Aktuelles aus Kevelaer

Dr. Gerhard Hauptmann – Mein Kevelaer

Was schätzen Sie an Kevelaer?
Man lebt in einer Stadt mit einer besonderen spirituellen und historischen Dimension. Aufgrund der Wallfahrt bzw. der Besucher hat sie auch eine Einzelhandelsstruktur, die weit über die Einwohnerrelation hinausgeht.
Für einen Tag Bürgermeister von Kevelaer. Welches Problem würden Sie als erstes in Angriff nehmen?
Wichtig erscheint mir, Maßnahmen zu setzen, damit Kinder und Jugendliche bei ihrem ersten Besuch (wohl mit ihren Eltern) in Kevelaer diesen positiv und nicht „uncool“ in Erinnerung behalten. Das ist eine Investition in die Zukunft. Insofern waren die Diskussion um den Spielplatz hinter dem Museum kontraproduktiv.
Was sollte ein Besucher auf jeden Fall gesehen bzw. unternommen haben?
Auf jeden Fall das Museum. Es gehört auch im internationalen Vergleich zu den besten dieser Art. Und für die Kinder gibt es dort viel zu sehen.
 

Räuber Hotzenplotz sorgt für einen Heidenspaß bei Groß und Klein

Generationen von Kindern haben sie gelesen, die Ottfried-Preußler-Geschichte vom „Räuber Hotzenplotz“. Bis heute fasziniert das Märchen des ungehobelten Diebes, der sich die Kaffeemühle der Großmutter von Kasperl unter den Nagel reißt, die Kinder.
So war es auch kein Wunder, dass viele Eltern mit ihren Kleinen den Weg ins Bühnenhaus gefunden hatten, um die Interpretation des Klassikers durch das Bielefelder „Totz-Alledem“-Theaters mitzuerleben.
„Das ist immer noch aktuell für Kinder“ versichrete Najda Brouwers, die ihrem achtjährigen Patenkind Eva den Theaterbesuch zum Geburtstag geschenkt hatte. Dem Ensemble mit Christina Seck, Kirsten Bohle, Henrik Fockel und Volker Rott gelang es in der gut einstündige Aufführung mit kleinen Lichteffekten, einem in sich wandlungsfähigen Bühnenbild und viel Engagement die Kinder an der Entwicklung des Stückes teilhaben zu lassen.
Mit viel Liebe und Humor wurde die Geschichte des gerissenen Hotzenplotz (Volker Root) dargestellt.  Bei dem Versuch den Räuber nach dem Diebstahl der Kaffeemühle zu fassen werden Kasperl (Kirsten Bohle) und Seppel (Henrik Fockel)  von jenem geschnappt. Der verwechselt sie aber miteinander, weil beide ihre Mützen getauscht haben. Er verkauft Kasperl, den er für Seppl hält, für einen Sack Schnupftabak an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann (Christina Seck) .
Der belegt das Schloss mit einem Bann, damit Kasperl nicht flüchten kann, während er auf Reisen ist. Doch Kasperl entdeckt in einem Unkenpfuhl die als Unke verzauberte Fee Amarilys, für die er Feenkraut besorgen soll. Um den Bann zu brechen, lässt er den Sepplhut zurück.
Der Zauberer entdeckt, dass Kasperl weg ist, will ihn mit dem Hut zurückzaubern, holt aber nur den echten Seppel herbei. Wütend zaubert er den Hotzenplotz vorbei, verwandelt ihn in einen Gimpel. Kasperl kehrt derweil zurück, unsichtbar gemacht durch das Fenenkraut, berührt die Unke, die sich wieder zur Fee verwandelt und das Zaubererschloss zerstört.
Der Zauberer stürzt zuvor in den Unkenpfuhl, und mit dem Wunschring der Fee wünscht sich Kasperl die Mühle zurück, zaubert Hotzenplotz zurück, der dem Wachtmeister Dimplmoser übergeben wird. Schließlich bekommt die selige Großmutter ihre Mühle zurück, deren Melodie „Alles neue macht der Mai“ sogar noch schöner klingt als zuvor.
Die Kinder lebten das Märchen richtig mit, lachten wie auch viele Erwachsene herzhaft, als Kasperl aus Hotzenplotz solch urige Varianten wie „Hopsentrotz“ oder aus dem Zauberer „Reprozilius Wackelzahn“ machte und klatschten begeistert mit, als das Ensemble zum Schluss fröhlich tanzte.

