Aktuelles aus Kevelaer

Kevelaerer Glaubensgespräch zum Thema “Geld”: Ohne Moos ist bei der Kirche nix los

„Was hat die Kirche mit Geld zu tun?“ Diese Frage stand bei den jüngsten Glaubensgesprächen im Petrus-Canisius-Haus auf dem Programm. Moderator Dr. Gerhard Hartmann und Dr. Franz Norbert Otterbeck von Pax Christi Kevelaer machten deutlich, dass Geld und die Kirche seit frühesten Zeiten in wechselseitiger und abhängiger Beziehung stehen.

In seinem Referat zog Hartmann zunächst einen Bogen von den altorientalischen Staaten, der griechisch-römischen Geschichte, dem Judentum bis zur heutigen Kirchenfinanzierung. Dass in der Kirche in alten Zeiten und auch heute ohne Moos nix los ist, wird klar, wenn man betrachtet, wozu das Geld gebraucht wird. Das sind zum einen die aufwendigen Kultstätten, also Tempel und heute Kirchen, die Bezahlung der Religionsdiener und im Christentum die Finanzierung der Aufgaben der Diakonia, der Nothilfe in christlicher Zuwendung.

Während früher der Staat oder die Könige und Fürsten den Hauptanteil an der Finanzierung der Kirche trugen, wurde ab 1871 eingeführt, dass die Kirchenmitglieder die Aufgaben finanzieren müssen. Es war jene Abgabe, die wir heute Kirchensteuer nennen. In der Weimarer Reichsverfassung wurde im sogenannten „Kirchen-Artikel“ festgelegt: „Die Religionsgemeinschaften, welche Körperschaften öffentlichen Rechts sind (z.B. Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Judentum, Jehovas Zeugen), sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten… Steuern zu erheben.“ Im Grundgesetz der BRD wurden diese Inhalte bestätigt. Die Kirchensteuer steht also im Verfassungsrang.

Der Staat zieht als Dienstleister für die Kirche die Kirchensteuer ein. Dies lässt er sich aber auch mit einer Gebühr von drei, bis vier Prozent bezahlen. So war dies 2015 bei einem Kirchensteuer Aufkommen von 11,6 Milliarden Euro ein Betrag von rund 350 Millionen.
Die Gemeinden und Pfarreien erhalten aus den Kirchensteuern einen Anteil vom Landeskirchenamt oder der Diözese zugewiesen. Dies reicht aber nicht zur Finanzierung der anfallenden Aufgaben. Einnahmen aus den Klingelbeuteln, aus Opferstöcken und Spenden, sowie den Erträgen aus Vermögen (zum Beispiel Mieten und Pacht) sind zwingend erforderlich.

In 2014 hatte das Bistum Münster Einnahmen von 452,1 Millionen Euro, davon 86,7 Prozent aus Kirchensteuern. Die Ausgaben lagen bei 452,1 Millionen Euro, davon wurden 26,7 Millionen in die Rücklagen gestellt. 53,4 Prozent der Ausgaben von Münster gingen als Zuweisungen an die Pfarrgemeinden für Seelsorgepersonal, Kindergärten und zur Unterstützung von Baumaßnahmen an Kirchen und Pfarrhäusern. 10,1 Prozent flossen an Schulen in kirchlicher Trägerschaft, wie die Gaesdonck oder die Liebfrauenschule in Geldern. Für die Pfarrcaritas wurden 8,5 Prozent ausgegeben. Der Rest verteilt sich unter anderem auf Unterstützung der Ordensgemeinschaften, Jugendseelsorge, Fortbildungen, Bildung und Kultur, Personal- und Sachaufwand der Bistumsleitung.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde teils kontrovers über die Bezahlung von Geistlichen gesprochen. Während die Seelsorger hier durchaus gut versorgt sind, ist die Bezahlung der Pfarrer in Frankreich zum Beispiel nicht gesichert. Der Geistliche ist auf Zuwendungen von Gemeindegliedern angewiesen. Eine Teilnehmerin stellte sich dabei die Frage, ob hier dann vielleicht einige Seelsorger den Beruf ergriffen hätten, um abgesichert zu sein. Ganz ausschließen mochte Otterbeck dies zwar nicht, doch er betonte: „Ich denke, dass es keine zehn Priester im Bistum Münster gibt, die den Beruf ergriffen haben, um versorgt zu sein.“

