Aktuelles aus Achterhoek

Einig im Naturschutz

Der Verein „Natur und Kultur im Achterhoek“ (NuK) stemmt sich – zumindest lokal – seit fünf Jahren gegen den Niedergang der heimischen Flora und Fauna. Als am 20. Januar die Kevelaerer SPD-Fraktion den Antrag stellte, Kevelaer zur „insektenfreundlichen Kommune“ werden zu lassen und darin die Beteiligung der Bürger und Vereine vorschlug, haben die Achterhoeker das Angebot sofort aufgegriffen.

So traf sich der NuK-Vorstand mit fachkompetenten Mitgliedern und beriet, welche Maßnahmen sinnvoll und empfehlenswert seien. Als Ergebnis versendete der Verein eine Bitte um die Beteiligung an den Gesprächen an Bürgermeister Dr. Pichler und an alle Fraktionsvorsitzenden des Rates.

Am Dienstag fand das Treffen im Rathaus statt. Nach der Begrüßung durch Dr. Pichler erklärte Horst Blumenkemper von der SPD den Hintergrund des Antrages. Die Wahrnehmung der aktuellen Umweltsituation sei Antrieb gewesen. Die Inhalte der Forderungen müssten ergänzt und korrigiert werden, weil sie selbst eben keine Spezialisten in Sachen Natur seien, sagte er sinngemäß. Daher ja auch der Aufruf um Mitwirkung.

Betriebshofleiter Johannes Baaken erläuterte, welche Umweltthemen die Kommune bereits in Angriff genommen hat, welche in Planung befindlich sind und welche längst gang und gäbe sind. Der NuK-Vorsitzende Rainer Verhülsdonk machte klar, dass die Nachhaltigkeit und die anzustrebende Vernetzung wichtiger seien als kurzfristige Leuchtraketen, die nicht nachwirken. Geschäftsführer Mattes David präsentierte den Maßnahmenkatalog des NuK, den er mit 13 Änderungs- oder Ergänzungspunkten vortrug.

Der Bürgermeister und alle an der Diskussion beteiligten Vertreter der Fraktionen waren sich einig, dass der Naturschutz in Kevelaer dauerhaft und nachhaltig mehr Gewichtung erfahren muss. Bereits zum Ende des kurzen Austausches wurde der Weg als Skizze beschrieben. Einige der festgehaltenen Ergebnisse:

Eine städtische Fläche von 8.000 Quadratmetern wird kurzfristig für ein Leuchtturm-Projekt zur Verfügung gestellt. Dort soll ein sich selbst überlassenes Areal entstehen, das gegebenenfalls zur Anschauung genutzt werden kann.

Einmal im Jahr soll ein Naturschutztag unter Beteiligung aller Interessierten abgehalten werden. Er dient der Möglichkeit des Austausches, der Anregung und der Information.

Ab März wird die zukünftige Klimabeauftrage der Stadt anteilig mit der Aufgabe des Naturschutzes in Kevelaer betraut werden. Es wird ein „Arbeitskreis Naturschutz“ installiert, in dem sich Kommune, Politik und Bürger regelmäßig beraten.