Jetzt gibt es eine neue Anlaufstelle

Viele der ehrenamtlichen Helfer der ambulanten Hospizgruppe, Mitbegründer, Politiker und Freunde waren zur Eröffnung der Räumlichkeiten in die Luxemburger Galerie gekommen. „Die Arbeit der Hospizgruppe ist sehr wichtig. Es gibt viele, die dieser Hilfe bedürfen. Denn es kommen nicht alle in das Wettener Hospiz, dort gibt es nur zehn Plätze“, drückte der Seniorenbeiratsvorsitzende Karl Bay aus, was viele dachten.
Mitbegründerin und Helferin Maria Seegers zeigte sich optimistisch, dass man mit diesem festen Standort die Menschen besser erreichen kann: „So ist die Hemmschwelle niedriger, wenn das hier offiziellen Charakter hat und die Leute wissen, wohin sie sich konkret wenden können und Mitarbeiter für sie da sind.“
Bürgermeister Dominik Pichler sprach von einer „wertvollen Aufgabe“, die die Ambulante Hospizgruppe seit 20 Jahren leiste. „Wenn Sie noch expandieren wollen – Platz ist da“, sprach er angesichts des „kleinen Sorgenkindes“ LuGA von einem „guten Anfang“ und einem möglichen „Schritt in die richtige Richtung.“
Auch der Weezer Bürgermeister Ulrich Francken war als Zeichen der Solidarität zur Eröffnung gekommen:  „Es ist gut, wenn Menschen da sind, die sich um Menschen  kümmern, die einsam sind und mit schwerern Krankheitsverläufen zu kämpfen haben. Da braucht man ehrenamtliche Hilfe, und die erhalten sie hier. Sterben war lange Zeit als Thema verpönt, das hat sich geändert.“
Die Idee, die Geschäftsstelle hier einzurichten, sei vor knapp einem halben Jahr entstanden. Im Dezember sei der Mietvertrag mit dem Eigentümer unterschrieben worden. „Jetzt können wir hier Vorträge zu allen rechtlichen und medizinischen Fragen, das Trauercafé und Beratungen machen“, beschrieb der Vorsitzende der Gruppe, Hans-Wilhelm de Haan, die Vorteile des Angebots aus einer Hand.
Sterben gehöre zum Leben wie das Leben an sich , unterstrich auch die Uedemer CDU-Ratsfrau Maria Ingenerf, die Grüße der Landtagsabgeordneten Bergmann und Voßeler überbrachte. „Es ist gut, dass es sie gibt, um Angehörige zu entlasten“, unterstrich auch sie die Bedeutung der Arbeit, die vom Verein geleistet wird.
Es habe lange früher Ignoranz gegenüber der Hospiz-Idee auch in Kevelaer gegeben, reflektierte Johannes Horlemann die Geschichte der Bewegung seit der Gründung des Wettener Hospizes 1997 und der ambulanten Hospizgruppe zwei Jahre später. Die „Lücke für die Sterbenden zuhause“ sei damals deutlich spürbar gewesen und die damit verbundene Notwendigkeit der Zuwendung. Heute gebe es eine ambulante hospizliche Versorgung durch Hausärzte, spezialisierte ambulante Versorgung als Ersatz für stationäre Therapie und Angebote wie ein Trauercafé . Da habe man „Widerstände durchbrochen“, lobte Horlemann insbesondere den guten Geist, Rudi Melzig.

Zur Eröffnung gab es auch schottische Klänge.


