Aktuelles aus Kevelaer

Erster Kunstrasenplatz im Frühjahr bereit

Lange hatte man in Kevelaer und Twisteden darum gekämpft, nun sind die Fortschritte immens: In Sachen Kunstrasen dürfen sowohl der Kevelaerer SV als auch die DJK Twisteden mit einer mehr oder weniger zeitnahen Fertigstellung rechnen.
Uwe Wassen, Jugendobmann des KSV, zeigt sich optimistisch, dass auch auf der Sportanlage bei Scholten bald die Bagger rollen: „Die Planungen sind weit vorangeschritten. Durch die Lage des Platzes ist die Handhabung bei uns etwas komplizierter als in Twisteden, da viel Boden abgetragen werden und der Wasserablauf geregelt werden muss.“ In Kürze sollen die Ausschreibungen für Baufirmen erfolgen, um den nächsten Schritt zu machen und die bauliche Umsetzung zu beginnen. „Wir haben bereits mit einem Architekten, der beispielsweise die Sportplätze in Winnekendonk konzipiert hat, alles Nötige erörtert“, sagt Wassen.
Zeitdruck verspürt man unterdessen nicht beim KSV. „Etwa sechs bis zehn Wochen kann man – je nach Witterungsbedingungen – als Zeitraum vom ersten Spatenstich bis zum fertigen Kunstrasenplatz rechnen. Wenn wir rund um den Oktober dieses Jahres fertig werden, dann sind wir glücklich. Wir wollen die kommende Winterzeit mit einem Kunstrasenplatz bestreiten“, gibt Wassen das Ziel aus. Im Sommer, wenn die Naturrasenplätze sowieso bespielbar sind, habe man dann genug Zeit, um auch zu erörtern, welche Leistungen in Eigenarbeit geleistet werden können, um Kosten zu sparen.
Die Finanzierung des Kunstrasenplatzes wird von der Stadt Kevelaer unterstützt. 150 000 Euro Zuschuss gibt es, der Restbetrag wird durch Vereinsgelder und Sponsoren gestemmt. „Die Finanzierung ist ein laufender Prozess, in dem wir für jegliche Unterstützung dankbar sind – wir sprechen mit den Kevelaerer Unternehmen, um noch weitere Sponsorengelder zu generieren“, erklärt Wassen.
Genutzt werden soll der Kunstrasenplatz nach Fertigstellung von allen Kevelaerer Mannschaften. 24 Jugendteams und zwei Seniorenmannschaften werden dann bei schlechten Witterungsbedingungen auf dem Platz trainieren und spielen wollen. „Natürlich müssen wir dann einen Plan erarbeiten, wie der Platz bestmöglich und gerecht unter allen Mannschaften aufgeteilt werden kann“, sagt Wassen. „Wichtig ist, dass es ein Platz für alle ist. Der KSV ist nicht nur die Erste Mannschaft – gerade die Jugendmannschaften sollen im Winter vom Platz profitieren, wenn kein Platz in den Turnhallen für sie ist.“ Spätestens in der kommenden Schlechtwetterperiode soll das dann kein Problem mehr sein.
Deutlich weiter vorangeschritten sind die Planungen und Bauarbeiten in Twisteden. Mitte Dezember wurde dort begonnen, den Sportplatz, der direkt an das Vereinsheim grenzt, vom Naturrasen- in einen Kunstrasenplatz zu verwandeln. In Eigenarbeit wurde zunächst das Stankett entfernt, ehe kurz vor Weihnachten der Mutterboden abgetragen wurde. Anfang Januar begannen dann die eigentlichen Arbeiten am neuen Platz: „Zunächst wurde viel Kies angefahren, was als Teil des Unterbaus dient. Diese Arbeiten wurden gerade abgeschlossen, ab jetzt kommt eine Schotterschicht darauf, ehe eine Dünnschicht und dann der eigentliche Kunstrasen aufgetragen werden“, erklärt Johannes Kleuskens, 1. Vorsitzender der DJK. Im Kevelaerer Nachbardorf hat man das Ziel, spätestens Ende April mit den Bauarbeiten fertig zu sein. „Mit dieser Planung haben wir auch mit Blick auf die Witterungsbedingungen ein gutes Polster“, meint Kleuskens.
Rund 350 000 Euro kostet der neue Kunstrasenplatz in Twisteden. Auch hier bezuschusst die Stadt das Projekt mit 150 000 Euro, und auch hier wird der Rest von vereinseigenen Mitteln, Sponsorengeldern und Darlehen bezahlt. Eine Fachfirma übernimmt bei der DJK lediglich die finale Verlegung der Dünnschicht und des Kunstrasens. Neben den größtenteils abgeschlossenen Erd­arbeiten werden die Einzäunung, die Pflasterarbeiten und die Erneuerung des Stanketts in Eigenregie bewältigt.
Zum Ende der laufenden Saison also soll in Twisteden auf dem neuen Platz gespielt werden können. „Ob wir dann zum Saisonende oder zum Beginn der neuen Spielzeit die offizielle Eröffnung feiern und in welchem Rahmen das passiert, ist noch unklar“, sagt Kleuskens. „Aber spielen kann man dort ja auch vor der Eröffnung.“ Genutzt wird der Platz auch bei der DJK von allen Altersklassen: „Es wird einen detaillierten Nutzungsplan geben, sodass jeder davon profitieren kann“, sagt der Vorsitzende. Meisterschaftsspiele werde man aber auch weiterhin nach Möglichkeit auf den Naturrasenplätzen austragen.
Mit den neuen Plätzen werden die Verantwortlichen sowohl beim KSV als auch der DJK im Winter weniger tiefe Sorgenfalten bekommen. Platz für alle Teams wird auch auf den neuen Kunstrasenplätzen nicht sein, doch ein großer Schritt in die richtige Richtung ist mit diesen Umsetzungen lang gehegter Träume getan.

