Aktuelles aus Kervenheim

838 Stunden ehrenamtliche Arbeit für das Dorf

Eine Rückschau und der Jahresausblick standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Kervenheimer Heimat-und Verschönerungsvereins in der Gaststätte “Brouwers.” In seinem Resümee hob der Vorsitzende des Vereins, Horst Neisius vor über 30 Mitgliedern und Gästen die insgesamt bessere Zusammenarbeit mit anderen Vereinen hervor.
Er streifte dabei die zahlreichen gelungenen Aktionen, vom Osterfeuer über das gelungene Zusammenspiel von evangelischer Kirche, Dorfmarketing, Geselligen Vereine und den Schützen beim Maifest über die 100-Besen-Aktion bis zum Bezirksschützenfest, der Kirmes und der Aktivitäten zum Glasfaserausbau. “Es geht doch mit Zusammenhalt”, hob er besonders den letzten Punkt deutlich hervor. “Sonst hätten wir nie 60 Prozent Beteiligung für die Glasfaser. Damit sind wir in der Region mit Abstand führend.” Die Deutsche Glasfaser werbe schon in anderen Ortschaften mit Kervenheim. “Im Aprill soll hier mit dem Buddeln begonnen werden”, bis Jahresende die Kabel und Anschlüsse verlegt sein.
Für die Geschichtsgruppe hob Joachim Brakel die letztjährigen Vorbereitungen auf die 35-Jahr-Feier des Vereins hervor. Er bedankte sich bei den Mitbürgern, die an die 600 Fotos und Dias zur Aufarbeitung der heimischen Geschichte weitergegeben haben. Aktiv arbeite man im Archiv an den Soldaten-Dankesbriefen aus dem 1. Weltkrieg. Zudem soll eine modernere Internetseite des Vereins erscheinen. “Sie ist zu 80 Prozent fertig  – spätestens zum 1. Mai soll sie online sein”, kündigte Horst Neisius an.
Für den Hauptausschuss verwies Bernd Reintges auf die erfolgreichen Aktionen des Jahres 2016 und bedankte sich bei den Ativen für “838 Stunden ehrenamtliche Arbeit für das Dorf.”  Lob gab’s dafür auch vom Ortsvorsteher Martin Brands. “Das ist total bemerkenwert. Das macht es hier so schön und lebenswert. Und die gute Zusammenarbeit der Vereine ist eine Selbstverständlichkeit geworden.”
Als Projekte für 2017 nannte Neisius neben solchen Kontinuitäten wie Osterfeuer und Maifest das “Leader”-Projekt “Leistende Landschaft”, den Auftakt zum “Großprojekt” Burg Kervenheim angesichts der 750-Jahr-Feier im Jahr 2020 und die mögliche Neuauflage eines Bildbandes “Kervenheim 1900 bis 1940”. Dafür würden Sponsoren gesucht. Neisius sprach auch die mögliche Beteiliung des Ortes bei dem Kreiswettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft” an. “Da geht es nicht nur um schöne Blumenbeete”, müsse das über die Geselligen Vereine organisiert werden, so Neisius. Da müsse man im Kollektiv schonmal mit dem Baumschnitt beginnen, das sei eine Ganzjahresaufgabe, hieß es in der späteren Diskussion. Offen wurde auch über den Umgang mit Kopfweiden und Eschen an der Burg und über die Idee eines Wasserspielplatzes (finanziert mit Fördergeldern) gesprochen.
Wo sind die Frauen?
Nach dem Kassenbericht, der Entlastung des Vorstandes und der Bestimmung eines neuen Kassenprüfers übergab Thomas Roest vom Kervenheimer Silvesterlauf dem Heimatverein  zur Unterstützung einen Scheck über 300 Euro. Neisius mahnte zum Schluss noch eine etwas aktivere Beteiligung der Mitglieder an . Bei 227 Mtgliedern und 15 bis 20 Kernaktiven sei da sicher noch was möglich. “Und der Heimatverein hat einen Anteil von 34 Prozent weiblichen Mitgliedern – wo sind die Frauen?”, machte er durchaus klar, dass man kein “Männerdebattierklub” sei.

