Aktuelles aus Kevelaer

Drei Einbrüche in Kevelaer, Twisteden und Kervenheim

In der Zeit zwischen Samstag, 18. März 2017, 21 Uhr, und Sonntag, 19. März 2017, 6 Uhr, brachen unbekannte Täter in einem Hotel an der Bury-St.-Edmunds-Straße in Kevelaer die Tür zur Rezeption auf. Dort entwendeten die Täter Bargeld und einen Schlüssel.
In der Zeit zwischen Donnerstag, 16. März 2017, 18.10 Uhr, und Freitag, 17. März 2017, 9.45 Uhr, hebelten unbekannte Täter an der Kuhstraße in Twisteden die Eingangstür einer Filiale von einem Logistikunternehmen auf. Die Täter durchsuchten im Gebäude mehrere Schränke und entwendeten Bargeld.
Im Zeitraum vom 12.03.2017 bis 18.03.2017 hebelten unbekannte Täter das Fenster eines Wohnhauses auf der Gartenstraße in Kervenheim gewaltsam auf, durchsuchten sämtliche Räumlichkeiten und entwendeten nach ersten Feststellungen Bargeld, Schmuck sowie eine Bohrmaschine und eine Video-Kamera.
Hinweise zu verdächtigen Personen erbittet die Kripo Goch in allen drei Fällen unter Telefon 02823-1080.
 

Kreis Kleve hebt Stallpflicht für Geflügel auf

Der Kreis Kleve ermöglicht ab sofort wieder die Freilandhaltung von Geflügel im Kreisgebiet. Das Risiko der Einschleppung des Vogelgrippe-Virus durch direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln in Hausflügelbeständen wurde neu bewertet, da seit dem 24. Februar kein neuer Fall von Geflügelpest bei Wildvögeln mehr festgestellt wurde und seit dem 15. Februar kein neuer Ausbruch bei gehaltenen Vögeln zu verzeichnen war. Das NRW-Umweltministerium hob den Erlass zur Stallpflicht auf. Betroffen von der Stallpflicht waren im Kreis Kleve gewerbliche und private Bestände an Hühnern, Truthühnern, Perlhühnern, Rebhühnern, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänsen.
Zur Früherkennung der Geflügelpest sind Geflügelhalter weiterhin verpflichtet, das Vorliegen einer Infektion mit dem Influenza-Virus durch einen Tierarzt ausschließen zu lassen, falls      in einem Gänse- oder Entenbestand über einem Zeitraum von mehr als vier Tagen Verluste von mehr als der dreifachen üblichen Sterblichkeit der Tiere des Bestandes oder eine Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als fünf Prozent auftreten. In anderen Geflügelbeständen besteht diese Pflicht, wenn innerhalb von 24 Stunden Verluste von mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren oder mehr als zwei Prozent bei einer Bestandsgröße von mehr als 100 Tieren auftreten oder es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme kommt.