Helmi Brünen zum 70.: „Das Leben mit Kopf, Herz und Hand lehren“

Helmi Brünen hat allen Grund zum Feiern. Zu ihrem 70. Geburtstag am 24. Januar 2017 blickt das KB noch einmal auf das berufliche Wirken der langjährigen Kindergartenleiterin zurück.
Die dritte Tochter der Gastwirte Maria und Hubert Brünen („Zum Goldenen Schwan“) ließ sich zur Kinderpflegerin ausbilden und arbeitete im Kindergarten St. Marien. 1972 qualifizierte sie sich zur Erzieherin und absolvierte ihr Anerkennungsjahr im Kindergarten St. Hubertus, der gerade von der Kirchengemeinde St. Marien eingerichtet worden war.
Sie wechselte aus der Vorschul- in die Sonderschulpädagogik und ging nach Geldern. 1979 bewarb sie sich auf die ausgeschriebene Stelle einer Leiterin des Kindergartens St. Hubertus in Kevelaer und übernahm zum 1. August die neue Aufgabe. Sie behielt sie 30 Jahre lang und prägte den Kindergarten mit ihrer christlichen Anschauung.
Helmi Brünen sagte 2009: „Ich weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist.“ Der Kindergarten, eröffnet 1971, sei von Anfang an etwas Besonderes gewesen: „Wir waren der erste Kindergarten im Kreis, der eine Ganztagsbetreuung mit Mittagessen anbot.“ Wie nötig die Einrichtung gewesen sei, habe schon die Zahl von 95 Kiga-Kindern deutlich gemacht, darunter Tageskinder aus Goch und Weeze. Bis 2002 wurden zudem Grundschulkinder nach Schulschluss betreut. Altersgemischte Gruppen mit Kindern von drei bis zehn seien entstanden – eine hohe Anforderung.
Mit Einrichtung der Offenen Ganztagsschulen fiel dieser Zweig weg. 2002 schmolz die Einrichtung um eine Gruppe. Die Gruppenräume wuchsen um einen Nebenraum. Mit einem weiteren Anbau, einem zusätzlichen Wickel- und Ruheraum, konnten ab 2008 zweijährige Kinder betreut werden.
Helmi Brünen führte die Einrichtung sicher durch die Veränderungen und blieb wie ihre Nachfolgerin Jennifer Kempen der eigenen Linie treu. „Das Leben mit Kopf, Herz und Hand lehren und den Kindern dabei das selbstständige und emotionale Denken vermitteln, das ist unser Anliegen.“
Bei der Verabschiedung von Helmi Brünen 2009 hagelte es gute Worte. Das Vermitteln von Werten sei der Erzieherin wichtig gewesen; ihren Beruf habe sie im festen Glauben ausgeübt; so habe sie den Kindern Geschichten von Jesus erzählt und mit ihnen gebetet, sagten Laudatoren.
Ihre Liebe habe den Kindern und der Einrichtung gegolten. Dem Team sei sie ein Vorbild gewesen. „Schade, dass sie geht. Sie war sehr offen für alles Neue und hatte immer Verständnis für unsere Sorgen und Anliegen”, sagte Jennifer Kempen, die die Einrichtung als Kind selbst besucht hatte – damals noch unter Leitung von Vorsehungsschwester Irene.
Pastor Dr. Stefan Zekorn hob die menschlichen und pädagogischen Fähigkeiten von Helmi Brünen hervor. Mit 40 Rosen und einer Bronzeabbildung des Gnadenbilds bedankte er sich herzlich. Die Kolleginnen hatten besondere Glückwunschbriefe besorgt: Sie trugen Dankadressen von Familienministerin Ursula von der Leyen und Bürgermeister Dr. Axel Stibi vor; „Millionendank” gab’s von Günther Jauch, und eine Prise an Kochrezepten zum Ruhestand tat Horst Lichter dazu.
Helmi Brünen konnte alles gut brauchen. Schon vor ihrem Abschied hatte sie sich an der Seite ihres Schwagers um ihre schwer erkrankte Schwester Hanne Wolters gekümmert und in den letzten Jahren mit Hingabe ihre Pflege geleistet. Im April 2016 starb Hanne Wolters. Nach den Sommerferien 2016 ließ sich Helmi Brünen auf eine neue, alte Aufgabe ein: Sie ist wieder für Kinder da und leistet in „St. Hubertus“ zweimal in der Woche Hausaufgabenhilfe. „Das macht mir viel Spaß“, sagt sie. Noch mehr Kinder gehen nun durch ihre bewährten Hände.