Der ehemalige Rendant von St. Marien, Gottfried Mülders, betonte, dass man früher von einem auf das andere Jahr gelebt habe, heute aber ein Viertel des Haushaltes in Rücklagen fließen würde, da sinkende Mitgliederzahlen für die Zukunft auch geringere Einnahmen bedeuten würden.

Neujahrsempfang bei „Senioren aktiv“

Zum Neujahrsempfang von „Senioren aktiv“ hatten Marion Kohlhoff, Hans-Joachim Kohlhoff und Helmut Tillmann ins Gemeindehaus der evangelischen Kirche eingeladen. „Der als gemeinnützig anerkannte nicht eingetragene Verein existiert seit Mai 2014 und wurde beim ersten Treffen von fünf interessierten Kevelaerern besucht“, berichtete die Vorsitzende Marion Kohlhoff. Neben den Ehrengästen – Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, Stadtdezernent Marc Buchholz, Pfarrerin Karin Dembek, Pfarrer Florian Hankwitz und Michael Rütten von der Volksbank – konnte sie diesmal gut 40 Gäste begrüßen, die regelmäßig an den Veranstaltungen des Verein teilnehmen.
In einem kleinen Rückblick zeigte die Vorsitzende auf, dass der Name des Vereins Programm ist. Spielenachmittage mit Bingo, Skat und „Mensch ärgere Dich nicht“, Vorträge, ein Sommerfest auf dem Minigolfplatz in Winnekendonk, eine Führung bei der Feuerwehr Kevelaer sowie ein Ausflug zum Duisburger Hafen und der Ditib-Merkez-Moschee der Türkisch-Islamischen Union im Stadtteil Duisburg-Marxloh standen im vergangenen Jahr auf dem Plan.
Sein Grußwort eröffnete Bürgermeister Pichler gewohnt spitzbübisch: „Sie haben es sicher schon alle selbst festgestellt, dass ein neues Jahr begonnen hat“. Dann führte er weiter aus: „Man muss nicht alles neu machen und alles ändern. Machen Sie weiter so und bleiben Sie weiter so aktiv.“
Pfarrerin Karin Dembek, die im Auftrag des Prebyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde dem Verein die Räume im Gemeindehaus für die Treffen jeden Mittwoch um 15 Uhr zur Verfügung stellt, grüßte die Gäste mit der Jahreslosung.
Neun der vierzehn Mitglieder des Männergesangvereins Pont, „MGV Rheingold 1920 Pont e. V.“, gestalteten unterstützt durch Dominik Pichler den Empfang musikalisch. Mit „Ich war noch niemals in New York“ eröffneten sie den Reigen und forderten die Gäste auf sich zu beteiligen. Das Rennsteiglied – die heimliche Hymne Thüringens -, das Ostpreussenlied – „Land der dunklen Wälder“ – und ein Schunkelwalzer kamen bei den Senioren hervorragend an. Als letztes Lied und von allen kräftig mitgesungen ertönte das Kevelaerer Heimatlied „Wor hör ek t’hüß“.
Zwischendurch las Marion Kohlhoff die „Geschichte vom kleinen Glück“ und verabschiedete nach einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee, Kuchen, Broten und viel Geselligkeit die Gäste mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie weiter so aktiv bleiben, auch alle selbst ein kleines Glück finden und es dann weitergeben, damit es sich vermehrt.“