„Es macht Spaß, ihn zu entdecken“

Kevelaer. So schnell verschlägt es Veronika Hebben nicht die Sprache. Beim ersten Einblick in die Vielschichtigkeit des Werkes von Heinz Henschel erging es der Kunsthistorikerin jedoch nicht anders, als vielen Laien auch: Schon beim Betrachten eines einzelnen Bildes muss man da mit ziemlicher Reizüberflutung rechnen (das KB berichtete über den Künstler Heinz Henschel und die Entdeckung seiner Werke in der Ausgabe 3/2018).
Reizüberflutung
Erst recht kompliziert wird es, wenn man sich auf wissenschaftlich-professionellem Wege diesem Kunstschaffenden nähert. „Wir müssen ihn ausstellen, auch wenn ich noch nicht weiß wie“, das sei ihr erster Gedanke nach der ersten Begegnung mit dem Werk Henschels gewesen, erinnert sich die zukünftige Leiterin des Niederrheinischen Museums Kevelaer (siehe Bericht auf der Seite 4 dieser Ausgabe) heute. Als es ernst wurde mit der Vorbereitung der Kabinettaustellung, die am 18. Februar eröffnet wird, kam die „große Sorge“ hinzu, „dass wir dem Werk nicht gerecht werden können.“ Einerseits wollen die Ausstellungsmacher die schlichtweg unglaubliche Detailverliebtheit des Autodidakten Henschel präsentieren, „aber auch die Fülle des Werkes insgesamt darstellen.“
Detail und Fülle
An die 120 Bilder, etwa ein Zehntel des erhaltenen und bekannten Gesamtwerks Henschels, wird deshalb in der Kabinettausstellung zu sehen sein. Es könnte also eng werden, bei der begrenzten Ausstellungsfläche in der 1. Etage des Museums. Aber wohl nicht ganz so „eng“ wie auf einigen Bildern Henschels, weshalb das Museum eigens Lupen anbieten wird, mit deren Hilfe die Ausstellungsbesucher noch tiefer in die Bilder vordringen, sich quasi auf „Entdeckungsreise“ in die Henschelschen Welten begeben können.
Detailverliebtheit, handwerkliche Qualität und die schier unglaubliche „Präzision in der Umsetzung“ waren es unter anderem auch, die die Wissenschaftlerin davon überzeugten, dass Heinz Henschel ausgestellt werden müsse. „So ist mir das noch nie untergekommen“, sagt Veronika Hebben, und macht dem Autodidakten ein riesiges Kompliment, über das sich der bescheidene Mann wohl sehr gefreut hätte: „Es macht unheimlich Spaß, ihn zu entdecken.“
„Er ist authentisch, er bleibt sich selber treu“, so viel hat sie bisher bei der Beschäftigung mit seinem Werk auch festgestellt. Er schuf seine Kunst für sich selbst, hat niemals eine Auftragsarbeit angenommen. Und er war – sei es aus der Not heraus, oder aus einer Art inneren Bescheidenheit – nicht gerade verschwenderisch mit Material: Teils zeichnete er beispielsweise auf der Rückseite alter Plakate.
Rahmen gekauft und Rahmen gegeben
„Es ist absolut verdient, dass seine Werke gezeigt werden“, sagt Veronika Hebben. Und auf die Frage, ob dieser bescheidene Mann, der sich zuletzt immer öfter im Kevelaerer Achterhoek blicken ließ, das denn auch gewollt haben könne, sagt Matthias David vom Verein „Natur und Kultur im Achterhoek“, der den künstlerischen Nachlass verwaltet, er sei sich da ziemlich sicher. „Er hat noch vor seinem Tod Rahmen gekauft.“
Nun bekommt er sozusagen einen größeren Rahmen, eine Ausstellung im Kevelaerer Museum. Wer diese besucht, kann den „Wanderer zwischen den Welten“ ein bisschen näher kennenlernen. Und vielleicht wird er ihn mögen. So wie Matthias David, Veronika Hebben und die anderen, die sich in seine Werke schon einmal vertieft haben.

Da waren alle aus dem Häuschen

Die After-Show-Party lief noch bis in die frühen Morgenstunden. Das war nach der exzellenten und mit herausragenden Beiträgen gespickten Kappensitzung der Achterhoeker Karneval Gesellschaft (AKG) nur zu verständlich.

Durch Programmpunkte, die jeder Fernsehsitzung hätten Paroli bieten können, führte bei fröhlicher Stimmung Fred Eickhoff durch den Abend. Der Sitzungspräsident nahm die Karnevalisten mit auf eine Reise unter dem Motto: „Die AKG gern unterhält im Achterhoek die Narrenwelt.“

Nach dem Einzug des Vereins mit dem Kinderprinzenpaar Jonas und Sophie, der Begrüßung der Jecken und Gäste (unter anderen die Karnevalsfreunde Twisteden, der VFR Kevelaer, der KKG Geldern und Freunde aus Wachtendonk) im Zelt der AKG, folgte der Tanz der AKG Minis. Georg Werner, „der Referendar“, plauderte aus dem Nähkästchen und das Solomariechen aus Hartefeld zeigte mit seinem Tanz eine akrobatische Meisterleistung.

Bei der Rede von Franz Dahmen, „De Buur üt Kapelle“, stach eine Pointe nach der anderen. Besonders die „Tigerfellbadehose“ und die „neun Meter (Stoff natürlich), die noch zu Hause vorrätig waren“, provozierten Lachsalven. Die Tänze der Teenies Hartefeld, der Jellys, der Chili Chicks vom Sportverein Aldekerk und der „Tanz der Piraten“ durch den Vorstand der KKG Geldern begeisterten. Der Gardetanz der Garde des VFR Kevelaer zeigte, dass auch der Tanznachwuchs eine sehr gute Grundlage für die Showgirls des Vereins bietet.

