Aktuelles aus Kevelaer

Erzbischof von Wien und Bischof Genn eröffnen die Kevelaerer Wallfahrtszeit 2016

Mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in drei Sprachen Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten „Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser“ öffnet der Erzbischof von Wien/Österreich, Christoph Kardinal Schönborn, am Sonntag, 1. Mai, unmittelbar vor dem um 10 Uhr beginnenden Pontifikalamt das Pilgerportal der Kevelaerer Marienbasilika. Der Erzbischof eröffnet damit symbolisch die Wallfahrtszeit in der Marienstadt, die in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Selig die Barmherzigen“ stehen wird. Begleitet wird der Kardinal durch den Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, der immer wieder gerne zu festlichen Anlässen in die Marienstadt kommt. Nach der Öffnung des Pilgerportals wird in der großen Wallfahrtskirche das festliche Pontifikalamt gefeiert. Chor und Orchester der Marienbasilika werden die Eucharistiefeier unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer mit Josef Rheinbergers C-Dur-Messe, op. 169, musikalisch gestalten.

Christoph Schönborn wurde im Januar 1945 im böhmischen Skalsko geboren. Im Herbst desselben Jahres musste die Familie nach Österreich fliehen. Nach seiner Schulausbildung in Schruns und Bludenz (Vorarlberg) trat Schönborn im Jahr 1963 in den Dominikanerorden ein. Nach Studien an den Ordenshochschulen in Walberberg, Le Saulchoir, Wien und Paris wurde er 1970 in Wien zum Priester geweiht. Bis 1974 folgten das theologische Lektorats- und Lizentiatsexamen sowie schließlich die Promotion in Paris. In den Jahren 1973-1975 wirkte Schönborn als Studentenseelsorger an der Grazer Hochschulgemeinde, dann in verschiedenen Aufgaben an der Universität Fribourg/Schweiz.

Zum Bischof geweiht wurde Christoph Schönborn am 29. September 1991 im Wiener Stephansdom als Weihbischof der Erzdiözese Wien, deren Leitung als Erzbischof er im September 1995 übernahm. Zum Kardinal kreiert wurde der Erzbischof im Februar 1998. Im Juni desselben Jahres wurde er Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, die er bis heute leitet.

Am Nachmittag des 1. Mai wird um 15 Uhr die erste Pilgerandacht der neuen Wallfahrtszeit in der Basilika gefeiert. Zum feierlichen Abschluss des ersten Wallfahrtstages des Jahres 2016 beginnt um 19.30 Uhr ein festliches Sonderkonzert in der Basilika. Es erklingt Claudio Monteverdis (1567-1643) berühmte „Vespro della Beata Vergine“ („Marienvesper“), ein Werk, das in historischer Verwandtschaft zur Begründung der Kevelaer-Wallfahrt entstanden ist. Es singen als Solisten Ulrike Hellermann und Evelyn Ziegler (Sopran) sowie Hans Jörg Mammel und Andreas Karasiak (Tenor). Es singt der Essener Kammerchor, es musizieren das Ensemble Exquisite Noyse und das Ensemble Philomusici, die Gesamtleitung hat Bernhard Schüth. Karten sind im Vorverkauf (21,00 Euro / Erwachsene; 5,00 Euro / Schüler) in der Buchhandlung Bercker, Kapellenplatz, erhältlich.

Auch in der Wallfahrtszeit 2016 wird es in Kevelaer täglich vier feste, von der Wallfahrtsleitung gestaltete Gottesdienste für alle Pilgergruppen geben: das feierliche Pilgeramt mit Predigt um 10 Uhr in der Basilika, die Pilgermesse um 11.30 Uhr in der Kerzenkapelle, die Pilgerandacht mit Predigt um 15 Uhr in der Basilika sowie das Marienlob um 18 Uhr in der Kerzenkapelle.