Viele bestaunen die 2,5 Tonnen schwere Spindelpresse im Garten

Fast 100 Jahre gab es die Metalldrückerei Peters, die in den letzten 34 Jahren ihren Sitz im Gewerbering hatte. Weil er keinen Nachfolger hatte verkaufte Inhaber Josef Peters im Dezember seinen Betrieb an seinen Nachbarn die ABS-Safety GmbH. Die Maschinen wurden verkauft und der Betrieb aufgelöst, aber von drei „Schätzchen“ wollte und konnte sich der gelernte Gürtler- und Metalldrückermeister (schmunzelnd fügt er hinzu: „Grober Silberschmied, feiner Schlosser“) nicht trennen.
Neben dem Amboss und dem Goldschmiedetisch behielt Peters ein wahres Schwergewicht, seine Spindelpresse, gebaut in Velbert von den Gebrüdern Berninghaus & Söhne. In den 30-ger Jahren kaufte sie sein Großvater, der den Betrieb auch gegründet und an seinen Sohn Josef Peters Senior weitergegeben hatte. Als dieser 1971 überraschend starb, musste sein Sohn den Betrieb und somit auch die Spindelpresse übernehmen. Mit einer Schlagkraft von 90 Tonnen und einem Gewicht von 2,5 Tonnen wurde sie zur Prägung und zum Ausstanzen von sakralen Gegenständen wie Stab-Kreuz mit Hammerschlag genutzt.
Bis vor den Krieg mit Antriebsband versehen, wurde die Presse dann mit einem Elektromotor ausgestattet. Diesen baute Peters jetzt wieder aus, um das Stück Industriegeschichte seinem neuen Standort zuzuführen. Am Ende seines Gartens, hinterm neu gebauten Haus in der Röntgenstraße, steht die Spindelpresse nun und erinnert an seinen Betrieb. „Man wundert sich, wie viele Menschen stehen bleiben und sich die Spindelpresse anschauen“, bemerkt Peters etwas stolz, „Manche stellen sich Kunst in den Garten. Ich habe eben eine Maschine.“
Den alten Goldschmiedetisch, an dem fünf Arbeiter gleichzeitig werken konnten, hat sich Josef Peters in eine kleine Werkstatt in seinem Haus gestellt. Ebenso wie der Amboss ist er in einem erstklassigen Zustand und würdig für jedes Museum ist. Auch wenn er in Kürze seine neue Stelle bei ABS antreten wird, so werden die Relikte der Industriegeschichte ihn oft an seinen Betrieb erinnern und die Spindelpresse im Garten viele Spaziergänger zum Staunen bringen.
Update: In einer früheren Version stand, dass die Presse 90 Tonnen wiegt. Diese Zahl beschreibt die Schlagkraft. Richtig ist, dass die Presse 2,5 Tonnen wiegt.

Volleyballer weiter spitze

Mit nunmehr vier Punkten Vorsprung bleibt der Kevelaerer SV souveräner Tabellenerster der Volleyball-Bezirksliga.Das Spiel in heimischer Halle gegen den Tabellenletzten vom SV Bedburg-Hau II wurde in nur 35 Minuten mit 3:0 gewonnen.
Auch wenn Trainerin Heike Thyssen aufgrund einiger krankheitsbedingter Ausfälle bloß acht Spieler zur Verfügung standen, war die Begegnung nur eine Pflichtaufgabe. Bedburg-Hau war meist schon mit den druckvollen Angaben überfordert, so dass es nur selten zu sehenswerten Spielzügen kam. Für den KSV spielten: Holtappels, Janhsen, Keuler, Nobbers, Novak, Ophey, Reschke, Thyssen.
Im vorangegangenem Spiel ließ der Verberger TV II als Tabellenzweiter einen Punkt liegen und kam nur zu einem 3:2-Erfolg gegen den TSV Weeze.
Das nächste Spiel findet am Samstag, 21. Januar, um 15 Uhr, in der Zweifach-Turnhalle am Hüls­park statt. Gegner ist dann der Tabellendritte vom MTV Krefeld.
Mehr Liga-Infos gibt es unter www.volleyball.nrw.