Bei dem AKG-Stück „Matchbox-Theater“, das zu fortgeschrittener Zeit rein pantomimisch dargeboten wurde, blieb kein Auge trocken. Die Zuschauer lachten sich „fast schlapp“. Tanz Feel Jeck Wachtendonk zeigten nicht nur eine super Show, ihre Kostüme bestachen auch durch Extraklasse. Manchen Jeck hielt es danach nicht mehr auf dem Sitz. Auf dem Stuhl stehend wurden viele der Lieder aus vollem Hals mitgesungen, denn die „Swingis“ (Swingenden Doppelzentner) aus Kevelaer brachten noch einmal überschäumende Stimmung in das Zelt. Die AKG Showtanz-Gruppe mit Isabell Eickhoff, Anika Lindemanns, Vanessa Lindemanns, Franziska und Frederike Eickhoff, Wiebke Oymanns und als Hahn im Korb Robin Otten zeigte, dass ein kleiner Verein auch eine erstklassige Tanzgruppe haben kann.

Was dann als Abschluss eines perfekten Programms kam, war aller Ehren wert. Die VFR Showgirls vom VFR Blau-Gold Kevelaer e.V. zeigten ihr Programm „Tanz Afrika“, mit dem sie bei den Duisburger Tanztagen 2017 in der Kategorie „Show, Musical“ den 1. Platz gewonnen hatten. Eine meisterhafte Darbietung, die nicht nur durch Synchronizität, sondern auch durch Ideenreichtum und fantastische Kostüme und Requisiten bestach.

Großes Lob gab es beim Finale für das hervorragende Teamwork aller im AKG. Das ging vom Straßeneinweiser über die Thekenmannschaft mit Bedienung bis zu den Dekorateuren. Erwähnt wurden natürlich auch alle Aktiven auf der Bühne bis hin zu allen anderen, die mitgeholfen hatten.

Die Helfer

Technik: Dominik Bauten.
Zelt: Robin Otten
Theke: Tanja Otten und Team, Musik: Jonas und Rene Langenberg.
Orden: Angelika Langenberg, Mein Harlekin und Karin Oymanns.
Bühne und Requisite: Pipo Statello und Michael Lindemanns.

Aber: „Auf jedem Narrenschiff, das raucht oder segelt, ist einer, der die Sache regelt, und das ist Jan Otten, der 1. Vorsitzende der AKG.“ Auch diesmal war es wohl wieder die Leistung eines gut eingespielten Teams. Ein herrlicher Abend mit vielen Zugaben, die vom Publikum eingefordert wurden.

Fünf Jahre Natur und Kultur im Achterhoek

Rainer Verhülsdonk, Matthias David und Johannes Baaken hatten eine Idee, die sie genau vor fünf Jahren in Form des Vereins „Natur und Kultur im Achterhoek e.V. (NUK)“ zusammen mit weiteren zehn Gründungsmitgliedern umsetzten. Sie wollten etwas für die Natur tun, Freiflächen vernetzen, die Kulturlandschaft erhalten und pflegen, Naturschutz betreiben, Fauna und Flora in ihrem Artenreichtum bewahren und auf die Notwendigkeit eines schonenden Umgangs mit dem Lebensraum hinweisen. In diesem Jahr kann der Verein nicht nur seinen fünften Geburtstag feiern, sondern bekommt mit dem ständigen Zuwachs an Mitgliedern auch die Rückmeldung, dass seine Sicht auf das Lebensumfeld der Bevölkerung von immer mehr Menschen mitgetragen wird.

Die im Landschaftsschutzgebiet gelegene Streusiedlung Achterhoek hat Waldbereiche, Kleinbiotope, schöne Privatgärten, Streuobstwiesen, das Flüsschen Fleuth, verschiedene Leyen, Naturdenkmale und Baumalleen zu bieten. „In diesem Lebensraum will der NUK die Zukunft gestalten, nach vorne sehen und gleichzeitig die Vergangenheit betrachten, denn nur dann kann der Verein seine Ziele erreichen. Nur wer sieht, wie es war und was uns verloren gegangen ist, der kann auch eine sinnvolle Arbeit leisten“, finden der Vorsitzende Rainer Verhülsdonk und Geschäftsführer Matthias David.

