Aktuelles aus Kevelaer

DLRG-Jugend feierte Weihnachten

Kurz vor dem Heiligen Abend trafen sich rund 40 Kinder und Betreuer der DLRG-Ortsgruppe Kevelaer, um sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen. Bei Adventsmusik haben die Schwimmer kleine Kekshäuser gebaut und diese bunt verziert, sodass echte Kunstwerke entstanden. Außerdem wurden Schneemänner, Sterne, Tannenbäume und viele weitere Wintermotive gebastelt, mit denen das Zuhause im Anschluss stimmungsvoll dekoriert wurde.

Stadt verabschiedet langjährige Mitarbeiter in den Ruhestand

Kurz vor Weihnachten verabschiedete Bürgermeister Dr. Pichler die langjährigen Beschäftigten Claudia Pooch, Dipl.-Ing. Hans Günter Naß und den Standesbeamten Wilhelm Cleve in einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand.
Claudia Pooch scheidet am 31.12.2017 nach 40-jähriger Dienstzeit aus dem aktiven Dienst der Wallfahrtsstadt Kevelaer aus. Am 01.10.1977 wurde sie als Sachbearbeiterin für das Meldeamt, dem jetzigen Bürgerservice eingestellt, wo sie bis heute tätig ist. Die in Kevelaer geborene Claudia Pooch hat ihre Arbeit mit viel Sachverstand und fachlicher Kompetenz gemeistert. Vielen Bürgern ist sie durch ihre hilfsbereite und freundliche Art, z.B. beim Wohnungswechsel sowie der Beantragung von Personalausweisen und Reisepässen bekannt.
Hans Günter Naß blickt auf eine 37-jährige Tätigkeit im Dienst der Wallfahrtsstadt Kevelaer zurück. Am 01.03.1981 wurde der Dipl.-Ingenieur Naß als technischer Prüfer beim Rechnungsprüfungsamt eingestellt. Am 15.04.1997 erfolgte seine Umsetzung zu den Stadtwerken Kevelaer. Dort wurde er nicht zuletzt aufgrund seiner fachlichen Kompetenzen gleichzeitig zum technischen Leiter des Abwasserbetriebes bestellt. Nach der Zusammenlegung der Bereiche Wasser und Abwasser am 01.01.2009 ist der in Xanten-Lüttingen geborene Hans Günter Naß nun technischer Leiter für beide Bereiche der Stadtwerke. Durch seine vielfältigen Fachkenntnisse und großem Sachverstand trug er stets zum reibungslosen Ablauf aller technischen Vorgänge bei.
Am 01.08.1967 begann Wilhelm Cleve im Alter von 14 Jahren eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten bei der Stadt Geldern. Nach seiner Ausbildung wurde der in Geldern-Vernum geborene Wilhelm Cleve dort weiterbeschäftigt und 1977 schließlich in die Beamtenlaufbahn übernommen. Zwei Jahre später erfolgte seine Versetzung zu der Gemeinde Wachtendonk. Am 01.01.1980 wechselte Cleve zur Stadtverwaltung Kevelaer. Zunächst war er als Sachbearbeiter im Steueramt und Schul- und Sportamt tätig. Am 01.12.1992 wurde Cleve zum Standesamt versetzt und am 01.08.2008 erfolgte die Übertragung der Standesamtsleitung.
Seit dem 20.07.2015 leitet Wilhelm Cleve die neu eingerichtete Abteilung „Bürgerservice und Standesamt“. Wenige Aufgaben sind so verantwortungsvoll und nachhaltig wie die eines Standesbeamten. Wilhelm Cleve hat diese durch seine hilfsbereite und menschliche Art vorbildlich ausgeführt. Auch für die Standesbeamten im Kreis Kleve war er jahrzehntelang als Vertrauensmann tätig. Mit dem 01.02.2018 tritt Wilhelm Cleve nach 50-jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand.
Bei der offiziellen Verabschiedung nutzten Bürgermeister Dr. Pichler, Personalchef Werner Barz, Personalratsvoritzender Stefan Reudenbach und Stadtwerkeleiter Hans-Josef Thönnissen die Gelegenheit, der städtischen Mitarbeiterin und den beiden städtischen Mitarbeitern für die jahrzehntelange Tätigkeit bei der Wallfahrtsstadt Kevelaer Dank und Anerkennung auszusprechen.

