Aktuelles aus Keylaer

Jonas Verhülsdonk konnte sich beim Bezirksschützenfest in Twisteden den Titel sichern

Keylaer stellt den Bezirksschülerprinzen

Im Juni fand das diesjährige Bezirksschützenfest in Twisteden statt. Für die St. Hubertus-Gilde Keylaer entwickelte sich der Wettbewerb zu einem großen Erfolg.

Auch der Präsident Theo Keysers gibt sein Amt ab

Hubertusgilde verabschiedet Vorstandsmitglieder

Anlässlich des Patronatsfestes verabschiedete die St. Hubertusgilde Keylaer kürzlich vier langjährige Vorstandsmitglieder.

Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre langjährige Treue geehrt

St. Hubertusgilde feierte Patronatsfest

Nachdem das Vereinsleben auch auf Keylaer aufgrund der anhaltenden Lage durch die Corona-Pandemie lange ruhen musste, hat die St. Hubertusgilde Keylaer nun zum traditionellen Termin am Montag nach dem Hubertustag langjährige Mitglieder für ihre Treue zur Bruderschaft geehrt.

Vereinsleben nimmt wieder Fahrt auf

Hubertusgilde startet mit Löffelschießen

Nachdem das Vereinsleben auch auf Keylaer aufgrund der Corona-Pandemie fast 15 Monate ruhen musste, hat die St. Hubertusgilde Keylaer mit einem Löffelschießen das Vereinsleben wieder aufleben lassen.

Erik Adamaschek ist neuer Präsident

St. Hubertusgilde Keylaer wählte neuen Vorstand

Nachdem das Vereinsleben auf Keylaer aufgrund der anhaltenden Lage durch die Corona-Pandemie fast 15 Monate ruhen musste, hat die St. Hubertusgilde Keylaer sich nun mit einem neuen Vorstand für die Zukunft aufgestellt. 

Reduzierung der Geschwindigkeit soll für mehrere Straßen geprüft werden

CDU legt bei Verkehrssicherheit auf Keylaer nach

Nach Veröffentlichung der CDU-Initiative zur Verkehrssicherheit auf dem Erdkampsweg haben sich nunmehr bei der CDU-Ratsfrau Ellen Mietz weitere Anwohner*innen von Keylaer gemeldet, die mit den gleichen Verkehrsproblemen zu kämpfen haben.

Trafo von innen explodiert

Für zweieinhalb Stunden ging am Mittwochmorgen in Wemb, Teilen Keylaers, in Teilen der Kevelaerer Innenstadt (inklusive Rathaus) am Markt und in Teilen von Twisteden in Sachen Stromversorgung nichts mehr. Denn dort fiel von halb 9 bis 11 Uhr der Strom aus.

Laut Brigitte Hintzen-Elders, Sprecherin des Betreibers “Westnetz” in Wesel, waren externe Tiefbauarbeiten in der Nähe des Freibades an der Dondertstraße die unmittelbare Ursache für die Störung. Dort wurde ein Kabel der Westnetz getroffen. Die Störung dauerte von 8:20 Uhr bis circa 11 Uhr. “Dann war der Letzte auch wieder versorgt mit Strom.”

Trafobrand: Einsatz in Twisteden. Foto: privat

In dem Zusammenhang erlebte die Twistedenerin Karin Raimondi allerdings in ihrem Haus an der Quirinusstraße eine böse Überraschung, als sie am Morgen aufstand, um ihren Kaffee zu machen. Denn nahe ihrer Haustür gab es mit einem Mal in dem Westnetz-Trafohäuschen einen lauten Knall. “Ich hab erst gedacht, das wäre ein Anschlag, so hat das geknallt”, beschrieb sie im Nachhinein gegenüber dem KB die Situation.

Die Twistedener Feuerwehr rückte mit einem guten Dutzend Feuerwehrleuten an und stellte laut Einsatzleiter Georg Metzelaers fest, dass “da eine tierische Rauchwolke” herauskam.
“Wir haben gesagt, wir warten erstmal, bis die Westnetz kommt. Ein Mitarbeiter hat den Kasten dann geöffnet, da kam noch eine Rauchwolke – und er sagte, dass Innen wohl alles verkohlt ist”, so Metzelaers.

