesterhaus statt.
Seit über 50 Jahren weiß sich Bischof Kräutler in seiner pastoralen Arbeit der „Option für die Armen“ verpflichtet und kämpft im brasilianischen Amazonasgebiet für die Rechte der Indios und für die Bewahrung der Schöpfung. Bereits wenige Monate nach Abschluss seines Theologie- und Philosophiestudiums zog es den gebürtigen Österreicher 1965 nach Brasilien, wo er zunächst als Wandermissionar am Unteren Xingu und Amazonas wirkte und dann 1980 zum Bischof der flächenmäßig größten brasilianischen Diözese Xingu ernannt wurde.
Der Leitgedanke seiner pastoralen Arbeit, die „Option für die Armen“, wird für Bischof Kräutler in der Armutsbekämpfung konkret. Seine Anliegen sind es, politische, soziale und wirtschaftliche Missstände aufzudecken, an der Seite der Indios gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur zu kämpfen und mit ihnen die Ausbeuter anzuklagen – ein Leben im Fadenkreuz der Gewalt. Schwer verletzt überlebte Erwin Kräutler 1987 einen als Autounfall inszenierten Mordanschlag. Sein Engagement in der Mordsache Dorothy Strang, einer Umweltaktivistin und Ordensschwester, und sein Widerstand gegen das Staudammprojekt Belo Monte zogen wiederholte Morddrohungen nach sich. Ein Leben unter Polizeischutz war die Folge.
Für seinen Kampf gegen die Armut und sein umweltpolitisches Engagement wurde Bischof Kräutler 2010 mit dem „alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award)“ ausgezeichnet. Zweimal stand Kräutler als Präsident dem Indianermissionsrat (CIMI) vor, der der brasilianischen Bischofskonferenz angeschlossen ist. Er war mehrfach Delegierter der Brasilianischen Bischofskonferenz und Mitglied der Bischöflichen Pastoralkommission.
Bischof Kräutler lädt in seinem Vortrag dazu ein, über den europäischen Tellerrand zu schauen und Fragen zur Zukunft der Kirche zu stellen: „Wie kann sich die Kirche angesichts des Priestermangels aufstellen? Was sind Aufgaben einer Kirche der Zukunft? Wie und wo kann die Kirche politisch handeln?“
Anmeldungen zum Vortrag werden im Priesterhaus (Telefon: 02832/ 93380) oder beim Katholischen Bildungswerk Kleve (Telefon: 02821/721525, E-Mail: kbw-kleve@bistum-muenster.de) entgegengenommen. Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben, jedoch wird am Ende des Abends um eine Spende für die Arbeit von Bischof Kräutler gebeten.