Der langjährige Vorsitzende und Mitbegründer erhielt von seinem Nachfolger de Haan ie Urkunde als Ehrenvorsitzender der Hospizgruppe. Anschließend segnete Pastor Andreas Poorten die Räumlichkeiten ein. Danach gab es viel Zeit zum Austausch und ein kleines Rahmenprogramm unter anderem mit dem Aufmarsch der „Pipes and Drums“ und echter Dudelsackmusik.
31 Aktive gebe es momentan bei der Hospizgruppe, so Vorstandsmitglied Günter Ernst. 2016 habe es 54 abgeschlossene Begleitfälle von Kevelaer über Weeze, Straelen bis Walbeck gegeben.
Der Zugang zu den Betroffenen sei dabei ganz unterschiedlich, beschrieb Koordinatorin Mareike Ohse den Prozess: „Die Patienten oder Angehörige rufen uns an, die Hausärzte melden sich oder die SAPV (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) mit Ärzten und Pflegern sagt uns, dass  da jemand ist.“
Sie oder ihre Kollegin Anne Borkowski fahren dann zu den Betroffenen hin, fragen, was benötigt wird. „Sie können sich uns gegenüber leichter öffnen als bei ihren Verwandten und Kindern, denen man das nicht in den Rucksack packen will.“ Anschließend gebe es viele Einzelgespräche und die ehrenamtliche Betreuerin kämen dazu. „Wir bleiben nahe dran und schauen, wie geht es der Ehrenamtlichen und der zu betreuenden Person?“ Zu einem Austausch der Betreuer komme es selten.
Die neuen Räumlichkeiten böten der Ambulanten Hospizgruppe neue Möglichkeiten, ist Ohse fest überzeugt. „Denn wir sind jetzt sichtbar auch für viele, die sich vorher nicht getraut haben. Es ist leichter, durch eine offene Tür zu gehen. Und bei einer Tasse Kaffee redet es sich leichter.“
Die Hoffnung aller ist, dass sich nicht nur Betroffene, sondern auch noch mehr Menschen für die Sterben- und Trauerbegleitung engagieren. „Denn je mehr wir haben, desto weniger müssen wir einzelne mit mehr Fällen belasten“, unterstrich Vereins-Schatzmeister Georg Tomasik.

Anna Janshen holt Bronze bei der Europameisterschaft

Die erst 15-jährige Anna Janshen aus Kevelaer erzielte im slowenischen Maribor mit dem Luftgewehr die Bronzemedaille und holte den Europameistertitel in der Teamwertung.
68 Juniorinnen aus ganz Europa gingen vergangenen Donnerstag an den Schießstand. Nach 40 Schuss auf die zehn Meter entfernte Scheibe stand fest, dass Anna Janshen mit 416,9 Ringen einen Finalplatz unter den besten acht Schützen erreicht hatte. Das alleine war schon eine kleine Sensation. Als dann wenig später auch noch fest stand, dass sie mit ihren Mannschaftskolleginnen aus Deutschland, Jana Heck und Verena Schmid, schon bereits eine Goldmedaille in der Tasche hatte, war die Freude umso größer.
„Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich wenige Chancen auf eine Finalteilnahme haben werde, da ich mit einem höheren Niveau im Teilnehmerfeld gerechnet habe,“ freut sich die Kevelaererin. Doch es hat gereicht, Anna Janshen zog mit dem vierten Platz das Finallos und konnte dort an ihrer vorangegangenen Leistungen anknüpfen.
Nach den ersten zehn Finalschüssen stand sie in der Zwischenbilanz sogar zuerst an zweiter Stelle. Auch nachdem immer mehr Schützinnen den Stand verlassen mussten und sie mit der späteren Europameisterin Jarde Bordet aus Frankreich und der Zweiten Isabelle Johansson aus Schweden alleine an der Schießlinie stand, schoss sie weiterhin dicke Zehner. Nur um 0,6 Ringe verfehlte sie den Vizemeistertitel.
Die zweite im Bunde aus Reihen der SSG Kevelaer, Katharina Kösters, musste einen Tag später bei den Damen antreten. Hier traf sie auf sehr große Konkurrenz, mit vielen international erfahrenen und erfolgreichen Schützinnen. Kösters tat sich anfangs etwas schwer, fand nicht, wie sonst von ihr gewohnt, in den Wettkampf. Da bei so einem engen Teilnehmerfeld jedes Zehntel zählt, konnte sie im oberen Bereich am Ende nicht mehr mitmischen und erzielte mit 410,6 Ringen Platz 59 von 82 möglichen. Eine der drei deutschen Damen, Lisa Müller konnte mit 417,1 Ringen einen Finalplatz ergattern und wurde hier fünfte. Zusammen mit Selina Geschwandtner erzielte das Damenteam den Achten von 21 Plätzen.
„Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich sehr stolz auf die Beiden bin. Alleine die schwierigen Qualifikationswettkämpfe zu gewinnen, um bei der EM starten zu können, sind schon sehr große Erfolge. Die Beiden haben die Wettkämpfe hervorragend gemeistert und dürfen ebenfalls sehr stolz auf sich sein,“ resümiert Trainer Rudi Joosten über seine beiden Schützlinge.