Trafobrand: Einsatz in Twisteden. Foto: privat

Gegenüber dem KB gab die “Westnetz”-Sprecherin an, dass es im Zuge des Stromausfalls wohl “Spannungsverlagerungen” im Netz gegeben habe. Dadurch habe eine Kontaktstation “angefangen zu brennen”. Die Reparatur des Trafos werde voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen.

„Mit Erdbeeren hat man das ganze Jahr über zu tun”

Als ich Stefan Baumanns morgens um neun Uhr auf seinem Spargel- und Erdbeerhof auf Keylaer besuche, geht er schon eine Weile seiner Arbeit nach. Die Erdbeeren müssen abgewogen werden, um danach direkt im eigenen Hofladen über die Theke zu gehen. Genau das ist der Schritt, den der Verbraucher sieht: Die beliebten, rot leuchtenden Früchte liegen in Schälchen zum Kauf bereit. Oftmals geht dann zu Beginn der Erdbeersaison die Jagd nach den günstigsten Preisen los. Auch Stefan Baumanns kennt das Kaufverhalten der Bürger. Er macht nun darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, die regionalen Landwirte zu unterstützen und erklärt, warum es nicht unbedingt möglich ist, preislich mit den Erdbeeren der Supermärkte und Discounter aus fernen Ländern mitzuhalten.

„Mit Erdbeeren hat man das ganze Jahr über zu tun“, macht Baumanns direkt zu Beginn des Gesprächs deutlich. Bereits im Januar werden die Treibhauserdbeeren gesetzt. Diese werden dann belichtet und bis zum Blütenstadium geheizt. „Das hat alles den Effekt, dass die Erdbeeren sechs Wochen vorgeholt werden“, erklärt der Fachmann, der bereits in der vierten Generation Erdbeer- und Spargelbauer ist. So wird dafür gesorgt, dass es auch im April bereits heimische Erdbeeren zu kaufen gibt. Auch wenn der ein oder andere Verbraucher gerne das ganze Jahr über Erdbeeren kaufen würde, verrät Baumanns. „Wenn im Februar gutes Wetter ist, fragen die Leute schon, wann es Erdbeeren gibt.“ Ob es einen geschmacklichen Unterschied zwischen Treibhauserdbeeren und Erdbeeren vom Feld gibt? „Ja den gibt es. Die Photosynthese kann im Gewächshaus nie so stattfinden wie draußen.“ So schmecke die gleiche Sorte jeweils unterschiedlich.

Unterschiedliche Bedingungen bei der Pflanzung

Von April/Mai bis Juli pflanzt Baumanns auf seinem Hof auf Keylaer Erdbeeren auf Feldern an. Aber warum kann man seine Erdbeeren dann bis in den Oktober hinein kaufen? Ganz einfach: Die Pflanzen werden in drei Partien geteilt und unter verschiedenen Bedingungen angebaut, erklärt Baumanns. So kann der Landwirt gewährleisten, dass die Früchte nicht alle zum gleichen Zeitpunkt reif werden. Denn ob die Pflanzen mit Vlies bzw. Folie abgedeckt werden oder direkt unter freiem Himmel stehen, mache da einen bedeutenden Unterschied im Reifeprozess. Vor allem sei die Ernte aber von den Wetterverhältnissen abhängig, erklärt der Unternehmer. 30 bis 50 Kältetage mit Temperaturen unter zehn Grad Celsius benötige die Pflanze. „Nachfröste sind sehr wünschenswert.“

Um den 10. Januar herum komme dann die Folie auf die Felder, damit die Pflanze keinen Frost mehr abbekomme. „Das hält minus acht bis minus zehn Grad Celsius ab.“ Optimal seien Temperaturen von 20 bis 22 Grad Celsius am Tag und unter zehn Grad Celsius in der Nacht. „Große Temperaturschwankungen sind nicht förderlich für die Ernte“, betont Baumanns, der auf einer Fläche von 1,5 Hektar Erdbeeren anpflanzt. Vor allem die Temperatur in der Nacht spiele eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Früchte. Denn nachts werde die Größe der Früchte geprägt. Das sei auch der Grund, weshalb es im vergangenen Jahr viele kleine Erdbeeren gegeben habe. Die Nächte seien einfach zu warm gewesen, blickt der Kevelaerer zurück.

