Aktuelles aus Kevelaer

Manfred Schax läuft am Sonntag seinen 15. Kevelaer-Marathon

„Ich musste erst mal noch einen Glühwein trinken“, zeigte sich Manfred Schax beim Silvesterlauf am vergangenen Sonntag in Kervenheim entspannt. Mit einem Kollegen war der 50-Jährige von Winnekendonk aus losgelaufen, hatte fünf Runden à 2,1 Kilometer absolviert, lief die Strecke nach Hause aber erst ein paar Minuten später zurück. „Das war mein drittes Mal hier – war ein entspannter Vorlauf für Kevelaer am Sonntag. Ich kann nur jedem empfehlen, hier mitzulaufen“, lobte er die Atmosphäre.
„Ich bin immer Mittelstrecke gelaufen, konnte nie Ball werfen und Sprint war nie mein Ding“, erzählt Schax beim Rückblick auf seine Schulzeit. Der gebürtige Kevelaerer, der im Alter von drei Jahren mit der Familie nach Winnekendonk zog, erinnerte sich gern an die Schulvergleichskämpfe, bei denen er immer die 800 und 1000 Meter laufen durfte. „Mittelstreckenläufer hieß das damals.“
Im Rahmen seiner ersten Ausbildung – bei der Deutschen Bahn in Leverkusen-Opladen – kam er „richtig zum Laufen“. Er war in einem Jugenddorf untergebracht. Als Alternative zu Langeweile und Feten feiern läuft Schax damals die drei Kilometer zum nahegelegenen Sportplatz, um dort seine 25 Runden zu drehen. „Da hatte ich dann eineinhalb Stunden Beschäftigung und ich war der einzige dort.“
Die Ausbildung führte er allerdings nicht zu Ende, ließ sich in Kleve zum Altenpfleger ausbilden. „Da bin ich dann weniger gelaufen, ein- bis zweimal die Woche. Ich habe mehr Fußball gespielt.“ Er kickte in der dritten Seniorenmannschaft von Viktoria Winnekendonk, aushilfsweise auch mal in der Zweiten. „Ich war aber kein Filigrantechniker“, gesteht er ein. „Aber als Läufer konnte man als Bewacher des Spielmachers was bewegen. Wenn man den bei der Ballannahme störte, war das auch schon was.“ Sein beruflicher Weg führte ihn ins Krankenhaus nach Du­isburg-Huckingen. Dort wollten Kollegen ihren ersten Duisburg-Marathon laufen und sprachen ihn an. Und so begann er mit 35 Jahren, Marathon zu laufen.
Ausgestattet mit einem Trainingshandbuch des früheren Leichtathleten Herbert Steffny, bereitete er sich vier Monate vor, ehe er im Oktober 2001 die Strecke erstmals in Köln lief. „Da sind relativ enge Gässchen, da konnte man nebeneinander kaum laufen. Bei Kilometer 16 mussten wir einen Stopp machen. Da hab ich wohl gemerkt, dass es nicht so einfach war.“
Aber auch ohne großen Ehrgeiz bewältigte er die Strecke in 3:29:45 Stunden – danach wartete er erstmal eine Woche ab, „wie es einem dann geht.“ Er verpackte das Ganze ganz gut. Sein zweiter Lauf war der „Honigkuchen“-Marathon in der Schravelener Heide in Kevelaer. „Da habe ich mir gesagt: „Jetzt laufe ich regelmäßig Marathon.“
Viermal startete er seitdem zum Marathon in Berlin, einmal in Paris und auf zahlreichen deutschen Groß­events wie München oder Frankfurt. Die meisten Läufe absolvierte er aber in Duisburg und Kevelaer, wo er 2017 jeweils zum 15. Mal an den Start gehen wird.
Nach der Arbeit läuft er regelmäßig bis zu einer Stunde – und regelmäßig sechs bis sieben Mal die Woche. „Es gibt nix Besseres, bei dem man den Kopf frei kriegt und entspannt als das Laufen“, sagt er und hat offensichtlich einen wunderbaren Ausgleich zur Arbeit gefunden.
„Das sind alles Erholungsläufe“, sagt er und nimmt dabei keine Uhr zum Stoppen von Zeiten mit, läuft einfach mal sieben, mal zehn Kilometer nach Lust und Laune Richtung Schravelen, nach Wetten, Kervenheim oder Sonsbeck. „Die Nachbarn haben schon gefrozzelt: Der läuft von zu Hause weg.“
Die Familie nimmt sein zeitintensives Hobby gelassen. „Die wissen, dass wir gut klar kommen miteinander, wenn sie mich laufen lassen“, meint er. Seine Frau Eva begleitet ihn zu manchen Wettkämpfen. Die beiden Kinder – Tochter Elena und Sohn Christian – haben sich noch nicht richtig mit dem Laufvirus „infizieren“ lassen. „Sie können manchmal sportliche Aktivitäten entwickeln. Er läuft ab und an, ist aber kein Wettkampftyp.“
Seit Jahren trainiert Manfred Schax mit dem Winnekendonker Lauftreff. „Wir laufen da Dienstag und Freitag je nach Wetter und wer Lust hat – das ist immer Spaß für uns.“ Gemeinsam mit der Truppe nimmt er am Weezer Staffellauf teil oder ist beim Golddorflauf vor der eigenen Haustür, der in diesem Jahr am 8. April stattfindet, dabei.
Den Lauf in Kevelaer schätzt er aus mehreren Gründen – einmal weil er viele der Organisatoren persönlich kennt. „Und er ist natürlich optimal, weil es ein kleiner Lauf direkt um die Ecke ist.“
An die ersten zehn Jahre des Laufs an der Jugendherberge Schravelener Heide erinnert er sich aufgrund der „schönen Atmosphäre“ gerne. Damals ging es an der Reithalle vorbei mit einem eigenen „Fanclub“ der Viktoria zum Anfeuern.
Angenehm sei dort immer gewesen, dass man auf dem Michelsweg auch als Zurückliegender immer wieder die Laufkameraden in der Runde sehen und sich gegenseitig motivieren konnte, erinnert er sich. Das sei auf dem jetzigen Kurs am DJK-Sportpark in Twisteden ähnlich. „Da läuft man die letzten 400, 600 Meter der Strecke auch aneinander vorbei.“ Das werde aber diesmal wohl nicht so sein, denn er sei wahrscheinlich der einzige aus dem Lauftreff, der mit von der Partie sein wird.
Für den Sonntag hofft Schax auf trockenes Wetter. „Acht Grad und wolkig wie angekündigt wären in Ordnung“, so der passionierte Sportler. Podestplätze sind ihm egal. „Normal anzukommen“ ist das Ziel. Sein langfristiges Ziel lautet: „Lauf-gesund bleiben – und bis 55 vielleicht nochmal sowas wie 3:10 oder 3:20 Stunden laufen.“ Startschuss am DJK-Sportpark am Beetenackerweg in Twisteden ist am Sonntag, 8. Januar 2017, um 10 Uhr.