Im Glauben vereint

Wenn Thomas Held über seinen Glauben spricht, dann wird er schnell grundsätzlich. „Wenn wir alle an Christus glauben, dann führt er uns zusammen“, bezieht das der 53-jährige Hostienbäcker auch auf das Kennenlernen seiner heutigen Frau Sabine. „Dann können wir voneinaner lernen und miteinander beten. Das ist mir und meiner Frau wichtig.“
Der in Stuttgart geborene Held wuchs in einem katholischen Haus als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Außenhandelssekretärin auf. Schon nach dem Abitur habe er „die Berufung in der Kirche gespürt.“
Er lernt seine erste Frau kennen, studiert ein Semester Theologie. Beide gehen für vier Jahre nach Frankreich in eine katholische Lebensgemeinschaft, die mit Armen zusammenlebt, und heiraten dort.
Später absolviert er eine Tischlerlehre, geht mit seiner Frau und zwei Kindern in ein Kloster bei Warendorf, wo sie diese Lebensgemeinschaft mit psychisch Kranken, Obdachlosen und Drogenabhängigen weiterführen. „Christliches Engagement war uns wichtig.“ Fünfzehn Jahre lang bleibt das Paar dort, zwei weitere Kinder kommen dazu. Als diese Gemeinschaft auf internationaler Ebene von den Gründern „gegen die Wand gefahren“ wird, orientiert sich das Ehepaar neu.
2007 nimmt Held an Exerzitien in Kevelaer teil, der damalige Wallfahrtsrektor Stefan Zekorn ist ein alter Freund. „Er fragte, ob wir mit unserem Projekt der Gläsernen Hostienbäckerei nach Kevelaer kommen wollen.“ Ein Jahr später schauen sie sich das Objekt in der Neustraße 28 an.
Das gute Verhältnis zur Bistumsleitung ermutigt die beiden, vom Land gibt es eine Bürgschaft – da stirbt seine Frau unvermittelt. „Da hab ich mich natürlich gefragt: Gehst Du durch die sich dir öffnende Tür als Selbstständiger und Witwer mit vier Kindern?“ Menschen um ihn herum bestärken ihn.
Trotz des Verlustes packt er die Aufgabe an, baut das Gebäude entsprechend um. „Die Hilfe der Nachbarschaft hier hat mich sehr gerührt und gestärkt“, sagt er heute. Er merkt, dass er sich am Niederrhein wohlfühlt, weil er wie die Menschen hier diese Offenheit hat.
Trotzdem spürt er, dass er so ein großes Projekt wie die Hostienbäckerei nicht alleine schaffen kann – und meldet sich auf einem katholischen Heiratsportal an, um eine Partnerin zu finden, die wie er im katholischen Glauben verankert ist. „Ich war keine gute Partie, hab‘ bescheiden gelebt mit Schulden an der Backe.“ Doch er findet mit Sabine Rollmann eine Frau, die er liebt und die zu ihm passt.
Die heute 51-jährige frühere Arzthelferin und Hauswirtschaftlerin aus der Nähe von Aschaffenburg war traditionell katholisch erzogen worden, als Tochter eines Schneiders und einer Hausfrau ein karges Leben gewohnt und hatte in diversen katholischen Gemeinschaften „lebendigen Glauben kennengelernt“ .