„Zu den Mädchenzimmern und den Jungenzimmern muss Mama nur die Treppe runter“

Kinderärztin Perihan Zengin und ihr Mann Ilhan haben ein Schmuckstück wieder zum Glänzen gebracht. Das alte Stadthaus an der Marienstraße 4, das unter Denkmalsschutz steht, wurde von ihnen in den letzten zwei Jahren liebevoll und aufwändig restauriert. Über der neu eingerichteten Praxis wurde die Wohnung von Familie Zengin eingerichtet. Die Töchter Pelda und Bengi strahlen über das ganze Gesicht, als sie gefragt werden, ob es ihnen denn im neuen Zuhause gefalle: „Zum Arbeiten in den Mädchenzimmern und Jungenzimmern muss Mama nur noch die Treppe runter.“
Mit Mädchenzimmer und Jungenzimmer meinen sie die vier Behandlungszimmer, in denen große Wandbilder neben Möbeln in modernen und komplementären Farben einen Schwerpunkt setzen. In den „Mädchenzimmern“ sind filigrane Baum-Ornamente mit Blüten, Vögeln und Fröschen zu sehen, in den „Jungenzimmern“ lenkt ein Wandbild mit Tieren von Walt Disney oder ein Blick ins Universum von Krankheiten ab.
In den funktional gestalteten Behandlungsräumen, die mit den Farben rot, gelb, grün und blau gekennzeichnet sind, können neben manuellen Untersuchungen auch Ultraschall-, EKG-Untersuchungen und Allergietests durchgeführt werden. Für Blutuntersuchungen steht ein eigenes Labor bereit. Hier können neben Urin-Untersuchungen auch erste Blutwerte bestimmt werden.
Das große Wartezimmer wird ebenfalls mit einem großen Wandbild dominiert. Alle Spielsachen darin müssen ständig desinfiziert werden. Für Kinderbücher und Erwachsenenlektüre ist gesorgt. Ein freundlich eingerichteter Empfangsbereich mit vielen farbigen Ordnern ist vom Wartezimmer räumlich getrennt. Die Verschwiegenheitspflicht und Wahrung der Persönlichkeitsrechte sollen so gewährleistet werden. Für „infektiöse Fälle“ gibt es einen gesonderten Eingang, eine eigene Toilette und einen Behandlungsraum, um Ausbreitungen zu verhindern. Zudem ist an jedem Behandlungsraum ein Desinfektionsspender angebracht. Alle Behandlungsräume sind gleich ausgestattet. Trotz 25 Grad Raumtemperatur gibt es noch einen Heizstrahler über jeder Liege und in jedem Raum befindet sich eine Babywaage im Schrank. Hierdurch wird verhindert, dass Säuglinge über den Flur zum Wiegen getragen werden müssen.

Das Gebäude an der Marienstraße 4 steht unter Denkmalschutz.