Pilgergruppen, die mit einem Priester zur Wallfahrt kommen, können nach Absprache mit der Wallfahrtsleitung auch künftig außerhalb dieser festen Zeiten eigene Gottesdienste in einer der Kevelaerer Kirchen feiern. Nähere Informationen erteilt die Wallfahrtsleitung im Priesterhaus, Kapellenplatz 35, 47623 Kevelaer, Tel.: 02832/93380, Fax: 02832/9338111, E-Mail: info@wallfahrt-kevelaer.de. Aktuelle Informationen rund um die Wallfahrt finden sich in den Sprachen Deutsch, Niederländisch und Englisch unter www.wallfahrt-kevelaer.de.

Integration bedeutet auch Arbeit

Die Unternehmervereinigung Kevelaer hatte zu einem Informationsabend ins Hotel „Zur Brücke“ an der Bahnstraße eingeladen. „Ich hätte mir gewünscht, es wären mehr gekommen“, meinte Gregor Janßen von der UVK, der den Abend maßgeblich mitgestaltet hatte. Unter den 16 Anwesenden im Hotel „Zur Brücke“ an der Bahnstraße waren nur gut die Hälfte Unternehmer gekommen, die sich dafür aber sehr ernsthaft und engagiert mit der Thematik „Flüchtlinge“ beschäftigten, wie die Debatte zeigen sollte. Dazu kamen zwei Vertreterinnen der Caritas Kevelaer-Weeze mit zwei Flüchtlingen, Georg Joosten vom Jobcenter der Stadt und die beiden Protagonisten des Abends: Christian Parnitzke, Teamleiter Integration Points der Agentur für Arbeit Wesel, und Martin Nowak, Vermittler Arbeitgeberservice am Integration Point Kleve.

Es sei wichtig, dass sich auch die Unternehmerschaft mit der Flüchtlingsfrage auseinandersetze, „um zu entscheiden, Flüchtlinge, die hier gestrandet sind, einzustellen“, warb Rudi Beerden in seiner Eigenschaft als einer der UVK-Sprecher für die „Riesenchance“, die das Potenzial an fähigen Menschen biete.

Es gebe sicher viele nicht bekannte Regeln für Flüchtlinge, was die Einstellung anbetrifft, und „viele Stadien zu durchlaufen“, die eine Einstellung erschweren könnten, erläuterte Gregor Janßen. Deshalb wolle man in die gesetzlichen Rahmenbedingungen einführen, wie Flüchtlinge auf welchem Weg in Beschäftigung zu bringen sind.

Diese recht komplexe Aufgabe übernahmen in der folgenden Stunde Christian Parnitzke und Martin Nowak. „Die, die kommen, sind sehr motiviert, zuverlässig und pünktlich“, unterstrich Paritzke die bislang guten Erfahrungen mit den vermittelten Personen. Asylbewerber, geduldete Personen – oder der Arbeitgeber mit Vollmacht des Bewerbers – könnten mit Aufenthaltsdokument, Arbeitsvertrag und Stellenbeschreibung einen Antrag auf Erlaubnis zur Beschäftigung bei der zuständigen Ausländerbehörde stellen.

Die hole die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein. Die BA nehme abhängig von der Aufenthaltsdauer in Deutschland eine Arbeitsmarkt- und Vorrangprüfung vor, ob die Stelle nicht deutsche oder europäische Arbeitnehmer wahrnehmen könnten. „In der Regel sollte die Erlaubnis in drei bis vier Wochen da sein. je nachdem, wieviel die Behörde zu tun hat“, so die Einschätzung der Experten.

Was eine Ausbildung betrifft, könnten Asylbewerber frühestens ab dem vierten Monat nach der Registrierung eine betriebliche Ausbildung beginnen, Geduldete direkt eine Ausbildung anfangen. Für den konkreten Ausbildungsplatz sei die Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde einzuholen. „Wenn man aus einem sicheren Herkunftsland kommt, gibt es keine Erlaubnis“, so Parnitzke. Dazu gebe es in den Papieren einen entsprechenden Vermerk, ergänzte Gregor Joosten vom Job Center Kevelaer.

„Oft gibt es eine Duldung für drei Monate, so dass man sich fragt: Was ist im vierten Monat?“, sprach Martin Nowak konkrete Alltagsfälle an. Da gebe es keine klare Vorgabe und man müsse mit der Ausländerbehörde reden. Dann sei auch eine Ausbildung über sechs Monate oder ein Jahr möglich.