Als junges Mädchen wurde sie von Benedektinerinnen zur Hauswirtschafterin ausgebildet und ging in dieser Zeit zur Katholischen Hochschulgemeinde in Würzburg, erinnert sie sich lebhaft. Mit ihrem damaligen Mann – einem Zerspanungsmechaniker – hat sie vier Kinder. Doch die Ehe hält nicht. Da für Sabine Rollmann die Ehe nicht so einfach geschieden werden konnte, wendet sie sich an einen älteren Priester, der den kirchenrechtlichen Annulierungsprozess in der Diözese Würzburg einleiten lässt, noch bevor die Ehe zivilrechtlich geschieden worden ist. Normalerweise geht das umgekehrt. „Jesus ist gekommen, dass wir frei werden – auch von Bitterkeit und Verletzungen“, sagt die zierliche Frau heute dazu.
Als sie von Thomas auf dem Onlineportal liest, beeindruckt sie erstmal „die Art, wie er geschrieben hat, dass er mit Jesus durch das Leben geht.“ Da sie nicht den ersten Schritt machen möchte, vertraut sie ihr Anliegen Gott im Gebet an. „Und er hat sich gemeldet.“
Sie treffen sich mehrfach in Kevelaer und bei Aschaffenburg. Sie spürt sofort „eine Verbindung“ zu ihm und „dass er ein weites Herz hat.“ Dazu kommt, dass zwei der jeweils vier Kinder mit Benedikt und Johannes denselben Vornamen haben. Thomas Held war eigentlich gegen Patchwork. „Das kam für mich früher nach Häuser anzünden“, gibt er freimütig zu. „Gott hat halt auch Humor. Alles, was ich abgelehnt habe, ist mir zuteil geworden.“
Beide sind spirituell, aber unterschiedlich. „Sie ist eher marianisch, ich bin eher Christus-zentriert.“ Und beide betrachten den anderen in seiner Verschiedenheit als ein Geschenk und eine „positive Herausforderung“.
Am 29. Mai 2010 heiratet das Paar kirchlich, springt nach nur fünf Monaten des Kennens ins „kalte Wasser“ der Ehe. „Für uns beide war wichtig, dass Gott mit uns den Weg geht“, betont Thomas Held.Aber da seine Witwerrente für das neue, gemeinsame Leben notwendig war, musste es eine Lösung geben kirchlich heiraten zu können, ohne standesamtlich geheiratet zu haben.
„Dazu wird man von der Kirche von der Vorgabe dispensiert, zuerst standesamtlich heiraten zu müssen, bevor man kirchlich heiraten kann“, erläutert Held. Das ist seit 2009 in der katholischen Kirche für verwitwete Personen möglich. Dieser Schritt schließt ein, dass die standesamtliche Heirat nachgeholt wird, wenn sich die finanzielle Situation bessert.
In den vergangenen Jahren hat sich das Paar – obwohl zeitweise sechs Kinder mit ihnen zusammen­­gewohnt haben und so manche Krise zu überstehen war – trotz der Unterschiede gut aufeinander eingespielt. „Es ist außergewöhnlich, jemanden zu finden, mit dem man das Leben so teilt“, findet der 53-Jährige, dass beide in der Zeit „aneinander gewachsen“ seien.
Mittlerweile verdient das Paar über die Hostienbäckerei genug, um den standesamtlichen Schritt gehen zu können. „Das hat einen finanziellen Vorteil, ist zwar etwas unromantisch, aber hat Humor“, findet er. Die gegenseitige Absicherung und die Ordnung, die das Ganze mit sich bringe, seien auch wichtige Aspekte für das gemeinsame Leben.
Am 27. Dezember werden die beiden standesamtlich in Kevelaer heiraten. Sabine Rollmann freut sich, dass sieben der acht Kinder im Zuge der Weihnachtsfeierlichkeiten auch bei der Hochzeit dabei sein werden. „Das ist ein großes Geschenk, das rührt mich richtig“, ist sie sich mit ihrem Mann sicher, „dass es die Gemeinschaft in der Familie nochmal stärkt.“