Ehrung für drei junge Musiker aus Kevelaer, Wetten und Winnekendonk

Glücklich und zufrieden präsentierten sich die Preisträger des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ in der Tonhalle der Kreismusikschule Geldern. Zuvor hatte sie dem aufmerksamen Auditorium ein knapp einstündiges Konzert geboten. Dort konnten die elf Jungblechbläser, Streicher, Sängerinnen und Pianisten ihre Talente zu Kompositionen wie Mozarts „Zauberer“, Lloyd Webbers „Pie Jesu“ oder Melodien wie „Colors of the wind“ aus dem Film „Pocahontas“ zeigen.
Zwischenzeitlich wurden die jungen Leute von Schulleiter Thomas Dieckmann zusammen mit dem Förderverein für ihre Leistungen geehrt und ihre Fähigkeiten an ihrem jeweiligen Instrument gelobt. Alle Teilnehmer hatten bei dem Regionalwettbewerb 2017 den ersten Preis erreicht. Unter den jungen Talenten befanden sich auch der Winnekendonker Pianist Ben Thissen, die Sängerin Liv de Jonghe aus Kevelaer und die Wettenerin Felia Bousart am Violincello. Auch sie hatten die Gelegenheit, sich im Rahmen der Feierstunde auszuzeichnen. Liv de Jonghe und Ben Thissen interpretierten gemeinsam die „Distant Melody“ aus dem Musical „Peter Pan“. Felia Bousart brachte mit den Violinistinnen Sarah Houcken und Kezia Körner die „Kleine Kammersuite“ von Siegl zu Gehör, wofür sie von dem Publikum mit Beifall bedacht wurden.

Falken stellen zahlreiche Bezirksmeister

Am vergangen Sonntag, 12. Februar 2017, richtete der Radsportverein „Falke“ Kervenheim-Kevelaer die diesjährigen Bezirksmeisterschaften im Kunst- und Einradfahren aus. Insgesamt 109 Sportlern aus sieben Vereinen waren angereist, um an den Wettkämpfen teilzunehmen.
Bei den 1er Kunstradfahrern Schüler U13 startete Tim Schaffers. Er ist mit seinen ausgefahrenen Punkten nicht nur Bezirksmeister geworden ist, sondern hat mit seiner ausgefahrenen Punktzahl die Qualifikation zu den Landesmeisterschaften der Schüler am  21. Mai 2017 in Velbert geschafft. Sein Bruder Kai Schaffers wurde in der Klasse 1er Kunstradfahren der Schüler U11 Zweiter.
Timo Kresse wurde bei den Junioren Bezirksmeister und qualifizierte sich im 1er Kunstradfahren für die Landesmeisterschaften am 11. März 2017 in Köln.
Sarah Adamaschek wurde im 1er Kunstradfahren der Schülerinnen U15 Achte.
Sarah Kresse wurde bei den Juniorinnen Zweite und konnte sich mit ihren ausgefahrenen Punkte ebenfalls für die Landesmeisterschaften qualifizierten.
Auch die Einradfahrer verließen erfolgreich die Fläche. Hier wurde die Mannschaft 4er Einradfahren der Junioren mit Sarah Kresse, Timo Kresse, Verena Nilkens, Johanna Wilbers Bezirksmeister und schaffte die Qualifikation zu den Landesmeisterschaften.
Die 4er Schüler Einradmannschaft wurde mit den Sportlern Sarah Adamaschek, Markus Achten, Julia Kühnast und Paula Wilbers Bezirksmeister. Erstmalig schaffte diese Mannschaft die Qualifikation zu den LV-Meisterschaften in Velbert.
Am Ende des Tages überreichte die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Middeldorf dem Team der Falken den Pokal für den dritten Platz in der Vereinswertung.
Ein ausführlicher Bericht erscheint im Kevelaerer Blatt am Donnerstag, 17. Februar 2017.


Der RSV „Falke“ Kervenheim-Kevelaer bietet mittwochs in der Zeit von 16 Uhr bis 18 Uhr in der Turnhalle an der Biegstraße in Kevelaer ein kostenloses Probetraining für interessierte Kinder an.

