Aktuelles aus Achterhoek

Achterhoeker Karnevalsgesellschaft feierte eine große Sitzung

„Hallo an alle Jecken aus dem Gelderland“, begrüßte der AKG-Sitzungspräsident Fred Eickhoff die Gäste aus Geldern, Veert, Hartefeld, Issum, Twisteden, Winnekendonk und Kevelaer im Festzelt nahe der Kirche. Im Anschluss an den Dank an alle, die dem Prinzenpaar Dominik und Angelika anlässlich des karnevalistischen Jubiläums (11 Jahre AKG) eine „unvergessliche Zeit bereitet haben“, begann eine Sitzung mit vielen besonderen Momenten.
Am Anfang stand natürlich der Stolz über die Verleihung der Silbermedaille auf Bundesebene beim Dorfwettbewerb. „Weil die Gemeinschaft stimmt und super mit Euch funktioniert“, stellte Eickhoff zufrieden fest und lobte an dieser Stelle die gut 450 Bewohner seiner Dorfheimat ausdrücklich.
Dann waren diverse Tanzformationen zu sehen, die fast ausnahmslos mit ihren Darbietungen den Nachweis dafür antraten, welches kreativ-künstlerische Niveau auf solchen Veranstaltungen mittlerweile zu sehen ist. Da waren zum Beispiel die AKG-Minis, die „Jelly´s“ aus Hartefeld mit einer super-dynamischen Performance in Baseball-Kostüm und toller Choreographie, „Feel-Jeck“ aus Wachtendonk mit phasenweise spektakulären Schleuder-Einlagen oder die „Talentfrei“-Männer um Ex-Prinz Christian Koppers als Cowboys.
Selbst Prinzessin Michi aus Hartefeld und ihr Gefolge zeigten auf der Bühne da ganz eigene Fähigkeiten. Ganz stark kamen die „VFR-Teenies“ im vergoldeten Tanzkleid der 20er Jahre mit dem Thema „Der große Gatsby“ an, genauso wie die „Roboter“-Darbietung der AKG-Showtänzer. Höhepunkt waren die VFR-Showgirls in ihrem „brandheißen“, reflektierenden „Feuerwehr“-Kostüm mit Sirenenlicht in der Hand, spektakulären Figuren und einer Story rund ums Feuer mit Rettungssprüngen aus einer „brennenden“ Haus-Fassade.
Angesichts von soviel Dynamik und Power hatte der „klassische“ Bütten-Karneval nur eine kleine Rolle – Franz Daamen gab sich als „de Buur üt Kapelle“ reichlich Mühe, drang aber beim etwas unaufmerksamen Publikum nicht so richtig durch. Und auch der AKG-Trommler-Corps konnte trotz der Unterstützung des (phasenweise sehr schräg klingenden) Dudelsackspielers Herbert „Mc“ Bredemeyer nicht so richtig punkten.
Umso aufmerksamer widmeten sich die Jecken zwei Highlights des Abends: der wie ein Wirbelwind durch das Festzelt jagenden Hilla Heyen, die sich fünf unterschiedliche Kostüm-Typen auf die Bühne holte, um dann mit Gassenhauern wie „Die kleine Kneipe“ oder der „Reeperbahn“ das Zelt zum Kochen zum bringen und für eine (fast) kollektive Polonäse sorgte – was die erste zahlreicher weiterer „Raketen“ nach sich zog.
Den wortwörtlich „phantastischen“ Schlussakkord setzten die AKG-Mitglieder dann mit dem Märchen von „1001 Nacht“ mit Liebes-Happy End. Übrigens auch mit einer glücklichen Anika Lindemanns, die sich trotz eines körperlichen Handicaps über das Tanzen bei der AKG-Showtanzgruppe und als weibliche Hauptrolle in der „Märchen“-Geschichte neues Selbstbewusstsein holte.