Heiligabend bei EDEKA wie an umsatzstärksten Tagen

Die Diskussion über Sinn und Unsinn, ob Lebensmittelgeschäfte am Heiligabend und dann auch noch an einem Sonntag, geöffnet haben sollten, beantwortete die Firma EDEKA Brüggemeier für sich mit einem klaren „Ja“ und die Kunden zeigten ihre Einstellung mit massenhaftem Erscheinen.
Matthias Selders, Filialleiter in Kevelaer, und Stefan Brüggemeier, Juniorchef des Unternehmens, waren nach einem gemeinsamen Frühstück zusammen mit weiteren gut 30 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab 10.00 Uhr für die Kunden dienstbereit. In der Feldstraße standen zu diesem Zeitpunkt bereits die Einkaufswilligen von der Einlassschranke bis auf den Parkplatz und Stefan Brüggemeier hatte Mühe, die Menschenmasse bis zur offiziell und gesetzlich vorgeschriebenen Uhrzeit davon abzuhalten, bereits den Laden zu „stürmen“.
„Wir wollen die Nummer eins der Dienstleister vor Ort sein“, äußerte sich Brüggemeier und wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass alle Mitarbeiter die ihren Dienst versehen, dies zu 100 Prozent freiwillig machen. „Wir haben niemanden gedrängt und es muss auch niemand negative Auswirkungen befürchten, wenn er lieber frei haben wollte. Wir hatten so viele Mitarbeiter, sogar aus anderen Filialen, die mitarbeiten wollten, dass gar nicht alle eingesetzt werden konnten. Was die Kunden darüber denken, zeigt, dass wir alle sechs Kassen besetzt haben und der Parkplatz so voll ist, wie an unseren umsatzstärksten Tagen in der Woche.“
Auf die Frage, warum sie ausgerechnet am Heiligabend einkaufen gehen, gab es von den aus dem Supermarkt strömenden Menschen die unterschiedlichsten Gründe zu hören. „Ich arbeite sechs Tage in der Woche und bin platt, wenn ich zu Hause bin. Da habe ich keine Lust mehr zum Einkaufen.“ – „Ich habe Fleisch bestellt und wollte dies gern frisch abholen.“ Es gab allein 50 Vorbestellungen in der Metzgerei. Und Sylvia Sweeren-Birkhoff meinte: „Ich bin allein deshalb heute einkaufen gegangen, um zu zeigen, dass es längst Zeit ist, die Ladenöffnungszeiten freizugeben. Außerdem fand ich die Diskussionen im Vorfeld einfach nur grenzwertig, weil unsachlich. Ich finde es toll, dass so viele Mitarbeiter hier sind, und ich habe nur fröhliche und zufriedene Gesichter gesehen.“
Was auffiel, dass einige Menschen etwas abseits vor dem Eingang verweilten. Auf die Frage, ob sie schon eingekauft hätten oder noch in den Supermarkt wollten, gaben sie sich als reine Beobachter der Szene zu erkennen. Ein Herr meinte: „Selbst wenn ich etwas dringend brauchen würde, da würde ich mit Sicherheit heute nicht hineingehen. Ich gehe auch gleich wieder, ich war nur neugierig, was hier los ist und bin entsetzt. Wer es nicht geschafft hat, bis gestern einzukaufen, der sollte es heute auch lassen.“
Die Kunden und die Mitarbeiter, die den Heiligabend als Einkaufsmöglichkeit und Verkauf nutzten, machten alle einen entspannten und gut gelaunten Eindruck und überall hörte man die Wünsche zur friedlichen und frohen Weihnacht.
Jörg von der Höh

Lieder der Hoffnung und des Friedens

Gesungene Predigt von „Horizonte“ Foto: von der Höh