Kervenheim wurde zum Kölsche Veedel

Lieder zum Mitfeiern und Mitsingen in kölscher Mundart boten die „Jäcksges“. Kervenheim wurde für einen Abend zu einem Stadtteil von Köln, denn im Saal Brouwers waren nur kölsche Tön zu hören.
Aus der ganzen Region waren zahlreiche Freunde des kölschen Frohsinns dem Ruf der Kervenheimer gefolgt. Sie zeigten überwiegend in Trikots des 1. FC Köln, in rot-weißen Kleidern oder mit Kölner Stadtwappen auf den Wangen ihre Gesinnung. Aber auch Matrosen, Marienkäfer und Marios sowie Kölsche Jungs und Mädchers waren zu sehen.
Die Geschwister Magret Broich sowie Michael und Karl-Heinz Brouwers hatten den Saal festlich geschmückt und sorgten mit „Pittermännchen“ (10-Liter-Kölschfass) und „ConJäcksges“ für die Stimmungsgrundlage.
Kölsche Musik ist immer eine Mischung aus  Frohsinn, ausgelassener Lebensfreude,  unverkrampfter Heiterkeit, aber manchmal auch voller Melancholie und Sehnsucht nach der Stadt am Rhing. Rudi und Dorothee Rühlke, Kalle Brouwers, Herry Ehrentraud, Gaby Koenen, Carmen und Jacky Langenhuisen und Christian van Oeffelt von den „Jäcksges“ wissen dies zu vermitteln. Sie erfreuten die rund 200 Köln-Fans mit Liedern der Karnevalshochburg unter anderen von „Domstürmer“, „De Höhner“ oder „Bläck Fööss“. Da „all Jecken dä selve draum dräume“, „drehte sich alles im Kreis“ und die Jäcksges riefen den Gästen zu „Mach dein Ding“. „Et jitt kei Wood“ waren sie sich sicher, dass „Echte Fründe“ daran hindert „Op de Welt un op et Lääve“ zu „fiere auf kölsche Art“. Alle, die bisher an den Tischen saßen, forderten sie auf „Steh auf, mach laut“, denn „Mer bruche keiner“, der nicht so richtig mitfiere dät in „Hey Kölle“, wo „Alles für die Liebe“ ist. „Zesammenin, Zesammestonn“ gibt Kraft, darum „Viva Colonia“.
Zum Schluss gaben die Jäcksges noch einmal eine Liebeserklärung ab. „Dat is Heimat“ stellten sie fest, denn „Mir sin jedäuf“ wo „de Kölsche Jung“ sagt „Du bess die Stadt, op die mer all he stonn“. „Maat et joot“ wünschten die Jäcksges ihren Fans, bevor sie diese aufforderten „Drink doch eine met“ und feierten anschließend mit ihnen bis in die frühen Morgenstunden.
Für die Musik aus dem Lautsprecher sorgten Dominik Maas, Julian Binn und Tim Kelm. Die „Jäcksges“ machen nicht nur jedes Jahr in Kervenheim Stimmung. Sie treten sogar dieses Jahr in Köln am Rheinufer auf und sind für Feste und Jubiläen zu buchen.  „Die Erinnerung ist, was man festhalten kann, mat et jout, bis demnächst irgendwann“.
Hier geht es zur Fotogalerie vom Abend!

Kervenheimer Formation „De Jäcksges“ lädt am Samstag wieder zu ihrem „Kölschen Abend“ ein