„Sie dürfen aber generell nicht zu ungünstigeren Arbeitsbedingungen beschäftigt werden als vergleichbare inländische Arbeitnehmer“, so Parnitzke. Zeitarbeit sei frühestens nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland möglich. Auch für Minijobs brauche man die Erlaubnis zur Beschäftigung von der Ausländerbehörde, Montagearbeiten sind anzugeben.

Eine ganz konkrete Liste mit der jeweiligen Qualifikation der Bewerber gebe es nicht, wohl aber die Daten von gut 130 bis 150 Personen, die stetig wachse, ging Nowak auf Nachfragen ein. Man schaue dann, was gehe. „Aber die bringen natürlich ihr Schippchen mit“, verdeutlichte er die Probleme, die diese traumatisierten Menschen auch haben.

Interessiert diskutiert wurden auch die Möglichkeiten von Hospitanzen, die behördlich ohne Genehmigung gehen und dazu dienen können, den Flüchtling kennen zu lernen, und von Praktika, bei denen Ausländerbehörde und BA ihr Okay geben müssen – und Mindestlohnpflicht besteht. Dazu kam noch die Frage nach Möglichkeiten für berufsbegleitende Sprachangebote und verschiedener Fördermöglichkeiten.

Anschließend berichtete Daniel Hennig, kaufmännischer Leiter der Herbrand GmbH in Kevelaer, von den Erfahrungen des Unternehmens mit der Berufsausbildung dreier junger somalischer Flüchtlinge seit August letzten Jahres. „Wir sahen uns in der Verantwortung“, man sei mit den neuen Mitarbeiterm im Werkstattservice, im Bereich IT und der Verwaltung sehr zufrieden. „Das Wichtigste ist, dass man einen Fuß in die Tür und Kontakt bekommt, das ist Integration“, hob er die „fantastische Arbeit“ der Ehrenamtler hervor, über die man eine pensionierte Lehrerin für Deutschkurse gewinnen konnte. „Man braucht Zeit und Vertrauen. Dafür muss man investieren.“

Der Impuls bei den Unternehmern war jedenfalls gesetzt. „Ich würde das gerne mal mit einem in Ausbildung ausprobieren“, meinte Ludwig Beckers von ABS-Safety. Sebastian Görtz, Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebs, hat seit dem 1. März einen Flüchtling aus Guinea angestellt. „Freundlich, pünktlich, leistungsbereit, war für meine Firma positiv“, lautete sein Fazit. „Ich kann jedem nur raten, das zu tun.“ Alexander Florié-Albrecht

“Old Mill Veteranen”-Party

Auf dem „Red Carpet“ erwarteten am Samstag die „Old Mill Veteranen“ ihre Gäste. Erlesen war der Kreis, mit immerhin fast 400 Fans der ehemaligen Kevelaerer Disco – und das, obwohl es  für die Organisatoren Kriterien gab, welche die Gäste zu erfüllen hatten. „Über 40 Jahre alt und mindestens einmal in der Mühle“, erklären die Veteranen,  müssen die Gäste gewesen sein.

Das KB war live dabei und hat in Zusammenarbeit mit Fotograf Gerry Seybert die Gäste auf dem roten Teppich willkommen geheißen.

Hier geht es zu den Fotos. Die Bilder können auch digital oder als Abzüge gekauft werden.