Starke Galakonzerte des Theaterchor Niederrhein

Musikalische Hochgenüsse bot am vergangenen Wochenende der Theaterchor Niederrhein. Mit gleich zwei Galakonzerten gastierte der 100 Sänger starke Chor am Samstagabend und am Sonntagnachmittag im Konzert-und Bühnenhaus Kevelaers. Während des Konzerts brachte der Chor das Publikum in der ausverkauften guten Stube zum Singen, zum Lachen und sogar zum Tanzen. Zum Schluss gab es nicht nur ein begeistertes Publikum, sondern auch einen vor Begeisterung strahlenden Theaterchor.
Dem gesamten Chor sowie dem herausragenden Live-Orchester und dem musikalischen Leiter Tom Löwenthal sah man während des Konzerts die Freude am Singen und Musizieren an. „Wir freuen uns wenn wir Ihnen, liebe Zuschauer, einen spaßigen Abend schenken konnten, uns hat es auf jeden Fall jede Menge Spaß bereitet“, verkündete Marloes Lammerts, Vorsitzende und (Solo-)Sängerin im Theaterchor Niederrhein, zum Abschluss des Galakonzerts.
Dem Anlass entsprechend traten die Mitwirkenden in Galagarderobe auf, was dem Konzert eine zusätzliche festliche Atmosphäre verlieh. Zugunsten der Zuschauer verzichtete das Orchester – unter Mitwirkung von Markus Birkhoff an der Bassgitarre, Heinz-Gerd van den Weyenberg am Drums, Elmar Lehnen am Flügel, Michaela Birkhoff an der Gitarre, Christian Franken am Klavier/Keyboard, Raimund Glasmachers an der Posaune, Anja Rossmann an der Querflöte, Jürgen Löscher am Saxophone/Klarinette und Frank Gerlach an der Trompete – auf die Benutzung des Orchestergrabens. Für die Special Soundeffects fühlte sich Antonie Löwenthal verantwortlich.
Überraschte der erst seit Oktober 2015 bestehende Chor bereits beim ersten Konzert mit einem umfangreichen Repertoire, so überzeugte er beim Galakonzert am Wochenende mit einer deutlichen Steigerung seines Könnens. Unter der Choreografie von Edith Reul und der Regie von Peter van Aar und Dorette Ploegmakers stand das Konzert im Zeichen der Liebesbotschaften, die sich wie ein roter Faden durch den Abend zogen. Immer wieder tauchte ein erneuter Liebesbrief auf, um diesen auf die musikalische Reise zu schicken.
Mit „Close to you“ und „La mer“ eröffneten 100 Sänger ihr Galakonzert, worauf drei junge Damen mit „Wie schön du bist“ von Sarah Conner mit ihren Stimmen überzeugten. Tanzend bewegte sich der Theaterchor bei „A serenade to the stars“ bis ins Publikum, forderte dieses zum Tanzen auf – eine Einlage, die auch beim Konzertbesucher sichtlich freudig ankam.
Immer wieder präsentierte sich das Chorensemble in wechselnden Formationen, mal als Frauen-, mal als Männerchor, dann wieder als Trio oder als Solo auf der Bühne. Dabei brachte es Buchstaben in Form von geflügelten Worten auf den Weg, beauftrage einen Postboten diese dem richtigen Empfänger auszuhändigen. Ob bei „It’s raining men“ oder Melodien aus „The phantom of the opera“, der „Postillion“ nahm seine Aufgabe sehr ernst. Dem Theaterchor wie dem Orchester gelang es mit Songs wie „Gold von morgen“ von A. Feser, „Tibi Pajom“ von Bortnyansk, „Return to sender“ von Elvis Presley oder einem Gershwin-Medley, das Publikum in seinen Bann zu ziehen, es mit Musik und Melodien zu verzaubern.
Mit Fortschreiten des Konzerts spürte das Publikum die zunehmende Begeisterung der Chormitglieder beim Singen. Noch während des Konzerts gelang es Tom Löwenthal, die Sänger zur Höchstform zu animieren. Mit „Night and Day“, „Flashlight“, und „Red is the rose“ ging die Reise der musikalischen Liebesbotschaften nach über zwei Stunden zu Ende; eine Reise mit Botschaften, die zu Herzen gingen. „Wir hoffen, wir konnten ihre Haare streicheln, ihre Wangen musikalisch küssen und ihre Herzen berühren“, lauteten die Abschiedsworte des Galakonzerts. Ja, das war dem Theaterchor Niederrhein wahrlich gelungen. Mit einem tosenden Applaus verabschiedete sich das Publikum, in der Hoffnung auf viele weitere Konzerte.