Perihan Zengin und ihr Team freuen sich auf die neuen Arbeitsbedingungen. Die alte Praxis an der Willibrordstraße 19 war viel dunkler, unmoderner und durch die Anordnung über zwei Etagen unpraktisch angelegt. Sie wurde von der kurdischen Kinderärztin übernommen, nachdem sie aus Duis­burg mit ihrer Familie nach Kevelaer gezogen war. Sie hatte zuvor in Münster studiert und ihre Zeit als Arzt im Praktikum abgeleistet. Es folgten sechs Jahre Mitarbeit in einer Klinik und drei Jahre in einer Essener Praxis.
Zengin schätzt die freundliche und positive Zusammenarbeit mit den zwei Facharztkollegen in Kevelaer. In der Großstadt sei zwischen den Kollegen ein deutliches Konkurenzverhalten zu spüren. „Hier ist es ein gutes Miteinander und wir vertreten uns gegenseitig bestens“ sagt die Medizinerin. Kevelaer gefällt ihr gut, weil die Menschen ihr und ihrer Familie ohne Vorurteile begegnen würden und weil die Innenstadt so schön sei: „Es ist alles so überschaubar und trotzdem mit so viel Leben gefüllt.“
Als Kurdin kennt sie Sprache und Kultur ihrer Landsleute nur zu gut. So verwundert es nicht, dass monatlich bis zu 100 Flüchtlingskinder die Praxis besuchen. Zengin weist darauf hin, dass diese Untersuchungen oft kulturellbedingt sehr aufwändig sind: „Da im Heimatland keine Krankenversicherung üblich ist, gehen die Menschen gewohnheitsmäßig erst sehr spät zum Arzt. Oft, wenn sie bereits alle Hausmittel ausprobiert haben.“
Alleine deshalb sei schon eine sehr gründliche Untersuchung erforderlich. Außerdem sei es nicht ganz einfach, die Kinder zu untersuchen. Das oft sehr hohe Schamgefühl macht es teilweise unmöglich oder es benötige langes Überreden, bis sich die Kinder zur Untersuchung ausziehen lassen. Bei bis zu 150 Kindern insgesamt, die an einem Tag in die Praxis kommen, bedeutet dies oft Verzögerungen.
Die Rahmenbedingungen für das private Leben im Haus Marienstraße 4 sind durch die historische Bausubstanz mit Stuckdecken, einer  Eichentreppe, uralte Bodenfliesen, viel Platz zum Wohnen und Spielen sowie der Nähe zum Arbeitsplatz gegeben. In den neuen Praxisräumen wird es schon bald hoch hergehen.
Dass dies in einem guten Arbeitsklima geschehen wird, sind sich die Mitarbeiterinnen (Medizinische Fachangestellte und Kinderkrankenschwester) sicher. Denn, so steht es auf einem Schild, das sie ihrer Chefin zum Einzug geschenkt haben: „Immer für uns da, unsere Chefin Perihan Zengin, stylish, emanzipiert, gerecht, geduldig, gelassen, ehrlich, emphatisch, schlau, verständnisvoll, humorvoll, fürsorglich, vertrauensvoll, kinderlieb.“