„Wir sind gut im Feiern“

Der US-Präsident hieß Ronald Reagan, im Kino flimmerte „Dirty Dancing“ auf der Leinwand und in den deutschen Musikcharts lief „Sweet Sixteen“ von Billy Idol. 1987, das Jahr in dem Gabi und Stefan Molderings zusammenkamen.
Im Hubertuszelt haben die beiden damals 17-Jährigen sich zum ersten Mal „so richtig verknallt“, wie sich der gebürtige Gelderner Stefan Molderings erinnert: „Ich war mit ein paar Kumpels dort. Die wollten allerdings schon früh wieder nach Hause, meine Schwester Martina hatte noch einen Platz im Auto frei, so konnte ich noch da bleiben, sonst hätte ich Gabi nicht getroffen“. Die Telefonnummern wurden schnell ausgetauscht und am nächsten Tag sollte ein Wiedersehen verabredet werden.
„Ich hatte nicht die Möglichkeit zu telefonieren“, erzählt Gabi von dem Schloss auf der Wählscheibe, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen könne. „Die Kosten mussten gering gehalten werden, bei zehn Kindern kamen schon mal enorme Telefonkosten auf unsere Eltern zu. Dann musste ich mal warten, bis Stefan sich meldet.“ Und das tat Stefan dann auch noch an diesem Tag. Nach einem Treffen in einem Gelderner Café zum heißen Kakao stand für die beiden fest, dass sie zusammengehören. Fünf Jahre später hatte Stefan seine Ausbildung zum Betriebsschlosser und seinen Wehrdienst beendet: „Ich fand damals, nach dem Bund kann man heiraten!“
Dazu kam es dann am 27. November 1992. „Die standesamtliche Hochzeit zählt für uns, ab dann nennt man sich Eheleute“, sagt Gabi Molderings, die bis dahin Joosten hieß. Die frisch Verheirateten wohnten zunächst in Geldern. Auf Wunsch der Braut ging es zwei Jahre später aber wieder zurück in Richtung Marienstadt.
Kirchlicher Segen 1995
1995 besiegelte das Paar seine Liebe noch mit dem kirchlichen Segen, bevor es auf eine Hochzeitsreise ging. „Als wir wieder zurück waren, war ich auch schon mit unserem Sohn Maik schwanger“, sagt Gabi. „Kinder hatten wir geplant, aber dass es so schnell ging, war zuerst ein Schock, dann aber große Freude für uns.“ „Wir waren ja noch jung und hatten einen großen Freundeskreis, die wirklich toll reagiert haben“, weiß Stefan zu berichten. „Wir haben das so organisiert, wenn Gabi mit ihren Freundinnen raus ging, blieb ich zuhause und meine Jungs kamen dann zu mir und andersrum, so haben wir nichts verpasst.“
2000 wurde dann Tochter Monique geboren und Stefan begann eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Maschinenbautechniker.Neben dem Schulbankdrücken, seinem Hobby Fußball und seinem Job blieb nicht mehr viel Zeit für die Familie. „Wenn Gabi mich sehen wollte, musste sie mit den Kindern zum Fußballplatz kommen“, scherzt Stefan. „Das war schon eine harte Zeit. Aber das haben wir gemeinsam durchgestanden und nach vier langen Jahren hatte Stefan seine Weiterbildung erfolgreich bestanden“.
Auch Gabi wagte noch einmal eine berufliche Veränderung und trat 2013, im Alter von 43 Jahren, eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin an, die sie erfolgreich beendete. Auch dieser Meilenstein wird zusammen mit der Silberhochzeit gefeiert. „140 Leute haben wir eingeladen und nur fünf haben abgesagt: Wer uns kennt, der weiß, dass wir im Feiern gut sind. Das kann auch schon mal bis in die frühen Morgenstunden gehen,“ zwinkert Gabi. Neben Nachbarn, Freunden, dem Kegelclub, in dem beide seit fast 20 Jahren Mitglieder sind, und Arbeitskollegen, werden natürlich auch viele Familienmitglieder dabei sein.
Beide Eheleute haben ein gutes Verhältnis zu ihren Familien, da passt es, dass Stefans Bruder UweGabis Schwester Doris geheiratet hat. Und wie lautet ihr Rezept für eine gute Ehe? „Respekt, Kommunikation, Verlässlichkeit und gegenseitiges Gönnen“, antworten beide fast gleichzeitig.

Ein Schritt zur Integration

Zu einem fröhlichen gemeinsamen Austausch trafen sich die in Kevelaer ansässigen Flüchtlinge und deren Unterstützer im Kevelaerer Klostergarten. Nach einem kleinen Gemeinschaftsspiel wurde viel erzählt, gelacht, gespeist und die Probleme und die Erlebnisse der letzten Zeit ausgetauscht. Die Caritas und der „Runde Tisch Kevelaer e. V.“ hatte das gemeinsame Treffen zusammen organisiert. „Ich freue mich total, dass so viele Leute und vor allem so viele Kinder gekommen sind“, unterstrich Gudrun Blumenkemper von der Caritas bei ihrer Begrüßung, wie wichtig so ein Treffen für die Verständigung untereinander ist. „Das ist ein Schritt zur Integration – ich weiß nicht, warum die sich im Bund da so schwer mit tun“, gab es vom „Runden Tisch“-Koordinator Ulrich Hünerbein-Ahlers eine Spitze Richtung Berlin.
„Wenn eine Familie in Syrien sitzt und der Vater hier ist, denkt der an alles, aber nicht an Integration“, war er nicht der einzige, dem das Thema Familiennachzug ein Anliegen war. „Da braucht es einen Durchbruch“, meinte auch der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Theo Spronk.