Sie führen weiter aus, dass im Bereich Flora und Fauna nur mit ganzheitlicher Blickweise etwas verändert werden kann. „Zum Beispiel wird eine Meise nicht nur jeden hohlen Baumstamm, der nicht gefällt wird, einer Nisthilfe vorziehen. Sie nimmt eine Nisthilfe erst gar nicht an, wenn in der Umgebung keine Nahrung zu finden ist. Insektenvernichtung durch chemische Bekämpfung oder auch dadurch, dass Gärten fast steril gepflegt werden, führt so auch zur Reduzierung der heimischen Vogelarten.“

Die beiden Vordenker im Verein, die mit etwa 30 weiteren Aktiven und gut 290 Unterstützern den NUK vorantreiben, appellieren an die Bevölkerung, die Natur zerstörende Tendenz, aus den Vorgärten „biologische Totflächen“ (durch Schotter- oder Kiesflächen) zu machen, umzukehren. „Wir verstehen, dass Menschen pflegeleichte Gärten haben möchten, denn es soll ja immer ordentlich aussehen – so haben es alle eingetrichtert bekommen –, aber der gesellschaftliche Irrglaube, ein unaufgeräumter Vorgarten sei schlecht, muss aufhören. Vorgärten, in denen die Natur sich ausleben kann, sind Naturschutzgärten und deren Besitzer Naturschützer, also verantwortungsvolle Menschen, die es verdient haben, geachtet zu werden, und wo jedes Kopfschütteln überflüssig ist.“

Im Rückblick auf die noch junge Vereinsgeschichte gibt es bereits eine große Zahl an Höhepunkten zu resümieren. Besonders ist da der Besuch der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks zu erwähnen, der mehr als nur ein „Anstandsbesuch“ war. Die Ministerin zeigte großes Interesse daran, wie der kleine und noch junge Verein es geschafft hatte, mit den Landwirten ins Gespräch und in einen positiven und anhaltenden Austausch zu kommen. Auch die Äußerung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist vom Verein als Wertschätzung verstanden worden: „Im Achterhoek wird ein gutes generationenübergreifendes Miteinander gepflegt, trotz seiner Weitläufigkeit. Außerdem zeigt der Achterhoek, dass Landwirtschaft und Umweltschutz kein Widerspruch sind!“, sagte der.

Ferner ist das Erringen der Silbermedaille im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Bundesebene sicher zum Teil auch durch den NUK erreicht worden. Besuche des WDR-Fernsehens sind fast schon Normalität im Achterhoek.

Für David und Verhülsdonk ist aber noch etwas anderes viel entscheidender: „Der ganze Verein ist ein Highlight. Er hat sich als Sammelbecken von Querdenkern und Anpackern erwiesen, denen keine Vereinsmeierei wichtig ist, sondern die Arbeit für die Natur. Wir hoffen, dass wir alle so weiterspinnen wie bisher und noch viele auf unseren Zug aufspringen, um die Idee zu unterstützen.“

Außer aus Mitgliedsbeiträgen finanziert „Natur und Kultur im Achterhoek“ seine Arbeit über Fördergelder, besonders über die Kultur. Nicht nur die Teilnahme an der „Landpartie am Niederrhein“, auch die bereits legendären Konzerte in der Feldscheune tragen zu dem notwendigen monetären Grundstock bei, aus dem nicht nur Bäume, Sträucher, Pflanzen und Saatgut, sondern auch die vereinseigenen Geräte oder Baumaßnahmen bezahlt werden können.

Für die Zukunft sind bereits weitere Veranstaltungen geplant. So findet dieses Jahr am 23. Juni die offizielle Geburtstagsfeier als Sommerfest statt. Ein erneutes Jugendzeltlager ist geplant, und es wird am 1. und 2. September ein Mittelaltermarkt unter dem Motto „Lebendige Geschichte im Achterhoek“ stattfinden. Auch wird es wieder die monatliche Backaktion im Steinbackhaus geben. Diese soll ausgeweitet werden und neben einem gemütlichen Zusammensein auch die Möglichkeit bieten, Fleisch schonend zu garen und sich über gesunde Ernährung auszutauschen. Naturkundliche Exkursionen, zum Beispiel in die Maasduinen, wo es noch den Ziegenmelker (eine Vogelart) zu beobachten gibt, stehen auch auf dem Programm.

Kontakt und weitere Infos: www.nuk-achterhoek.de.

Franz Baaken war ein Glücksfall für den Achterhoek

Franz Baaken, Achterhoeks ältester männlicher Einwohner, ist im Alter von 89 Jahren friedlich lächelnd im Kreis seiner Familie verstorben. In dem Haus, wo er als einziger Junge von vier Geschwistern am 7. Juli 1928 geboren wurde, schlief er am 2. Januar 2018 ruhig ein.