Akropolis ist unser Aufwärmprogramm“, scherzte Christian van Oeffelt und stieß mit seinem Mitstreitern von „De Jäcksges“ im Brouwers-Saal vor dem Bildnis des Kölner Doms miteinander an. Ein Dreiviertelstunde lang hatten sich Kalle Brouwers, Christian van Oeffelt, Dorothee Rühlke, Harry Ehrentraut, Rudi Rühlke, Jacky Langenhuizen, Gaby Koenen und Carmen Langenhuizen zuvor schon durch einen Teil ihres rund 30 Lieder umfassenden „Kölsche Abend“-Repertoires geprobt.
„Das ist definitiv unser Jahres-Highlight“, drückten die acht passionierten Hobbymusiker im Kollektiv ihre Vorfreunde auf das besondere Konzert aus, das am Samstag, 4. Februar, ab 20 Uhr im Saal Brouwers steigen wird.
Seit vier Jahren richtet die Formation das Konzert in ihrem Heimatort aus. Schon lange kommen nicht nur Kervenheimer zu den Konzerten, sondern auch Leute aus der Umgebung, weil sie die Begeisterungsfähigkeit der Combo schätzen.
Seit 15 Jahren singt und spielt das Ensemble in der heutigen Formation zusammen. Früher waren sie fester Bestandteil des Kervenheimer Büttenabends. Seit 2013 konzentrieren sie sich „auf dat Kölsche“, wie Harry Ehrmanntraut stilsicher zum Ausdruck brachte.
Was das Besondere gerade an dieser rheinischen Form des musikalischen Frohsinns sei, auf diese Frage finden die acht Musiker vielfältige Antworten.
„Es geht sich um die Geselligkeit in den Liedern“, meint Dorothee Rühlke. „Jeder von uns fühlt sich da zu Hause“, bringt es Christian van Oeffelt auf den Punkt. „Die Stücke sind sehr aussagekräftig, auch gesellig, aber vor allem mit Herz und Wärme“, sagt Gaby Koenen.
Wie gut ihre Musik ankommt, konnten die Musiker letztes Jahr bei einem Konzert bei der Lebenshilfe im Gelderner „Bluepoint“ erfahren. „Eine tolle Erfahrung, die haben super mitgemacht und uns spontan und herzlich umarmt“, empfand Kalle Brouwers das Konzert als eines der nachhaltigsten Erlebnisse in der Bandgeschichte.
Jetzt soll Geselligkeit und Herz erstmal am Samstag die Menschen erreichen, in zwangloser Atmosphäre mit Stehtischen, Pittermännchen und vielen bekannten kölschen Liedern in drei Musikblöcken vorgetragen. Tickets sind für neun Euro an der Abendkasse noch erhältlich. Der Einlass ist ab 19.30 Uhr.
Und sollte die Feier so stimmungsvoll verlaufen wie bei den vergangenen drei Abenden, „dann bricht ein neuer Morgen an“, ist Christian van Oeffelt überzeugt.

Pfarrkonvent St. Antonius 2017: Mitbauen an einer lebendigen Gemeinde

Die Pfarrgemeinde St. Antonius hatte dreifachen Grund zur Freude und zum Feiern: Die Feier des Patronatsfestes des Heiligen Antonius und des Kirchweihfestes der Pfarrkirche sowie der Pfarrkonvent fielen auf den vierten Sonntag im Januar zusammen.
Pfarrer Andreas Poorten erinnerte in der Eucharistiefeier an die feierliche Einweihung der bei einem Brand völlig zerstörten St.-Antonius-Kirche durch Bischof Dr. Reinhard Lettmann vor genau 30 Jahren, am 17. Januar 1987.
Die aktuell erforderlichen Renovierungsarbeiten an der Außenfassade übertrug Poorten auf die Situation der Kirche, die gleichwohl ein sicherer Ort sei. Denn Jesus selbst sei wie ein Schlussstein, der alles zusammenhalte, so Poorten. Unter Bezug auf Psalm 127 ermutigte Poorten die Gemeinde, Gott in der täglichen Stille zu suchen und „Gott wirken zu lassen, damit er sein Haus bauen kann“.
Lebendige Gemeinde erlebten die rund 100 Engagierten und Mitarbeiter aus allen fünf Gemeinden der Pfarrei sowie die Vertreter des Seelsorgeteams beim anschließenden Pfarrkonvent im Pfarrheim. Neben Informationen aus dem gemeindlichen Leben zum neuen Firmkonzept und dem Stand des lokalen Pastoralplans, stand die Beteiligung der Gäste an der Entwicklung eines Zukunftsbildes von St. Antonius im Mittelpunkt. Dazu erläuterten Pastoralreferentin Stefanie Kunz, Dr. Brigitte Sensen und Elisabeth Werner vom Sachausschuss Pastoralplan die Methode sogenannter „Kirchenbilder“. Diese veranschaulichen verschiedene Vorstellungen und Erfahrungen mit Kirche in schematischer Bildform.
In fünf Gruppen tauschten sich die Teilnehmenden danach über eigene, gemeinsame oder unterschiedliche Erfahrungen und Vorstellungen des gemeindlichen Lebens in Kevelaer und den Ortschaften aus. Mit verschiedenen Materialien bauten sie gemeinsam an „ihrer Kirche“ vor Ort. Die sehr unterschiedlichen Bilder der Gruppen sollen Impulse für die weitere Diskussion im Pfarreirat setzen und Eingang in den lokalen Pastoralplan finden. Moderiert wurde der Pfarrkonvent von Dr. Christoph Joosten, Mitglied des Pfarreiratsvorstandes, der Anregungen für die Umsetzung des Jahresmottos „Eins in Christus“ setzte. Für musikalischen Schwung sorgte der Kirchenchor von St. Antonius unter Leitung von Christian Franken.