Lebensperspektiven für die Kinder schaffen

Seit 2015 führt der Weg von Hans-Herman Pieper und seiner Frau Annemarie für die Stiftung „Aktion pro Humanität“ nach Afrika. Vor einigen Wochen waren sie mit einem medinizischen Team zum dritten Mal in den Benin gereist.
„Man trifft dort so viele Menschen und es passiert so viel Zwischenmenschliches“, schildert Anne­marie Pieper ihre Eindrücke.  Auch wenn sie das Gefühl hat, das ist vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sei, wäre das Bisschen, was man tun könne, doch sehr erfüllend.  Allerdings sei es schon „sehr strange“, wenn sie nach so einer Reise in ihren Job auf der Intensivstation mit Hightech-Geräten zurückkehre.
Der Antrieb zu der Arbeit ist für Hans-Herman Pieper ganz einfach: „Man wird Arzt, weil man sowas wie ein Helfersyndrom hat. Als Kinderarzt ist das nochmal anders.“So hat der 50-Jährige auch schon „Ärzte ohne Grenzen“ unterstützt hat: „Als Arzt hat man  wenig Möglichkeiten, sowas zu realisieren. Das Feld hier ist so unbeackert, da kann man noch was erreichen.“
In dem von der Stiftung aufgebauten Krankenhaus in Gohomey behandelten sie eine Woche lang Kinder und loteten dabei die Möglichkeiten aus, wie man vor Ort eine Fachabteilung für Pädatrie (Kinderheilkunde) aufbauen kann. Die Vorsitzende der „Aktion pro Humanität“ begrüßt diese Absicht, Elke Kleuren Schryvers, nachdem die Chirurgie und die Radiologie vor Ort gewachsen seien. Schließlich seien 50 Prozent der Menschen in Afrika unter 18 Jahre alt. Und somit auch gut die Häfte aller Patienten in Krankenhäusern.  Zumal es in der unmittelbaren Nähe in der Region Mono/Couffo so eine Einrichtung  nicht gäbe: „Das ist wichtig, um Kindern eine Perspektive zu verschaffen, genauso wie den Jugendlichen eine Ausbildung.“
Man wolle das Haus, das bisher als Kinderkrippe genutzt wurde, aber dafür einfach zu groß sei, dafür baulich umrüsten. Dazu müsse man das spezifische Fachpersonal vor Ort noch ausbilden, hofft sie, dass die dortige Kinderärztin ihre Ausbildung zur Fachärztin für Kinderheilkunde recht bald abschließen kann: „Der Umbau soll in der zweiten Jahreshälfte losgehen.“
Kinder hätten in Afrika eine ganz andere Lobby, lautet die Erfahrung des Xantener Arztes, der in  Moers praktiziert. „Die  Geburtenrate liegt bei acht bis zehn Kindern. Fünf davon überlebten in der Regel. Es gibt weniger Geburtenkontrolle. Viele sterben als ganz kleine Kinder. Da haben die Eltern einen ganz anderen emotionalen Bezug.“
Dazu komme, dass es keine soziale Absicherung. Das müssten die Eltern komplett entrichten. „Die Eltern müssen immer überlegen, ob man die eigene Familie versorgt- oder mit dem Geld das Kind behandelt“, laute oft die grausame Alternative. Oder es würde in der Kinderkrippe landen.

Hans-Hermann Pieper hilft Kindern in Afrika.


Die Krankheitsbilder ließen sich in drei Kategorien einteilen: Frühgeborene, für die es einen eigenen Bereich aufgrund der Hygiene und der Technik geben soll, mangelernährte  Kinder und allgemeine Krankheitsbilder von Malaria über Lungen- und Mittelohrentzündungen bis zu Brandwunden.
„Weil die Behandlung viel Geld kostet, kommen viele gar nicht“, sagt Pieper. Deshalb wolle man versuchen, die Behandlungen unabhängig von den Erwachsenen und ihrem Geldbeutel zu gestalten, so Elke Kleuren-Schryvers.
Das ganze Projekt sei aber so schon eine Herausforderung: Auch ohne den Umbau, nur mit der Beschaffung notwendiger technischer Ausrustung und Möbel, liegt man nach Kleuren-Schryvers Schätzung schon bei rund 70.000 Euro, die man aus Spenden generieren muss.
Da mache man laut Pieper schon Abstriche: „Wir sind da auf der Suche nach guten, auch gebrauchten Sachen.“ So könne man zum Beispiel kein hochdifferenziertes Atemschutzgerät, sondern eher eine einfache Atemhilfe mitnehmen, die auch vor Ort einsetzbar wäre.
Er sei schon in seinen vier Partner-Universitätskliniken unterwegs und knüpfe Kontakte. So braucht er unter anderem Wärmebetten, Lampen zur Behandlung für Neugeborene, Infusions- und Beatmungsgeräte. Aber alles habe seinen Preis. „Wir planen selbst, zehn Spritzenpumpen anzuschaffen“, sagt Pieper. Allein die kosten pro Stück schon gut 2.000 Euro.