Es war ein kleines Jubiläum, denn die Musikgruppe „Horizonte“ veranstaltete zum zehnten Mal eine besinnliche Stunde im Advent, zum Zuhören und Mitsingen. Unter dem Leitsatz „Wenn die Nacht kommt“ spielten die Musiker in der Clemens-Kapelle zu Gunsten des Babyhospitals der Kinderhilfe Bethlehem.
Rund 400 Besucher nahmen an dem Abend in der ehemaligen Klosterkapelle teil, dabei waren, bis auf Kinder und Jugendliche, alle Altersgruppen vertreten.
„Wenn die Nacht zu einsam war und die Straße zu lang war und du denkst, dass Liebe nur für die Glücklichen und Starken ist, dann erinnere dich einfach, im Winter, weit unter dem bitteren Schnee, liegt ein Samen, der mit der Liebe der Sonne im Frühling zur Rose wird“, mit diesem Lied begann die „gesungene Predigt“ der Musikgruppe. Es waren „Lieder der Hoffnung und des Friedens im Namen der Menschheit“, die Anton (Tön) Koppers (Keyboard), Hubert Lemken (Gitarre, Gesang), Monika Hyna (Gesang), Susanne Rütten-Gietmann (Gesang), Andrea Waldmann (Gesang) und Dominik Lemken (Bass, Gesang) vortrugen und zu denen sie die Anwesenden zum Mitsingen einluden.
Die besinnliche Stimmung wurde einmal unterbrochen, als zur allgemeinen Erheiterung das Lied „Bethlehem“ von den Bläck Fööss gesungen wurde, in dem Jesus als „Lockeköppche em kleine Kreppche unger´em jroße Himmelszelt“ geboren wurde.
Texte zum Nachdenken in der adventlichen Zeit trug Pfarrer Michael Wolf zwischen den Liedern vor. In ihnen wurde Gott um Freude gebeten, um eine Freude, die Kreise zieht und Stumpfsinn verjagt. In ihnen wurde aufgezeigt, dass Weihnachten lebensnotwendig ist, weil uns Gott dort seinen Sohn schenkt, damit er Frieden und Versöhnung bringen kann. Er forderte auf, für traurige, verzweifelte, einsame, überforderte, unglückliche und alle Menschen, die Hilfe benötigen, ein Engel zu sein, ein Nächster, der sich dann darüber freuen soll, wenn jemand sagt: „Du bist ein Engel.“
Während der besinnlichen Stunde hätte man trotz der 400 Gäste eine Stecknadel fallen hören können; nach dem letzten Lied „Gloria in excelsis Deo“ brandete aber ein nicht enden wollender Applaus auf, der erst mit den Zugaben von „Halleluja“ (Leonard Cohen) und einem gesungenen irischen Segenswunsch endete: „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen!“
Schwester Hildegard und Schwester Marlies, die die besinnliche Stunde mit vorbereitet hatten, konnten nach der Auszählung der Spenden eine stolze Summe von € 2.180 an „Horizonte“ übergeben. Hubert Lemken freute sich, den großen Betrag an das Caritas Babyhospital in Bethlehem (www.kinderhilfe-bethlehem.de) überweisen zu können, dass jedes Kind unabhängig von Religion, Nationalität oder sozialem Status annimmt und so gewährleistet, dass alle Kinder einen gerechten Start ins Leben erfahren.
Eine exzellent vorgetragene, ergreifende und wahrhaft besinnliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest, bei der es von „Horizonte“ am Ende hieß: „Wir kommen nächstes Jahr am 23.12. um 17.00 Uhr wieder und wünschen euch/Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein gutes Jahr 2018.“
Jörg von der Höh