27. Kevelaerer Oldtimer-Ausfahrt rollt am 25. Juni über den Niederrhein:

  1. Kevelaerer Oldtimer-Ausfahrt rollt am 25. Juni über den Niederrhein:

 Echte „Schönheiten“ aus vergangener Zeit begeistern Zuschauer

Kevelaer – Am Samstag, 25. Juni 2016, ist es wieder soweit: Das Kevelaer Marketing schickt etwa hundert „historische Schönheiten“ auf die große Niederrhein-Tour. Auch in diesem Jahr vergibt das Kevelaer Marketing erneut einige wenige der begehrten, sogenannten „Wildcards“. Mit diesen Wildcards wird es Oldtimer-Besitzern ermöglicht, mit ihren „jungen Hüpfern“ unter den „alten Schätzen“ regulär an der 27. Kevelaerer Oldtimer-Ausfahrt teilzunehmen. Die Teilnehmer aus nah und fern werden an diesem Tag die besonderen Reize der Region kennen lernen und einige „knifflige“ Aufgaben, die sich das Team des Kevelaer Marketing ausgedacht hat, lösen. Nach einem gemeinsamen Frühstück fällt um 10.00 Uhr der Startschuss für die Niederrhein-Ausfahrt auf dem Peter-Plümpe-Platz. Die Route führt die Oldtimer-Liebhaber über die schönsten Strecken des Niederrheins zu einem Mittagsstopp nach Xanten, wo sich die Fahrer mit einem Mittagessen für die weiteren Aufgaben der Ausfahrt stärken können. Zum traditionellen Nachmittagskaffee in Uedem an der Hohen Mühle treffen sich die Chauffeure und Beifahrer der „Oldies but Goldies“ erneut. Insbesondere dann können die Freunde von Lack und Chrom mit den Besitzern der automobilen Hingucker ein wenig „fachsimpeln“, bevor es am Nachmittag zur Siegerehrung wieder zurück nach Kevelaer geht. Dort können sich die Besucher des zeitgleich stattfindenden europäischen Spezialitätenmarktes „Fiesta Europa“ über einen Augen- und Ohrenschmaus gleichzeitig freuen. „Hier ist für jeden ‚Spezialitäten-Liebhaber‘ etwas dabei“, so Bernd Pool, Leiter Stadtmarketing.

Interessierte, die an der Oldtimer-Ausfahrt teilnehmen wollen, können sich beim Kevelaer Marketing im Rathaus der Stadt Kevelaer, Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer, Tel.-Nr.: 02832 / 122 – 988, melden

Kevelaerer SV spielt unentschieden

Im Auswärtsspiel beim SV Lüllingen musste sich der Kevelaerer SV nach zwei Rückständen mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben. Trotz teilweise drückender Überlegenheit und einem hohen Spielanteil fehlte dem KSV unter der Leitung von Trainer Ferhat Ökze die offensive Durchschlagskraft, sodass am Ende nur ein enttäuschender Punkt heraussprang.

„Wir haben gemacht, getan und alles versucht, am Ende haben wir uns aber nicht belohnt“, sagte ein enttäuschter Ökze. Nach rund 20 Minuten war seine Mannschaft das erste Mal in Rückstand geraten, nachdem die Kevelaerer Hintermannschaft einen langen Ball der Gastgeber aus Lüllingen unterlaufen hatte. Doch nur rund zehn Minuten später war es Fabian Smets, der nach einem klaren Elfmeter vom Punkt treffen konnte.

In der zweiten Halbzeit hatte der KSV das Spiel erneut im Griff, kassierte aber erneut den Gegentreffer zum 2:1 – nach einer Standardsituation hatten die Lüllinger keine große Mühe (73.). Wenige Minuten vor Schluss rettete dann ein erneut verwandelter Strafstoß von Smets immerhin einen Punkt gegen den Tabellensiebten aus Lüllingen. „Ich bin sehr enttäuscht. Das darf uns nicht passieren, wir haben einen anderen Anspruch“, so Ökze.

Das nächste Heimspiel des KSV verspricht am Sonntagmittag im Hülsparkstadion einen Kracher, dann ist nämlich der Tabellenzweite SV Arminia Kapellen-Hamb zu Gast. „Wir wollten in Lüllingen eigentlich Selbstvertrauen tanken. Jetzt müssen wir uns wieder auf unsere Stärken besinnen, Kapellen ist eine andere Hausnummer. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben und müssen unsere Chancen auch mal nutzen“, meint Ökze vor dem Topspiel. Jan Aben

KB Live rollt den roten Teppich aus

Heute Abend startet die 5. Old Mill Veteranen Party. Ab 20h feiern die Freunde der ehemaligen Kevelaerer Diskothek “Old Mill” ihre Party. Mit 450 Teilnehmern ist die Veranstaltung ausverkauft und stellt einen neuen Rekord dar.