Franz Baaken wohnte zusammen mit seiner Frau Gertrud, geborene Spettmann aus Veen, seinem Sohn Johannes mit Ehefrau Petra sowie den Enkelkindern Anika, Markus und Raphael auf einem Grundstück im Achterhoek. Mit drei Generationen zusammenzuleben, das fand der Familienmensch klasse. Über die Familie ging ihm nichts. Dazu gehörten auch sein Sohn Karl Heinz, dessen Ehefrau Gaby mit dem Enkel Tobias und seine Tochter Hildegard mit Hubert Welzel und dem Enkelkind Sabrina Figge mit Ehemann Manuel – gerne hätte Franz Baaken noch sein Urenkelkind kennengelernt, das im Februar erwartet wird.

Seine letzten Freunde waren im vergangenen Jahr gestorben und damit die letzten männlichen Bewohner seiner Generation im Achterhoek. Deshalb ging er nicht mehr mit zu den regelmäßigen Kaffeetreffen in der Streusiedlung: „Wat soll ich beij de Koffie, da sinn ja blos die Wiewer.“ Kevelaerer Platt sprach er fast immer, nur mit seinen Kindern, als diese klein waren, da sprach er Hochdeutsch, denn er legte großen Wert darauf, dass sie in der Schule „ordentlich“ sprechen konnten.

Vorbildlicher Einsatz für die Gemeinschaft

Franz Baaken war Obergärtner bei der Firma „Baumschule Beterams“ in Geldern und fühlte sich immer schon verantwortlich wenn es um Landschaftspflege im Achterhoek ging. In seinem Dorf setzte er sich unermüdlich für die Gestaltung und auch für den Gemeinschaftssinn ein. So hatte er als Mitglied des Kirchenvorstandes nicht nur geholfen, die St.-Josef-Kapelle zu bauen, sie instand zu setzen und das Gelände zu pflegen; er engagierte sich auch vehement für deren Erhalt. Ohne seinen vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz stünde die Kapelle heute nicht mehr und die Achterhoeker Orts- und Glaubensgemeinschaft hätte schweren Verlust erlitten.

Baaken hat mit seinem Wirken den Grundstein für die heutige Struktur und lebens- und liebenswerte Gestaltung des Ortes Achterhoek gelegt. Ohne ihn und sein Handeln, um die Kapelle zu erhaltene, würde es heute keinen Ortskern und somit auch kein Dorfleben geben. An dem Zustand der Ortschaft, der 2016 zur Ehrung „Silber im Bundeswettbewerb – Unser Dorf hat Zukunft“ führte, hat Franz Baaken einen nicht unwesentlichen Anteil.

Er war Mitglied der St.-Maria-Bruderschaft und mehrmals dortiger Würdenträger. 2017 konnte er dort noch 70 Jahre Mitgliedschaft feiern. Auch im Heimatverein „Ons Derp“ Winnekendonk und im NUK (Natur und Kultur im Achterhoek) war er lange ein aktives Mitglied. Früher war er auch besonders gerne Mitglied des „Kapellenchors St. Josef Achterhoek“ und liebte die Kegelabende.

Ein besonderes Steckenpferd war für ihn seine zeitgeschichtliche Sammlung über den Achterhoek. Nicht nur, dass diese Sammlung bereits der Grundstock für eine Ausstellung im Gemeinschaftsraum in der ehemaligen Schule diente, sie wird auch auf Dauer ein bedeutender Schatz in der Geschichte des Achterhoek sein.

Es heißt, hinter jedem starken Mann steht eine besonders starke Frau, und so war es nicht erstaunlich, dass Franz Baaken mit seiner Frau Gertrud im vergangenen Jahr noch die Diamantene Hochzeit feiern durfte. Nach dieser großartigen Feier hatte man das Gefühl, als ob er sein Lebensziel erreicht hatte. Er wirkte noch zufriedener, als er es auch so schon mit seinem Leben zu sein schien.