Warme Schuhe für Flüchtlinge

Einen kleinen Aufruf zur Kolping-Schuhsammelaktion Ende vorigen Jahres in der Zeitung gelesen, bei der Kolpingfamilie Kevelaer angerufen und wieder ein Beispiel großer Hilfsbereitschaft und Kooperation erfahren: Die Kolpingfamilie stellte der Caritas-Kleiderkammer von St. Marien nahezu 300 Paar gespendete Schuhe zur Verteilung an die Flüchtlinge zur Verfügung, die am Wochenende von Helfern und Helferinnen von Kolping und Pfarrcaritas sortiert wurden.
Beim anschließenden Schuh-Basar konnten mehr als 200 warme Schuhe für Herren, Damen und Jugendliche an die Flüchtlinge weitergegeben werden. Die erste junge Familie war bereits um 9.15 Uhr zur Stelle. Am glücklichsten waren drei junge Männer, die nach 11 Uhr völlig durchgefroren aus Twisteden kamen: „Wir haben gerade einen Job in einer Gärtnerei bekommen und nun auch schöne warme Schuhe – heute ist ein Glückstag!“, freuten sie sich.
Für die zu erwartenden Neuzugänge an Flüchtlingen ist die Kleiderkammer dank der Kolpingfamilie Kevelaer nun ebenfalls bestens ausgestattet. Sylvia Rommen-Albrecht, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Marien, erklärte: „Wir danken allen Spendern – auch im Namen der Flüchtlinge – sehr herzlich!“