Unterschiedliche Verkehrsregelungen in Kevelaerer Kreisverkehren

Kreisverkehre scheinen bei Verkehrsplanern wie bei Verkehrsteilnehmern beliebt. Einerseits spart sich die Kommune wartungsintensive und teuere Ampelanlagen durch einen in den meisten Fällen vertretbaren Mehraufwand an Verkehrsfläche, andererseits suggerieren die Kreisel stetigen Verkehrsfluss und vermeiden mitunter lange Standzeiten an schlecht getakteten Ampeln. In Kevelaer gibt‘s gleich mehrere dieser Kreisverkehre – doch gerade hier bergen diese eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Die Verkehrsführung ist nämlich bei beinahe jedem Kreisel eine andere.
Wie herum und warum?
Aufgefallen ist das dem pensionierten Postzusteller Friedel Dahlmann. Der ist zwar schon seit ein paar Jahren nicht mehr hoch auf dem gelben Postrad unterwegs, doch die Konflikte zwischen Radlern und Autofahrern kennt er nur zu gut. Er war mit dem Wagen unterwegs, als er fast eine Radfahrerin „aufgegabelt“ hätte. Und er wäre auch noch der Schuldige gewesen, denn den Kreisel auf der Hüls dürfen Radfahrer auch linksherum befahren. Eigentlich ist die Runde andersrum verboten. „Wird aber trotzdem gemacht“, sagt Dahlmann, auch wenn‘s nicht erlaubt ist.
Das kann man täglich am Kreisel an der B 9 beobachten. Dort gilt die vorgeschriebene Fahrtrichtung rechtsherum (also entgegen des Uhrzeigersinns). Problem ist dort, dass ein Radweg auf der verkehrten Seite „ankommt“, man deshalb die Straßenseite wechseln und einmal um den Kreisverkehr herum fahren muss, also die weitere Strecke. Die „spart“ sich so mancher Radler aber gern.
Am neuen Kreisverkehr auf der Hüls gibt‘s Zusatzschilder, die darauf hinweisen, dass hier Fahrradfahrer in beide Richtungen durch den Kreis fahren dürfen. Doch die sehe man oft als Autofahrer gar nicht, kritisiert Friedel Dahlmann. Und in der Tat sind diese Zusatzschilder hier nicht wie andere unterhalb der regelnden Verkehrszeichen (Vorfahrt achten und Kreisverkehr mit vorgeschriebener Fahrtrichtung), sondern oberhalb dieser Schilder angebracht.
Schaut man sich andere Kreisverkehre, etwa an der Kroaten- oder Walbecker Straße an, merkt man schnell, dass jeder Kreisverkehr so seinen eigenen „Knackpunkt“ zu haben scheint: Mal führt der in beide Richtungen befahrbare Radweg einseitig um den Kreisverkehr herum, mal wird der Radweg kurz vor dem Kreisel als Angebotsstreifen für Radler direkt in die Autozufahrt hineingeführt – und manchmal gibt‘s schlichtweg gar keinen Radweg.
Einheitliche Regelung
„Da muss man doch durcheinanderkommen“, schüttelt Friedel Dahlmann den Kopf. Und wünscht sich im Sinne der Sicherheit eine einheitliche Regelung, die nach seiner Auffassung für Radler wie für Autofahrer ein Gewinn wäre. Zumindest aber weniger Verwirrung stiften würde als das derzeitige Chaos.

Radfahrer und Motorradfahrer verletzt

Am Mittwoch, 15. März 2017, gegen 13.30 Uhr überquerte ein 77-jähriger Mann aus Kevelaer mit einem Fahrrad die Xantener Straße von der Zufahrt zu Häusern auf der Straße Alter Steeg in Richtung Radweg auf der anderen Fahrbahnseite. Ein 76-jähriger Mann aus Kevelaer war mit einem Motorrad der Marke Suzuki auf der vorfahrtsberechtigten Xantener Straße in Richtung Sonsbeck unterwegs. Als der Radfahrer das von links kommende Motorrad bemerkte, bremste er ab. Dabei fiel er seitlich vom Fahrrad und stürzte auf die Fahrbahn. Der Motorradfahrer befand sich in einer langgezogenen Linkskurve, als er den Radfahrer sah. Er bremste sein Motorrad stark ab. Dabei stürzte auch er zu Boden. Das Motorrad rutschte gegen das Fahrrad, traf den 77-Jährigen glücklicherweise nicht.
Der Motorradfahrer verletzte sich bei dem Unfall schwer und der Radfahrer leicht. Beide wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Enger Zeitplan für den Bau des Mehrzweckbeckens