Baaken hat mit seinem Engagement Geschichte nicht nur für den Achterhoek geschrieben und war ein Glücksfall für sein Dorf und seine Stadt

NuK hat sich wieder erfolgreich beworben

Achterhoek. Bereits zum zwei Mal hat sich der NuK erfolgreich um eine Förderung aus dem Topf der Volksbankstiftung beworben. Einmal jährlich fordert die Stiftung Vereine und Organisationen dazu auf, sich mit ihren heimat- und geschichtsgebundenen Projekten zu bewerben.
Der NuK plant seit letztem Jahr den Umzug des Heiligenhäuschens auf Barrendonk. Derzeit steht es noch mitten auf einer unzugänglichen Pferdekoppel und kann nicht besucht werden. Die Vorarbeiten laufen bereits auf vollen Touren. So hat unser Vorsitzender Rainer Verhülsdonk gemeinsam mit Henni van Huet den Bilderstock und die Tafel mit der Inschrift geborgen und zur Konservierung eingelagert.  Der neue Platz, an dem das Häuschen wieder aufgebaut werden soll, wurde bereits mit einem Fundament versehen.
Nur der eigentliche Akt des Ab- und Wiederaufbaus steht noch an. Diese Arbeiten fallen in den kommenden Frühling. Um die Kosten hierfür etwas abzumildern hat sich der NuK wie eingangs beschrieben, auch in diesem Jahr um eine Förderung beworben.
Von 40 Bewerbern entsprachen 34 den Kriterien des Stiftungsgedankens, so der Vorsitzende der Stiftung Johannes Snelting. Der NuK gehörte natürlich dazu, so wie schon vor zwei Jahren, als wir uns um Förderung zum Druck des Achterhoeker Buches von Johannes Baaken bemüht haben.
Gestern Abend wurden die Fördergelder an die Vereine überreicht. Wir hatten mit einer Summer in der Höhe von 250-300 Euro gerechnet und wurden sehr überrascht, als man uns einen Scheck über 800 Euro übergab.
Somit steht dem Abschluss der Arbeiten nun nichts mehr im Wege. Klasse. Unseren Dank richten wir an die Volksbankstiftung, bei der wir uns auch gerne im kommenden Jahr mit neuen Projekten bewerben werden.

Vom Stamme der Hobbyisten

Achterhoek. Im Achterhoek wurde die Öffnung des zweiten Türchens mit Freude und auch mit Spannung erwartet. Im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders öffneten die Indianerfreunde des Stammes „Wang Sini Tangkal“ ihre Türe zum zweiten Advent.
Pünktlich um 17 Uhr läutete Petra Baaken, Initiatorin des lebendigen Adventskalenders im Achterhoek, das Adventsglöckchen und eröffnete damit einen gemütlichen Adventsabend im rustikalen und weihnachtlich geschmückten Westernsaloon der Indianerfreunde.
Nur zu gerne hatten sich diese dazu bereit erklärt, am lebendigen Adventskalender teilzunehmen. Seit zehn Jahren bereichert eine kleine Gruppe der „Wang Sini Tangkal“ (was so viel bedeutet wie: „Die Ausgestoßenen“) in friedlicher Absicht das Dorfleben. „Es ist Zeit, dass wir uns mal präsentieren, einen Einblick in unser Leben gewähren“, begrüßten „Kentucky“ und „Ketchup“, alias Horst und Heinz Kremer, die zahlreichen Adventsgäste im gemütlich warmen Westernsaloon. Mit dieser Geste wollten sich die Indianer, Cowboys und Trapper für die herzliche Aufnahme und das friedliche Zusammenleben im Dorf bedanken. „Wir sind angekommen“, so die beiden Häuptlinge des Stammes, die im wirklichen Leben ganz alltägliche Berufe ausüben.
„Wir sind Hobbyisten und empfinden seit 20 Jahren das Leben der amerikanischen Kultur aus dem 18. Jahrhundert nach“, erklärte Horst Kremer. Vor zehn Jahren siedelte sich eine kleine Gruppe von acht Gleichgesinnten im Achterhoek an. Seitdem veranstalten die Indianerfreunde regelmäßige Treffen, um das Leben aus längst vergangenen Zeiten zu leben. „Es werden Geschichten aus dieser Zeit erzählt, wir üben uns im Messerwerfen und Pfeilschießen, lachen viel und haben Spaß“, berichtet „Kentucky“ voller Leidenschaft für dieses Leben, „und wenn die Trommel geschlagen wird, dann kann es sein, dass diese auch noch vier Kilometer weiter zu hören ist“, führt er aus.
Dieses Leben wird vom Stamm der Wang Sini Tangkal sehr authentisch nachempfunden. Im Bauwagen, einem Planwagen aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden, wird geschlafen und gelebt. „Wichtig aber ist der Zusammenhalt“, so die Indianerfreunde. Der Gemeinschaft Achterhoeks fühlen sich die Indianerfreunde ebenfalls zugehörig. Diese Gemeinschaft dürfte seit dem zweiten Advent noch verstärkt worden sein. Gemeinsam wurde gesungen, gelacht, getrunken und gegessen, erzählt und zugehört. Kurzum: Zwei Kulturen fanden zusammen. Mehr noch: Es wurde Freundschaft geschlossen.
Als nach zwei Stunden das zweite Türchen zum lebendigen Advent geschlossen wurde, waren sich alle Beteiligten übereinstimmend einig: „Es war ein wunderbarer Abend im Advent!“ Das dritte Türchen öffnet sich am kommenden Samstag um 17 Uhr, am Vereinsbackofen des NuK (Natur und Kultur im Achterhoek.) an der Vereinswiese bei Familie Verhülsdonk.