Mit Unterstützung des Kevelaerer Blattes und von Oneline-Media hat der Theaterchor jetzt auch eine Facebook-Seite. Ein Youtube-Kanal soll folgen.

Gute Gespräche, gutes Essen und jede Menge zu Lachen

Am Ende eines gemütlichen, fröhlichen und ausgelassenen Vormittags posierten die Beteiligten während des Aufräumens gerne nochmal zusammen für ein Gruppenbild.
Die stellvertretende Teamleiterin des LVR Wohnverbundes Lindenstraße, Susanne Frank, schenkte dafür gerne noch ein Glas zum Anstoßen ein und freute sich ob der schönen Atmosphäre: „Das war eine echt feierliche Stimmung heute.“ Die Vorbereitungen dazu hatten bereits vor einem Monat mit Besprechungen, Einladungen und dem Catering begonnen.
Auf der Feier selber gab‘s ein reichhaltiges Frühstück sowie Schnitzel mit Bratkartoffen und Gemüse. Gut 40 Angehörige, Mitarbeiter und Bewohner der Wohnverbünde Lindenstraße, Dietrich-Bonhoeffer und Winnekendonk nutzten die Zeit für Gespräche. Dabei wurde auch viel gelacht und natürlich gut gegessen. Ohne die Ehrenamtler wäre so ein Fest kaum machbar, hob Frank deren Anteil über das gesamte Jahr hervor. „Für solche Angebote hätten wir kaum Freiraum. So können wir Sachen machen, die wir sonst nicht tun könnten – sowas wie diesen Jahresauftakt heute.“ Einer der Aktiven ist Frank Berritz, der seit zwei Jahren im HPH-Wohnverbund mit anpackt. „Wenn man sieht, wie die ihren Spaß haben“, dann lohne sich dieser Aufwand allemal.
Auch die Twistedenerin Bärbel Heisters nutzte die Gelegenheit zum Austausch. Ihr Schwager Gerhard ist seit acht Jahren in der Lindenstraße. „Der fühlt sich hier pudelwohl, freut sich, wenn wir kommen, macht aber seine Sachen und wir wissen, dass er gut aufgehoben ist.“ Man freue sich jedes Jahr, die anderen Familienmitglieder kennenzulernen, zu den Betreuern Kontakt zu haben und in der großen Gemeinschaft zusammen zu sein. Und nette Anekdoten zu erzählen,so wie ihr Mann Hans-Joachim („Juppi“), der sich an einen gemeinsamen Besuch mit den Besuchern in der MSV-Arena: „Da haben alle gesungen und nach dem Spiel Currywurst gegessen. Das war einfach toll.“
Man gedachte aber auch der Personen, die an der Feier nicht teilhaben konnten, wie einen Bewohner, der schon das zweite Jahr erkrankt nicht dabei war. „Das war unsere Stimmungskanone“, meinte Su­sanne Frank. „Der hatte immer so spontane Bemerkungen drauf.“ Oder er holte „Juppi“ in sein Zimmer, um Dick und Doof-CDs zu hören. „Das sind einfach die Kleinigkeiten, über die sich sie freuen. Darüber denkt man anders, im positiven Sinne.“