Auch der Herbst ist entscheidend für die Ernte im kommenden Jahr. Denn dann bilden die Pflanzen die Blütentriebe für das nächste Jahr, erklärt der Landwirt. Im Gespräch mit dem Landwirt wird schnell deutlich, dass es schon allein durch die Wetterabhängigkeit keine Garantie eines bestimmten Ertrages gibt. Für die diesjährige Ernte konnte er noch keine Prognose abgeben. Die bisher teilweise recht starken Temperaturschwankungen der vergangenen Wochen seien natürlich nicht gut für die Früchte.

Erdbeeren aus dem Wasserschutzgebiet

Dass die Arbeit mit der Ernte nicht vorbei ist, das sei vielen Verbrauchern gar nicht klar, meint Baumanns. Neben den Pflückarbeiten müssen auch die Triebe geschnitten werden und mehrfach die Blätter der Pflanzen. Teilweise müssen die Pflanzen komplett zurückgeschnitten werden. Stefan Baumanns baut seine Erdbeeren im Wasserschutzgebiet an. Daher wächst zwischen den einzelnen Reihen Gras. „Damit wir nicht spritzen müssen.“

Während der Unternehmer seine Erdbeeren weiter von Hand abwiegt, schaue ich mich in der großen Halle hinter dem kleinen Hofladen um. Trubel herrscht hier nicht, eher idyllische Stille. Stefan Baumanns führt keinen Großbetrieb. Fünf bis sieben Erntehelfer sind bei ihm in der Saison aktiv. „Da gab es anfangs sehr große Probleme“, nimmt der Landwirt Bezug auf den Ausbruch des Coronavirus. „Die Leute, die normalerweise hier sind, konnten nicht kommen.“ Allerdings seien nun deren Familienmitglieder, die ohnehin in Deutschland waren, bei ihm auf dem Hof. So habe er jedoch ein völlig neues Team, was natürlich mehr Arbeit bedeute.  Beim  Spargel habe er mit seinem Team aufgrund der neuen Situation nicht alles ernten können. Dennoch zeigt sich der Unternehmer dankbar, dass die Ernte trotz des Virus gesichert ist. Mehr Hygienemaßnahmen als sonst müsse er auch aktuell nicht einhalten. Da seine Erntehelfer ohnehin in richtigen Wohnungen mit angemessener Aufteilung untergebracht seien anstatt in Containern, gebe es auch dahingehend keine Schwierigkeiten.

Stefan Baumanns beobachtet in den vergangenen Jahren ein „Umdenken der Leute.“ Es sei wichtig, „dass man auch vor der Haustüre kaufen und die regionale Landwirtschaft unterstützen sollte.“ Denn sonst würde es in einigen Jahren die kleinen, familiären Betriebe in der Region vielleicht nicht mehr geben. Der Landwirt ist guter Dinge. Sowohl der Betrieb im eigenen Hofladen und auf den umliegenden Wochenmärkten als auch der Verkauf an Bäckereien und die Gastronomie beweisen, dass sich die Leute immer mehr mit der Herkunft der Früchte beschäftigen. Immer mehr Menschen wollen – so ist der Eindruck des Landwirts – lieber die Erdbeeren vom Bauern um die Ecke, als weit gereiste Früchte aus Spanien und Co. „Wir sind auf einem guten Weg“, ist sic

Sie schuften und hoffen

Dass man durchaus auch mal die eine oder andere wirtschaftliche Delle aushalten kann, ist für eine Selbstständigen-Familie wie die Baumanns auf Keylaer durchaus nichts Neues. Der 36-jährige Stefan Baumanns ist mittlerweile in der vierten Generation Spargel- und Erdbeerbauer, zeigt stolz die Felder. Was sich aber aktuell in Zeiten von Corona tut, das nötigt ihm schon sehr viel Respekt ab. „Wir haben ja schon viel erlebt die letzten zwei Jahre durch die schnelle, trockene Hitze. Aber wenn das jetzt so kommt, ist das richtig schlecht.“ Denn die Sperrung aller Grenzen hat für den in Keylaer ansässigen Hofbesitzer Konsequenzen. „Ich habe mit meinem Vorarbeiter in Rumänien gesprochen. Der meinte: Es ist alles dicht. Sie lassen keinen mehr raus oder rein.“ 