Jahreshauptversammlung der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Kervenheim-Kervendonk

Während der Jahreshauptversammlung der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Kervenheim-Kervendonk 1622 e.V. am Samstag, 21. Januar 2017, wurden einige verdiente und langjährige Schützen geehrt.
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Stephanie Pickmann ausgezeichnet, ihr Ehemann Johannes Pickmann für 40-jährige Vereinstreue.
Auf 60 Jahre Mitgliedschaft im Verein kann Peter Koppers zurückblicken.
Drei Schützenbrüder – Erich Peters, Heinrich Hallmann und Hans Tervooren – freuten sich über ihre Ehrung für 70-jährige Mitgliedschaft in der Bruderschaft.
Der Bezirksbundesmeister Hans-Gerd Frerix zeichnete Betina Stüsgen und Stefan Hummel mit dem Silbernen Verdienstkreuz aus. Mit dem Hohen Bruderschaftsorden wurden Eckmar Leibeling und Manfred Piper für ihren unermüdlichen Einsatz in der Bruderschaft ausgezeichnet.

Fünfter Kervenheimer Silvesterlauf mit guter Resonanz

Voller Freude begrüßte Mitorganisator Thomas Roest am Zaun auf der Leiter stehend die über hundert Läuferinnen und Läufer, die sich an der Kervenheimer Feuerwehrstation nahe des Startpavillons versammelt hatten.
„Wir brauchen da fast keine Anmeldungen“, sagte er. Zu den bereits vorgemeldeten hatten sich noch eine ganze Reihe weiterer Bewegungsinteressierter dazu gesellt. Inmitteln des Pulks schob sich sein Mitstreiter Udo Weber an den Start.
„Weil wir das hier „just for fun“ machen, für die Gemütlichkeit, den Sport und das Dorf“, versuchte er zu beschreiben, warum sich der Lauf in den vergangenen Jahren so gut etabliert hat. Auch in diesem Jahr sollen die Erlöse des Laufes für einen wohltätigen Zweck genutzt werden. „Wofür wir das Geld dieses Mal verwenden, ist aber noch nicht klar“, sagte er.
Nach dem Startschuss machten sich die großen und kleinen Läuferinnen und Läufer auf die 2,1 Kilometer lange Strecke, die jeder nach Lust und Laune bis zu fünfmal absolvieren konnte. Diese führte entlang des Weihers bis zur Feuerwehr.
Unter den Teilnehmern waren viele Einheimische – wie Sandra Jacobs, die nach Ernährungsumstellung und sportlichem Engagement 35 Kilo Gewicht verloren und sich für den Tag „zwei bis vier Runden“ vorgenommen hatte. Oder auch Christian Sievers mit seinem sechsjährigen Sohn, dem er nach seiner Runde mit den Worten „Das hast du echt super gemacht“ gratulierte, um sich nochmal auf die Runde zu machen.
Unter den Aktiven befanden sich aber nicht nur Kervenheimer Hobbyläufer, sondern auch Aktive aus Uedem, Winnekendonk oder Keppeln. Der Twistedener Michael Winkels begab sich das erste Mal auf die Kervenheimer Strecke. „Mein Schwiegersohn Timo hat gesagt, das lohnt sich – er ist Kervenheimer“, fand der 43-Jährige die Idee, zum Abschluss des Jahres nochmal „in Gemeinschaft zu laufen“, einfach gut.
„Das ist echte Nachbarschaftshilfe – ein kleiner, feiner Lauf“, bekannte der Uedemer Torsten Hemmers, der mit seiner Familie am Start war. Sonst gehe man immer zum Lauf nach Pfalzdorf. „Die Masse da macht einen irgendwann „platt“ – hier ist es ungezwungen und jeder läuft, was geht“, ergänzte Uschi Hemmers.
Ähnlich sah´s auch die niederheinische Moderatorenlegende Laurenz Thissen, der mit seiner Anwesenheit nach Roests Worten den Kervenheimer Lauf „adelte“. „Nach 28 Jahren Pfalzdorf“ nutzte er die Gelegenheit zum entspannten Klönen mit den Gästen am Pavillon. Von dort aus verfolgte er auch die Runden des Weezers Werner van Dongen, der den Lauf als lockeren Aufgalopp für den Kevelaerer Marathon sah. „Es ging leidlich – ich hab mich schon gequält“, gestand der nach Monaten der Pause wegen „Zerrung oder Muskelfaserriß“ im Jahr 2016 . „Ich werd aber wohl in Kevelaer an den Start gehen“, so seine optimistische Prognose.
Auch der Winnekendonker Lauftreff kam mit einer größeren Gruppe – Manfred Schax lief mit einem Freund als Vortraining zum Kevelaer-Marathon von Winnekendonk nach Kervenheim, fünf Runden und wieder zurück. „Hier muss man sich nicht totlaufen“, meinte der 50-Jährige mit Blick auf das bevorstehende Großlaufevent. Die anderen absolvierten je nach Vermögen ihre Strecken – Annegret Grootens fand das ganze Drumherum des Laufs einfach nur „schnuckelig schön“.
Jeder stieg aus dem Lauf dann zu „seinem“ optimalen Zeitpunkt aus. Bei Kaltgetränken und einem leckeren Schluck Glühwein wurde aufs kommende Jahr schon mal angestoßen. Einige Kervenheimer feierten bei „Brouwers“ dann ins neue Jahr hinein – und Helmut „Happo“ Rankers formulierte seine Wünsche für das neue Jahr: „Viel Gesundheit für alle – und weniger Bekloppte auf der Welt.“