Mal was ganz Verrücktes machen

Mit manchen Künstlern ist es wie mit einem guten Wein – mit der Zeit wird ihre Qualität einfach immer besser. So ähnlich verhält es sich auch mit der Trägerin des Deutschen Kleinkunst- und Kabarettpreises, Tina Teubner, die mit ihrem kongenialen Partner Ben Süverkrüp erneut beim „Kabarett unter´m Dach“ die Öffentliche Begegnungsstätte mit ihrem Besuch beehrte.
Die 51-jährige Musiktherapeutin, die in diesem Jahr 25 Jahre Bühnenperformance feiert, ließ es sich auch diesmal nicht nehmen, in einer Mischung aus Albernheit und Weisheit, Gelassenheit und genüsslich-bösem Witz das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu sezieren.
„Frauen sind das Beste, was die Welt zu bieten hat“, lautete dabei das Bekenntnis der „alleinerziehenden Ehefrau“, deren Mann immer so tut, „als wäre die Ehe ein Fall für amnesty international.“ Entsprechend akzentuiert geriet mit „Guten Abend, liebe Frauen – und auch guten Abend, liebe Männer“ die Begrüßung.
Nicht dass sie etwas gegen Männer hat: „Alles, was ich sage, ist gut gemeint und nur zu Ihrem Besten“. Man könne Männer „mit ihren Makeln und Gerüchen doch nicht alleine lassen“, bekannte sie, „im Gegensatz zu meinem Mann glücklich verheiratet“ zu sein. Und „wenn ich von Ehepaar spreche; ist das ein Zeichen für Liebe“, so die Kabarettistin. Was Teubner nicht daran hindert klarzustellen, dass Männer weniger kommunikativ sind, sich bedrängt fühlen, wenn man ihnen nahe kommt „und enttäuscht sind, wenn wir euch nicht nahe kommen.“
Die Angst der Frau vor dem Kontrollverlust
Doch in den Chansons thematisierte sie auch die Angst der Frau vor dem Kontrollverlust, den Wunsch, nach dem „Schönen und nicht so Schönen“ alles auf Anfang zu stellen, wo „die Sehnsucht aufeinander das Leben regierte“ und dazu herzergreifend Geige zu spielen.
„Das Komplizierte an der Liebe ist die Liebe“, bekennt sich die Sängerin aber auch offen dazu: „Wer nicht liebt, der friert.“ Und sie gesteht zu, dass Mann und Frau oft genug „ungefähr gleich doof“ sind, wenn es um solche Dinge geht.
Wunderbar geriet die Duettnummer mit ihrem Pianisten Ben Süverkrüp, als beide im Gleichklang sprechend darüber philosophierten, wie Ehepaare nach Jahren „berechenbar gleich“ immer „das Gleiche sagen, sich dabei immer beipflichten“, um sich zu Hause „nur noch anzugrunzen“ und zu Weihnachten „als Rundbriefterroristen“ Rundbriefe zu verschicken. Und manchmal würde sie am liebsten „als Außenstehende die Scheidung einreichen“, wenn „ein marodes Paar öffentlich im Partnerlook – mit ockererbrochenen Traningsanzügen in fliederfarbenen Streifenapp­likationen aus Stickgarn“ auf dem Tandem „die schönsten Landstriche entzaubert.“ Da lobt sie die Haltung von Bankräubern: „Die machen auch nicht alles richtig, aber sie verhüllen wenigstens ihr Gesicht“ und brächen aus ihrem Leben einmal aus.
Entsprechend forderte sie die Zuschauer musikalisch auf, mal „was ganz Verrücktes zu machen“ und nicht immer auf dieses „scheiß Nummer sicher“ zu gehen. „Carpe diem – vergeude den Tag“, rief sie frei nach Georg Kreisler: „Wenn alle das täten, dann hätten alle einen herrlichen Vormittag.“ Denn „man lebt schließlich nur einmal.“
Zwischendurch durfte Ben Süverkrüp zeigen, welche musikalischen Fähigkeiten von Beethooven bis Modern Talking er in drei Minuten aufs Klavier zaubern kann. Beide beendeten das Programm schließlich mit der wunderbaren „Gute Nacht“-Melodie, von Teubner auf einer Säge dargeboten.
„Dass sie so gut gelaunt sind bei den schlechten Nachrichten und diesem verregneten Tag“, zeigte sich die Künstlerin, die sich angesichts der Sachlage einen Merkel-Witz verkniff, ganz verzückt. „Wir singen Sie noch raus“, gab´s dann als Sahnehäubchen des Abends eine Duett-Schnellsprech-Einkaufsgeschichte als Rausschmeißer.