Mädchenchor am Aachener Dom singt Sonntag ein Konzert in der Basilika

Die Basilikamusik Kevelaer lädt alle Freunde guter Chormusik am Sonntag, 8. Januar, um 16 Uhr, in die Basilika ein. Hier wird das erste Konzert in der Reihe der Chorkonzerte zum Festjahr 2017 zu erleben sein. Dafür ist der Mädchenchor am Aachener Dom zu Gast, der passend zum Abschluss des Weihnachtsfestkreises ein besonders stimmungsvolles Programm singen wird. Kernstück ist die berühmte Ceremony of Carols von Benjamin Britten, einer Sammlung bezaubernder englischer Weihnachtsgesänge, die nur von einer Harfe begleitet werden. Ergänzend dazu werden festliche Gloria-Vertonungen für Chor und Orgel erklingen und deutsche Weihnachtslieder gemeinsam gesungen.
Der Mädchenchor am Aachener Dom ist das jüngste Ensemble in der Familie der traditionsreichen Aachener Dommusik, der erst im Jahr 2011 gegründet wurde. Seither erarbeiten die rund 50 jungen Sängerinnen Chormusik unterschiedlichster Stilistik. Die musikalische Gestaltung der Liturgie im Hohen Dom sehen die Mädchen dabei als ihre wichtigste Aufgabe an. Darüber hinaus absolvieren sie ein stetig wachsendes Konzertprogramm in Aachen und der näheren und weiteren Umgebung.
Die bisher weiteste Reise führte den Mädchenchor im Februar 2015 nach London. Dort erhielt der junge Chor die in der geschichtsträchtigen Chortradition Englands seltene Auszeichnung, den Sonntagsgottesdienst in der renommierten Templechurch musikalisch mitzugestalten. Kontakte und Partnerschaften u.a. nach Reims, Kiew und Sydney inspirieren die Arbeit des Chores.
Eine solche Chorpartnerschaft wird den Chor zum Jubiläumsjahr der Wallfahrt auch mit dem Mädchenchor der Basilikamusik verbinden. Der Kevelaerer Mädchenchor freut sich darauf, mit den jungen Damen aus Aachen den Abschluss der Festwoche am 11. Juni gemeinsam mit einem Gottesdienst und einem Konzert zu gestalten. Gelegenheit also für einen Vorgeschmack zum Auftakt des ereignisreichen Jahres. Der Kostenbeitrag zum Konzert am Sonntag beträgt für Erwachsene 8 Euro, für Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren 4 Euro.

Eine Meisterin irdenwarener Zierschüsseln

Künstlerische und persönliche Interessen hatten Grethe Holtmann, Tochter des Malers Heinrich Holtmann, und Josef Vorfeld 1929 zusammengeführt. Sie arbeiteten in einem gemeinsamen Atelier in Kevelaer. Ab 1930 betrieben sie die alte Ölmühle auf Schravelen als Werkstatt.
1932 heiratete das Paar. Drei Kinder gingen aus der Ehe hervor, die gut 60 Jahre dauern sollte.
Die Töpfermeisterin, Jahrgang 1899, widmete sich dem Studium der niederrheinischen Irdenwaren, vor allem der Zierschüsseln. Bereits als sehr junge Frau war sie im Maler-Atelier von Friedrich Stummel und Vater Heinrich Holtmann sowie beim Krefelder Keramiker Paul Dressler ausgebildet worden.
Mit großer Kunstfertigkeit bemalte sie Gefäße, Schalen und Teller und ließ sich z.B. durch persische Fayence anregen. Ihre Werke fanden ungeahnten Zuspruch. In vielen niederrheinischen Wohnungen hängen bis heute Zierschüsseln aus den Händen von Grethe Vorfeld-Holtmann an den Wänden oder stehen in Vitrinen und werden gehütet als Familienschatz. Sie sind echte Sammlerstücke und auf dem Markt kaum zu bekommen.
Oft sind Teller und Schüsseln für die Erwerber persönlich gestaltet und bei aller Unterschiedlichkeit für Kenner durch Formensprache und Farbgebung auf Anhieb zu identifizieren.
Zwischen den Eheleuten Josef Vorfeld und Grethe Vorfeld-Holtmann entwickelte sich eine gute Arbeitsteilung: Josef drehte und montierte, Grethe verlieh dem Werk Leben und Farbe.
Die beiden gehören zu denen, die den Ruf der Marienstadt begründeten, auch eine Kunstwerkstadt zu sein. Das begnadete Paar war bis ins hohe Alter kreativ. Beide Namen, Holtmann wie Vorfeld, sind mit einer der bedeutsamsten Kulturstätten in Kevelaer elementar verknüpft: mit dem niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte.
1990 verlieh der Verein für Heimatschutz und Museumsförderung zum ersten Mal einen Ehrentaler an Persönlichkeiten, die die Einrichtung durch ihr Engagement gefördert hatten. Grethe Vorfeld-Holtmann und Dr. Franz Oehmen wurden bei dieser Premiere ausgezeichnet. Ihre Väter hatten zu den Gründern des Museums gezählt. Die „Kinder“ hatten die Arbeit fortgeführt.
Grethe Vorfeld-Holtmann erzählte damals von den Anfängen des Museums. Die erste Sammelstätte habe sich auf dem heimischen Speicher an der Antoniusstraße befunden. Wenn Vater Heinrich verreist war, schlichen die Kinder sich hinauf und begutachteten die alten Stücke. Ihr Vater hatte vor allem Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Hausrat, Möbel und Bildschmuck zusammengetragen und den Grundstock für das später gegründete Volkskundemuseum gelegt.
Später widmete das Museum dem Lebens- und Kunstwerk von Josef Vorfeld und Grethe Vorfeld-Holtmann unter dem Titel „Die Werkstatt Grethe und Josef Vorfeld“ eine eigene Ausstellung.
Grethe Vorfeld-Holtmann starb 1992. Ihr Mann überlebte sie fünf Jahre.

Echte Pionierarbeit im Schießsport

Bereits am Donnerstagmorgen kamen die ersten Helfer der Sonsbecker VTS Medienproduktion unter der Leitung ihres Geschäftsführers Veit Scheuermann in die Halle, nachdem sie in mehreren Fahrten die schweren Materialien herangekarrt hatten. “Wir sind alle gut drauf – wir haben um neun Uhr heute morgen schon angefangen”, konnte SSG-Geschäftsführer Georg Joosten seine Vorfreude ob des besonderen Ereignisses kaum verbergen. “Das ist einmalig und erstmalig als Deutschland-Premiere. Da können wir voll zu stehen und echt stolz drauf sein.”

Fleißige Helfer packen im Vorfeld des SSG-Wettkampfes mit in der Zweifachturnhalle mit an.