Fünf Unfälle infolge des Winterwetters

Fünf Unfälle bilanziert die Kreispolizei Kleve für Kevelaer und die Ortschaften zwischen Freitag, 8. Dezember 2017, und Montag, 11. Dezember 2017.

  • Am Freitag ereigneten sich zwei Verkehrsunfälle mit Sachschäden aufgrund der Wetterlage. Ein Unfall geschah gegen 19.15 Uhr in Twisteden, der zweite Unfall gegen 21.10 Uhr im Achterhoek.
  • Am Samstag gab es keine Unfälle.
  • Am Sonntag gegen 16.40 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall mit Sachschaden in Kevelaer.
  • Am heutigen Montag gegen 6.10 Uhr verletzte sich eine 28-jährige Beifahrerin in einem Peugeot 206 leicht. Ein LKW war in Kervenheim auf der Schloss-Wissener-Straße auf der Linksabbiegespur zur Autobahn aufgefahren. Ein Mercedes Sprinter fuhr nach dem Zusammenstoß auf den LKW auf.
  • Gegen 11.35 Uhr ereignete sich am Montag in Kevelaer ein weiterer Unfall mit Sachschaden.

Lebendiger Adventskalender mit Indianern, Bäckerei und Besinnung

Achterhoek. Seit dem vergangenen Freitag dürfen sie wieder geöffnet werden. Diese geheimnisvollen Türchen, über die man sich Tag für Tag dem bevorstehenden Weihnachtsfest nähert. Gerade die Adventszeit lädt uns ein, zur Ruhe zu kommen, mal abzuschalten und gute Gespräche zu führen. Genau deshalb kam Petra Baaken vor fünf Jahren auf die Idee, im Achterhoek den lebendigen Adventskalender einzuführen. Und das mit Erfolg.
„Ohne die Unterstützung und Rückendeckung meines Mannes hätte ich das aber niemals gewagt“, betont die Achterhoekerin, die sich, wie auch die Bewohner im Ort, auf gesellige Adventsnachmittage freut. „Auch in diesem Jahr haben sich wieder tolle und außergewöhnliche Gastgeber bereit erklärt, ihre Türe beziehungsweise ihr Tipi-Zelt zu öffnen“, berichtet die Initiatorin des lebendigen Adventskalenders, die sich besonders über die Teilnahme der Indianerfreunde des Stammes „Wang Sini Tangkal“ freut.
Etwas turbulenter als auf der Eröffnungsveranstaltung dürfte es am Samstag vor dem zweiten Advent am Winkelschen Weg zugehen. Hier öffnen die Indianerfreunde des Stammes „Wang Sini Tangkal“ zwischen 17 und 19 Uhr die Tipi-Zelte und laden ihre weißen Nachbarn zu einer friedlichen Zusammenkunft im Westernsaloon ein. „Das dürfte ein spannender Nachmittag werden“, so Petra Baaken. Dabei wollen die Indianer Einblick in das Leben der Rothäute gewähren. Ob dabei eine Friedenspfeife geraucht und Whisky statt Glühwein getrunken wird, bleibt offen.
Am dritten Adventssonntag, dem 16. Dezember, findet die beliebte Achterhoeker Veranstaltung zwischen 17 und 19 Uhr an der Vereinswiese des NuK (Natur und Kultur Verein) bei Familie Verhülsdonk in der Ploo statt. Unter dem Motto: „In der Weihnachtsbäckerei“, wird das dorfeigene Backhaus angefeuert. Die darin gebackenen Plätzchen dürften bei Kakao und Kaffee besonders gut schmecken. Weihnachtsgeschichten und Lieder lassen diesen Mittag stimmungsvoll ausklingen.
Am vierten Advent dann, der auf den Heiligen Abend am 24. Dezember fällt, findet um 17 Uhr in der St.-Josefs-Kapelle eine Stunde der Besinnung mit Musik und Ruhe bei Kerzenschein statt. Mit weihnachtlichen Gedanken von Pastor Manfred Babel und Anika Baaken und musikalischer Begleitung des Sängers „Mr. Soul“ Hans Ingenpass, können sich die Besucher des lebendigen Adventskalenders auf das Wunder der Weihnacht vorbereiten. Mitgebrachte Kerzen können am Friedenslicht aus Bethlehem entzündet werden. Während dieser Veranstaltung können haltbare und möglichst in Schuhkartons verpackte Süßigkeiten als Geschenk vor der Krippe niedergelegt werden. „Diese werden an die Kevelaerer Tafel e.V. weitergeleitet und an bedürftige Familien verteilt“, verspricht Petra Baaken, die sich mit ihrer Familie auf die bevorstehende Adventszeit freut.