Kevelaer begrüßt den Wallfahrtsrektor

Bruderschaft der Consolatrix Afflictorum, Festkettenträger und Präsident Theo Keysers und Thomas Selders, Verwaltungsleiter von St. Marien, sowie weitere Mitglieder St.-Hubertus-Gilde Keylaer empfingen bei Kaiserwetter ihren zukünftigen Pastor und Wallfahrtsrektor Gregor Kauling traditionsgemäß an St. Hubertus, Keylaer.
Christoph Schwerhoff, zu diesem Zeitpunkt noch Pfarrverwalter von St. Marien, brachte den Nachfolger von Weihbischof Rolf Lohmann mit dem Auto zu der ältesten Kapelle Kevelaers. Nach einer kurzen Andacht in der Kapelle machten sie sich, angeführt von Kauling und Rotthoff, auf den kurzen Pilgerweg zur Gnadenkapelle.

Traditionell begann der Tag mit dem Pilgerweg aus Keylaer.


An der St.-Hubertus-Grundschule wurde er von einigen Grundschulkindern mit ihren Eltern und Rektorin Helga Dückers-Janßen mit einigen Kolleginnen in Empfang genommen. Kauling, der sich in der Schule umgezogen hatte, bekam von den Kinden das Hubertuslied vorgesungen und ihm wurden Wünsche mit auf den Weg gegeben, darunter: „Lieber Pastor Kauling, wir wünschen Dir viel Glück in Deinem neuen Beruf. Er soll Dir immer viel Freude machen. […] Wir wünschen Dir, dass Du viele Menschen kennenlernst und Freunde findest.“ Kauling bedankte sich herzlich bei den Kindern und revanchierte sich mit Süßigkeiten, die jedes Kind aus einem großen Korb nehmen durfte.Dückers-Janßen hielt danach eine kurze Ansprache, in der sie im Namen aller Kolleginnen Kauling einlud, oft in die Schule zu kommen.
Vorbei an einem Banner, das die Kinder der Offenen Ganztagsschule St. Hubertus in bunten Farben und Motiven gestaltet hatten und das den neuen Pastor ebenfalls herzlich willkommen hieß, ging der Wallfahrtsweg weiter zum Hagelkreuz.Die Nachbarschaft „Kleine Null“ (als eine der ältesten Nachbarschaften Kevelaers) am Hagelkreuz an der Weezer Straße hat schon immer die ehrenvolle Aufgabe, den neuen Pfarrer als erste Nachbarschaft der Gemeinde zu begrüßen. Deren Mitglieder hatten die Straße festlich geschmückt, als Gregor Kauling auf seinem Pilgerweg dort ankam.
Auch hier hatten wieder Kinder das „Erstbegrüßungsrecht“. Zusammen mit ihren Erzieherinnen standen die Kinder der Kindergärten St. Hubertus und St. Marien am Hagelkreuz und sangen Kauling ein Begrüßungslied, schwangen bunte Fähnchen und hielten jeweils ein schön gestaltetes Banner mit ihren Namen in die Höhe. Auch hier bedankte sich Kauling mit Süßigkeiten. Von der Nachbarschaft Kleine Null gab es als Willkommensgruß Schmalz, Salz und Brot, die der Nachbarschaftsälteste Josef Schulte-Kellinghaus und Elisabeth Hoffmann überreichten.
Angeführt durch Kirchenschweizer Edmund Pitz-Paal, hatten sich dort auch Abordnungen der Kevelaerer Gilden, Bruderschaften, Vereine und Verbände eingefunden, um den neuen Wallfahrtsrektor zu begrüßen. Gerade noch von der Sonne beschienen und unter den Klängen des Musikvereins Kevelaer zog man, durch den aufkommenden Regen zunehmend beschleunigt, zu der bereits voll besetzten Basilika.
Im Festhochamt zur Amtseinführung verlas Pfarrer Berthold Engels, Definitor des Dekanates Goch, die Urkunde, die Bischof Felix Genn ausgestellt hatte, und durch die Gregor Kauling zum neuen Pastor der Pfarrgemeinde St. Marien und gleichzeitig zum Rektor der Wallfahrt ernannt wurde. In seiner letzte Amtshandlung als Pfarrverwalter von St. Marien überreichte Christoph Schwerhoff die Hirtenschaufel an seinen neuen Chef.
Die verschiedenen Ensembles der Basilikamusik (Basilikachor, Familienchor, Kinderchöre und Orchester) umrahmten den Festgottesdienst unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer feierlich.
Zu Beginn seiner Predigt über das Gleichnis von den anvertrauten Talenten (aus dem Evangelium nach Matthäus) hielt Pastor Kauling einen alten Kerzenschirm hoch. Seit dem 9.7.1987 sei er in seinem Besitz und er habe ihn achtsam aufbewahrt. Mit diesem Kerzenschirmchen habe er Mutter Teresa mit vielen anderen Jugendlichen bei der Lichterprozession in Kevelaer begleitet. „Danach bin ich verwandelt zurück nach Aachen gefahren und habe für alle gebetet, die mit mir den Glauben teilen.
Es ergab sich für mich die Frage: Was willst Du aus Deinem Leben machen, was machst Du mit Deinen Talenten? Talente zu haben ist ein wertvolles Geschenk, aber nur, wenn wir es für andere nutzen und es in die Gemeinschaft hineingeben. […] Gott übergibt uns nur das, was wir tragen können und wir brauchen mit Blick auf andere keine Angst zu haben, etwas falsch zu machen, und eifersüchtig sein, weil andere mehr haben. […] Angst ist ein schlechter Ratgeber, und Eifersucht tötet das Leben. Ein zurückgegebenes Geschenk verletzt bis ins Mark.“ Das Kerzenschirmchen schütze und trage das Licht, das von Kevelaer und seit 375 Jahren von der Mutter Gottes ausstrahle. Maria sei wie der Kerzenschirm: „Sie hat sich nicht verweigert, sondern hat es angenommen, dass sie zur Trägerin des Lichtes geworden ist, das ihr gegeben worden ist vom Herrn. Dankbar und gespannt darf ich jetzt auch das Licht als Ihr neuer Pastor tragen. Amen.“