Einbruch in Bauernhof

Am Freitag, 23.12.2016, in der Zeit von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr drangen bislang unbekannte Täter gewaltsam in die Räumlichkeiten eines Bauernhofes an der Sonsbecker Straße in Kervenheim ein. Dort durchsuchten sie die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen und brachen einen Tresor auf. Zur Beute können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.
Zeugen melden sich bitte bei der Kriminalpolizei in Goch unter der Telefonnummer 02823 1080.

Ein Dorf lädt zum Silvesterlauf

Am 31. Dezember 2016 um 14 Uhr ist es wieder soweit, dann gehen in Kervenheim die Läufer, Jogger, Walker und auch Hundehalter zum fünften Mal auf den 2,1 Kilometer langen Rundkurs.
Dieser etwas andere Silvesterlauf fand seinen Ursprung im Winter 2012. Damals gab es schon im November viel Schnee und Eis, und auch am Silvestertag waren die Wetterbedingungen unverändert, sodass der traditionelle und bei vielen in der Region beliebte Lauf in Pfalzdorf abgesagt werden musste, da es einfach zu gefährlich war.
Doch zwei Kervenheimer Jungs, Thomas (Rosi) Roest (42) und Edgar Schlootz (52), hatten einen so starken Bewegungsdrang, dass sie ungeachtet der Witterungsbedingungen dennoch laufen wollten, um das Jahr noch mit einer sportlichen Aktivität zu beenden, bevor es dann zur Silvesterparty ging, so erinnert sich Thomas Roest. Sie liefen dann insgesamt zehn Kilometer von Kervenheim nach Sonsbeck und wieder zurück.
Im folgenden Jahr, auf dem Weg zur Kinderandacht am Heiligabend, fragte ihn sein Kumpel Udo Weber, ob sie gemeinsam den Silvesterlauf machen sollten. Worauf Thomas Roest erwiderte: „Nein, das ist mir zu stressig, mit der An- und Abreise nach Pfalzdorf.“ Worauf Udo Weber entgegnete „Nicht in Pfalzdorf, sondern hier bei uns in Kervenheim, so wie du es im letzten Jahr mit Edgar gemacht hast.“
Von dieser spontanen Idee begeistert, rief der Vollblut-Kervenheimer über Facebook seine Freunde zum Mitmachen auf. Er war dann doch erstaunt, dass sich spontan sechszehn laufbegeisterte Freunde meldeten, um mit ihm und vier Hunden (!) an den Start zu gehen. Um seinen Freunden und den nicht laufenden Familienangehörigen auch eine Aufenthaltsmöglichkeit zu bieten, wurde seine Garage ausgeräumt, gefegt und eine Partyzeltgarnitur eingeräumt. Hier konnten sich alle vor und nach dem Lauf mit Getränken und kleinen Snacks versorgen.
Enormer Zuspruch
Im Jahr 2014 waren es dann bereits 80 angemeldete Teilnehmer, die auch eine andere Infrastruktur benötigten. Also wurden vor der Garage noch schnell Partyzelte aufgebaut und auch zwei Dixi-Toi­letten standen bereit. Für die Bewirtung der vielen Gäste konnte er einen guten Freund gewinnen, der das Catering übernahm.