Der Bäderverein Kevelaer bezweckt die Unterstützung der Stadt Kevelaer beim Erhalt und den Betrieb der Anlagen des Freibades und des Hallenbades, die Förderung von Schwimmveranstaltungen sportlicher oder gesundheitsförderlicher Art und die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege. Mit 2500 Mitgliedern ist er der mitgliederstärkste Verein in Kevelaer.
Der Elefant wurde auf Beschädigungen geprüft
Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung, die vom Vorsitzenden Klaus Schürmanns eröffnet wurde, waren die Berichte vom technischen Leiter Heinz-Peter Tebest. Das Technik-Team versah 2016 wieder die umfangreichsten Arbeiten im Verein. „Wie in jedem Jahr wurden die ständigen Arbeiten vor und nach der Saison erledigt. Dazu gehören unter anderem Matschanlage reinigen, Hecke schneiden, Gulli reinigen. Die Wasserleitungen mussten winterfest gemacht werden, die Folien wurden auf Löcher und Risse geprüft, ebenfalls wurden die Geräte, der Elefant und die Rutsche auf Beschädigungen geprüft und wenn nötig repariert. Das Volleyballfeld wurde hergerichtet und das Netz gespannt.“ Aber auch neu anfallende Arbeiten mussten ausgeführt werden. Für die neuen Schwallwasserbehälter mussten die Pumpen eingebaut und eine Niveauregulierung erledigt werden. Das Unwetter 2016 hat auch im Freibad seine Spuren hinterlassen. Dachplatten vom Sanitärgebäude wurden ausgewechselt und das Durchschreitebecken musste komplett erneuert werden. Schwimmbecken und Pumpenhaus wurden in Zusammenarbeit mit dem Bademeistern von Erde und Schlamm gereinigt. Tebest bedankte sich bei den „Frühstücksfrauen“, die bei 824 geleisteten Arbeitsstunden des Technik-Teams mit Broten und Kaffee unterstützten und für die ständige Bereitschaft des Bauhofs, tätig zu werden, wenn Geräte oder Schutt gefahren werden mussten. Ab 2017 wird neben den Routinearbeiten mit dem Großprojekt „Auswechslung der Folie im Schwimmerbecken“ begonnen.
Tebest brachte die Anwesenden auch auf den neuesten Stand, was das Mehrzweckbecken betrifft. „Nach der Entscheidung 2015, ein Mehrzweckbecken auf der Hüls zu bauen, konnten Ende 2016 erste Ausschreibungen, unter anderem des Architekten, erfolgen. Herr Reffeling von der Stadtverwaltung unterrichtete das Technik-Team und bat darum, Vorschläge und Überlegungen des Bädervereins zusammenzustellen. Zusammen mit dem Büro Danckwart wurden diese erarbeitet und in der Planungsrunde vorgestellt.“ Tebest erläuterte, das die Vorstellungen des ausführenden Architekten van Looyen kostenorientiert und wirtschaftlich sinnvoll zu sein scheinen. Er habe die Zusammenstellung des Technik-Teams (welches ja nur beratend an dem Verfahren teilnimmt) dankend entgegengenommen. Van Oyen habe auf den engen Zeitramen hingewiesen, der auch dadurch erkennbar war, dass seit Januar bereits fünf Planungsrunden stattfanden. Weitere Gespräche zum Thema Statik, Brandschutz und Akustik müssen noch folgen.
„Baubeginn soll auf jeden Fall noch in diesem Jahr sein. Hierzu wurde festgelegt, dass der Umkleidebereich umgebaut und offen und freundlich gestaltet werden soll.
Vorstellung im Ausschuss
Das Mehrzweckbecken wird seitlich an das Hallenbad angebaut (Richtung Innenstadt), es wird aus Edelstahl bestehen und 12,50 x 8,00 Meter groß sein. Es wird eine nutzbare Wassertiefe von 1,50 Meter haben, die mit einem Hubboden versehen ist“, stellte Tebest den momentanen Beschlussstand vor. Am 21.3. wird Architekt van Ooyen das bisherige Planungsergebnis mit den Kosten im Ausschuss für Gebäudemanagement vorstellen.
Außer den üblichen Regularien, bei denen der Vorstand einstimmig entlastet wurde, fanden Neuwahlen statt. Hierbei wurden viele Mitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Vorsitzender und Pressesprecher blieb Klaus Schürmann, stellvertretende Vorsitzende Winne Stelzer und Gottfried Mülders, Schatzmeister Heinz-Jakob Dicks, stellvertretende Schatzmeisterin Inge Joosten, Schriftführer Dieter und Edeltraud Möllerke, technischer Leiter Heinz-Peter Tebest, stellvertretender technischer Leiter Erich Ries, Beisitzer Schwimmsport und Sporttauchen Winne Stelzer, Kinder- und Jugendschwimmen Erich Ries, Behindertensport Heinrich Heckens.
Mit 170.000 Euro Kassenstand zum 31.12.2016 ist der Verein gut aufgestellt. Angesichts der 150.000 Euro Zuschuss zum Mehrzweckbecken und der zu erwartenden Kosten für die neue Plane im Schwimmerbecken wurde der Jahresbeitrag erhöht. Familien 50,00 Euro (bisher 46,00 Euro), Erwachsene 25,00 Euro (23,00) und Kinder und Jugendliche 20,00 Euro (17,00). Ein angedachtes Anheben der Altersgrenze bei Jugendlichen (dann 17 Jahre) konnte nicht beschlossen werden, da dies in der Tagesordnung nicht angekündigt war. Es soll im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Marika Perez ist die neue Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus

Am 1. März 2017 hat Marika Perez die Gleichstellungsaufgaben in der Stadt Kevelaer von ihrer Vorgängerin Anette Valenta übernommen. Diese ist nach fast zehnjähriger Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte auf eigenen Wunsch aus diesem Aufgabenbereich ausgeschieden und kümmert sich jetzt in der Arbeitsvermittlung des Jobcenters schwerpunktmäßig um die Vermittlung von Frauen in den Arbeitsmarkt.
Die neue Gleichstellungsbeauftragte ist seit 2007 bei der Stadt Kevelaer beschäftigt. Sie war zunächst im Außendienst des Ordnungsamtes und seit Dezember 2016 im Bürgerservice tätig. Vielen ist sie auch als Schulsekretärin der Hubertus-Grundschule bekannt, wo sie von 2010 bis zu ihrer Rückkehr ins Rathaus im Dezember 2017, arbeitete. Jetzt übernimmt sie neben ihrer Arbeit im Bürgerservice die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten und ist für diese Aufgabenwahrnehmung mit 19,5 Wochenstunden freigestellt.
Sie wird als Gleichstellungsbeauftragte in alle Angelegenheiten der Verwaltung einbezogen, in denen Fragen zu berücksichtigen sind, welche die Gleichstellung der Geschlechter betreffen. Des Weiteren werden Informations- und Beratungsangebote für die Bürgerschaft angeboten.
„Ich freue mich auf mein neues Arbeitsfeld und die vielen unterschiedlichen Aufgaben, die damit verbunden sind“, so Perez. „Gerne möchte ich durch mein Handeln etwas bewegen für ein gerechtes Miteinander von Frau und Mann.“
Marika Perez steht montags und mittwochs von 9 bis 16 Uhr in ihrem Büro in der Öffentlichen Begegnungsstätte als Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfrage zur Verfügung. Kontakt: Tel. 02832/122-567, E-Mail gleichstellungsbeauftragte@stadtkevelaer.de.

Mensch Maria – du bist ein Filmstar

Seit mehr als einem Jahr laufen die Überlegungen und Planungen zu einem besonderen Highlight innerhalb der Festwoche „375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt 1642-2017“: Ein Mysterienspiel entsteht zum Wallfahrtsjubiläum. Die Idee wurde von Basilikaorganist Elmar Lehnen und dem Theologen Dr. Bastian Rütten entwickelt. Es handelt sich bei dem Mysterienspiel um eine dramaturgisch-musikalische Darstellung von Glaubensinhalten. Das klingt den „Machern“ aber zu antiquiert. Bei „Mensch! Maria! – Ein Mysterienspiel zu einem ganz normal-besonderen Menschen“, so der Titel -, soll es darum gehen, die Geschichte Gottes mit Maria ins Heute zu holen.
Heute geht kaum noch was ohne Medienpräsenz. Deshalb bekommt das Mysterienspiel einen modernen „Trailer“. Am Dienstag drehten Filmemacher Jürgen Zellmann und Kameramann Gerry Seybert im Priesterhaus und auf dem Kapellenplatz mit Statisten. So wird zum Beispiel die Maria (als Double zeigte Biggi Lehnen Geduld und schauspielerische Qualitäten) im Film nur von hinten zu sehen sein.
Die Szenerie ist schnell beschrieben: Drei Kreuzträger gehen aus Richtung Kerzen-/Gnadenkapelle auf die Basilika zu, Maria kommt ihnen entgegen. Das Ganze wird von Zuschauern auf dem Kapellenplatz beobachtet. Weil die Szene aber aus mehreren Perspektiven gedreht wird, ist der Aufwand enorm: Kamera in Position bringen und einstellen, Laufwege und Gesten der Statisten kontrollieren, Probedurchläufe – Filmemacher und Kameramann machten es sich nicht leicht. Mehrere Stunden drehten sie allein auf dem Kapellenplatz.
Karten für die Aufführung (10. und 11. Juni) gibt‘s übrigens im Priesterhaus.