Achterhoeker nehmen Bundes-Silber entgegen

Achterhoek, eine idyllische Siedlung im Herzen des linken Niederrheins, wurde mit einer Silbermedaille des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet und hat sich gegen zahlreiche Konkurrenten aus der gesamten Bundesrepublik durchgesetzt. Mit guten Ideen und Projekten konnte die Jury überzeugt werden. Auf der Internationalen Grünen Woche ehrte Bundesminister Christian Schmidt jetzt die Sieger.
Die ländliche Entwicklung zählt zu den Megathemen der Zukunft und ist deshalb auch bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin ein zentraler Bestandteil der Themenagenda. So kommen im Rahmen des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung, das Bundesminister Christian Schmidt am Mittwoch, 25. Januar 2017, eröffnet hat, mehr als 1000 Multiplikatoren aus Politik, Wissenschaft und der Ländlichen Entwicklung zusammen, um das Thema „Ländliche Räume – Miteinander die Zukunft gestalten“ zu diskutieren.
In seiner Eröffnungsrede betonte Bundesminister Christian Schmidt, welch zentrale Rolle die Ländlichen Räume für die Zukunft Deutschlands spielen: „Die Ländlichen Räume sind das Rückgrat unsere Gesellschaft – und nicht zuletzt auch unserer Wirtschaft und unseres Wohlstandes. Auch in Zukunft werden wir die Ländlichen Räume unterstützen und stetig weiterentwickeln. Außerdem werden wir mit dem neuen Förderschwerpunkt LandDigital dafür sorgen, dass die Ländlichen Räume von digitalen Anwendungen mehr als bisher profitieren. Mit passgenauen Anwendungen für die ländlichen Räume wollen wir die Potenziale der Digitalisierung besser ausschöpfen sowie Wirtschaftskraft und Daseinsvorsorge vor Ort verbessern.“
Um das bürgerschaftliche Engagement in den Regionen zu fördern, geht zeitgleich zum Zukunftsforum das Anmeldeverfahren der „500 LandInitiativen“ online. Mit diesem Projekt unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Ehrenamtliche in den Dörfern und Gemeinden bei der Integration von Flüchtlingen.
Das Engagement der Bürger steht in besonderem Maße im Mittelpunkt des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft, dessen Gewinner Bundesminister Christian Schmidt am Freitag, 27. Januar 2017, im Rahmen der Internationalen Grünen Woche auszeichnet. Auf der Preisverleihung erklärte Bundesminister Schmidt: „Die Bürgerinnen und Bürger unserer 33 Gewinnerdörfer haben mit viel Tatkraft, Ideenreichtum und langem Atem zahlreiche Projekte in ihrer Heimatgemeinde vorangetrieben, um das Leben dort lebenswerter zu machen. Der Dorfwettbewerb ist die größte Bürgerinitiative Europas und zeigt, dass die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für unsere Dorfgemeinschaft wichtiger denn je ist. Mit dem Wettbewerb setzen wir genau die Potenziale frei, die wir brauchen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ich freue mich daher, bei der Festveranstaltung mit 2700 Bürgern aus ganz Deutschland in Berlin die Sieger für ihr unvergleichliches Engagement mit Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze belohnen zu dürfen“.
Zum Achterhoek sagte Schmidt: „In Achterhoek wird ein gutes generationenübergreifendes Miteinander gepflegt, trotz seiner Weitläufigkeit. Außerdem zeigt Achterhoek: Landwirtschaft und Umweltschutz sind kein Widerspruch! Herzlichen Dank und Glückwunsch!“
Auch Barbara Hendricks, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Kleve, hat an der Siegerehrung in Berlin teilgenommen und besonders das breite ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger gelobt. „Es sind die Menschen vor Ort, die sich die Zukunft ihrer Heimat zur Herzensangelegenheit machen. Eine gut arbeitende Vereinsgemeinschaft, historische Gebäude und die Schönheit seiner Landschaft machen Achterhoek zu einem Dorf mit Zukunft“, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.
Alle drei Jahre ehrt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Bundesentscheid Dorfgemeinschaften, die sich für ihren Ort und eine lebenswerte Zukunft auf dem Land stark machen: Am 25. Dorfwettbewerb hatten mehr als 2400 Dörfer in Deutschland teilgenommen. 33 Orte konnten sich für die Endrunde des Bundeentscheides qualifizieren.

Wüstenschiff mit 72 Pferdchen

Was soll man da sagen, wenn jemand etwas so offensichtlich absichtlich in den Sand setzen will wie Claudia und Michael Ingendae? Lieben sie die Herausforderung? Sind sie verrückt? „Es wird das größte Abenteuer unseres Lebens“, ist sich die Achterhoekerin immerhin bewusst. Und ergänzt: „Als ich mitbekam, dass das für einen guten Zweck ist, war ich endgültig dafür.“
„Das“ ist nicht mehr und nicht weniger als eine ausgewachsene Auto-Rallye. Werkteams und gut betuchte Privatfahrer knüppeln ja gern mal modifizierte Neufahrzeuge durch irgendeinen Wüstensand. Was die Ingendaes fahren, ist eine ganz andere Kategorie: eine „Rallye humanitaire“ mit gebrauchten PKWs, die am Ziel in Mauretanien zugunsten eines dortigen Waisenhauses versteigert werden.
Das „Dust and Diesel“-Rallyeprojekt wurde 2006 vom Würzburger Florian Schmidt ins Leben gerufen, um die von ihm in Zusammenarbeit mit dem Mauretanier Abdou Kane gegründeten Waisenhäuser in dem Wüstenstaat finanziell zu unterstützen. Seitdem brechen zwei Mal im Jahr rund 30 Teams aus Deutschland auf, um Fahrzeuge zu überführen. Und in diesem Jahr sind die Ingendaes dabei.
Vor fast anderthalb Jahren machten Freunde Michael Ingendae auf die Rallye aufmerksam. Weil er Mercedes-Fan ist. Genauer gesagt: Fanatiker. „Es gibt ja nur drei deutsche Automarken“, sagt der Achterhoeker grinsend, „Mercedes, Daimler und Benz“. Ein Exemplar ist zum „Fuhrpark“ dazugekommen, steht auf dem Hof, frisch geputzt, frisch beklebt von den Sponsoren, der Künstlerin Judith Schelbergen und ihrem Mann Mario. Stolze 532.000 Kilometer hat der 29 Jahre alte 200er Diesel in seinem Limousinen-Leben schon brav abgespult, jetzt kommt noch mal die Anreise zum nächsten „Einsatzort“ mit 5500 Kilometern hinzu. Auf eigener Achse, versteht sich.
Mit 72 munteren Pferdchen unter der Haube kann er sich wohl mit anderen Wüstenschiffen messen. Das Fahrwerk wurde erneuert, der ganze Wagen höhergelegt, Verschleißteile ersetzt, neue grobstollige Reifen montiert. „Der läuft“, sagt Michael Ingendae und klopft auf die Motorhaube. Ein Reserverad ist auf dem Dach montiert, ebenso eine Schaufel und ein Dachkoffer für Gepäck. Wobei Letzterer wieder runter muss, bevor er sich auf den Wüstenpisten von selber losrappelt, erzählt das abenteuerlustige Ehepaar.
Bei zwei Treffen haben sie sich mit anderen Teams aus Norddeutschland auf die Fahrt vorbereitet. In der spanischen Hafenstadt Tarifa treffen sich die Teilnehmer. Claudia Ingendae hofft, dass sie einiges Gepäck aus dem Dachkoffer auf andere Wagen verteilen kann. Denn einfach nur Bargeld nach Mauretanien bringen, das will sie nicht und hat deshalb fleißig gesammelt: Zahnbürsten umnd Zahnpasta für die 75 Kinder des Waisenhauses, jede Menge Sporttaschen und Rucksäcke, zum Beispiel.
Von Tarifa aus bringt die Fähre die Wagen rüber nach Marokko – und dort beginnt das große Abenteuer. Übernachtungen auf Campingplätzen, die Sterne nur vom Himmelszelt kennen. Campingkocher, Zelt, Schlafsäcke, Feldbett und Luftmatratze – ein wenig nachdenklich versuchen sich die Achterhoeker zu erinnern, wann sie das letzte Mal in einem Zelt übernachtet haben.
Ein Blick ins „Roadbook“, das alle Rallye-Teilnehmer erhalten, beruhigt auch nur ein wenig: Bisher haben es noch alle alten Wagen geschafft. Sicher, der eine oder andere musste schon mal aus einer Düne wieder herausgegraben werden, oder abgeschleppt, weil eine Spurstange Opfer der mörderischen Pisten wurde. Hinweise auf ein sehr dünnes Tankstellennetz oder auf Sandverwehungen und Bilder von Auto-Skeletts am Wegesrand lassen zudem die Dimensionen dieses Abenteuers erkennen.
Ein Ausflug von 20 Tagen, der im Übrigen auch nicht ganz billig ist: „Eine Kreuzfahrt wäre günstiger gewesen“, sagt das Ehepaar, das sich dann aber doch für die 20-tägige Fahrt mit dem braven Diesel-Wüstenschiff „vom Daimler“ entschieden hat.
Zum Schluss müssen wir aber von der soliden, schwäbischen Autotechnik auf moderne Kommunikation umschwenken. Denn auch dafür hat die Abenteuer-Tour der beiden Achterhoeker gesorgt: Claudia Ingendae hat sich bei Facebook angemeldet. „Da hatte ich vorher nichts mit im Sinn. Aber das funktioniert angeblich auch in der Wüste“, sagt sie und will damit während der Tour ihre Eindrücke kommunizieren.