Nachwuchskräfte bestanden Abschlussprüfung

Die Stadt Kevelaer legt großen Wert darauf, in vielen verschiedenen Ausbildungsberufen auszubilden und Weiterbildungen der Mitarbeiter zu unterstützen, um den Personalbedarf aus den eigenen Reihen decken zu können. Somit konnten im vergangenen Jahr sechs Nachwuchskräfte erfolgreich ihre Abschlussprüfung beenden.
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler freute sich sehr über den erfolgreichen Verwaltungsnachwuchs und beglückwünschte die jungen Nachwuchskräfte während einer kleinen Feierstunde zu ihren guten Leistungen. Zu den erfolgreich abgelegten Prüfungen gratulierten der Bürgermeister (links im Bild) sowie der Personalleiter Werner Barz (rechts im Bild) folgenden Mitarbeitern (im Bild von links nach rechts): Benjamin Berrisch (Fachinformatiker, Fachrichtung Systemintegration), Kristina Crom (Verwaltungsfachangestellte), Stefan Schax (Verwaltungsfachwirt), Julia Hendrix (Verwaltungsfachangestellte), Sina Luyven (Anerkennungsjahr als Erzieherin) und Laura Wolfgarten (Verwaltungsfachwirtin).

Schwester Lucia aus Nigeria besucht Imole-Lichtstärke

Schwester Lucia Akinnusoye (Sisters of St. Louis) leitet die „St. Lucy Imole Augenklinik Ilora“ in der Diözese Oyo in Nigeria. Auf Einladung von „Imole-Lichtstärke e.V.“ hält sie sich momentan in Kevelaer auf, um bei der Mitgliederversammlung des Vereins über die Arbeit und den Fortschritt in der Klinik zu berichten.
Der ehemalige Kinderarzt Dr. Abiodun Ogundare hatte in seiner Heimat ein Haus zur Verfügung gestellt. Der durch ihn gegründete Verein „Imole-Lichtstärke e.V.“ hat es sich zur Aufgabe gemacht zu ermöglichen, dass viele Erblindete behandelt werden können oder durch Operationen ihr Sehvermögen wiederhergestellt werden kann. Zu diesem Zweck wurde das Gebäude zur „St. Lucy Imole Augenklinik Ilora“ umgebaut. Die dafür notwendige Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung sowie die Einrichtung für eine Behandlung mit Betten und medizinischen Geräten wurde vom Verein finanziert. Am 24. April 2015 konnte das Krankenhaus eröffnet werden und bereits am ersten Tag kamen 217 Menschen, um sich untersuchen zu lassen.
Schwester Lucia berichtete, dass der Besuch der Menschen nicht ganz selbstverständlich sei. Viel Werbung durch die Diözese und die Vermittlung der Stammeskönige war nötig, um das Vertrauen der Bevölkerung zu erlangen, damit sie zur Klinik gehen. Weit über 150.000 Menschen in der Region haben Augenerkrankungen und viele drohen ohne Behandlung oder Operation zu erblinden. Einige Erkrankungen sind so aggressiv, dass ohne Behandlung innerhalb von 24 Stunden die Erblindung eintritt. Die Klinik ist an allen Werktagen geöffnet und hat am Wochenende einen Notdienst. Ein Augenarzt, der alle drei Monate wechselt, steht zur Verfügung, und die 14 Mitarbeiter inklusive Sicherheitsdienst sind rund um die Uhr bereit zu helfen.
In dem Gebiet ist die politische Lage stabil und es sind keine Übergriffe durch die Boko Haram, eine islamistische terroristische Gruppierung im Norden Nigerias, zu befürchten. Um Diebstahl von Sonnenkollektoren oder anderen technischen Geräten zu verhindern, bedarf es aber eines Sicherheitsdienstes.
Die Klinikleiterin bedankte sich für die große Unterstützung durch „Imole-Lichtstärke e.V.“ und überbrachte Dankesgrüße von Bischof Emmanuel Badejo Adetoyese. Durch die Spenden des Vereins können die Behandlungskosten auf fast 20 Prozent des Üblichen reduziert werden. Hierdurch können sich viele der oft armen Menschen den notwendigen Besuch in der Klinik leisten. Trotzdem kostet eine Operation immer noch etwa so viel wie zwei Monatseinkommen. Weitere Geldzuwendungen sind deshalb notwendig.
Neben den Geräten und den finanziellen Zuwendungen erfolgte im letzten Jahr die Übergabe eines Autos. Hierfür wendete der Verein 17.500 Euro inklusive Zollgebühren auf. Mit diesem Auto, so berichtet Sr. Lucia, werden Menschen im Umkreis von etwa 60 Kilometern versorgt. Hierdurch ist nicht nur die Nachsorge abgedeckt, sondern die Gesundheitserziehung kann Lehrern und Eltern vermittelt werden.
Auch wenn sich die Klinik noch nicht selbst trägt, so ist doch bereits nach so kurzer Zeit eine sehr positive Entwicklung zu erkennen. Im Vergleich zu den anderen fünf Kliniken der Region hat sich die finanzielle Basis der „St. Lucy Imole Augenklinik Ilora“ am besten entwickelt. Nicht nur aus diesem Grund, sondern weil die Klinik mehr Platz benötigt, wurde im Verein für eine Erweiterung Spendengeld angespart. Sr. Lucia freut sich, dass in diesem Jahr auf etwa 181 Quadratmetern Behandlungsräume, Besprechungszimmer und Lagerräume entstehen. Außerdem wird eine zusätzliche Toilettenanlage gebaut. Die Kosten liegen bei etwa 40.000 Euro. Damit das Geld vor Ort bestimmungsgemäß verwendet wird, kümmert sich ein Cousin von Dr. Ogundare vor Ort um die Baustelle. Außerdem wird die Diözesanverwaltung, über die auch alle finanziellen Transaktionen laufen, die Bauarbeiten beaufsichtigen.
Die Mitgliederversammlung von „Imole-Lichtstärke e.V.“ entlastete einstimmig, bei eigener Enthaltung, den Vorstand für das letzte Geschäftsjahr. Ebenfalls einstimmig, bei eigener Enthaltung, wurden die bisherigen Mitglieder des Vorstandes (Karsta Dietert, Dr. Ogundare und Heinz Verrieth) und des Beirates (Ingeborg Bieker-Riedel und Rolf Egging) bei der Neuwahl in ihrem Amt bestätigt.