Fleißige Helfer packen im Vorfeld des SSG-Wettkampfes mit in der Zweifachturnhalle mit an.


“Wir kabeln gerade”, erläuterte Oliver Lenzen – zuständig für Grafik und Design bei dem Event – die Arbeit vom Kleinbus aus. “Allein die Lichtwellenkabel machen locker ein paar hundert Meter aus”, verwies der junge PC-Experte auf die Kabelrollen im Laderaum. “Drei bis vier Kilometer Kabel insgesamt verlegen wir hier locker”, ergänzte sein Chef Scheuermann, der mit den Helfern in der Halle die verschiedenen Stellwände, die Kameras und das Equipment justierte, vor den Tribünen Hängeelemente für die Beleuchtung anbrachte.
Mehrere Mikrofone und insgesamt fünf Kameras – darunter eine fahrbare “Kamerarampe”, ein acht Meter langer Schwenkkamerakran und mit einer Art Starenkasten abgedeckte, fernsteuerbare Schützenkameras  – sollen dafür sorgen, dass die Sportler, das Publikum und die “Kevelaer Queens” als Cheerleader in Bild und Ton richtig rüberkommen.
Modernste Kameratechnik kommt bei der Übertragung zum Einsatz.

Modernste Kameratechnik kommt bei der Übertragung zum Einsatz.


“Den Transport der Punkte und live die grafischen Einblendungen zu setzen”, das wolle man gut hinzubekommen,  sah Scheuermann, dessen Team seit über zehn Jahren Erfahrungen mit Talksendungen, Livefernsehen und Werbeaufnahmen hat, auch das Besondere dieses Übertragungs-“Streamings” in HD-Qualität.
Mindestens so spannend wie Dart
“Wir komprimieren mit geringer Bandbreite das Signal so, damit das Bild gut wird. Im Grunde genommen machen wir hier Pionierarbeit – es kommt halt alles aus einer Hand. Das erfordert dann auch eine gewisse Kreativität. Dabei wollen wir so wenig Einfluss nehmen wie möglich, um die Stimmung einzufangen.” Er ist überzeugt: “Wer sich Dart anguckt, kann und wird sich das auch ansehen.”
An einer großen Stellwand werden Georg Joosten und der Kleinkaliber-Olympiasieger von Rio 2016, Henri Junghänel, den Interview- und Moderatorenpart in der Halle wahrnehmen. Ein Stockwerk höher sitzen zwei Moderatoren , die 1:1 den Live-Stream und das Geschehen in der Halle kommentieren werden. Deswegen wird das Catering statt in der Cafeteria diesmal auch im Eingangsbereich stattfinden – auch um den Ablauf der ersten Internet-Übertragung eines Bundesliga-Schießwettkampfes in Deutschland möglichst nicht zu beeinflussen.
Von Kevelaer aus in die Welt - ein Blick in den Ü-Wagen.

Von Kevelaer aus in die Welt – ein Blick in den Ü-Wagen.


Schon jetzt sei die Resonanz großartig, meint Nicole Bollen vom SSG-Vorstand: “Wir hatten so 200 bis 250 Sitze angedacht, aber allein für Samstag haben wir schon 280 Anfragen”, ist sie sich sicher, dass an beiden Tagen eine schöne Atmosphäre im Sportzentrum herrschen wird. Und dass die ganze Geschichte überhaupt so ablaufen kann, sei auch den Winterferien zu verdanken. “Wenn hier vorher noch Schulsport gewesen wäre, hätten wir das nicht so umsetzen können.”
Am heutigen Freitag werden die Nachwuchsschützen der SSG Kevelaer als “Generalprobe” die Anlage ausprobieren. Und dann sind alle gespannt auf die Premiere im Netz – primär geht es für den SSG ja vor allem um Siege.
Dass man – bei allem Respekt – den ersten Gegner Freischütz Rautheim wohl besiegen kann, davon geht nicht nur Bollen aus. “Wenn wir am Sonntag Gölzau geschlagen haben, dann ist fürs Meisterschaftsfinale alles gut.”
Auf diesen Stühlen werden gut 250 Zuschauer Platz haben.

Auf diesen Stühlen werden gut 250 Zuschauer Platz haben.


Der Live-Stream wird auf der Seite www.sportdeutschland.tv mitzuverfolgen sein. Die Übertragung ins Internet beginnt am Samstag um 14 Uhr, die Wettkämpfe starten eine Stunde später. Am Sonntag geht die Übertragung bereits um neun Uhr los.
Wer vor Ort mit dabei sein will: Einlass ins Sportzentrum ist am Samstag ab 12 Uhr, am Sonntag ab 8 Uhr.

Eliah begleitet die Heiligen Drei Könige

Wenn Eliah Wolsing, neun Jahre alt, in die Saiten seiner E-Gitarren greift, dann kommen vor allem rockige Töne aus dem Verstärker. Aber der Grundschüler kann auch ruhiger, dann greift er zur Akustikgitarre. Mit der wird er am Samstag, 7. Januar, durch die Straßen seines Heimatdorfes Winnekendonk ziehen, das zu Kevelaer gehört.
Dann verwandelt sich Eliah in einen König – einen von insgesamt 106, die sich als Sternsinger der Pfarrei St. Antonius auf den Weg machen, um Spenden für das Kindermissionswerk zu sammeln. „Ich finde das gut, wenn Menschen, denen es gut geht denen etwas geben, denen es nicht so gut geht“, sagt der Neunjährige überzeugt. Deshalb zieht er im Januar bereits zum dritten Mal von Haus zu Haus. Er wird aber nicht den Stern tragen, sondern seine Gitarre in den Händen halten.
„Wir singen zwei Strophen des Sternsingerlieds“, erklärt Eliah, „die begleite ich auf der Gitarre. Das ist nicht besonders schwer.“ Er hofft, dass viele Menschen die Türen öffnen, um die Sternsinger zu empfangen, dem Gesang und seinem Gitarrenspiel zu lauschen. „Manchmal sieht man, dass jemand zu Hause ist und nicht öffnet. Die haben dann einfach keinen Bock auf uns“, sagt er – und ergänzt leise: „Das ist dann schon ein bisschen enttäuschend, wenn wir stehengelassen werden.“ Zeit für Trübsal nach einer solchen Enttäuschung bleibt jedoch nicht, schließlich stehen in den vier Stunden, die die Sternsinger unterwegs sind, viele weitere Haustüren auf dem Plan. „Anfangs ist das schon ein komisches Gefühl, aber da gewöhnt man sich dran, wenn man die Häuser abklappert“, erzählt Eliah grinsend.
Das Sternsingen hat in Eliahs Familie Tradition. Nicht nur sein älterer Bruder Noah, auch Vater Mario Wolsing ist in seiner Jugend als König verkleidet durch das Dorf gezogen. „Wir standen damals kurz vor der Firmung“, erinnert er sich. Die Spendenhöhe habe sich seit seiner Jugend kaum geändert, nur Süßigkeiten für die Sänger habe es zu seiner Zeit noch nicht im heutigen Ausmaß gegeben.
Manche Leute applaudieren sogar, wenn die Sternsinger zu Besuch sind und den Segensgruß überbringen, die meisten stecken Geld in die Spendendose, viele haben bereits Süßigkeiten fertig liegen, die sie den Sternsingern mitgeben. In Eliahs Augen blitzt die Vorfreude: „Süßigkeiten gehören dazu“, gibt der Grundschüler lachend zu. Ebenso wie die Spaghetti mit Sauce, die es nach getaner Arbeit für alle Sternsinger im Pfarrheim gibt.