Das dritte Glöckchen läutete im Achterhoek

Das Backhaus war anständig eingeheizt, der Plätzchenteig vorbereitet, der Brotteig in Form gebracht. Damit stand einem gemütlichen dritten Adventsabend im Achterhoek nichts mehr im Wege. Am vergangenen Sonntag wurde im kleinen Ort zum dritten Mal das Glöckchen geläutet, um damit den „Lebendigen Advent“ zu eröffnen. Bernd Richter, Verena Haas, Birgit Heine und Hilde Ingenpaß hatten zum dritten Advent ihre Pforten auf der Oetzelstraße geöffnet und zum gemütlichen Adventsabend eingeladen. Der Verein Natur und Kultur im Achterhoek (NuK) fördert mit diesem „Lebendigen Advent“ das gesellige Zusammentreffen von Jung und Alt.
„Es ist schon fast zur Tradition geworden“, sagt Petra Baaken, die dieses offene Treffen vor vier Jahren ins Leben rief und damit genau ins Schwarze traf. „Es wird geklönt, gesungen oder eine Geschichte vorgelesen, dazu ein Gläschen Glühwein oder selbstgepressten Apfelsaft getrunken“, erklärt Petra Baaken. Ein gemütliches ungezwungenes Treffen in der Adventszeit. Es ist unter anderem wohl auch dieser Aktion zu verdanken, dass ein gesamter Ort erst jüngst mit dem Kevelaerer Marketingpreis ausgezeichnet wurde. Und so füllte sich das zum Wohnhaus gehörende Gartenhaus an der Oetzelstraße auch rasch mit Adventsbesuchern, die es sich bei Kerzenschein und einer stetig wachsenden Krippe gemütlich machten. Erst beim letzten Treffen, am vierten Advent, wird diese mit dem Jesuskind vervollständigt.
Eröffnet wurde das zweistündige Treffen mit einem Adventslied. Als besondere Überraschung aber hatte der Gastgeber Bernd Richter sein Backhaus angefeuert, um darin Plätzchen und Brot zu backen. „Das ist total cool“, riefen Raphael Baaken und Marcelino Kleyda, die sich mit vereinten Kräften und unter Beobachtung des einjährigen Jonas, an die Verarbeitung des Plätzchenteiges machten. Zuvor aber schoben sie gemeinsam den von Gertrud Baaken vorbereiteten Weißbrotteig in den Ofen. Da war es schon fast selbstverständlich, dass der Weihnachtsklassiker von Rolf Zuckowski, „In der Weihnachtsbäckerei“, nicht fehlen durfte. Unter der Anleitung von Petra Baaken entwickelten sich die Adventsbesucher zu einem professionellen Chor, dessen Mitgliedern beim Duft der Weihnachtsplätzchen das Wasser im Munde zusammenlief. Diese und das Brot konnten, kurz bevor das Glöckchen den lebendigen Advent beendete, von allen Besuchern genossen werden.
Am kommenden Sonntag, dem vierten Advent, findet in der St.-Josef-Kapelle eine Stunde der Ruhe und Besinnung statt. Während dieser Stunde, die Monika Voss musikalisch und stimmlich untermalen und bereichern wird, kann eine von Papst Franziskus persönlich gesegnete Kopie des Gnadenbildes betrachtet werden. Die Jubiläumsaktion 375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt – „Gnadenbild von Haus zu Haus“, beschert dem Achterhoek sicherlich einen besonderen Moment. (hvl)

Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer bot Spannung und Unterhaltung