Ü-70er Advents-Treff im Achterhoek

Achterhoek. Am 2. Dezember fand zwischen 15 und 17 Uhr die Eröffnungsveranstaltung zur diesjährigen Aktion „Lebendiger Adventskalender im Achterhoek“ als Ü-70er Advents-Treff statt. Der von Petra Baaken vorweihnachtlich dekorierte Gemeinschaftsraum füllte sich rasch mit über 30 Besuchern. Zunächst eröffnete Petra Baaken als Organisatorin sichtlich glücklich und bewegt die Veranstaltung. Anschließend richteten Hans-Gerd Kronenberg als Ortsvorsteher und Rainer Verhülsdonk als Vorsitzender von Natur und Kultur im Achterhoek kurze Grußworte an alle Teilnehmer, bevor die ersten Lieder angestimmt wurden.
Organisiert und unterstützt wurde der muntere Chorgesang von Melanie, Bernhard, Gaby und Aino. Beim Verzehr von belegten Weckmännern, Kaffee und Glühwein, konnte ausgiebig geklönt werden. Danach traten Christine, Artur mit Hanna und Ruth mutig in die Raummitte und sorgten mit ihren unterschiedlichen Vorträgen teils für Gänsehautatmosphäre oder Frohsinn. Johannes und Raphael hatten eine kleine Verlosung vorbereitet und nach dem Appelmus-Sketch wurden die Preise verteilt. Besonderer Dank gilt Sarah und Charlotte für ihre eifrige Mithilfe in der Küche. Pünktlich um 17 Uhr ließ Petra Baaken ein Glöckchen erklingen und nach dem gemeinsamen Singen des Heimatliedes „Wor hör ek t`hüss“ traten alle zufrieden und glücklich den Heimweg an. Alle waren sich einig, ein solches, gemütliches Treffen – falls möglich – nicht erst wieder im Advent 2018 stattfinden zu lassen.

Ü-70er Advents-Treff im Achterhoek

Als Ü-70er Advents-Treff fand die Eröffnungsveranstaltung zur Aktion „Lebendiger Adventskalender im Achterhoek“  statt. Der von Petra Baaken vorweihnachtlich dekorierte Gemeinschaftsraum füllte sich rasch mit über 30 Besuchern. Zunächst eröffnete Petra Baaken als Organisatorin sichtlich glücklich und bewegt die Veranstaltung. Anschließend richteten Hans-Gerd Kronenberg als Ortsvorsteher und Rainer Verhülsdonk als Vorsitzender von Natur und Kultur im Achterhoek kurze Grußworte an alle Teilnehmer, bevor die ersten Lieder angestimmt wurden.
Organisiert und unterstützt wurde der muntere Chorgesang von Melanie, Bernhard, Gaby und Aino. Beim Verzehr von belegten Weckmännern, Kaffee und Glühwein, konnte ausgiebig geklönt werden. Danach traten Christine, Artur mit Hanna und Ruth mutig in die Raummitte und sorgten mit ihren unterschiedlichen Vorträgen teils für Gänsehautatmosphäre oder Frohsinn. Johannes und Raphael hatten eine kleine Verlosung vorbereitet und nach dem Appelmus-Sketch wurden die Preise verteilt. Besonderer Dank gilt Sarah und Charlotte für ihre eifrige Mithilfe in der Küche. Zum Abschluss ließ Petra Baaken ein Glöckchen erklingen und nach dem gemeinsamen Singen des Heimatliedes „Wor hör ek t`hüss“ traten alle zufrieden und glücklich den Heimweg an. Alle waren sich einig, ein solches, gemütliches Treffen – falls möglich – nicht erst wieder im Advent 2018 stattfinden zu lassen.