Wer diese wichtige Aufgabe in Nigeria unterstützen möchte, ist als neues Vereinsmitglied herzlich willkommen. Infos dazu unter www.imole-lichtstaerke.de.
Geldzuwendungen (Spendenquittung) können auf folgendes Konto überwiesen werden:
Kontoinhaber: Imole-Lichtstärke e. V.
Volksbank IBAN: DE14 3206 1384 4320 9170 13
Sparkasse IBAN: DE84 3225 0050 0700 4756 76
Stichwort: „Hilfe für Imole“

Versuchter Einbruch an der Koxheidestraße

Unbekannte Täter versuchten in der Zeit zwischen Freitag, 20. Januar 2017, 17 Uhr und Samstag, 21. Januar 2017, 9.30 Uhr vergeblich, die rückwärtige Terrassentür eines freistehenden Einfamilienhauses an der Koxheidestraße aufzuhebeln. Es gelang ihnen nicht, in das Haus einzudringen.
Zeugen werden gebeten, sich unter 02823-1080 mit der Kripo Goch in Verbindung zu setzen.

Versuchter Einbruch an der Haydnstraße

Am Donnerstag, 19. Januar 2017, gegen 20.30 Uhr vernahm die Bewohnerin eines Einfamilienhauses an der Haydnstraße in Kevelaer verdächtige Geräusche aus dem Erdgeschoss. Am darauffolgendem Tag stellte sie fest, dass unbekannte Täter versucht hatten, die Terrassentür aufzuhebeln.
Zeugen melden sich bitte bei der Kriminalpolizei in Goch unter der Telefonnummer 02823-1080.