Diesmal gab es kaum Kritik: Die Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer 2016 war ein unterhaltsamer und spannender Abend. Im Mittelpunkt standen die diesjährigen Gewinner: die Kaffeerösterei „Kaffeehimmel und Co“ in der Kategorie „Unternehmensgründung“, die „Möllenhof GmbH“ in der Kategorie „Agrobusiness“ und „Walther Faltsysteme“ in der Kategorie „Dienstleistung, Handwerk und Handel“. Über den Sonderpreis freuten sich die Bewohner des Achterhoek.
Zunächst allerdings war der Mittwoch ein Abend der beschwingten Reden. Moderator Christoph Kepser führte launig und souverän durch die Veranstaltung, und Bürgermeister Dr. Dominik Pichler hielt eine muntere Begrüßungsrede, die trotz der für ihn rekordverdächtigen Länge nicht langatmig wurde. Dabei diente die Länge nicht zuletzt dazu, die wenigen Minuten zu überbrücken, die Festredner Christian Lindner verspätet eintraf.
Im Vorfeld der Preisverleihung war die Personalie Lindner in mancher Ratsfraktion mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl fürchteten einige Politiker eine Wahlkampfrede des FDP-Bundesvorsitzenden. Wahlkampf wurde dem 37-Jährigen also im Vorfeld schon untersagt. Aber hat es wirklich jemanden überrascht, dass der Vortrag über die wirtschaftliche Situation Deutschlands am Ende doch nicht unpolitisch bliebt? Wie hätte das auch gehen sollen.
Linder teilte in seiner Bestandsaufnahme allerdings gleichmäßig aus. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien „historisch einmalig“, Deutschland müsse viel stärker wachsen. Und: „Das Thema ist Verteilung, sondern Sicherung des Wohlstands.“ Später stellte Lindner allerdings fest: „Die Bedrohung des Wohlstands ist nicht der Sozialismus, sondern der Bürokratismus.“ In diesem Zusammenhang kritisierte er das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die Einschränkungen durch den Landesentwicklungsplan und auch den jüngsten Klimaschutzplan aus dem Ministerium von Dr. Barbara Hendricks – was ihm später im Internet reichlich Kritik aus den Reihen der SPD einbrachte.
Der Landtagsabgeordnete scherzte aber durchaus auch auf Kosten der eigenen Partei: „Wenn ein SPD-Bürgermeister den Vorsitzenden der FDP einlädt, dann ist das ein Zeichen, dass die Solidarität mit Schwächeren in der SPD keine leere Phrase ist.“ Und als nach einer Forderung im Saal ein, zwei Personal Beifall klatschten, fragte Lindner ins Publikum: „War das die FDP-Ratsfraktion?“
Eine zentrale Forderung des Liberalen betraf den Ausbau der Infrastruktur. „Ich hätte meine Verspätung ja angekündigt, aber ich hatte kein Netz“, nahm er Bezug zum Thema. „Schlaglöcher besorgen mich nicht so sehr wie Funklöcher.“ Sein Vorschlag: Die Post AG verkaufen und die acht, neun Milliarden Euro in den Breitbandausbau investieren. „Wer mit Platz acht in Europa beim Breitband zufrieden ist, der ist auch mit Platz 8 in Lebensqualität zufrieden“, kritisierte er.
In seiner Rede lobte der FDP-Vorsitzende das Handwerk und den Mittelstand als Säulen der Wirtschaft. Er kritisierte aber auch, der Mittelstand investiere zu wenig in moderne Prozesse und entnehme zu viel Geld ins Privatvermögen. Eine der Ursachen dafür sah Lindner in der Verunsicherung bei Erbschaftssteuer und Spitzensteuersatz. Zur Kasse bitten solle der Staat besser die „Apples, Googles und Ikeas dieser Welt“, die praktisch keinen Cent zum Gemeinwohl beitrügen.
AnzeigeIm zweiten Teil des Abends wurden die Preisträger – wie schon im Vorjahr – durch gelungene Filme vorgestellt. Einmal mehr stellte sich die Frage, inwieweit die Lobreden durch Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns überhaupt noch erforderlich sind. Bruns gab sich jedenfalls Mühe, inhaltliche Überschneidungen mit den Filmen gering- und die Länge der Reden kurzzuhalten. So erfuhren die Gäste im Konzert- und Bühnenhaus unter anderem, dass im Kaffeehimmel im Oktober Kaffee für 56.000 Tassen geröstet wurde, auf dem Müllenhof täglich zwischen 20- und 25.000 Eier gelegt werden und Walther Faltsysteme mehr als zwei Millionen Faltboxen pro Jahr umsetzt.
Dem Sonderpreisgewinner Achterhoek attestierte Laudator Pichler, den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ „amtlich gerockt“ zu haben. Er lobte das „phänomenale Vereinswesen“ und schloss: „Ich möchte Ihnen zwei Worte mit auf den Weg geben: weiter so!“
Nach einem weiteren Auftritt der „Munich All Stars“, die den Abend musikalisch begleitet hatten, begann der dritte Teil der Veranstaltung, der informelle Austausch der zahlreich anwesenden Unternehmer. Da konnte dann auch die Frage diskutiert werden, ob anstelle des Quartetts der Munich All Stars, das Bandaufnahmen durch Geige, Saxophon und Gesang ergänzte, nicht eine günstigere, aber nicht minder qualifizierte Kevelaerer Formation dem Anlass angemessener gewesen wäre. Unter dem Strich blieb ein gelungenes Dankeschön an die Kevelaerer Unternehmerschaft, an die Bürgermeister Pichler noch eine Bitte richtete: „Machen Sie bei der Befragung mit, die wir Ihnen zugeschickt haben. So können wir besser werden und Ihren Wünschen gerechter.“