Mit diesem Kerzenschirm begleitet Kauling Mutter Teresa.


Lauter und anhaltender Applaus brandete in der Basilika auf. Die gemeinschaftliche Feier der Eucharistie schloss sich an und vor dem Segen bedankte sich Kauling bei allen denen, die dazu beigetragen haben in 375 Jahren die Wallfahrt lebendig zu halten. Hier nannte er insbesondere die Verbänden, Bruderschaften und Vereinen. Sein Dank galt Christoph Schwerhoff, der seine Aufgabe im veranstaltungsreichen Jahr sehr gut gemacht und ihm den Platz freigehalten habe.
Nach der Festmesse hatte sich der Regen zurückgezogen und so erfolgte der Gang des frisch eingeführten Pfarrers und Wallfahrtsrektors zusammen mit den Priestern, Fahnenabordnungen und der Gemeinde zur Gnadenkapelle. Hier sprach Kauling ein Gebet von Paul Claudel (Mutter Jesu Christi). Das Lied „Maria breit‘ den Mantel aus“ beendete die kurze Andacht am Gnadenbild.
Im Anschluss bildeten die Messdiener ein Spalier zum Priesterhaus, nicht nur dem neuen Arbeitsplatz, sondern auch dem neuen Zuhause von Pastor Kauling. Hier war gekränzt worden und ein Schild mit der Schutzmantelmadonna und „Herzlich Willkommen“ hing über der Eingangstüre.
Zusammen mit Stadtbundmeister Rainer Koppers, Bürgermeister Dr. Dominik Pichler und Kaplan Christoph Schwerhoff nahm Wallfahrtsrektor Gregor Kauling als besondere Ehrung das Fahnenschwenken der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften entgegen. Kauling bedankte sich bei den Fähnrichen für die Ehre, die diese in dünnen weißen Hemden erbracht hatten und forderte sie wegen der niedrigen Temperaturen auf, sich schnell wieder warm anzuziehen, um nicht krank zu werden. Auch beim Spielmannszug des Musikvereins bedankte er sich für den Fahnenschwenkerwalzer.
Beim Abschluss des Festtages zur Begrüßung des neuen Pastors, dem Empfang im Petrus-Canisius-Haus, hatten alle Gäste die Möglichkeit, Kauling persönlich zu begrüßen. Es machte den Anschein, als sei ganz Kevelaer zusammengekommen. Der Saal und der Vorraum platzten fast aus allen Nähten.
Die Gemeinde St. Marien hatte für das leibliche Wohl der vielen Gäste gesorgt. Den musikalischen Rahmen gestaltete „Con Spirito“, das junge Auswahlensemble im Posaunenwerk Rheinland, das sonst das Posaunenwerk und die Evangelische Kirche im Rheinland bei Großveranstaltungen repräsentiert.
Als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Kevelaer äußerte sich Karin Dembek in einem kurzen Grußwort erfreut, dass Kauling nun angekommen sei, den sie bei der Weihe von Weihbischof Rolf Lohmann in Münster bereits habe kennenlernen können. Sie freue sich auf eine gute ökumenische Zusammenarbeit.