Das Kevelaerer Blatt wird wieder über die Partynacht berichten und den roten Teppich ausrollen. Unser Fotograf Gerhard (Gerry) Seybert wird alle Partygäste auf dem roten Teppich begrüßen und natürlich fotografieren. Die gesamte Fotoserie steht dann später unter https://www.kevelaerer-blatt.de/bildergalerien/ zum Download bereit.

Liesel Borman erhält das Bundesverdienstkreuz

„Frau Liesel Borman hat im Bereich der Rechtspflege und im sozialen Bereich besondere und auszeichnungswürdige Verdienste erworben“,  so begründete Bundespräsident Joachim Gauck am 19.12.2015 die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die engagierte Kevelaererin (das KB berichtete). Jetzt erfolgte im Rahmen einer Feierstunde in Anwesenheit des Bürgermeisters Dr. Dominik Pichler, Familienangehöriger und zahlreicher Freunde die Übergabe des Ordens durch Landrat Wolfgang Spreen im kleinen Ratssaal.

Spreen wollte sich als Bote des Bundespräsidenten verstanden wissen und zitierte deshalb aus der Laudatio des obersten Repräsentanten der Bundesrepublik. Dieser hob besonders hervor, dass Frau Borman durch ihr Wirken sich der Sorgen und Nöte von Mitmenschen angenommen und durch ihre Tätigkeit in der Rechtspflege zum sozialen Frieden beigetragen habe. Spreen sprach im Namen der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Kleve die herzlichsten Glückwünsche aus.

„Ich spreche nur Sie, Frau Borman an, weil Sie heute im Mittelpunkt stehen und alle anderen im Raum nur Dekoration sind“, stellte Bürgermeister Pichler in seinem Grußwort erst einmal die Verhältnisse im Raum klar. Er erinnerte sich an eine Begegnung mit Liesel Borman schon vor seiner Zeit als Bürgermeister, als er vor einigen Jahren als Verteidiger an einem Schiedsfall mitgewirkt hat, den sie zu verhandeln hatte. Auch kenne er sie aus vielen Begegnungen im Rat und in den Ausschüssen der Stadt. Deshalb fiele es ihm umso leichter, zu der Ehrung im Namen aller Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gratulieren. „Und“, fügte er lächelnd hinzu, „es ist mir ein Vergnügen, mit Ihnen ab und zu ein wenig Hessisch zu babbelen, denn das verbindet unsere gemeinsame Geschichte auch.“

Schamanen – Jäger und Heiler Sibiriens

Kevelaer. Schamanen – sie rufen Hilfe aus einer anderen Welt herbei, um Körper und Geist ihrer Mitmenschen zu heilen. Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, das Neanderthal Museum und das Niederrheinische Museum Kevelaer entführen sie in der gemeinsam konzipierten Ausstellung nach Sibirien, um den Lebensweg eines Schamanen zu verfolgen. Präsentiert werden einzigartige Exponate aus der Sammlung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Es handelt sich um Alltags- und Ritualgegenstände der Ethnien Korjaken, Nanai und Čukčen aus dem circumpolaren Raum. Die Sibirien-Sammlung wurde in den 1880er Jahren zusammengetragen und ist Teil der Sammlung Gabriel von Max, welche sich seit 1917 in Mannheim befindet.

Heilkundige, Wahrsager, Scharlatane, Ratgeber, Besessene, Geisteskranke, Verkünder, Magier und Seelenführer – das sind einige unserer Assoziationen zu Schamanen. Bei
sibirischen Völkern gelten Schamanen als besondere Personen, Mittler zur Geisterwelt
und Ratgeber der Menschen. Sie begeben sich mit Unterstützung tiergestaltiger Hilfsgeister in Trance auf eine Reise in andere Welten und kommunizieren dort mit den übernatürlichen Mächten, um das Gleichgewicht zwischen Mensch, Natur und Geisterwelt wiederherzustellen. Schamanistische Elemente sind in der ganzen Welt zu finden. Bei den indigenen Völkern Sibiriens ist die religiös-magische Weltsicht des Schamanismus besonders tief verwurzelt und bis heute verbreitet. Die extreme Natur fordert die Menschen heraus. Um überleben zu können, suchen sie den Dialog mit ihr.