Was macht eigentlich Heinz Paal?

Heinz Paal, geboren 1942, begann 1974 seine Laufbahn bei der Stadt Kevelaer als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes und schon 1976 wurde er zum Kämmerer und Beigeordneten ernannt. Mit dem Ausscheiden des Stadtdirektors Dr. Heinz Röser zum Jahreswechsel 1983/1984 war der Weg frei, um an die Spitze der Verwaltung aufzurücken. Mit der Änderung der kommunalen Gesetzgebung und der Zusammenlegung der Ämter des hauptberuflichen Stadtdirektors (durch den Stadtrat bestimmt) und des ehrenamtlichen Bürgermeister­amtes (durch die Bürger gewählt) wurde Heinz Paal 1999 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Kevelaer gewählt.
Heinz Paal war ein zielstrebiger und durchsetzungsstarker Verwaltungschef, der sicher auch wegen dieser Eigenschaften nicht immer unumstritten war. Vielen Menschen wird er in lebhafter Erinnerung geblieben sein, doch nur wenige kennen vermutlich den Menschen hinter dem Amt, das er fast 20 Jahre inne hatte.
Der KB-Herausgeber Rudolf Beerden hat Heinz Paal in der Woche vor Weihnachten in dessen Zuhause an der Blumenstraße in Kevelaer besucht. Bei Kerzenschein mit Kaffee und Gebäck konnte er ihm Fragen stellen, die den Lesern des Kevelaerer Blattes den Menschen Heinz Paal durch dessen Antworten vielleicht ein wenig näher bringen wird. Wer ist der Mensch hinter der „öffentlichen“ Person?
Kevelaerer Blatt: Herr Paal, wie beginnt ein typischer Tag in Ihrem Leben?
Paal: „Wie bei jedem Menschen, mit Aufstehen, Frischmachen, Anziehen und dem Gang in die Küche. Hier nehme ich zu allererst ein halbes Glas Möhrensaft zu mir. Sie wissen schon, wegen der Augen“, sagte er mit seinem bekannten verschmitzten Lächeln. Das sei ein schon seit Jahrzehnten praktiziertes Ritual, führt er weiter aus. „Das alles natürlich zu anderen Zeiten als früher. Meine Frau und ich können den Tag jetzt recht entspannt beginnen. Wobei wir nicht in den Tag hinein bummeln. Sobald es hell wird, sind wir auf jeden Fall auf den Beinen.“
Was ist Ihr Lebensmotto?
Paal: „Das habe ich nicht und ich habe mir auch noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht.“
Ihr liebstes Genussmittel?
Paal: „Wein und Tabak“, antwortet er ohne zu zögern. „Beim Wein heute eher weiß als rot, wie z.B. Sauvignon Blanc, Pinot Grigio und Chardonnay. Den Tabakkonsum habe ich auf maximal fünf kleine Zigarillos reduziert.“
Aha, also eher ritualisiert als das früher stressgeplagte Rauchen? Oder war es das nie?
Paal: „Geplagt nie, höchstens unbewusst. Irgendwann im Büro machte ich eine Feststellung: Ich telefonierte zwangsläufig und habe das überhaupt nicht so richtig wahrgenommen. Ich telefonierte und telefonierte und am Ende des Gesprächs war mein Aschenbecher plötzlich fast ganz voll. Ich dachte dann, das darf doch nicht wahr sein, hast du die Dinger alle geraucht, bist du närrisch?
Dann habe ich mir einen Trick überlegt. Die Zigarillos wurden am äußersten Ende des Büros, also fünf bis sechs Meter entfernt, deponiert, sodass ich während der häufigen Telefonate hätte aufstehen müssen, denn die Telefone hatten damals alle noch ein Kabel. Ich hing dann im wahrsten Sinne des Wortes „an der Strippe“ fest und konnte nicht mehr so viel rauchen.“
In diesem Zusammenhang: Wie steht es um Ihre Gesundheit?
„Im vergangenen Jahr hatte ich eine böse Attacke. Ich war in Bad Oeynhausen, aber nicht der Erholung wegen, sondern wegen der Herzchirurgen. Ich habe es allerdings rechtzeitig wahrgenommen durch ein Kribbeln zuerst im linken und dann im rechten Arm. Ich sagte darauf zu meiner Frau: „Morgen muss ich zum Kerner (Anmerkung d. Reaktion: Dr. med. Rüdiger Kerner, Chefarzt im Marienhospital), der muss da reingucken, da stimmt etwas nicht. Es war glücklicherweise nur ein leichter Herzinfarkt. Einige Beipässe wurden gesetzt und jetzt fühle ich mich wieder wirklich gut. Eigentlich soll ich ja gar nicht mehr rauchen, aber das fällt mir richtig schwer. Ich rauche für mein Leben wirklich gerne“, sagt er mit einem Lachen.
Welche Momente haben Sie im Rat oder Verwaltung genossen?
Paal: „Meine Wiederwahl zum Stadtdirektor, mit allen Stimmen, ohne Gegenstimmen, ohne Enthaltung. Von allen Parteien“, sagt er voll Stolz. „Und das nach acht Jahren im Amt, das habe ich genossen. Das war eine Anerkennung meiner geleisteten Arbeit.“
Und was im Täglichen?
Paal: Er überlegt etwas länger. „Ach wissen Sie, das waren eine so große Fülle in den 20 Jahren. Die könnte ich gar nicht alle aufführen. Vielleicht der Papstbesuch. Aber das war sicherlich für viele andere auch ein besonderes Ereignis.
Was bereuen Sie aus der beruflichen Sicht?
Paal: „Das wir viele gute, in den Ansätzen geplante Vorhaben nicht verwirklichen konnten. Und noch einen Punkt, aber den werde ich Ihnen nicht verraten“, sagte er mit ernster, fast trauriger Miene.
Und in Ihrem privaten Umfeld?
Paal: „Auch das sage ich Ihnen nicht“, sagt er, jetzt mit einem süffisanten Lachen.
Man sagt Ihnen nach, dass Sie durchsetzungsstark sind. Woher kommt diese Eigenschaft?
Paal: „Auf jahrelange Beobachtung der Menschen, wie sich diese verhalten und wie man mit ihnen umgehen muss. Und es ist eine charakterliche Frage, eine angeborene Eigenschaft, die Sie haben oder eben nicht.“ Sagt er bestimmt. „Und man muss natürlich immer sehr gute Leute an seiner Seite haben, denn so allein auf weiter Flur wird es mit dem Durchsetzungsstarken auch schnell vorbei sein.“
Ich bin die gute Fee und Sie haben zwei Wünsche frei.
Paal: „Zwei?“, fragte er sofort zurück.
Ja zwei, nicht drei. Das fragt ja jeder.
Paal: „Erstens Gesundheit für meine Frau und mich. Und dass die Welt ein wenig friedlicher wird. Das ärgert mich wirklich, was zum Beispiel in Syrien geschieht, das ist furchtbar.“
Sie haben noch einen Wunsch frei.
Paal: „Wie, jetzt doch drei?“
Sie können die Zeit zurückdrehen, egal wie lange.
Paal: Er überlegt kurz und sagt ein wenig in Gedanken verloren: „Ich bin nicht sicher, ob ich nochmals in den öffentlichen Dienst gehen würde. Ich glaube, ich würde gerne Händler sein. Irgendwelche Artikel verkaufen. Früher wollte ich gerne Maurer werden, aber meine Mutter hat mich nicht gelassen. Ich habe immer etwas gebaut, und das tue ich auch heute noch gern. In meinem Haus in Spanien, da habe ich schon viele Steine übereinander gesetzt. Allerdings bin ich nicht ganz so gut im Anfertigen des Mörtels und da ist mir schon so manche Mauer wieder umgefallen.“
Was würden Sie sich für Kevelaer wünschen?