Opfer schildert Überfall

Auf eine Krücke gestützt betrat das 92-jährige Opfer aus Kevelaer in Begleitung der Zeugenbetreuerin Cornelia Zander den Saal 101 des Klever Landgerichts. Aufgrund des Alters der zierlich wirkenden Frau hatte das Gericht am zweiten Prozesstag für ihre Aussage und die ihrer im Rollstuhl sitzenden Nachbarin kurzfristig den Gerichtssaal gewechselt.
„Sitzt die mir gegenüber?“, fragte die 92-Jährige die Betreuerin kaum vernehmbar angesichts der Enge des Gerichtssaales und bezog sich dabei auf die 51-jährige Angeklagte, die sie am 3. Juni vergangenen Jahres überfallen hatte.
Ein paar Minuten später schilderte das Opfer in Anwesenheit der Angeklagten mit fester Stimme dem Gericht unter dem Vorsitz von Jürgen Ruby die Ereignisse des Morgens. „Es klingelte um 7.30 Uhr an der Tür, da hab ich die Tür aufgemacht, ohne zu fragen, wer da ist.“ Sie habe gedacht, das wäre die Heike, ihre Putzfrau, sie habe sie aber nicht erkannt.
Erst einen Tag später sei ihr aufgrund der Stimme bewusst geworden, dass es die Angeklagte gewesen sei und das habe sie der Polizei nachträglich geschildert. Beide Frauen seien eben dick und groß und hätten blonde Haare, so dass sie sie erst verwechselt habe. Außerdem habe ihr eine Nachbarin bedeutet, dass die Heike in England sei. „Das ist mir peinlich, da habe ich mich dumm benommen. Ich hab am nächsten Tag gedacht, wo war da mein Verstand. Das ganze Zimmer saß voll mit Polizei. Das gab’s ja noch nie so in Kevelaer.“
Den Beutel über den Kopf gezogen
Die Angeklagte habe um einen Euro gebeten, um telefonieren zu dürfen. Sie habe im Wohnzimmer und im Portmonee danach gesucht, die Angeklagte währenddessen ein Glas Wasser getrunken. Danach habe sie im Schlafzimmer im Schrank die Blechdose herausgeholt, um der Frau aus einem Briefumschlag die fünf Euro zu geben. Vorher sei ihr am Fußende des Bettes ein dunkelblauer Beutel mit Kordel aufgefallen, der dort vorher nicht gewesen sei und ihr nicht gehört habe.
Plötzlich habe sie den Beutel über dem Kopf gehabt. „Ich dachte, das kann die doch nicht machen.“ Sie habe die Schnur um den Hals gehabt und laut um Hilfe geschrien. Die Angeklagte habe das Seil dann zugezogen, so dass sie nicht mehr habe um Hilfe rufen können. „Ich stand vor dem Bett und sie hinter mir – immer wenn ich mich bewegte, hat sie zugezogen, bis ich bewusstlos war.“ Ob sie gestürzt oder gesackt sei, könne sie nicht sagen.
Sie sei dann kniend vor dem Bett mit der Bettdecke halb über sich aufgewacht. Die Dose mit 330 Euro sei weg gewesen, die Wohnungstür angelehnt. Zuerst habe sie versucht, ihre Tochter zu erreichen, anschließend ihre Nachbarin angerufen. Dann sei die Polizei gekommen.
Sie habe bei dem Überfall am Ohr und am Arm Hautabschürfungen erlitten. Außerdem hatte sie Würgemale am Hals. Der Kiefer sei wohl gebrochen gewesen, weil Wochen später alle Zähne ausgefallen waren.  „Da fallen doch sonst nicht alle Zähne aus?“, meinte sie ihn Richtung des Richters. „Ist mir auch noch nicht passiert“, entgegnete Ruby souverän.
Die Anwältin der Angeklagten versuchte in Frage zu stellen, ob es sich um einen Beutel mit Kordel gehandelt habe. „Ich will Sie nicht angehen, weil Sie eine Sehschwäche haben“ – doch die Anwältin erhielt vom Opfer die klare Antwort, dass es so ein Beutel gewesen sei und kein Stoffbeutel mit Henkel, wie von der Angeklagten in den Prozess eingebracht worden war.
Der Nebenklage-Vertreter zog daraufhin selbst den Stoffbeutel mit Henkel über den Kopf, um die Situation plastisch zu machen. Er wies später juristisch auf die mögliche „Heimtücke“ in Tateinheit mit einem „hinterlistigem Überfall“ hin, weil es sich um eine vertraute Person gehandelt habe.
Die Angeklagte nutzte die Chance, sich persönlich an die Angeklagte zu wenden: „Es tut mir unheimlich leid, was ich getan habe. Ich weiß nicht, was mich da gerittten hat.“ Später war zu bemerken, dass sie von der Situation leicht angefasst war.
Aussagen des Opfers „authentisch und glaubwürdig“
Die Nachbarin bestätigte anschließend das, was ihr die 92-Jährige von dem Überfall erzählt hatte. Auch ein zuständiger Polizeibeamter aus Kevelaer, der die Angeklagte an dem Morgen vorgefunden hatte, bestätigte im Wesentlichen die Angaben, die das Opfer gemacht hat. „Sie hat solche Atemnot empfunden, dass sie sich entschieden habe, sich totzustellen“, schilderte er die Ausführungen der Frau nach der Tat.
Es seien ein Nasenkratzer und Würgemale rechtsseitig am Hals zu sehen gewesen, die Fahndung sofort eingeleitet und die Kripo eingeschaltet worden. An dem Tag habe man aber ein  „Tuch“ als Tatwerkzeug ins Protokoll aufgenommen, ergänzte ein Kollege der Klever Polizei.
Eine Kripobeamtin schilderte das Opfer und auch deren verspätete Angaben als „authentisch und glaubwürdig.“ Die Angeklagte habe bei der Vernehmung erst abgestritten, mit der Tat etwas zu tun gehabt zu haben. Später habe sie eingeräumt, zur Tatzeit dort gewesen zu sein.
Sie wäre in finanzieller Not gewesen, es wäre kaum Geld für die Woche da gewesen und sie hätte ihre Anwesenheit nicht sofort zugestanden, weil sie sonst sofort verdächtigt worden wäre. Sie hättee die Frau aber nicht angefasst – was DNA-Spuren am Nachthemd später widerlegt hätten. Die Beamtin schilderte ihren Eindruck, die Angeklagte hätte „taktiert“ – auch was das angebliche Berühren von alten Klamotten des Opfers im Schlafzimmer betraf, um mögliche DNA-Spuren zu rechtfertigen.
Der Prozess wird am 23. März fortgesetzt.