Die Ausstellung erzählt den Lebenslauf eines Schamanen von der Geburt bis zu seinem Wirken als Heiler. Bis zu seiner Berufung war das Alltagsleben des Schamanen in der
subarktischen Umwelt von der Jagd geprägt. Wir sehen seine Wiege und Kinderkleidung. Später, als Jäger nutzte er Pfeil und Bogen, Fallen, Harpunen und mehr. Kleidung, Alltagsgegenstände, Werkzeuge und Waffen wurden aus den Materialien hergestellt, die die Tundra hergab, wie Holz, Birkenrinde und Leder. Fischhaut diente für wetterfeste Kleidung. Nach seiner Berufung übernimmt der Schamane eine große Verantwortung für die Gruppe. Er wird Heilkundiger, Wahrsager, führt Opferzeremonien durch, ist Seelenführer, Dichter und Sänger, Kenner der alten Epen und geht in Trance auf Schamanenreise. Zentrale Objekte der Ausstellung sind eindrucksvolle Schamanenaccessoires wie Hut, Amulette, Kultfiguren und Heilpflanzen. Audiotexte begleiten die Exponate.

Die Präsentation geht auch auf Spurensuche nach Schamanen in der europäischen Eiszeitkunst. Die ältesten geschnitzten Tierfiguren ähneln den schamanischen Tierfiguren aus Elfenbein sehr. Sind sie vielleicht wie auch Motive der berühmten Höhlenmalereien Belege für einen eiszeitlichen Schamanismus? Die Ausstellung zeigt abschließend, wie der Schamanismus weltweit und auch in Deutschland bis heute fortlebt.

Niederrheinisches Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte e.V.
Hauptstr. 18, 47623 Kevelaer
Tel. 02832 95410
E-Mail: info@niederrheinisches-museum-kevelaer.de
www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 10.00 – 17.00 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene 3,00 €
Kinder 2,00 €
Familienkarte 7,00 €

Niederlage gegen den Tabellenführer

Im Heimspiel gegen den Tabellenführer SC Blau-Weiß Auwel-Holt eine 2:4-Niederlage hinnehmen müssen und in einer hart umkämpften Partie mindestens zwei Punkte verschenkt. Bereits in der ersten Halbzeit hätte die Mannschaft von Ferhat Ökze nach drückender Überlegenheit den Sack zumachen müssen – stattdessen gingen die Punkte an die Gäste.

„Wenn man in der ersten Halbzeit vier Tore schießt, geht das in Ordnung und wir gewinnen das Spiel“, meinte auch Kevelaers Trainer Ökze zur vergebenen Möglichkeit zum dreifachen Punktgewinn. Bereits nach zehn Minuten hätte Kevelaer durch zwei Aktionen von David Brinkhaus mit 2:0 führen können, doch zunächst scheiterte der Mittelfeldakteur aus 20 Metern per Freistoß am Innenpfosten. Nur drei Minuten darauf vergab Brinkhaus dann nach Foul an Marc Swaghoven einen Strafstoß.

Stattdessen nutzten die Gäste aus Auwel-Holt gleich ihre erste Möglichkeit zur 1:0-Führung, nachdem sie einen Konter über die linke Seite mustergültig abschlossen (16.). Eine Viertelstunde lang probierte der KSV alles, ehe sich Jan Niklas Flintrop vom linken Strafraumeck ein Herz nahm und sehenswert in die lange Ecke verwandelte (33.). Nur drei Minuten später ließ dann David Brinkhaus all seine aufgestaute Wut hinaus und nagelte einen abgeblockten Ball aus 20 Metern unter die Latte – 2:1 für den KSV.