Paal: „Einen guten, mit der Situation und dem Umfeld in Kevelaer vertrauten Rat und Bürgermeister. Und dass sie die richtigen Entscheidungen für die Entwicklung Kevelaers treffen. Das wünsche ich mir für Kevelaer“, sagt er mit ein wenig Wehmut in der Stimme.
Haben Sie ein aktuelles Ziel oder Projekt?
Paal: „Ich möchte gerne Saxophon spielen, damit bin ich zugange.“ Dabei zeigt er auf das im Wohnzimmer auf einem Ständer stehende Instrument.
War das schon immer Ihr Wunsch, ein Instrument zu spielen?
Paal: „Nein. Eigentlich nicht. Nur wegen des Sounds. Ich habe mir ja auch mal eine Harley Davidson „Fat Boy“ (Anm. d. Redaktion: schweres Motorrad mit entsprechendem Knattergeräusch) gekauft, wegen des Sounds“, sagt er mit einem herzhaften Lachen. „Die habe ich aber nur fünf Jahre gefahren. Dann war ich es leid, weil ich die zuviel putzen musste.“
Wann haben Sie mit dem Saxophonspielen angefangen?
Paal: „Jetzt erst. Ich bin bei Seite 47 von 100 im Lehrbuch. Einige Male war ich beim Musiklehrer, jetzt versuche ich es autodidaktisch.“
Geht Ihre Frau dann laufen, wenn Sie loslegen?
Paal: „Nein, nein. Die hört mir zu. Teilweise singt sie sogar mit.“
Na, dann möchte ich auch eine Hörprobe von Ihnen.
Paal, ganz bestimmt: „Nein, das geht nicht. Das ist noch zu schlecht.“
Wen würden Sie gerne einmal treffen, um einen Abend zu verbringen, und warum?
Paal, überlegt etwas länger: „Also mit Trump nicht.“ (Anm. d. Redaktion: Donald Trump, nächster gewählter Präsident der USA) „Mit Angela Merkel würde ich gerne einmal reden, aber den ganzen Abend verbringen, das wäre vermutlich zu lange.“
Was haben sie an Ihrem Beruf gehasst und was hassen Sie heute?
Paal: „Also heute hasse ich es, wenn man mich hetzt. Das habe ich überhaupt nicht gerne.
Früher habe ich mich immer selbst gehetzt, das ging immer von mir selbst aus. Gehasst habe ich – da gibt es heute so ein neues Wort dafür: postfaktisch –, wenn man im Vorfeld einer Diskussion oder Entscheidung alles ganz sauber analysiert und vorbereitet hat und man dies einer Gruppe von Menschen, ausdrücklich in kleinen Schritten erklärt, damit auch wirklich jeder dem folgen kann, und anschließend sagen die dann: ,Nöö, das ist aber anders.‘ Da habe ich dann oft aufgegeben und war frustriert.“
Ihre Lieblingsmusik?
Paal: „Alles! Außer Modern Jazz. Und Zehntonmusik höre ich mir auch nicht an. Sonst bin ich eigentlich offen für jede Art der Musik. Eine Oper habe ich mir früher mal angehört, das muss ich heute aber auch nicht mehr. Ich höre mir gerne einzelne Passagen daraus an. Bei einer Oper muss ich mir dann drei Stunden um die Ohren hauen, um zehn Minuten Freude zu haben.“
Ihre größte Stärke?
Paal: „Ich kann gut vergeben, aber ich vergesse nichts. Ich verstehe, aufgrund meiner eigenen Fehlerhaftigkeit, dass ein Mensch Fehler machen kann.“
Ihre größte Schwäche?
Paal: „Das habe ich Ihnen schon erzählt: Rauchen!“
Wenn Sie aus Ihrem familiären Umfeld von Kindern gefragt werden, was Sie gearbeitet haben, was sagen Sie dann?
Paal: „Ich habe immer versucht für diese Stadt das Bestmögliche zu erreichen. Das waren recht einfache oder schwierige Dinge, die anstanden.“
Worauf sind Sie in Ihrer beruflichen Karriere besonders stolz?
Paal: „Ich war immer stolz auf ein harmonierendes Umfeld und Mitarbeiter, die gut mit mir kommunizieren konnten.“
Wenn Sie sich morgens im Spiegel betrachten, was ist Ihr erster Gedanke?
Paal: „Was bist du alt geworden.“
Was ist Ihre Lieblings­­be­schäftigung?
Paal: „Mit meiner Frau in der näheren Umgebung spazieren zu gehen. Mein Saxophon zu quälen oder es quält mich, weil so der ein oder andere Ton nicht so kommt, wie ich es mir wünsche. Ich bin zum vierten Mal Großvater geworden und meine Frau und ich freuen uns auf unseren Enkel, der auch häufiger und gerne hier bei uns ist.“
Angenommen, ich wollte Bürgermeister werden, welchen Rat würden Sie mir geben?
Paal: „Dass Sie vernünftige und loyale Mitarbeiter haben, denn Sie verstehen von Verwaltung nichts”, sagt er und lacht.
Was glauben Sie, welche Ihrer Eigenschaften missfällt den Menschen in Ihrem Umfeld am meisten?
Paal: „Ich bin etwas reserviert und wirke auf manche hochnäsig oder arrogant. Das mag bei manchem so ankommen, zumindest ist dies mein Eindruck. Deswegen habe ich oft eine gewisse Distanz zu Menschen. Das habe ich mir auch anerzogen. Das ist manchmal auch besser; bei unangenehmen Entscheidungen, kann man mit Distanz auch leichter entscheiden.“
Welches „Geheimnis“ aus Ihrer Amtszeit können Sie heute lüften?
Paal: „Meine größten Erfolge waren meine Niederlagen. Als ich meine Amtszeit begann, da gab es in Kevelaer kaum Gewerbefläche. Damals konnten wir einen riesigen Bauernhof erwerben, um diesen mit potenziellen Gewerbeflächen zu tauschen. Wäre das damals zustande gekommen, dann wäre die Stadt dran zugrunde gegangen.“
Haben Sie Entscheidungen mitgetragen, obwohl Sie diese aus Ihrer Überzeugung eigentlich abgelehnt haben?
Paal: „Nein. Da wäre ich dann lieber rausgegangen oder hätte einen dringenden Toilettengang vorgetäuscht.“
Welche Entscheidungen würden Sie heute rückgängig machen?
Paal, überlegt lange: „Personalentscheidungen, aber die sage ich Ihnen nicht. Das betrifft Menschen. Bei den großen Dingen eigentlich keine. Vielleicht in Nuancen anders machen, aber nicht grundsätzlich. Aber wie gesagt, eine Personalentscheidung, die ich getroffen habe, die war falsch.
Aber wenn Sie dies genauso schreiben, dann wird man sicherlich sagen: ,Arroganter Hund, typisch Paal, der meint, nie etwas falsch gemacht zu haben.‘“
Welcher Gedanke schießt Ihnen bei dem Begriff „Bohrloch“ zu allererst durch den Kopf?
Paal: „Dömkes. (Anm. d. Redaktion: Investor und Projektentwickler des gescheiterten „Balneasana“ auf der Hüls). Der arme Kerl, der hat sich erschossen.
375-Jahre Wallfahrt Kevelaer, was bedeutet das für Sie?
Paal: „Ich freue mich, dass die Wallfahrt schon so lange der Wirtschaftsmotor für unsere Stadt ist. Man hat mir oft vorgehalten, dass ich nichts für die Wallfahrt getan habe. Für mich war die Wallfahrt immer der größte Wirtschaftsfaktor. Und ich bin der festen Überzeugung, dass dies so weitergeht bzw. es noch intensiviert werden kann. Dies hat zwar nichts mit Glauben und Theologie zu tun, aber es ist so. Das kann allerdings nicht die Stadt leisten, dazu sind andere berufen.
Was werden Sie als erstes tun, wenn ich gleich das Haus verlasse?
Paal: „Dann ziehe ich an meinem Zigarillo, denn dann ist die Zeit da. Ich habe einen festen Zeitplan, ich muss mich ja selbst disziplinieren. Das ist ja mein Problem beim Rauchen.“
Das Gespräch führte Rudolf Beerden.