Karl Timmermann wird 65 Jahre alt

Zurückblicken möchte Karl Timmermann schon. „Aber nicht zu lange“, sagt der Musiker, Entertainer, Autor, Benefizgala-und Weihnachtskonzertveranstalter aus Kevelaer. „Es soll bitte nicht heißen: Das war sein Leben“, betont Timmermann mit einem Lachen. Am Samstag, 21. Januar 2017, darf Karl Timmermann aber dennoch einen kurzen Rückblick auf seine vergangenen 65 Jahre werfen. Denn die sind gespickt mit „Höhen und Tiefen“, wie er selbst betont.
Am 21. Januar 1952 erblickt Karl Timmermann als Nesthäkchen in Mörmter bei Xanten das Licht der Welt. Hier wächst er mit acht Geschwistern auf einem Bauernhof auf. Die Liebe zur Musik entdeckt der jüngste Spross der Familie schon sehr früh – sie wird sich wie ein roter Faden durch sein Leben ziehen.
Sein Studium auf Lehramt absolviert Karl Timmermann in Münster. Hier lernt er auch seine Frau Renate kennen, die er 1975 vor den Traualtar führt. Sie ist es, die ihm in allen Lebenslagen den Rücken stärkt. Schon bald wird Kevelaer, auch berufsbedingt, zur Heimat.
Von hier aus führt der morgendliche Weg direkt zum Schulgebäude an der Hüls. 41 Jahre und 18 Tage unterrichtet er Kinder und Jugendliche von der 5. bis zur 10. Klasse, begleitet diese als Klassenlehrer. Der musikalische Unterricht, wen wundert es, liegt ihm besonders am Herzen. Der dreifache Vater beherrscht die Fähigkeit Kinder und Jugendliche für Musik zu begeistern, entdeckt unter ihnen sogar verborgene Talente.
Anfang der 1990er-Jahre nimmt auch seine Kariere als Musiker, Komponist und Entertainer volle Fahrt auf. Sein legendärer Auftritt als Barry-Gibb-Double in der Rudi-Carrell-Show aktiviert eine Kette von Zufällen, woraus unter anderem auch „Weihnachten am Niederrhein“ entsteht.
Darüber hinaus wird Karl Timmermann zum Organisator zahlreicher Benefizkonzerte. Die Tsunamikatastrophe in Thailand, Weihnachten 2004, setzt in der Familie Timmermann einen Drang zur Hilfe frei. Nach Rücksprache mit dem damaligen Kevelaerer Bürgermeister Dr. Axel Stibi stampft Karl Timmermann innerhalb weniger Tage ein Benefizkonzert zugunsten der Tsunamiopfer aus dem Boden. Der Erfolg gibt ihm Recht. Die Idee, mit Musik helfen zu können ist geboren. „Ich bin kein Millionär“, sagt der Sänger. „Aber ich kann auf der Bühne stehen, ein Programm machen und singen“, führt der Organisator weiter aus, „also kann ich helfen“.
Zahlreiche Institutionen, darunter Aktion Pro Humanität, der Förderverein krebskranker Kinder e.V. in Köln, die Macedonienhilfe, die Hermann-van-Veen-Stiftung und nicht zuletzt die Lebenshilfe Gelderland werden Begünstigte seiner Konzerte. Sein unermüdliches Engagement gehört den benachteiligten Menschen. Ihm liegen die Vergessenen, besonders die Kinder am Herzen.
Zwischendurch überlegt er sogar den Lehrerberuf an den Nagel zu hängen. Denn sein Hobby Musik zu machen, das auch zunehmend Fernsehauftritte zur Folge hat, sorgt dafür, dass das Leben nicht so normal ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Hinzu kommen Neider und Rückschläge. Doch Timmermann hat längst nicht mehr den Anspruch, es jedem Recht zu machen. Er wird zunehmend gelassener.
2002 trifft die Familie ein persönlicher Schicksalsschlag. Sein kranker Sohn Mark stirbt im Alter von nur 22 Jahren. Kurz darauf macht sich der Autor Karl Timmermann daran, das Leben seines behinderten Kindes zu dokumentieren. In seinem Buch „Du liebtest das Leben“ beschreibt er die authentische Geschichte eines Menschen, der voll Freude am Leben teilnahm. Der schwere Verlust schweißt die Familie zusammen, lässt sie nach vorne schauen und neue Ziele verfolgen.
Ideen sind auch für die kommenden Jahre reichlich vorhanden. Dazu gehört die Entstehung eines Musicals. „Ja, es ist ein dicker Brocken, aber es nimmt Formen an“, verrät der Komponist. Gemeinsam mit seinem Freund Jürgen Rust reifen die Gedanken zum Musical „Die Weihnachtsreise“, das – wahrscheinlich in zwei Jahren – im Konzert-und Bühnenhaus Kevelaer aufgeführt werden soll.
Nein, ausruhen auf seinem Erfolg möchte sich Karl Timmermann auf gar keinen Fall. „Ich bin kein Couch Potato“, scherzt der Kevelaerer, der zudem liebend gerne für seine zwei Enkelkinder da ist, mit ihnen spielt oder, wie könnte es anders sein, musiziert. Ja, ein kleiner Rückblick, verbunden mit einem Wunsch, darf sein. „Ich möchte noch lange gesund bleiben, damit ich noch viel Musik machen kann“, hofft Timmermann, „und wenn ich anderen damit eine Freude machen oder gar helfen kann, dann ist es gut“, fügt er mit bewegenden Worten hinzu.
Wir sagen Danke und herzlichen Glückwunsch, Karl Timmermann!