Durch den enormen Zuspruch überlegte man sich dann für den Lauf in 2015, die Veranstaltung etwas professioneller zu gestalten. Vor allem war das Ziel, die Laufroute zu vereinfachen und auch sicherer zumachen, da man bisher auch Straßen kreuzen musste und dies den Verantwortlichen zu riskant erschien. So entschieden die Organisatoren sich für einen 2,1 Kilometer langen Rundkurs, der hinter der Feuerwehr auf dem Parkplatz des Tennisplatzes beginnt und endet. Ebenso richteten sie eine Internetseite (www.sylvesterlauf-kervenheim.de) ein, mit allen wichtigen Informationen zum Ablauf. Auch musste man sich nun Gedanken darüber machen, dass man für eine derartige Veranstaltung auch Haftungsrisiken ausgesetzt ist. Also mussten die Organisatoren eine Versicherung abschließen. Der Beitrag dafür wurde von einem Freund organisiert, der seinen Chef einer Versicherungsagentur davon überzeugte, dies zu spenden.
Zum Start am 31. Dezember 2015 kamen schon 120 Teilnehmer, von kleinen Kindern bis hin zu Senioren und noch mehr Hunden. Die Teilnehmer vom Einzelläufer über Familien und Gruppen kommen aus den umliegenden Dörfern und Kommunen, aber auch aus der Nähe von Hamburg.
Großen Wert legen Roest und seine Mitorganisatoren darauf, dass dieser Silvesterlauf nur Spaß machen soll und keinem Leistungsdruck unterliegt. Man möchte keinen Wettkampfcharakter. Deshalb verzichten die Organisatoren auf eine Zeitmessung und auch auf eine Unterteilung der Teilnehmer in Altersklassen. Jeder kann mitmachen, jeder läuft, mit wem und wie lange er möchte. So, wie es einem gefällt. Auch auf Startgelder verzichtet man konsequent. Die Organisatoren setzen bei der Finanzierung auf Spenden und Sponsoring. Weil Gastfreundschaft in Kervenheim groß geschrieben wird, werden nicht nur die Teilnehmer, sondern auch alle anderen Besucher bewirtet. Jeder gibt dann seinen freiwilligen Obolus in die vom Schreiner und Tischler Thomas Roest selbst angefertigte Spendenbox. Denn der Silvesterlauf steht unter dem Motto „Das Laufen vor der Jahreswende finanziert sich durch `ne kleine Spende.“
500 Euro gespendet
Dies funktionierte im vergangenen Jahr so gut, dass die Veranstalter einen Überschuss von 500 Euro spontan an die Aktion Pro Humanität übergeben konnten, die damit eine akute Hilfsaktion zur Linderung einer Hungersnot in Benin durchführen konnte.
„Anmelden kann man sich bis Silvester um 13.58 Uhr“, so der dabei schmunzelnde Thomas Roest, „denn danach habe ich keine Zeit mehr.“
Die Veranstaltung ist geprägt von einem dörflichen Miteinander, davon, selbst Spaß zu haben und anderen eine Freude in Kervenheim zu bereiten. Denn wenn der Ruf ertönt, dass angepackt werden muss, dann kommen sie alle, ob Freunde und Nachbarn, jeder hilft und trägt so zu einem tollen Dorfmarketing bei.
In diesem Jahr gibt es erstmals T-Shirts mit dem Aufdruck „Sylvesterlauf Kervenheim“, die als Erinnerung an diesen tollen Nachmittag erworben werden können.
Aktuell liegen die Anmeldezahlen erst bei 33 Teilnehmern. Das lässt den Organisator jedoch vollkommen entspannt: Erfahrungsgemäß melden sich die meisten erst kurz vorher an.