Eine Studentin der Agrarwissenschaften habe sich bei ihm als Helferin beworben. „Vielleicht kommen da noch Bekannte von dem Vorarbeiter dazu, und die, die vielleicht in Gärtnereien schon mit den Arbeiten da fertig sind“, lautet Stefan Baumanns – allerdings eher vage – Hoffnung. „Wir machen schon selber sehr viel – ich, meine Frau Anja, die Eltern und dann eben fünf bis sechs Erntehelfer“, macht er klar, was der Ausfall von Helfern momentan bedeutet. Aus dem 13-Stunden-Tag ist mittlerweile ein 16- bis 17-Stunden-Tag geworden: „Und wenn die nicht kommen, dann lasse ich einen Teil des Feldes weg.“ 

Den Spargel genau treffen

Mit völlig Ungelernten drei Hektar Fläche Feld zu bestellen, wie es viele mit Blick auf Studenten, Asylbewerber oder Arbeitslose aktuell diskutieren, sei mal nicht eben so zu machen. „Das ist so, als würde man mich in die Küche stellen und sagen: Du kochst jetzt. Das kann nicht jeder“, sagt Baumanns. „Man muss den Spargel ganz genau treffen, sonst würde man ihm den Kopf abstechen.“ Und nicht jedem sei die Härte der Arbeit wirklich bewusst. „Nicht jeder wird wissen, worauf er sich da einlässt“, meint der 36-Jährige.  Die Rumänen, Polen und Bulgaren hätten einen unmittelbaren Bezug zu diesem urbanen Leben und Arbeiten „wie in den 50er-Jahren. Die haben noch Kühe und Schafe bei sich zu Hause, schlachten noch, backen ihr Brot selbst.“

Momentan spiele das Wetter noch mit, blickt Baumanns in Richtung Himmel und auf die Folienbahnen, unter denen sich der Spargel befindet. „Wenn die Nächte noch kalt sind, kommt er noch zögerlich.“ Schwierig werde es dann, wenn die Temperaturen anziehen und der Spargel schnell wächst. „Ende April/Anfang Mai ist viel Musik im Boden – und dann treibt es aus.“ Man habe ja auch noch ein Treibhaus, erzählt Baumanns. Es werde spannend, wie man den Arbeitsablauf in der Reihenfolge Treibhaus – Folie – Freiland – ohne Folie/Stellage für die Spargel- und Erdbeerernte organisieren kann.

Auswirkungen auf die Abnahmefrequenz

Was in den nächsten zwei bis drei Wochen in Sachen Corona passiere, „wird für den ganzen Markt sehr große Folgen haben“, befürchtet er. Denn das wird sich auch in der Abnahmefrequenz der Restaurants und Bäckereien niederschlagen, die sonst gerne auf Spargel oder Erdbeeren zurückgreifen. Ob da die Besucher auf den Wochenmärkten in Kevelaer und Umgebung ausreichen, der Verkauf am Hofladen angesichts der Situation überhaupt in Gang kommt? Keiner kann das voraussagen. Den Handel mit Supermärkten hat er nach seinen Erfahrungen mit einem Anbieter abgeschrieben, weil „die drücken ihre Händler so, bis man kotzt.“

Aber wenn jemand Erdbeeren oder Spargel haben wolle, müsse man auch liefern können. Und die laufenden Kosten für den Betrieb bleiben ja auch bestehen. Die Erdbeerpflanzen, die bestellt Baumanns zum Beispiel schon im September des Vorjahres – und muss sie dann auch bezahlen. Die Überlegung, beim Staat einen Antrag auf Soforthilfe zu stellen, die gebe es schon.  Aber er will weiter das Beste versuchen, schaut, welche Arbeitsschritte er jetzt schon vorarbeiten kann. „Wir bleiben Saisonarbeiter. In den drei Monaten Spargel- und Erdbeerenernte muss ich mein Geld verdient haben. Sonst habe ich das ganze restliche Jahr Probleme.“