Besinnliche Stunde im Advent feierte ihren zehnten Geburtstag

Es war ein kleines Jubiläum, denn die Musikgruppe „Horizonte“ veranstaltete zum zehnten Mal eine besinnliche Stunde im Advent zum Zuhören und Mitsingen. Unter dem Leitsatz „Wenn die Nacht kommt“ spielten die Musiker in der vom Caritasverband Geldern-Kevelaer unterhaltenen Clemenskirche zugunsten des Babyhospitals der Kinderhilfe Bethlehem. Rund 400 Besucher nahmen an dem Abend in der ehemaligen Klosterkirche teil, dabei waren bis auf Kinder und Jugendliche alle Altersgruppen vertreten.
„Wenn die Nacht zu einsam war und die Straße zu lang war und du denkst, dass Liebe nur für die Glücklichen und Starken ist, dann erinnere dich einfach, im Winter, weit unter dem bitteren Schnee, liegt ein Samen, der mit der Liebe der Sonne im Frühling zur Rose wird.“ Mit diesem Lied begann die „gesungene Predigt“ der Musikgruppe. Es waren „Lieder der Hoffnung und des Friedens im Namen der Menschheit“, die Anton Koppers (Keyboard), Hubert Lemken (Gitarre, Gesang), Monika Hyna (Gesang), Susanne Rütten-Gietmann (Gesang), Andrea Waldmann (Gesang) und Dominik Lemken (Bass, Gesang) vortrugen und zu denen sie die Anwesenden zum Mitsingen einluden. Hierbei wurde die besinnliche Stimmung auch einmal unterbrochen, als zur allgemeinen Erheiterung das Lied „Bethlehem“ von den Bläck Fööss gesungen wurde, in dem Jesus als „Lockeköppche em kleine Kreppche unger´m jroße Himmelszelt“ geboren wurde.
Texte zum Nachdenken in der adventlichen Zeit trug Pfarrer Michael Wolf zwischen den Liedern vor. In ihnen wurde Gott um Freude gebeten, um eine Freude, die Kreise zieht und Stumpfsinn verjagt. In ihnen wurde aufgezeigt, dass Weihnachten lebensnotwendig ist, weil Gott dort den Menschen seinen Sohn schenkt, damit er Frieden und Versöhnung bringen kann. Und in ihnen schließlich wurde aufgefordert, für traurige, verzweifelte, einsame, überforderte, unglückliche und alle Menschen, die Hilfe benötigen, ein Engel zu sein, ein Nächster, der sich dann darüber freuen soll, wenn jemand sagt: „Du bist ein Engel.“
Während der besinnlichen Stunde hätte man trotz der 400 Gäste eine Stecknadel fallen hören können; nach dem letzten Lied „Gloria in excelsis Deo“ brandete aber ein nicht enden wollender Applaus auf, der erst mit den Zugaben von „Horizonte“ ‒ „Halleluja“ von Leonard Cohen und einem gesungenen irischen Segenswunsch ‒ endete: „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen!“
Schwester Hildegard und Schwester Marlies, die die besinnliche Stunde vorbereitend begleiteten, konnten nach der Auszählung der Spenden eine stolze Summe an „Horizonte“ übergeben. Hubert Lemken freut sich, 2180 Euro an das Caritas Babyhospital in Bethlehem (www.kinderhilfe-bethlehem.de) überweisen zu können, das jedes Kind unabhängig von Religion, Nationalität oder sozialem Status annimmt und so gewährleistet, dass alle Kinder einen gerechten Start ins Leben erfahren.
Kurzum: Es war eine exzellent vorgetragene, ergreifende und wahrhaft besinnliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest, bei der es von „Horizonte“ am Ende hieß: „Wir kommen nächstes Jahr am 23.12. um 17 Uhr wieder und euch/Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2018.“