KB-Fotorätsel – Teil 8

Na, haben Sie es erkannt? Im siebten Teil unseres Fotorätsels hat unser Fotoreporter Axel Hundertmarck das Foto auf der Maasstraße aufgenommen.
Bis Ostern haben Sie weiterhin die Chance, eine Busreise nach Brüssel mit der Firma Jean Schatorjé, eine Saisonkarte für vier Personen fürs Irrland oder ein Abonnement für die kommende Theatersaison im Bühnenhaus zu gewinnen. Erraten Sie, wo der Fotograf stand, als er das untenstehende Foto gemacht hat und schreiben Sie an redaktion@­kevelaerer-blatt.de oder Kevelaerer Blatt, Johannesstr. 11, 47623 Kevelaer. Oder Sie raten direkt online mit unter www.kevelaerer-blatt.de/das-grosse-kevelaerer-blatt-fotoraetsel.
Nach zwölf Folgen ziehen wir unter allen Teilnehmern die drei Gewinner.

Überprüfung von Grabmalen

Auf den städtischen Friedhöfen Kervenheim, Winnekendonk und Wetten werden in den nächsten Wochen durch die Stadt Kevelaer Standfestigkeitskontrollen an den aufgestellten Grabmalen vorgenommen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass nach der Friedhofssatzung der Stadt Kevelaer die jeweiligen Grabstelleninhaber verpflichtet sind, die Grabmale standsicher zu halten.
Sollten sich bei der Überprüfung trotzdem Mängel ergeben, werden die Betroffenen schriftlich auf das nicht mehr standfeste Grabmal hingewiesen und unter Angabe der Beanstandung gebeten, binnen einer angemessenen Frist die Standfestigkeit fachmännisch wieder herzustellen.