Scala Jazz Band eröffnet Konzertreihe im Goldenen Apfel

Über ein gut besuchtes Haus konnte sich Inhaberin Jutta Pesch beim ersten der vier Konzerte der „Scala Jazz Band“ im Rahmen ihrer kleinen Jazzreihe im „Goldenen Apfel“ freuen. „Wie die Jungfrau zum Kinde“ sei das Ganze zu ihr gekommen, gestand sie zum Auftakt am Donnerstag, 19. Januar. Denn den Anstoß zu der Reihe mit der Scala Jazz Band hatte deren Pianist Wolfgang Czeranka geliefert, der am zweiten Adventssonntag mit einem Trio kurz mal in die Gaststätte musikalisch „reingeguckt“ hatte. „Da kam dann ganz spontan die Idee und er hat mich gefragt, ob sie hier nicht auftreten können“, erzählte Peil.
Der Wember Czeranka selbst zeigte sich nach dem ersten Stück des Abends „total baff, der Laden ist voll“ und für die Band freute er sich, „dass Jutta Pesch mitgezogen hat. Man trifft auch mal andere Leute – Musik ist ja auch soziales Happening.“
Um keine künstliche Konkurrenz zu erzeugen, bedurfte es der Abstimmung mit den Inhabern des „Goldenen Löwen“, die seit Jahrzehnten schon Angebote dieser Art in der Marienstadt machen. Von Irmgard Baers und ihren Mann sei aber das Signal gekommen, das aus privaten Gründen „erstmal ruhen zu lassen“, erläuterte Pesch. „Das war wie eine Fügung für mich“, freute sie sich darüber, dass diejenigen „Freunde, die Jazz mögen“, jetzt zu ihr kommen können. Entsprechend nutzten die Kevelaerer Jazzfans die Gelegenheit, sich von der Musik mitnehmen zu lassen.
Jan Wolfgang Menn, der mit seiner Frau und einigen Bewohnern von St. Marien aus um die Ecke gekommen war, erinnerte sich an die Zeiten, „wo es in der Nachbarschaft einen Jazzkeller gab“ und man nach Düsseldorf zum Musikhören gefahren sei.
„Ich höre Jazz gern, aber viel zu wenig. Deshalb bin ich hier“, lauschte der Leiter des Theaterchor Niederrhein, Tom Löwenthal, aufmerksam dem Sound der fünfköpfigen Combo. Und Gerry Flintrop und Britta Verhaag genossen im Sessel unmittelbar vor der Band die Musik. „Das ist wie zuhause im Wohnzimmer – eine schöne Stimmung“, waren sich beide einig.
Wolfgang Czeranka (Piano), Hanns Hübner (Kontrabass)  Dietmar Fest (Schlagzeug), Stefan Bur (Vibraphon) und der niederländische Saxofonist und Moderator Aart Gisolf hatten sich musikalisch im Weseler „Scala“-Kino zusammengetan – daher auch der Name.
Mit dynamischem Sound und starker Solo- und Rhythmusarbeit sorgten sie für einen musikalisch gehaltvollen Abend. Und sie boten einen guten Querschnitt des Jazz an – von Songs wie „Cataloupe Island“ von Herbie Hancock, swingigen Sonny-Rollins-Titeln wie „Sunny moon for two“, moderneren Nummern wie „Song for my father“ von Horace Silver bis zum Klassiker „Take 5“ von Dave Brubeck.
Dazu kamen noch nette Anekdoten von Gisolf über frühere Legenden wie Joe Zawinul oder Dexter Gordon – und die gesangliche „Veredelung“ der Musik durch die aus Dortmund stammende Daniela Rothenburg. Charmant und natürlich im Klang verlieh sie Songs wie „Heaven“, „My baby just cares for me“ oder dem „Ist sie nicht süß“ ihre eigene Note und bewies dabei ihre Scat-Qualitäten.
Die weiteren Termine sind am 9. Februar, 23. März und 27. April – und sowohl Jazzfans als auch Musiker sind herzlich eingeladen, an den Abenden vorbeizukommen und vielleicht auch mitzumachen.