Anmeldung an Gesamtschule und Gymnasium

Im Februar steht wieder die Anmeldung der heutigen Viertklässler an der Gesamtschule Kevelaer-Weeze oder am Kardinal-von-Galen-Gymnasium an. Die Stadt Kevelaer gibt dazu einige Hinweise.

Gesamtschule Kevelaer-Weeze

Rechtzeitig vor den Anmeldezeiten für das Schuljahr 2017/2018 bietet die Gesamtschule Kevelaer-Weeze den interessierten Grundschuleltern mit ihren Kindern folgende Informationsveranstaltungen an:
Informationsabend: Am Donnerstag, 12.01.2017, sind die Eltern um 19:00 Uhr in die Mensa am Schulzentrum Kevelaer eingeladen. Dort erfahren Sie Einzelheiten zur Schulform Gesamtschule im Allgemeinen, zu den Besonderheiten der Gesamtschule Kevelaer-Weeze und den Anmeldeformalitäten.
Tag der offenen Tür: Am Samstag, 14.01.2017, erhalten Eltern und Grundschulkinder die Gelegenheit, das Schulgebäude in Kevelaer und Weeze kennenzulernen, in dem die Gesamtschule untergebracht ist. Alle Klassen stellen am Tag der offenen Tür mit zahlreichen Aktionen das derzeitige Unterrichtsgeschehen vor.
Anmeldephase: Die Anmeldungen für das kommende Schuljahr finden in der Zeit vom 06. – 09.02.2017 im oberen Foyer der Zweifachhalle am Schulzentrum Kevelaer statt. Zur Verhinderung von langen Wartezeiten werden den einzelnen Grundschulen Kernzeiten zugeordnet. Die Eltern werden ausdrücklich darum gebeten, an den vorgegebenen Tagen die Anmeldung durchzuführen. Selbstverständlich sind Ausnahmen möglich. Die Reihenfolge der Anmeldung spielt für die Aufnahme eines Kindes keine Rolle. Die neuen Schülerinnen und Schüler sollten möglichst zu den Anmeldungen mitgebracht werden.

  • Antonius-Grundschule Kevelaer
    Montag, 06.02.2017 von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 17.00 Uhr
  • Hubertus-Grundschule Kevelaer und Grundschule Wetten
    Dienstag, 07.02.2017 von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 17.00 Uhr
  • Franziskus-Grundschule Twisteden, Petrus-Canisius-Grundschule Weeze und Marienwasser-Grundschule Weeze
    Mittwoch, 08.02.2017 von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 17.00 Uhr
  • Verbundschule Overberg Winnekendonk und St. Norbert Kervenheim
    Donnerstag, 09.02.2017 von 15.00 bis 19.00 Uhr

Weitere Informationen zur Gesamtschule: www.gesamtschule-kevelaer-weeze.de

Kardinal-von-Galen-Gymnasium

Anmeldungen für das Kardinal-von-Galen-Gymnasium Kevelaer werden im Sekretariat von Montag, 06.02.2017, bis einschließlich Freitag, 10.02.2017, jeweils von 8.30 bis 11.00 Uhr und von 13.30 bis 15.00 Uhr entgegen genommen.
Weitere Informationen zum Gymnasium: www.kvgg.de

Allgemeines zur Anmeldung

Zur Anmeldung sind das Familienstammbuch oder eine Geburtsurkunde, das letzte Zeugnis, die begründete Empfehlung der Grundschule und gegebenenfalls eine Sorgerechtsbescheinigung mitzubringen.