Kaffeehimmel & Co

Es war im Mai 2015, als der heute 49-jährige Diplom-Ingenieur, Kaffee-Sommelier (IHK) und Röster von Spezialitätenkaffees (IHK), Guido Thelen seinen ganzen Mut zusammennahm und in Kevelaer seinen Traum von der Kaffeerösterei Kaffeehimmel & Co verwirklichte.
Hier röstet er aus zertifiziertem Bio-Rohkaffee mit „irdischen“ Mitteln „himmlische“ Spezialitätenkaffees. In seiner gemütlichen und geschmackvoll eingerichteten Ladenrösterei lädt auch eine kleine Kaffeebar zum Verweilen ein.
Bereits sehr früh kam er zu Hause durch das Kaffeerösten seines Vaters mit dem Duft und Geschmack von Kaffee in Berührung. Als Ingenieur faszinieren ihn bis heute die chemischen und physikalischen Prozesse während des Röstens so, dass er sein Wissen durch gezielte Aus- und Weiterbildung vertieft und professionalisiert hat. Heute kann er seinen Kunden zeigen, dass Kaffee nicht nur heiß und schwarz ist, sondern welche Bereicherung im Leben der Genuss eines qualitativ hochwertigen, traditionell gerösteten Spezialitätenkaffees sein kann und wie spannend es sein kann, mit verschiedenen Sorten und unterschiedlichen Zubereitungsarten Geschmack neu zu erleben. Die fachliche Beratung seiner Kunden ist ihm dabei genauso wichtig wie die Vermittlung von Kaffeewissen, auch in den dafür speziell von ihm angebotenen Kaffee-Kursen.
„Mir ist wichtig, dass ich bei einem Besuch eines Kunden in meiner Kaffeerösterei dem Kunden aus unseren 11 Sorten die für seine Zubereitungsmethode und seinen Geschmack möglichst harmonischste Sorte anbiete.“
Nicht nur aus Kevelaer und benachbarten Städten am Niederrhein, sondern auch aus dem weiten Umkreis bis Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach kommt inzwischen seine Stammkundschaft, welche die besondere Magenfreundlichkeit und den Geschmack der langsam und schonend auf traditionelle Weise gerösteten Bio-Röstkaffees zu schätzen weiß. Auch Gastronomie und Firmen setzen auf seinen Kaffee, um ihre Gäste und Mitarbeiter mit den erlesenen Aromen zu verwöhnen. Weiter entfernte Kunden bestellen über den Internetshop der Kaffeerösterei.
Geröstet werden die Bohnen auf relativ niedrigen Temperaturen – je nach Sorte zwischen 200°C und 220°C. Anders als bei Industrieröstungen (2 bis 4 Minuten bei 400°C bis 600°C) lässt sich Guido Thelen hierbei Zeit. Zwischen 12 Minuten und 18 Minuten liegen seine individuellen Röstprofile. Für Kontinuität im Geschmack sorgt eine moderne Steuerung im traditionellen Röster. Im Gegensatz zu Industriekaffee wird selbstverständlich auf die Zugabe von kaffeefremden Stoffen, künstlichen Aromen und Wasser verzichtet.
Die Verbindung von Tradition und Innovation, die praktizierte Kundennähe und die Ausrichtung am Handwerk wird bei dienstleistungsorientieren Unternehmen aus Handwerk und freien Berufen in der Kategorie „Dienstleistung“ näher betrachtet.


Walther Faltsysteme

Seit Walther Faltsysteme in 1979 die ersten Mehrwegbehälter gefaltet hat, gehören die Kunststoffboxen des Behälterspezialisten aus Kevelaer zu den Besten am Markt. Der Erfolg basiert auf dem richtigen Knick: ob längs oder quer, mit Scharnier oder ohne. Das bestimmen allein die Anforderungen der Kunden.
Individuelle Lösungen statt simp­ler Katalogverkauf, nach dieser Maxime entwickelt das Unternehmen Lager- und Transportboxen für den Logistikbereich. Mit einer Volumenreduzierung von bis zu 80 Prozent verspricht die geringe Höhe höchste Kosteneffizienz beim Leergut-Rücktransport.
Walther Faltsysteme vereint den kompletten Produktionsablauf, von der technischen Zeichnung bis zur Serienproduktion, unter einem Dach. Das Unternehmen ist ein Kunststoff-Profi, der alle wesentlichen Methoden der Kunststoff-Bearbeitung beherrscht, ob Spritzguss, Tiefziehen oder Extrusion. Spritzgießmaschinen mit Zuhaltekräften von bis zu 1300 t ermöglichen die Herstellung von kleinen Behältern bis zu hochstabilen Kunststoffboxen oder Paletten für anspruchsvolle Transportaufgaben. Für Großbehälter werden Hohlkammerplatten verarbeitet, die aus großvolumigen Kunststoffboxen flache Leichtgewichte machen.
Mit Innovationen werden immer neue Maßstäbe im Bereich der falt- und klappbaren Mehrwegboxen gesetzt, zum Beispiel bei der Anpassung an automatische Förderanlagen oder für die individuellen Anforderungen der Transport-Logistik im stark wachsenden E-Commerce Sektor. Bei der Entwicklung individueller Mehrweglösungen werden bei Walther Faltsysteme zunehmend Prototypen im 3D-Druck produziert, was für den Kunden Zeitgewinn und Sicherheit für die Projektplanung bedeutet. Die jüngste Innovation des Unternehmens ist die Produktserie Greenline, die aus 100% regenerativem Material hergestellt wird. Die lange Nutzungsdauer der Boxen, die Rücknahme und das Recycling der Behälter schaffen einen Kreislauf, der zum Erhalt der Umwelt beitragt. Walther Faltsysteme ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen und beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter – Tendenz steigend.


Möllenhof

Seit mehr als einem halben Jahrhundert lebt und arbeitet die Familie Werner auf dem Möllenhof, einem mehr als 150 Jahre alten Bauernhof in Kevelaer an der Grenze zu Geldern-Kapellen.
Der respektvolle und behutsame Umgang mit der Natur und ihren Geschöpfen ist seit Firmengründung in den 60er Jahren stets Leitgedanke allen Wirtschaftens gewesen. Damals steckte das Thema „Bio“ allgemein noch in den Kinderschuhen, wurde aber bereits in der artgerechten Legehennenhaltung auf dem Möllenhof gelebt – damals noch eine reine Stallhaltung, die von der Gründergeneration, Ingrid und Georg Werner, in enger Zusammenarbeit mit dem Tierschutz entwickelt worden war.
Nach dem Generationswechsel im Jahre 2005 wurde diese Tradition konsequent durch die nachfolgende Generation, Jörg und Romy Werner, weitergeführt, indem der Hof bereits im Jahr der Betriebsübernahme auf „Biologische Auslaufhaltung“ umgestellt wurde. Die ursprüngliche Einzelfirma „Ingrid Werner“ wurde in diesem Zuge in die Möllenhof GmbH umgewandelt.
Heute werden noch an weiteren Standorten des Möllenhofs Hühner in Freilandhaltung gehalten, sodass insgesamt die Eier von ca. 25.000 glücklichen Hühnern zusammen mit anderen ländlichen Erzeugnissen unter dem Markenzeichen „Möllenhof – ländlich-köstlich“ an den Lebensmittelfachhandel am Niederrhein sowie im Großraum Ruhrgebiet vermarktet werden.
Weitere Produkte, wie z.B. Nudeln aus unseren Bio-Eiern, werden z. Zt. entwickelt, um das Biosortiment zukünftig abzurunden und auszuweiten.