Galerie Neueröffnung – Mit „NELL“ bekommt die Busmannstraße einen „Farbtupfer“ hinzu

Cornelia Elbers ist ganz stolz auf ihre Galerie „NELL“ an der Busmannstr. 18, die sie am Donnerstag, den 20. Januar 2017 eröffnete. Ihre selbstgemalten Bilder stellt sie hier zum Verkauf aus. Farbenfrohe Bilder, die ihre Alltagsbeobachtungen darstellen, die sie mit viel Witz und Charme festgehalten hat.
Der Name der Galerie geht auf den Kosenamen zurück, den ihr Großvater von ihrem Vornamen abgeleitet hat, sagte ihr Mann Rainer, der nach eigener Auskunft, „der HiWi“ in dem kleinen Unternehmen ist. Also der Mann für alles, was außer dem Malen so anfällt. Er war es auch, der seine Frau Cornelia dazu brachte, den „Pinsel zu schwingen“.
„Es ist wohl 10 Jahre her, da habe ich meiner Frau eine Staffelei geschenkt, mit dem Hinweis, tue doch auch mal etwas nur für dich. Denn Sie managt bei uns Zuhause in Issum ein kleines Familienunternehmen, mit 7 Kindern, und das beansprucht enorm viel ihrer Zeit“, erinnert er sich. Ihre Kinder im Alter von heute 11 bis 30 Jahre, aber auch Ihr Mann, haben zu den Motiven und den witzig frechen Sprüchen beigetragen, die sie auf die Leinwand bringt. Manches mit einem Augenzwinkern versehen, dass einen selbst an diese Alltäglichkeiten sofort erinnern lässt. So zeigt ein Bild eine Hausfrau (sie selbst?) die an der Spüle steht und einen Berg von Geschirr vor sich hat, darüber steht geschrieben, „Ich spüle was, was Du nicht siehst …“
„Wir haben mit den ersten Bildern viele Ausstellungen und Märkte besucht. Nach dem wir merkten, dass die Menschen das toll finden, was ich so produziere, da haben wir uns entschlossen mehr daraus zu machen“, sagt Cornelia Elbers. „So verkaufen wir heute die original Bilder und Drucke sowie Postkarten, Kalender und Bürotassen mit den Motiven. In Kevelaer haben wir mit dem stationären Verkauf bereits vor 6 Jahren im Geschäft „Schauplatz“ von Anja Hummler begonnen.“ Jetzt hat sie sich den Traum mit der eigenen Galerie verwirklicht.
Kevelaer sei der richtige Standort dafür, davon ist sie überzeugt. Vielleicht hat aber auch Ihr Bruder, Hans-Josef Bruns, Wirtschaftsförderer der Stadt Kevelaer, etwas nachgeholfen und damit dafür gesorgt, dass ein Geschäftslokal weniger leer steht.
Da sie nach wie vor für den Haushalt und die Kinder da sein muss, wird die Galerie zunächst donnerstags und samstags sowie an den verkaufsoffenen Sonntagen geöffnet sein. Ob weitere Tage hinzukommen werden, will sie vom Verlauf abhängig machen. Sie freut sich darauf, was ab jetzt auf sie zu kommen wird, sagte sie mit einem freudigen Lächeln. Sie habe schon so viel von den Aktivitäten in der Werbegemeinschaft Busmannstraße gehört und möchte dieser auch unbedingt beitreten. Darauf angesprochen, was ihr Lebensmotto sei, erwidert sie: „Ein Tag ohne Lächeln ist kein Tag!“ Dieser Satz spiegelt genau das wider, was man in der kleinen Galerie betrachten kann. Rudolf Beerden