Nachwuchs der SSG will in der Bundesliga für Furore sorgen

Den Blick auf das Ziel gerichtet, das Gewehr ruhig im Anschlag, stehen Alison Bollen, Anna und Franka Janshen auf der Trainingsanlage der SSG. Optisch ist kaum ein Unterschied zu der Bundesliga-Mannschaft des SSG zu erkennen, die sich im gleichen Moment auf den bevorstehenden Wettkampf am kommenden Wochenende in Kevelaer vorbereitet.
„Wir sind alle gut drauf, den Rest klären wir am Samstag“, zeigt sich Alexander Thomas von der ersten Mannschaft zuversichtlich, dass man sich mit Siegen über Rautheim und Gölzau für die Finalrunde qualifizieren wird. So etwas wollen auch die drei Nachwuchs-Schützinnen erleben, die jede für sich schon relativ früh mit dem Schießsport begonnen haben. „Meine Oma brachte mich auf die Idee“, sagt die heute 14-jährige Alison Bollen, die mit zehn Jahren zur SSG kam. „Ich wollte früher Polizistin werden, kannte hier einige von den Älteren.“
Für die junge Kevelaererin war das Schießen von vornherein „etwas Besonderes, vorher war ich nur am Lasergewehr.“ Zuvor hatte sie durchaus auch andere Sportarten ausgeübt – Reiten und Ballett. „Aber ich habe mich dann bewusst hierfür entschieden.“
Was sie an dem Sport reizt? „Dass man im Team und für sich schießen kann, dabei sich immer konzentrieren muss – das ist alles anders als in anderen Sportarten.“ Und es sei schön zu sehen, wie stolz Eltern und Trainer sind, wenn sich der Erfolg einstellt.
Die Wettenerin Anna Janshen fing 2010 mit dem Schießsport an an, „als mein Bruder Deutscher Meister wurde.“ Die ganze Familie insgesamt unterstützt diesen Sport. „Mein Vater schießt auch selber.“
Am Anfang habe ihr das Ganze nicht so gefallen, „aber dann bin ich häufiger mit der Schwester und dem Bruder mitgegangen“, und das Interesse blieb. „Hauptsächlich, dass man auf den Punkt konzen­triert sein muss“, das sei für sie die Herausforderung. „Und ich habe gemerkt, dass ich mich generell besser konzentrieren kann, seitdem ich schieße.“
Zwillingsschwester Franka Janshen fing zeitgleich mit ihrer Schwester Anna an, hörte zwischenzeitlich 2012 auf, weil sie damals noch Fußball spielte. Dann wurde sie wieder gefragt, die Leidenschaft flammte wieder auf.
„Beim Fußball konnte ich mich auslassen, da muss man sich auch irgendwie konzentrieren“, erklärt die 15-Jährige. „Aber beim Schießen kehrt man in sich.“ Und man schließe Freundschaften mit Schützinnen, die in anderen Mannschaften aktiv sind. Das sei irgendwie das Schönste, bestätigt ihre Schwester Anna. „Wir kommen dann nach den Wettbewerben alle zusammen.“
Die drei opfern viel Zeit für ihren Sport. „Die ganzen Turniere in München, Frankfurt, Hannover – da kommen schon mehrere tausend Kilometer zusammen“, unterstreicht Nicole Bollen, Alisons Mutter und SSG-Vorstandsmitglied. Die Schulen kämen einem da schon entgegen, sagen alle drei unisono – ob nun das Gymnasium wie bei Alison oder die Gaesdonck bei den Zwillingschwestern. „Das geht, solange die Noten nicht absinken“, meint Franka Janshen.
Angesichts dessen erscheint es naheliegend, dass alle drei den Sport nicht nur als Hobby betreiben wollen. „Nur mit Spaß kommt man nicht soweit“, unterstreicht Franka Janshen. Niederlagen, da sind sich alle einig, bringen einen in jedem Fall weiter. „Da denkt man schon drüber nach“, erinnert sich Franka an eine Situation bei den deutschen Meisterschaften 2016. „Der letzte Schuss war eine Neun, bei einer Zehn wären wir auf´s Treppchen gekommen. Da hab ich etwas geheult.“
Bislang sind solche Situationen aber tendenziell eher selten. Das Trio holte 2015 gemeinsam bei den Deutschen Meisterschaften Gold. Anna Janshen gewann 2015 und 2016 insgesamt drei Einzel-Silbermedailen und eine Einzel-Goldmedaille. Anna steht in der 2. Mannschaft des SSG in der Rheinlandliga als beste Mannschaftsschützin auf Position eins. „Wir haben da im Januar noch zwei Wettbewerbe und wollen in die Relegation für die zweite Liga“, formuliert die 15-Jährige das klare Ziel. Außerdem wird sie Ende Januar in München am EM-Sichtungsschießen teilnehmen – und vielleicht mit den Juniorinnen zur EM nach Slowenien im März fahren.
Ihre Zwillingsschwester Franka Janshen schießt in der dritten SSG-Ligamannschaft – Landesoberliga – an zweiter Stelle. Und Alison Bollen zeigt in der Landesoberliga auf Positon eins mit dem besten Ligaschnitt in der gesamten Liga ihre Treffsicherheit.
Beide wollen das Team in die Rheinlandliga führen, wo Bollen in der zweiten Mannschaft als Ersatzschützin hinter Anna Janshen auf Position zwei steht. Kleiner Wermutstropfen, falls das alles gelingt: 2017 dürften die beiden Schwestern schon in der zweiten Liga schießen, die ein Jahr jüngere Alison aber noch nicht.
Hilfreich ist, dass die drei auch privat ausserhalb der Schießanlage viel miteinander unternehmen. „Wenn man sich gut versteht, versteht jeder, wenn man mal nicht so gut ist“, unterstreicht Alison Bollen. Bei den Deutschen Meisterschaften 2017 will das Trio als Team wieder für Furore sorgen – und langfristig natürlich auch in der ersten Mannschaft.
„Da arbeiten sie drauf hin – man muss nicht nur den Moment sehen, sondern seine Technik weiterentwickeln mit dem Ziel Bundesliga“, sieht Coach Rudi Joosten bei allen drei Nachwuchsschützinnen das Potenzial. „Die sind richtig gut.“ Und die drei sind Vorbilder für die Jugend, die nachkommt.


Liveübertragung
Am kommenden Wochenende, 7. und 8. Januar 2017, kämpft das Bundesligateam der SSG in der Zweifachturnhalle auf der Hüls um den Einzug in die Finalrunde. Erstmals wird der Wettbewerb im Sportzentrum Kevelaer via Internet live übertragen. „Das ist totales Neuland, aber wir hoffen, dass das für den gesamten Schießsport greift“, glaubt SSG-Coach Rudi Joosten an einen Erfolg des Unterfangens. „Wir haben bei Olympia gesehen, wo da die Einschaltquoten liegen“, ist er zuversichtlich, dass das „kein einmaliges Experiment“ bleiben wird. „Andere Vereine sind daran interessiert, wir machen da nur den Anfang.“

Mietspiegel Kevelaer aktualisiert

In Zusammenarbeit mit dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Kleve, der Eck & Company Immobilien GmbH, dem Haus- und Grundeigentümer-Verein an der Niers e.V. sowie dem Mieterschutzverein Wesel-Bocholt-Kleve wurde der Mietspiegel Kevelaer zum 1. Januar 2017 fortgeschrieben.  Mietern und Vermietern dient der Mietspiegel gleichermaßen als Richtlinie zur Überprüfung und Ermittlung der Mietpreise für die Mieten des nicht preisgebundenen Wohnungsraumes.
Der aktualisierte Mietspiegel der Stadt Kevelaer ist ab sofort kostenlos im Bürgerservice erhältlich und im Internet unter der Adresse www.kevelaer.de abrufbar.