Weihnachtliches Turmblasen hoch oben auf der Basilika

Auch in diesem Jahr werden am 1. Weihnachtstag gegen ca. 17.50 Uhr einige Musiker des Blasorchesters der Basilikamusik den Turm der Basilika besteigen, um auf dem großen Balkon, in ca. 35 Metern Höhe, ihre Instrumente erklingen zu lassen.
Diese wunderschöne Tradition begeistert immer wieder die Menschen, die sich dann auf dem Kapellenplatz einfinden, um sich von der weihnachtlichen Blasmusik verzaubern zu lassen.
Das Ensemble besteht in diesem Jahr aus Elmar Lehnen als Dirigent, Gabriel Lehnen und Raphael Bröcheler mit der Trompete, Rainer Rossmann mit der Tuba, Klaus Bückendorf und Georg Seegers mit der Posaune sein. Es werden 4 spezielle Turmbläserstücke und die Weihnachtslieder “Alle Jahre wieder”, “Süßer die Glocken nie klingen”, “O du fröhliche” und “Stille Nacht” zu hören sein.
Rudolf Beerden

Seit 40 Jahren steht hier der Mensch im Mittelpunkt

Kevelaer. Den Menschen Lebenshilfe geben, ihn in den Mittelpunkt stellen: Dieses Anliegen beherzigt und verfolgt die Lebenshilfe Gelderland seit 40 Jahren. „Diesen Auftrag möchten wir weiter erfüllen, dabei nie den Menschen aus dem Blick verlieren“, versichern Adelheid Ackermann, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Gelderland, und Günter Voß, Geschäftsführer der Lebenshilfe Gelderland, mit klaren Worten. Denn das Ziel der Lebenshilfe ist und bleibt, durch geeignete Hilfen die gesellschaftlichen Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen zu überwinden. Will heißen: Inklusion leben.
430 hauptamtliche Mitarbeiter
Neben der Herman-van-Veen-Stiftung gehört auch die Lebenshilfe Gelderland gemeinnützige GmbH zu den Begünstigten der diesjährigen Weihnachtsgala mit Karl Timmermann. „Wir freuen uns natürlich riesig über diese Summe“, bekräftigt die Vorstandsvorsitzende. „Die Spenden bleiben hier in Kevelaer und werden für die Errichtung einer neuen Wohngemeinschaft am Bahnhof eingesetzt“, fügt Günter Voß erklärend hinzu – ein weiteres Hilfsprojekt der Lebenshilfe Gelderland für Menschen in unserer Mitte.
Was aus einer Elterninitiative vor über vierzig Jahren entstanden ist, hat sich zu einem Erfolgsunternehmen entwickelt. „Heute beschäftigt die Lebenshilfe, die sich 2004 vom eingetragenen Verein zu einer gemeinnützigen GmbH umwandelte, 430 hauptamtliche Mitarbeiter“, bestätigt Günter Voß. Viel Mut bewiesen Eltern damals, als sie mit ihren geistig oder körperlich behinderten Kindern in die Öffentlichkeit gingen, sich nicht länger versteckten. „Das war damals gar nicht selbstverständlich“, erinnert sich Adelheid Ackermann.
Die Anliegen der Eltern waren mehr als verständlich. Sie wollten ihre Kinder nicht länger in einer psychiatrischen Anstalt oder in Heimen sehen. Eltern gründeten Selbsthilfegruppen, gestalteten gemeinsam ihre Freizeit, machten auf sich aufmerksam. Parallel dazu öffnete sich auch die Gesellschaft.
1977 gründet sich die Lebenshilfe für Behinderte Gelderland e.V.. Sie bietet Rechtsberatung für Eltern an, leistet Hilfestellung in allen Lebenslagen. „Da Eltern behinderter Kinder auch älter werden, wollten diese eine angemessene und würdige Unterbringung und Versorgung ihrer Kinder haben“, erklärt die Vorsitzende.
Neun Jahre nach der Gründung der Lebenshilfe ist es soweit: In Kevelaer auf der Holbeinstraße eröffnet die erste Wohngruppe. Zehn Männer und Frauen mit Behinderung gründen die erste Wohnfamilie der Lebenshilfe. Ein ebenfalls in der Wohnfamilie wohnendes Ehepaar betreut die Wohngemeinschaft. „Ein großer Erfolg“, erinnert sich Günter Voß, der seit 1992 Geschäftsführer der Lebenshilfe Gelderland ist.
Das Konzept geht auf
Das Konzept geht auf, spornt zu weiteren Aktivitäten an. Weitere Wohnfamilien im Südkreis Kleve werden eingerichtet, heilpädagogische Wohnstätten gegründet, Frühförderstellen und integrative Kindertageseinrichtungen eröffnet. „In diesen Einrichtungen legen wir sehr großen Wert auf heilpädagogische Leitungen und Fachpersonal, denn nur so kann Inklusion gelingen“, berichtet der Geschäftsführer.
1994 erweitert die Lebenshilfe ihr Angebot mit der Einrichtung des ambulanten Pflegedienstes, gründet zehn Jahre später den ambulanten Kinderpflegedienst „Abrahams Schoß“, unterstützt und begleitet Familien mit schwerstpflegebedürftigen Kindern.
2006 öffnet in Geldern der integrative Freizeittreff „Blue Point“ seine Pforten und bietet für Menschen mit und ohne Behinderung ein kunterbuntes Programm wie Basteln, Tanzen, Singen, Kochen, Gesprächskreise, erlebnisorientierte Ferienfreizeiten und Urlaube an.
Erst im vergangenen Jahr gründet die Lebenshilfe Gelderland eine Servicegesellschaft gGmbH. Hier am Gelderner Bahnhof erhalten Menschen mit und ohne Handicap im Servicebereich wie Kiosk und Bistro, im Fahrradparkhaus oder in der Fahrradwerkstatt und in der Garten- und Landschaftspflege einen unbefristeten Arbeitsplatz. „Sie verdienen sich ihren eigenen Unterhalt und damit eine unabhängige Lebensqualität. Das ist so wertvoll“, betont Günter Voß.
Wertvoll ist die gesamte Arbeit der ehrenamtlichen wie hauptberuflichen Mitarbeiter der Lebenshilfe Gelderland. Sie sind es, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Einbruch an der Friedenstraße

Am Freitag, 22.12.2017, zwischen 8.15 Uhr und 13.50 Uhr drangen bisher unbekannte Täter in ein freistehendes Einfamilienhaus auf der Friedenstraße ein. Sie öffneten gewaltsam ein Kellerfenster und drangen ins Wohngebäude ein. In den Wohnräumen durchsuchten sie mehrere Schränke und erbeuteten Schmuckstücke und Uhren. Es entstand ein Gesamtsachschaden in Höhe von 5.500 Euro.
Sachdienliche Hinweise erbittet die Polizei in Kevelaer unter Tel. 02832-9200.