„Die Führung war absolut verdient“, meinte Ökze. „Leider haben wir das Spiel dann in Halbzeit zwei noch aus der Hand gegeben.“ Nach gut einer Stunde Spielzeit kamen die Blau-Weißen zum Ausgleich, nur neun Minuten später gelang dann die Führung. Das 2:4 in der 90. Spielminute war Nebensache, der KSV hatte noch einmal alles nach vorne geworfen. „Auwel-Holt macht das ganze natürlich abgezockt. Wir mussten leider auch unsere Viererkette verletzungsbedingt auflösen“, so Ökze. Innenverteidiger Dennis Hermens musste nach dem 2:3 mit Verdacht auf eine ernstere Muskelverletzung am Oberschenkel ausgewechselt werden. Sein Ausfall wäre für den KSV extrem bitter.

Ferhat Ökze zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht, machte aber auf den Zwei-Jahres-Plan des KSV aufmerksam: „Die Zielsetzung ist weiterhin, sich langfristig stabil aufzustellen. Wir greifen im nächsten Jahr erneut an und sind weiterhin auf einem guten Weg.“

Würzburger Weihbischof Ulrich Boom predigt über die Barmherzigkeit

Kevelaer. Es war der damalige Papst Johannes Paul II., der den Sonntag nach Ostern
als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit eingeführt hatte. In der Kevelaerer Marienbasilika
wurde dieser Tag am 3. April mit einem Pontifikalamt gefeiert, zu dem der Würzburger
Weihbischof Ulrich Boom an den Niederrhein gekommen war. Boom ist, wie Domkapitular
Rolf Lohmann bei der der Begrüßung erklärte, Beauftragter der Bischofskonferenz für das
Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus für das aktuelle Kirchenjahr ausgerufen hat. Er
sei, sagte der aus Alstätte bei Ahaus stammende Weihbischof, schon als Kind regelmäßig
nach Kevelaer gekommen und verbinde viele Erinnerungen mit dem Wallfahrtsort. So nahm
sich Boom nach der Messe einige Minuten Zeit für ein stilles Gebet am Gnadenbild.

In seiner Predigt betonte Weihbischof Boom die Bedeutung der Barmherzigkeit Gottes. Dazu
ging er auf das Evangelium ein, das von dem Apostel Thomas berichtet. Dieser hatte zunächst an der Auferstehung Jesu gezweifelt und wollte erst die Wunden des Gekreuzigten berühren. „Thomas ist eine sympathische Gestalt, in ihm können wir uns mit all unseren Zweifeln wiederfinden“, sagte Boom über die letzte Erzählung aus dem Johannes-Evangelium: „Das Evangelium schließt mit einer Geschichte, die vom Zweifel des Menschen erzählt.“ Indem Jesus Christus ihn die Wunden berühren lässt, erfahre Thomas, dass er von Gott geliebt und angenommen sei mit seinen Zweifeln.

Damals wie heute habe gegolten, dass durch Jesus Christus das Licht in die Welt gekommen
sei. Das sei auch für Johannes Paul II. der Grund gewesen, im Jahr 2000 den Barmherzigkeitssonntag einzuführen. Boom erinnerte an die Biographie des Polen, der während des Krieges im Arbeitslager unter deutscher Besatzung im Gebet Kraft und die Gewissheit gewonnen habe, dass der barmherzige Gott den Menschen nahe ist. „Das wollte Johannes Paul der Welt als Zuspruch und Ermunterung für den Weg in ein neues Jahrtausend geben“, erklärte der Würzburger Weihbischof. Und gerade im aktuellen Jahr der Barmherzigkeit gehe es darum, sich von Gottes Barmherzigkeit berühren zu lassen. Das verband Boom mit einer Aufforderung: „Auch wir sollen den Nächsten Barmherzigkeit erfahren lassen durch die Werke der Barmherzigkeit.“ Dazu zählt etwa, Hungernde zu speisen, Nackte zu kleiden, Fremde zu beherbergen und Kranke zu besuchen.

Zum Schluss nahm der Weihbischof Bezug auf die „Trösterin der Betrübten“, als die Maria in
Kevelaer verehrt wird. „Gibt es einen größeren Trost“, fragte Boom, „als zu wissen, dass man
angenommen ist mit all seinen Zweifeln und Fehlern des Lebens? Lassen wir uns von Maria
an die Hand nehmen um zu dem zu kommen, der uns grenzenlos liebt.“