Achterhoek

Neben vielen Gewerbetreibenden und unternehmerisch tätigen Preisträgern des Marketing-Preises-Kevelaer gibt es seit drei Jahren und vereinzelt auch in den Vorjahren die Auszeichnung mit einem Sonderpreis. Gruppierungen und Einzelpersonen, die durch ihr Wirken, ihre Persönlichkeit, ihre Ideen und ihr Engagement zu der Ausstrahlung Kevelaers beigetragen, werden mit diesem besonderen Marketing-Preis ausgezeichnet.
Im Jahr 2014 wurde der Hospiz-Verein Kevelaer-Wetten mit dem Sonderpreis ausgezeichnet und im vergangenen Jahr Basilika-Organist Elmar Lehnen geehrt. Das Votum des Initiativkreises Wirtschaft für den Achterhoek war einstimmig. Engagement und Auszeichnungen höchsten Grades und damit eine Öffentlichkeitswirksamkeit, die ihresgleichen nur schwerlich finden wird, sei geradezu prädestiniert für die Anerkennung mit dem Marketing-Preis-Kevelaer als Sonderpreis.
Die enorme Außenwirkung durch die Auszeichnung im Landes- und Bundeswettbewerb strahlt für den Standort Kevelaer weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Die Dorfgemeinschaft Achterhoek erhielt auf Landesebene am 14. September 2015 „Gold“ und auf Bundesebene im Sommer 2016 „Silber“. Am 27. Januar 2017 werden die Vertreter aus Achterhoek diese Auszeichnung in der Bundeshauptstadt Berlin entgegennehmen dürfen.
„Unser Dorf hat Zukunft“ ist der bundesweite Wettbewerb überschrieben, der den Einsatz der Dorfgemeinschaften und die damit verbundene Prägung unserer Heimat in besonderer Weise seit nunmehr 25 Jahren würdigt. „Als aktive Dorfgemeinschaften haben Sie Beeindruckendes für Ihre Heimat geleistet. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Ihr Dorf durch zivilgesellschaftliches Engagement und ehrenamtliche Leistungen stärker, attraktiver und zukunftsfähiger zu machen. Kreative Ideen sind die Antwort auf zentrale Herausforderungen. Die Zukunft der ländlichen Regionen hängt von Menschen ab, die sich engagieren und das Schicksal ihrer Heimat selbst in die Hand nehmen“, so Auszüge der Würdigung des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt. Der Dorfwettbewerb hebt damit gute Ideen und regionalspezifische Lösungen besonders hervor, ist aber auch Motivation und Vorbild für andere Dörfer und Dorfgemeinschaften.
Das entstandene „Wir-Gefühl“ bei Ideenfindungen und deren Umsetzung, die Einbindung der unterschiedlichsten Gruppierungen und die Initiative von Einzelpersonen haben im Achterhoek letztendlich zum Erfolg geführt. Mit der Entscheidung zur Teilnahme am Wettbewerb kam „der Stein ins Rollen“.
Die Ideen sprudelten und es entwickelte sich ein bunter Strauß. Projekt für Projekt wurde angestoßen, entwickelt und umgesetzt – und „Steine“ wurden bewegt, Gemeinschaften neu gebildet und gemeinnütziges Handeln angestoßen. Aus der Umsetzung entwickelte sich eine nicht erahnte Dynamik. Der nach und nach entstandene Elan breitete sich aus und die Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen. Das „Alle packen an“-Gefühl führte die Achterhoeker zu „Gold“ auf Landesebene und zu „Silber“ auf Bundesebene. Mit Publikationen machten die „Achterhoeker“ auf „ihr“ Dorf und damit auf Kevelaer aufmerksam. Marketing für Kevelaer par excellence.
„Dass wir mit unserem Anstoß zur Teilnahme am Wettbewerb zu diesem für unsere Bauernschaft grandiosen Erfolg kommen konnten, haben wir allen Beteiligten zu verdanken,“ sind sich Johannes Baaken und Willi Gietmann einig. „Und,dass es nicht nur der Spleen zweier‚ älterer Herren‘ geblieben ist, macht uns glücklich. Unsere Dorfgemeinschaft hat Zukunft.“