Zuvor hatte Bürgermeister Dr. Dominik Pichler den neuen Wallfahrtsrektor begrüßt. In seiner humorvollen Art meinte er: „Sie haben sicher gehört, dass wir einen Stadtplaner brauchen“ und spielte damit auf die ursprüngliche Ausbildung Kaulings an. Mit einem verschmitzten Lächeln fügte er hinzu: „Sie sind zwar Westfale, aber damit kennen wir uns ja aus. Es hat den Anschein, dass Sie anpacken können, denn so predigen Sie auch. Ich hoffe, dass sie in zehn oder 15 Jahren immer noch unser Pastor sind.“
Auch Pastor Andreas Poorten von St. Antonius sprach ein Grußwort. „Uns hat Jesus zusammengerufen und nicht der neue Pastor von St. Marien. Ich freue mich, dass Du hier bist – auf eine gute Zusammenarbeit.“ Dann erklärte er seinem neuen Amtskollegen die Kevelaerer Verhältnisse: „Wenn die Kevelaerer von der Pfarrkirche sprechen, dann meinen sie die St.-Antonius-Kirche und nicht die Basilika. Wenn sie aber von ihrer Maria reden, dann meinen sie die Gnadenkapelle und die Gemeinde St. Marien. Maria und die Pfarrgemeinde St. Antonius sind gut zusammengewachsen und deshalb können wir segensreich zusammenarbeiten.“
Kauling bedankte sich bei allen Gästen für die Teilnahme an diesem besonderen Tag. Er freute sich über seine zahlreich erschienenen Familienmitglieder, die vielen Freunde und Bekannten aus den vorherigen Pfarrstellen und die große Anzahl an Pfarreimitgliedern. Auch äußerte er seinen Dank an die vielen Menschen, die den Tag und das Hochamt so wunderbar gestaltet und mitgetragen hätten: „Sie haben mir einen schönen Tag bereitet.“

SSG Kevelaer II weiter auf Erfolgskurs

Die zweite Mannschaft der SSG (Schießsportgemeinschaft) Kevelaer erzielte am Wochenende mit einem Gewinn in rheinland-pfälzischen Niedererbach weitere Bestätigungspunkte für die Tabellenspitze in der Rheinlandliga.
Wieder war es Anna Janshen, die mit ihrem Wettkampf gegen Sandra Rauschenberg (389 Ringe) vom SV Soonwald-Mengerschied ein großes Ausrufezeichen setzten konnte: 399 Ringe, nur ein Mal traf sie die Zehn nicht und verfehlte damit knapp die Höchstringzahl von 400. Die Niederländerin Manon Smeets brachte 392 Ringe auf die Scheibe, keine Chance für ihren Gegner, der mit nur 384 Ringen antwortete. Etwas knapper, aber trotzdem erfolgreich, ging es beim Duell Birgit Lohmann gegen Sebastian Becker aus: Lohmann gewann den dritten Einzelpunkt für die Kevelaerer Tiger mit 385:382 Ringen. Alison Bollen hatte mit ihrem Sportgerät zu kämpfen. Durch einen defekten Abzug an ihrem Luftgewehr verfehlte sie einige Ringe, die zu einem Sieg gegen Anna Klumb hätten reichen können: Mit 387:389 Ringen musste dieser Einzelpunkt an den Gegner abgegeben werden. Dabei blieb es auch, denn Markus Bauer holte Punkt Nummer vier für die Marienstädter mit 388:375 Ringen. Endstand 4:1 für die Mannschaft um Trainer Hans-Josef Dohmen.