Sportjugend bringt Jugend und Politiker ins Gespräch

Grundvoraussetzung für eine funktionierende und wehrhafte Demokratie in unserer Gesellschaft ist es, konsequent und klar die jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und sozialen Positionen zu vertreten. Trotz unterschiedlicher Meinungen muss dies in einer stets fairen und respektvollen Auseinandersetzung geschehen. Unter dem Hashtag „Demokratie und Respekt“ hat die Sportjugend des Landessportbunds Nordrhein-Westfalen eine Kampagne ins Leben gerufen, die sich negativen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen entgegenstellt (Populismus, Brexit, Menschenfeindlichkeit, Hatespeech, weniger Freiräume für Kinder und Jugendliche). Ein Mittel dabei ist es, Jugend und Politiker ins Gespräch zu bringen. Auch die Sportjugend des Kreises Kleve beteiligt sich an dieser Aktion und hatte deshalb Jugendliche und Politiker der Stadt Kevelaer zu einem Austausch eingeladen.
Malte Seidel und Christoph Kirstein, Mitarbeiter der Sportjugend im KreisSportBund Kleve e.V., waren mit Robin Pastoors (18 Jahre), Anna-Lena Janssen (14), Jessica Heek (14) und Dana Sabolčec (17) ins Rathaus nach Kevelaer gekommen. Dort warteten sie vergebens auf die 30 Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, die ihr Kommen zugesagt hatten. Erst kurz vor Beginn der Veranstaltung teilte die Schule mit, dass die Schüler beschlossen hätten, wegen des nahen Abiturs (im Frühjahr 2018) die Zeit lieber mit Lernen zu verbringen.
Gottfried Winkels von der Kevelaerer Bürgervereinigung (KBV) und Wolfgang Röhr vom Ortsverband Kevelaer, Bündnis 90/Die Grünen, waren zur ersten Phase des Nachmittags gekommen. Hier hätten die Jugendlichen die Chance gehabt, bei einem Crossboccia-Spiel die Politiker einmal so richtig ins Schwitzen zu bringen. Röhr kommentierte die Absage durch die Jugendlichen: „Menschen schreiben immer viel auf Facebook und haben dort eine Meinung. Nur wenn es um etwas geht, dann sind sie weg. Bei Informationsveranstaltungen interessieren sich immer die Gleichen. Auch bei Ehrenämtern kann man beobachten, dass oft viele mehrere Ämter übernehmen, weil sich sonst niemand findet.“
Nachdem Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Middeldorf und Udo Fischer (alle SPD) noch hinzugekommen waren, nutzten die vier Jungsportler die Möglichkeit, die sich die anderen hatten entgehen lassen. Es fand eine rege Diskussion zwischen Politikern und Jugendlichen statt. Hierbei wurde deutlich, dass Jugendliche, die an Politik und deren Mitgestaltung interessiert sind, sich nicht genügend informiert fühlen, wie sie sich einbringen können. Auch wurde klar, dass ihre Scheu sie abhält, weil sie denken, sie würden nicht genügend Wissen und Erfahrung einbringen können. Pichler griff dies auf und stellte fest: „Du bist in manchen Bereichen doch viel sachverständiger als manche Politiker. Zum Beispiel beim Schulausschuss zum Thema Unterricht und Schule, da würdest du doch aufgrund deiner Erfahrungen eine große Kernkompetenz mit einbringen können.“
Auch darüber, ob das Alter beim Wahlrecht herabgesetzt werden soll, wurde diskutiert. Während Malte Seidel der Meinung war, dass wegen der noch fehlenden Reife und Erfahrung vieler Jugendlicher das Wahlalter auf Bundesebene bei 18 Jahren und auf Kommunalebene bei 16 Jahren bleiben sollte, gab zum Beispiel Pichler zu bedenken, dass man auch darüber nachdenken könne, das Wahlalter an eine bestimmte Strafmündigkeit wie beim Strafrecht anzupassen (ab 14 Jahren Strafmündigkeit mit Jugendrecht, ab 18 Jahren volle Deliktfähigkeit mit Möglichkeit des Jugendrechts, ab 21 Jahren volle strafrechtliche Verantwortlichkeit als Erwachsener).
Dass es nicht nur für Jugendliche schwer ist, mit Politikern in Gespräch und Austausch zu kommen, zeigte die Tatsache, dass Seidel zwischenzeitlich die Politiker erinnern musste, wieder in den Dialog mit den Jugendlichen zu treten, statt nur untereinander zu diskutieren.
Die vier teilnehmenden Jugendlichen äußerten sich zum Abschluss sehr zufrieden über den Austausch mit den Politikern und luden dazu ein, Fan der Kampagne zu werden. Wer Fragen zur Initiative „#DEMOKRATIEundRESPEKT“ hat, interessiert an weiteren Informationen ist oder ein Antragsformular benötigt, soll einfach eine E-Mail schreiben: demokratieundrespekt@lsb.nrw.