Für Mensch, Auge und Natur

Mit Eimern, Schaufeln, gelben Warnwesten und jeder Menge Enthusiasmus ging es am Samstagvormittag im Achterhoek schnell zur Sache. „Ich bin begeistert, wie viele Kinder mit dabei sind, das macht mich glücklich und die Kinder auch“, meinte ein sichtlich erfreuter Johannes Baaken über den Zuspruch.
Rund 20 Jungen und Mädchen hatten sich mit ihren Eltern am Ach­terhoeker Dorfplatz versammelt, um von dort aus eine ganz besondere Pflanzaktion zu starten. „Wir haben rund 50 Kilo Blumenzwiebeln – das entspricht ungefähr einer Anzahl von 4000 Stück – von einem Sponsor erhalten, der die Zwiebeln sonst verkauft“, verriet das Vorstandsmitglied des Vereins „Natur und Kultur im Achterhoek e.V.“ (NUK), nannte aber keinen Namen.
Der Verein hatte zu der Teilnahme an der Aktion aufgerufen. „So führen wir Kinder pädagogisch an den Naturschutz heran“, meinte der Vorsitzender Rainer Verhülsdonk. „Wir haben hier bewusst Frühlingsblüher, die gut für Bienen, Hummeln und andere Insekten sind“, erläuterte er, dass das Ganze nicht nur der optischen Schönheit des Dorfes, sondern insbesondere auch dem biologischen Gleichgewicht zugute kommt.
„Wir hatten einen heftigen Fluginsektenrückgang – bestimmt 80 Prozent in den letzten 20 Jahren. Aber die bilden die Nahrungsgrundlage für die Vögel.“ Und so ganz nebenbei würden Wespen auch noch die Mücken wegfressen. Die Aktion sei somit etwas „für Mensch, Auge und die Natur.“
Und so machten sich die großen und kleinen Helfer daran, im Umfeld der St.-Josef Kapelle, am Dorfplatz und entlang des Achterhoeker Schulwegs, Richtung Oetzelstraße und Hungerwolfsweg, die Zwiebeln der Krokusse, Winzerlinge, Schneeglöckchen, Osterglocken, Scillas, Tulpen und Narzissen in die Erde zu bringen.
„Wenn die groß sind, sind das dann Blumen“, sagte der sechsjährige Marlon und legte eine der Pflanzen in das von den Erwachsenen mit dem Spaten zuvor ausgehobene Loch. „Macht echt Spaß“, ergänzte die elfjährige Fiona.
Und auch die großen Helfer hatten ihre Freude an dem morgendlichen Schuften an der frischen Luft. „Das mache ich ja auch ständig bei uns im Garten, so komme ich nicht aus der Übung“, stemmte sich Judith Schelbergen mit beiden Füßen auf die Schaufel, um eine Kerbe in den Erdboden am Straßenrand zu bekommen. „Und mit den Kids zusammen draußen ist für sie besser als ,zocken‘ an einem Bildschirm“, meint die Künstlerin.
Am Ende der gut zweistündigen Tour gab es bei Familie Baaken für die fleißigen Helfer zur Stärkung noch Bratwurst im Brötchen – und als Dankeschön eine Tüte mit Blumenzwiebeln zum eigenen Gebrauch. Auf das Ergebnis im Frühjahr darf man schon jetzt gespannt sein. (aflo)

Beim ersten Achterhoeker Hoftrödel kann jeder mitmachen

Das Golddorf Achterhoek ist bekannt für kreative Ideen. Dieses ist auch dem stark wachsenden Verein Natur-und Kultur (NuK) im Achterhoek geschuldet. Mit immer neuen Aktionen, besonders in Sachen Naturschutz, Konzertveranstaltungen in der Feldscheune, Brotbacken im vereinseigenen Backofen, (das K.B. berichtete mehrfach), zieht das Dorf die Besucher an.
Am Samstag, 10. September, präsentiert der Achterhoek sein nächstes Highlight. Im und um das Dorf soll der erste Achterhoeker Hoftrödel stattfinden. Die Vorbereitung laufen auf Hochtouren. „Die Resonanz nach dem Aufruf im Frühjahr ist super, bisher haben sich 21 Trödler angemeldet“, zeigt sich Mattes David erfreut, Ideengeber des ersten Hoftrödels, . „Garage auf, Trödel raus, bequemer und besser kann es gar nicht sein“, schwärmt der Geschäftsführer des NuK, der mit seiner Initiative, den Achterhoeker Hoftrödel zu organisieren, in seinem Element ist. Mitmachen kann jeder Achterhoeker, auch wenn er keinen eigenen Hof im klassischen Sinne hat. „Es reicht eine Einfahrt, Garten oder eine Scheune“, erklärt David.
Alle, die gar keine Möglichkeit zur Standaufstellung haben, dürfen sich gerne beim Verein melden. Ihnen wird ein Stand bei anderen Teilnehmern ermöglicht. Denn je mehr Trödler ihre Waren anbieten, desto attraktiver dürfte der Hoftrödel für die Besucher werden. Getrödelt werden darf alles, was das Herz begehrt. Spielzeug aus vergangenen Kindertagen, Möbel und Kleinmöbel, die Erinnerungen wecken, Werkzeug, das längst in Vergessenheit geraten ist oder Küchengeräte an deren Einsatz man sich kaum erinnern kann. „Nur keine Neuware“, betont der Achterhoeker Naturfreund.
Die Warenstände werden am 10. September ab 10 Uhr auf den Höfen präsentiert. Bis etwa 16.30 Uhr darf der Besucher in und um Achterhoek stöbern und handeln. Eine sorgfältig angefertigte Karte weist den Weg zu den Trödelhöfen. So können Rundfahrten mit dem PKW oder mit dem Fahrrad durch den Achterhoek geplant werden.
Am gleichen Tag zur gleichen Zeit findet auch in Kapellen (St. Bernadin) ein Flohmarkt statt. Dieser dürfte noch mehr Trödelliebhaber zu den Bauernschaften im Achterhoek führen. Wer einmal infiziert ist, kann vom Trödeln nicht genug bekommen. Der Achterhoeker Hoftrödel soll als feste Aktion im Jahreskalender aufgenommen werden. (hvl)

Karte zum Achterhoeker Hoftrödel 2016

Karte zum Achterhoeker Hoftrödel 2016


Wer sich diesen ersten Hoftrödel schon mal im Kalender vormerken und planen möchte, für den haben wir schon mal die teilnehmenden Trödler aufgeführt. Mit dabei sein werden:

  • Familie Holbeck/Bey und Betina Hachmann, Alter Kapellener Weg 20, Singendonksche Mühle
  • Familie Sasse, Achterhoeker Schulweg 4, Scheune Familienwohngruppe
  • Familie Brouwers-Zahn, Achterhoeker Schulweg 9, am Vorplatz des Gemeinschaftsraumes
  • Familie Föhles, Achterhoeker Schulweg 7a, ebenfalls am Vorplatz des Gemeinschaftsraumes
  • Familie Eickhoff, Achterhoeker Schulweg 18, Scheune Rammendonks
  • Familie David, Familie Gomolka, Familie Wittkowski, Marlies Fellmann und Familie von der Höh stehen gemeinsam am Achterhoeker Schulweg 22, NuK-Geschäftsstelle
  • Familie Wiejack & Leuchner, Achterhoeker Schulweg 24, Singendonk
  • Familie Verhülsdonk, Familie De Jong, Astrid Deckers und Petra Adolph trödeln am Achterhoeker Schulweg 34 auf der NuK Vereinswiese
  • Familie Lomme, Achterhoeker Schulweg 47, Lomme-Ranch
  • Famile Otterpohl, Achterhoeker Rödchen 6 a
  • Familie Otten, Oetzelstraße 7, Oetzelhof
  • Familie Baaken und Familie Faraguna, am Hungerwolfsweg 2a, Hungerwolf

Bundes-Silber für das Golddorf

Jubel im Achterhoek: Auch wenn erst einmal „nur“ die Bekanntgabe durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erfolgte, dass der Achterhoek im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Bundesebene mit Silber ausgezeichnet wurde, war die Freude bei der Dorfgemeinschaft riesengroß. Die Siegerehrung findet im Januar 2017 auf der Grünen Woche in Berlin im Rahmen eines großen Dorffestes statt.
Mit wirtschaftlichen Initiativen, sozialen und kulturellen Aktivitäten, einem zukunftsweisenden Konzept sowie mit der aktiven Beteiligung der Bürger an Planung und Gestaltung des Dorfes und der Umgebung hat sich der Achterhoek bei 2400 Bewerbungen aus ganz Deutschland als Bundessieger Silber durchgesetzt. Nach der Gold-Ehrung auf Kreisebene (2011 und 2014), Bronze (2012) und Gold (2015) auf Landesebene ist dies die bisher höchste Auszeichnung für den Ort, der sich durch seine großflächige, niederrheinische Streusiedlung zudem in besonderer Weise präsentiert.
Nicht nur die Freude, sondern auch das öffentliche Interesse war groß. Zum zweiten Mal kam der WDR mit einem Übertragungsteam in den Achterhoek. Reporterin und Autorin Jessika Westen brachte in vier Fahrzeugen zwei Kameraleute, einen Bildtechniker, eine Tontechnikerin, einen Beleuchter, eine Aufnahmeleitung und mehrere Kabelhilfen für einen Bericht mit. Nach einer Vorbesprechung und einem gemütlichen Kaffeetrinken mit selbst gebackenen Kuchen in Gertrud Baakens Garten ging es zum Dorfplatz.
Hier hatten sich knapp 100 der 481 Bewohner eingefunden. Unter ihnen Jutta Eickhoff, die für soziale und kulturelle Aktivitäten Ansprechpartnerin im Wettbewerb war, Johannes Baaken, der für Grüngestaltung und „Dorf in der Landwirtschaft“ Auskunft geben konnte, Willi Gietmann, der für Konzeption und Umsetzung verantwortlich zeichnete, und viele weitere, die den Achterhoek präsentiert hatten, darunter auch Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg. Aber nicht nur diesen Aktiven wurde gratuliert. Alle Achterhoeker haben diese Auszeichnung gemeinschaftlich erarbeitet und verdient. Alle konnten sich gegenseitig gratulieren und über den großen Erfolg bei Grillwürstchen und Getränken, bezahlt aus der Gemeinschaftskasse, freuen.
In der Sendung „Lokalzeit Duisburg“ gab es dann eine Liveschaltung von etwas mehr als drei Minuten. Darin plauderte Jessika Westen, unterbrochen durch Einspieler von Bildern des Achterhoek, mit den Anwesenden über den Erfolg und richtete die Zukunftsfrage besonders an junge Achterhoeker. Für diese war klar, dass sie weiter in der dörflichen Gemeinschaft wohnen bleiben, da nicht nur die Wohnqualität im Grünen hervorragend ist, sondern auch berufliche Perspektiven vorhanden sind. Für alle, die sich die Sendung mit dem Bericht ansehen möchten, steht dieser bereit unter www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duisburg.
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler gratulierte per Facebook zu dem großen Erfolg: „Jetzt ist es amtlich: Der Achterhoek hat beim Wettbewerb ´Unser Dorf hat Zukunft´ nach Landesgold auch noch Bundessilber gewonnen! Hierzu meinen herzlichen Glückwunsch! Ich habe gesehen, was dort alles erreicht wurde, und weiß daher, dass das Bundessilber redlich verdient ist. Super!“

Tag des Baumes in Achterhoek / Verein Natur und Kultur (NuK) verschenkt und pflanzt insgesamt 111 Bäume

Achterhoek – Der Anblick von 111 Obstbäumen auf dem Achterhoeker Dorfplatz ließ das Herz vieler Naturfreunde höher schlagen. Der Verein Natur und Kultur im Achterhoek verschenkte am vergangenen Samstag in einer einmaligen Aktion Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Zwetschgen- und Mirabellenbäume. Und dieses Geschenk wurde liebend gerne angenommen.

Bericht: Ausgabe 12, Seite 10

Landjugend Winnekendonk-Achterhoek mit vollem Programm

WINNEKENDONK / ACHTERHOEK – Die Jungs und Mädchen der katholischen Landjugend Winnekendonk und Achterhoek haben sich auch in diesem Jahr wieder einiges vorgenommen. Von Osterfeuer, Fronleichnamsprozession und Adventskranzbinden über Spieleabend, Fußballgolf und Bierpongturnier bis hin zu Paintball, Big Challenge und Scheunenfête füllen die geplanten Aktionen den Kalender.

Bericht: Ausgabe 9, Seite 11