KSV siegt auch gegen Concordia Goch

Der Kevelaerer SV siegt auch in der Rückrunde weiter und weiter. Gegen den FC Concordia Goch sammelte die Mannschaft von Trainer Ferhat Ökce mit einem 2:0-Heimsieg im Hülsparkstadion weitere wichtige Punkte im Aufstiegsrennen. Aufgrund einer Spielabsage beim direkten Konkurrenten DJK Labbeck-Uedemerbruch hat der KSV die Tabellenführung in der Kreisliga B derzeit übernommen.
Der Mann des Tages hieß am Sonntag in Kevelaer Jan Wilbers. Beide Tore gelangen dem Offensivmann beim 2:0-Sieg über die Concordia. „Wir hatten über 90 Minuten das Spiel unter Kontrolle. Goch kam lediglich einmal vor unser Tor. Der Sieg hätte auch höher ausfallen können“, bescheinigte Ökce seinem Team einen gelungenen Auftritt. Bereits nach einer Viertelstunde war es Wilbers, der nach einem schnellen Kevelaerer Umschaltspiel und einer maßgeschneiderten Flanke von Fabian Smets frei zum Kopfball kam und zur frühen Führung versenkte. Nur sechs Minuten später war es Marc Swaghoven, der Wilbers erneut bediente – das 2:0, wieder per Kopf erzielt (21.).
In der Folge blieb der KSV aktiv und spielte sich Chance um Chance heraus, doch ein weiteres Tor wollte nicht mehr gelingen. Zumindest regulär, denn gleich zweimal pfiff der Schiedsrichter einen erzielten Treffer des KSV zurück. Zunächst hatte der Unparteiische eine vermeintliche Abseitsposition gesehen, später hatte er eine Vorteilssituation zurückgepfiffen. „Wir hätten unsere Chancen noch besser nutzen müssen. Wichtig ist aber, dass wir wieder zu Null gespielt haben. Unser Ziel war und ist es, in der Rückrunde noch weniger Gegentreffer zu kassieren“, sagte Ökce. Im Rennen um Platz eins und den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisliga A hat der KSV weiter gepunktet. Weitergehen soll es damit am Sonntag beim SV Fortuna Keppeln, wenn man auswärts auf den Tabellenneunten trifft.

Kevelaer – Einbruch in Einfamilienhaus

Kevelaer – Am Freitag, 10.03.2017, zwischen 17:15 Uhr und 22:10 Uhr, drangen unbekannte Täter in ein freistehendes Einfamilienhaus auf der Lindenstraße ein. Sie versuchten zunächst erfolglos, die Terrassentür aufzuhebeln. Als dies nicht gelang, hebelten sie ein danebenliegendes Fenster auf der Hausrückseite auf. Aus dem Haus entwendeten sie Unterhaltungselektronik. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei in Goch, Tel. 02823/1080, zu wenden.

KB-Fotorätsel – Teil 7

Na, haben Sie es erkannt? Im sechsten Teil unseres Fotorätsels hat unser Fotoreporter Axel Hundertmarck das Foto vom Klostergarten aus aufgenommen.
Bis Ostern haben Sie weiterhin die Chance, eine Busreise nach Brüssel mit der Firma Jean Schatorjé, eine Saisonkarte für vier Personen fürs Irrland oder ein Abonnement für die kommende Theatersaison im Bühnenhaus zu gewinnen. Erraten Sie, wo der Fotograf stand, als er das untenstehende Foto gemacht hat und schreiben Sie an redaktion@­kevelaerer-blatt.de oder Kevelaerer Blatt, Johannesstr. 11, 47623 Kevelaer. Oder Sie raten direkt online mit unter www.kevelaerer-blatt.de/das-grosse-kevelaerer-blatt-fotoraetsel.
Nach zwölf Folgen ziehen wir unter allen Teilnehmern die drei Gewinner.

Staubsaugerautomaten aufgebrochen und geplündert

Am Samstag, 4. März 2017, zwischen Mitternacht und 10.45 Uhr brachen unbekannte Täter an der Lindenstraße auf dem Gelände einer Tankstelle drei Staubsaugerautomaten auf. Die Täter entwendeten aus den Automaten Münzgeld.
Hinweise zu verdächtigen Personen erbittet die Kripo Goch unter Telefon 02823-1080.