Sekela-Brüder schießen KSV gegen Vernum zum Sieg

Nur eine Woche nach der ersten Saisonniederlage des Kevelaerer SV beim BV Sturm Wissel (0:2) hat die Mannschaft von Trainer Ferhat Ökce mit einem standesgemäßen 5:0-Heimsieg gegen den SV Grün-Weiß Vernum wieder zurück in die Spur gefunden. Vier der fünf KSV-Treffer erzielten dabei Miroslav und Martin Sekela. In der Kreisliga A stehen die Gelb-Blauen damit weiterhin an der Tabellenspitze und haben nun 33 Punkte auf dem Konto. Es war der zehnte Saisonsieg im 14. Spiel.
In der ersten Halbzeit war das Spiel jedoch nicht so einseitig, wie es das Endergebnis vermuten lassen könnte. „Gleich zu Beginn hatten wir richtig Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Da hat unser Torhüter Marcel Müllers stark gerettet“, sagte Ökce. Dennoch dauerte es bis zur KSV-Führung nur drei Minuten, denn Mittelfeldmotor David Brinkhaus war früh zur Stelle und stellte auf 1:0. In der Folge präsentierte sich Kevelaer als dominante Mannschaft, ließ aber immer wieder kleine Nadelstiche der Gäste aus Vernum zu. Erst nach 20 Minuten, als Miroslav Sekela das 2:0 nachlegen konnte, wurde die Gegenwehr der Grün-Weißen weniger. „Trotz der 2:0-Führung haben wir aber noch etwas zugelassen. Insgesamt hatten wir etwas Glück, dass wir keinen Treffer kassiert haben“, sagte Ökce.
Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff machte der KSV dann den Deckel drauf, erneut traf Sekela (46.). Wenig später wurde es für den SVV dann richtig bitter: Nach Foulspiel im Strafraum an Jan Wilbers entschied der Unparteiische auf Elfmeter, in der Folge sah ein Vernumer Spieler nach wiederholtem Meckern auch noch die Gelb-Rote Karte. Der verwandelte Strafstoß von Sekela zum 4:0 und die Überzahl auf dem Platz sorgten dann dafür, dass sich die Gäste kaum noch aus der eigenen Hälfte bewegten und rund um den eigenen Sechzehner verteidigten. Nach den drei Treffern von Miroslav Sekela wollte dann auch sein Bruder Martin noch einen drauflegen, sodass er in der 67. Spielminute mit dem 5:0 den Endstand herstellte. „Es war wichtig, dass wir nach der Niederlage im letzten Spiel wieder ein positives Ergebnis einfahren konnten“, sagte Kevelaers Trainer nach dem Heimsieg. „Ganz zufrieden war ich aber noch nicht. Wir müssen unsere Leistung mal wieder über die gesamten 90 Minuten auf den Platz bringen. Wir sind aber auf einem guten Weg und brennen auf die kommenden Aufgaben“, so Ökce weiter.
Am kommenden Wochenende hat der KSV nun aber erstmal frei, denn in den Kreisligen geht bis auf wenige Ausnahmen nichts. Erst am Sonntag, den 3. Dezember, steht für den Spitzenreiter in der A-Liga das nächste Spiel an, wenn man beim SV Straelen II zu Gast ist. Der SVS steht mit 19 Punkten auf Rang zehn und hat schon sieben Niederlagen kassiert. „Für uns wird es dennoch ganz schwierig“, meint Ökce. „Straelen hat einen neuen, guten Trainer. Außerdem weiß man nie, wie die Mannschaft aussieht und ob aus der Ersten jemand herunterkommt. Straelen hat gute Kicker im Team.“ Anstoß der Partie ist um 14:14 Uhr. JAN ABEN