Das Präsidium wird jünger

Es war ein emotionaler Moment auf der Jahreshauptversammlung der Geselligen Vereine Kevelaer: Am Dienstagabend verabschiedete sich Ulrich Wolken nach 22 Jahren als Kassierer aus dem Präsidium. Sein Nachfolger im Amt ist Gerd van Leuven. Außerdem wählte die Versammlung Dominik Lemken neu ins Präsidium.
„Ihr habt mich zwar auf Lebenszeit gewählt, aber meine Lebenszeit ist damit noch nicht zu Ende – es gibt ein Leben nach dem Präsidium“, versicherte Wolken schmunzelnd. In seinen 22 Jahren als Kassierer haben die Geselligen Vereine bei ihren Veranstaltungen 65 000 Euro vornehmlich für wohltätige Zwecke erlöst, 8000 Euro aus zwei Benefizkonzerten kamen noch hinzu, resümierte der scheidende Kassierer. „Eine tolle Sache!“ Auch bei seinem Nachfolger sei das Geld der Geselligen Vereine sicher, „auch wenn er kein Bänker ist – oder gerade deswegen“, scherzte Wolken, dem man anmerkte, wie schwer ihm der Abschied fiel. Der Ruheständler wünscht sich mehr Zeit für private Aktivitäten, was mit mehr als 50 Terminen, die das Präsidium der Geselligen Vereine jedes Jahr wahrnimmt, schwer zu vereinbaren ist.
Mit langem Applaus dankten die Anwesenden Wolken für seine Arbeit. Präsident Peter Tenhaef fasste in Worte, was viele dachten: „Mein aufrichtiger Dank für Deine Freundschaft und Mitarbeit!“ Er habe Wolkens Bitte um die Entbindung von dessen Aufgabe „sehr ungerne zugestimmt“ und „bedaure den Schritt sehr“. „Ich wünsche Dir die Erfüllung der Wünsche, die Du Dir vorgenommen hast.“
In absehbarer Zeit werden noch weitere Mitglieder des Präsidiums ausscheiden, teilte Tenhaef mit. So hätten Ferdi van Ditzhuysen und Heinz Goemans bereits signalisiert, ebenfalls aus Altergründen ihr Amt abgeben zu wollen. Im kommenden Jahr könnten somit gleich zwei neue Präsidiumsmitglieder zu wählen sein.
Den Platz von Ulrich Wolken füllte die Versammlung einstimmig mit Dominik Lemken. Lemken hat als langjähriger Organisator der Hubertuskirmes einige Erfahrung in Vereinsdingen. In seiner kurzen Vorstellung sagte er, er freue sich darauf, in einer Gesellschaft, in der sich die Werte verändern, die Herausforderung anzunehmen, die Geselligkeit aufrechtzuerhalten.
Auf eine weitere wichtige Aufgabe machte Tenhaef aufmerksam: Die St.-Johannes-Schützengilde habe nur noch elf Mitglieder, davon acht Aktive. Ihr Präsident Theo Ambrosius sehe sich daher nicht im Stande, mit seiner Gilde wie geplant 2021 festgebender Verein zu werden. „Somit sind die Jahre 2021 und 2024 nicht besetzt, auch wenn Meldungen bis 2058 vorliegen“, resümierte Tenhaef. Er bat die Vorstände, sich Gedanken zu machen, welcher Verein für diese beiden Jahre die Verantwortung vor allem für Heimatabend und Kirmes übernehmen könne.
Für den diesjährigen Heimat­abend – Karten sind ausverkauft – schlug die Hubertusgilde als festgebender Verein vor, den Verlosungserlös an den Verein „St. Nikolaus – Hilfe für das behinderte Kind“ zu spenden. Die Versammlung befürwortete das einstimmig.
Um Wohltätigkeit ging es auch bei dem kurzen Referat von Dr. Edmund Bercker, der die Entwicklung der Bürgerstiftung „Seid einig“ vorstellte. „In Kevelaer gibt es Armut, echte Armut“, betonte Bercker. Es seien oft „versteckte Wege“, über die die Stiftung von Hilfebedarf erführe. Weil die betroffenen Menschen mit ihrer Not nicht in der Öffentlichkeit stehen möchten, bekomme diese von der Arbeit der Stiftung jedoch wenig mit. Einige Beispiele konnte Bercker dennoch nennen: So habe man einen jungen Mann bei der Anschaffung eines Autos unterstützt, das ihm trotz Schwerstbehinderung ermögliche, selbstständig zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen. Für die Aktion „Zielpunkt Meer“, bei der bedürftige Kinder für zwei Wochen mit dem Rad ans Meer fahren, habe die Stiftung wasserdichte Zelt finanziert. „Wir zahlen auch viele Elternbeiträge zur OGATA, das hat erheblich zugenommen“, berichtete Bercker. Insgesamt habe die Bürgerstiftung seit ihrer Gründung durch die Geselligen Vereine im Jahr 2008 rund 50000 Euro für Kinder und Familien in finanzieller Not ausgegeben. Möglich machten das neben den Geselligen Vereinen auch viele Bürger, die die Stiftung bei einer Silberhochzeit, dem Eintritt in den Ruhestand und anderen Anlässen bedenken.
Natürlich schlug auch in diesem Jahr Peter Tenhaef den großen Bogen von der Weltpolitik bis nach Kevelaer. Manches jahrzehntelange Elend in Afrika sei angesichts neuer Kriege und Katastrophen zeitweise aus dem Blick geraten. Auch sei der Terror „bei uns angekommen“. Trotzdem mahnte er, es sei wichtig zu unterscheiden „zwischen dem echten Flüchtling und dem, der nur Unruhe stiften möchte.“ Die Stadt Kevelaer habe allerdings in Sachen Integration bislang alles richtig gemacht, lobte Tenhaef Politik und Bürgermeister. Einmal mehr richtete er den Appell an die Kevelaerer Politik, bei der Neuplanung des Peter-Plümpe-Platzes die Kirmes im Blick zu haben: „Die Kirmes gehört in die Stadt!“
Auch Willi Holtappels richtete seinen traditionellen Appell an die Runde, am Karneval teilzunehmen: „Wir arbeiten fast das ganze Jahr daran, haben Künstler aus Köln und Düsseldorf – was uns fehlt, ist Publikum.“ Karten für die Kappensitzung seien bereits bei Elke Schumacher erhältlich.