Mit Klassik gegen Kinderarmut

Am 4. Februar gibt die Kevelaerer Geigerin Lea Brückner mit ihrem Duo-Partner Mark Kantorovic ein Konzert im Bühnenhaus. „Es ist wieder mal Zeit für ein Heimspiel nach den verschiedensten Projekten in Deutschland und zuletzt in den Niederlanden 2016“, so Brückner. „Wir wollen wieder einmal ein soziales Projekt starten“, so die Geigerin, die schon in den vergangenen Jahren diese besondere Form der Benefiz-Konzert in ihrer Heimat pflegte. Unter dem Motto „Mit Klassik gegen Kinderarmut“ soll der Erlös dazu verwendet werden, Kevelaerer Kulturprojekte anzubieten. Dazu haben die Künstlerinnen Ilka Sulten und Tanja van Went sowie die Erzieherin Veronika Becker ihre Hilfe bei Kursen in Kevelaer zugesagt. Ziel ist es, jedem Kind, egal welcher sozialer Herkunft, Kultur näher zu bringen.
Karten für das Konzert „Mit Klassik gegen Kinderarmut“ am 4. Februar um 19.30 Uhr im Bühnenhaus gibt es in der Bücherstube an der Hauptstraße 50 und an der Abendkasse. Sie kosten 10 Euro pro Erwachsenem, Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) zahlen 2 Euro. Im Bühnenhaus wird außerdem zeitgleich eine Ausstellung mit Fotos von Johannes Lunenburg zu sehen sein. Eine Ausbelichtung wird zugunsten des guten Zwecks versteigert.

Ratsarbeit wird digitaler

Fast 100 Kilo Papier waren es, die zur Vorlage des Haushaltsentwurfs im vergangenen Herbst im Ratssaal auslagen, rund 500 Blatt für jedes der 38 Ratsmitglieder. Die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Fraktionen, aber auch die Arbeit innerhalb der Fraktionen erforderte bislang Unmengen an Papier. Seit Ende Oktober hat sich das schrittweise zu ändern begonnen.
„Wir haben in der Verwaltung eine Erweiterung zum Programm SDnet eingeführt“, erklärt Beate Sibben, Leiterin der Zentralen Dienste der Stadt Kevelaer. Die neue Software, die von zahlreichen Kommunen genutzt wird, verwaltet die vielen Dokumente, die zur Ratsarbeit gehören, in elektronischer Form. Alle Ratsmitglieder können damit ebenso wie die Stadtverwaltung die Unterlagen wie bei einem modernen E-Book-Reader bearbeiten: Lesen, Durchsuchen, Markieren, Kommentieren – all das geht am heimischen Rechner ebenso wie am Tablet von unterwegs. Nur Smartphones sind wegen der zu geringen Displaygröße ausgenommen.
Selbst der Austausch von Anmerkungen mit anderen Ratsmitgliedern – in der Regel wohl mit der eigenen Fraktion – ist auf elektronischem Weg direkt aus dem Programm heraus möglich. Damit die Unterlagen auch während der Sitzungen verfügbar sind, wurde der Ratssaal extra mit WLAN ausgerüstet, das Sitzungszimmer soll folgen.
Aus Kostengründen müssen die Ratsmitglieder allerdings ihre eigenen Geräte verwenden, erklärt Sibben. „Die Nachfrage ist da“, freut sie sich über die Resonanz der Politiker. Zwar haben bislang nur vier Ratsmitglieder im Gegenzug die Unterlagen auf Papier abbestellt. Aber auch die, die derzeit noch zweigleisig fahren, dürften mittelfristig auf gedruckte Unterlagen verzichten, wenn sich das elektronische System bewährt hat, glaubt Sibben. Sie betont dennoch: „Jeder kann wechseln, keiner muss.“ Eine Einschränkung besteht jedoch: Wegen der wenigen Sitzungstermine, die sie betreffen, sind sachkundige Bürger bisher nicht für SDnet freigeschaltet – und sollen es wohl auch nicht werden.
Trotz der individuellen Geräte und unterschiedlichen Betriebssysteme, auf denen das System läuft, gab es bislang keine Probleme. „Nur vergessene Passwörter“, schmunzelt Sibben. Dazu trägt sicher bei, dass das Programm selbsterklärend ist und alle Inhalte mit wenigen Klicks oder Bildschirmberührungen zu erreichen sind.
Weitere Vorteile bietet die digitale Lösung beispielsweise dann, wenn es um Kartenausschnitte geht, wie beispielsweise bei Bebauungsplänen. Die können am Bildschirm bequem vergrößert werden und so mehr Details erkennen lassen. Und natürlich sind die digitalen Unterlagen schneller verfügbar als die Papierausdrucke, die mit der Post verschickt werden. Zwar gibt es mit dem Ratsinformationssystem schon seit 2014 ein Internetportal, in dem alle Unterlagen als PDF zugänglich sind – alle öffentlichen übrigens auch für Bürger. Mehr als Lesen ist damit aber nicht möglich.
„Aktuell ist App von SDnet vor allem ein Serviceangebot für die Ratsmitglieder“, sagt Sibben. „Aber wenn langfristig alle mitmachen, bedeutet es auch eine Kostenersparnis.“ Sibben und ihre Kollegen haben nachgerechnet, wieviel Papier dann gespart werden könnte: rund 200 000 Seiten pro Jahr – doppelt bedruckt.

Angestellte halten Taschendieb auf

Am Donnerstag, 12. Januar 2017, gegen 11.40 Uhr entwendeten zwei Täter in einem Supermarkt an der Gelderner Straße die Geldbörse einer 91-jährigen Frau aus Kevelaer. Zwei Angestellte des Supermarktes, eine 36-jährige Frau aus Kleve und eine 59-jährige Frau aus Kevelaer, hatten den Diebstahl beobachtet. Sie hielten einen der Täter, einen 33-jährigen Mann aus Goch, im Eingangsbereich fest. Der 33-Jährige wehrte sich, indem er um sich schlug und trat. Dabei beschädigte er die Glaseingangstür. Wenige Augenblicke später fuhr ein Streifenwagen am Supermarkt vorbei. Passanten informierten die Polizeibeamten, die den Täter vorläufig festnahmen.
Die beiden Angestellten blieben unverletzt. Die 91-Jährige erhielt ihre Geldbörse zurück. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der 33-Jährige aus dem Gewahrsam entlassen. Sein Mittäter ist mittlerweile identifiziert.

Unfallflucht nach Zusammenstoß mit Kindern

Am Donnerstag, 12. Januar 2017, gegen 13.30 Uhr fuhren zwei 10-jährige Mädchen mit Fahrrädern auf dem Radweg der Egmontstraße vom Schulzentrum Hüls in Richtung Weezer Straße. Die Mädchen fuhren aus ihrer Sicht auf dem linken Radweg. Eine unbekannte Autofahrerin wollte in einem weißen Kia Sportage mit Klever Kennzeichen von der Hubertusstraße nach rechts in die Egmontstraße abbiegen. Dabei stieß sie mit den beiden Mädchen zusammen. Eines der Mädchen stürzte zu Boden. Das andere Mädchen konnte noch einen Sturz verhindern. Die Autofahrerin stieg zunächst aus, setzte dann aber ihre Fahrt in Richtung Schulzentrum Hüls fort. Die beiden Mädchen verletzten sich bei dem Zusammenstoß leicht.
Die unbekannte Autofahrerin war etwa 1,70 m groß, hatte eine schlanke Figur und kurze blonde Haare. Bekleidete war sie mit einer dunkelgrauen Jacke, einer dunkelblauen Hose und schwarzen Stiefeln. Sie trug eine rote Brille.
Hinweise erbittet die Polizei Goch unter Telefon 02823-1080.