„In einer konsumorientierten Welt muss der Umgang mit Geld, Handy und Internet gelernt werden“, sagt Maria Tekath, Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. So könne unter anderem der Verschuldungsgefahr durch „Buy Now, Pay Later“-Angebote begegnet werden.

Tekath äußerte sich anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung 2024, die unter dem Motto „Buy now – Inkasso später“ steht. Die Aktionswoche Schuldnerberatung nimmt damit vor allem „Buy now, Pay later“-Angebote ins Visier. „Viel zu viele, auch junge Menschen, unterschätzen das Risiko, das von den scheinbar so verlockenden Angeboten ausgeht, jetzt etwas im Internet zu bestellen und später zu bezahlen. Die Gefahr, den Überblick zu verlieren und in eine Schuldenfalle zu geraten, ist bei diesen Angeboten extrem hoch“, sagt Tekath.

Unterrichtseinheiten an Schulen

Die beiden Caritasverbände im Kreis Kleve sind in Sachen Prävention bereits sehr aktiv. Die beiden Verbände bieten Unterrichtseinheiten an Schulen in verschiedenen Jahrgangsstufen und Bildungseinrichtungen an. Themen sind: Haushalts- und Budgetplanung, Konsum- und Kaufverhalten, Werbung – Influencer und Schuldenfallen. Darüber hinaus gibt es spezielle Bildungseinheiten für geflüchtete Menschen, die auch in Deutschland vor finanziellen Problemen stehen. „Bei den 18- bis 30-Jährigen nehmen die Überschuldungstendenzen zu. Hier setzen wir mit Prävention und Aufklärung an. Unser Ziel ist es, bis 2030 eine Trendwende zu erreichen.“

Risiko: Schuldenfalle

Solange es jedoch keine flächendeckende Prävention gebe, würden immer wieder Menschen in die Schuldenfalle geraten. Für die Betroffenen – darunter viele junge Menschen – sei es nach wie vor wichtig, wieder einen Überblick über ihre finanzielle Situation zu bekommen und eine gute Budgetplanung zu erstellen, um der Schuldenfalle zu entkommen.

„Das ist kein einfacher Weg, der auch die Schuldnerberatungsstellen vor große Herausforderungen stellt. Deshalb fordert die Schuldnerberatung des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände neben einer finanziellen Allgemeinbildung von Kindesbeinen an auch viel mehr Transparenz bei ‚Buy Now, Pay Later‘-Angeboten“, so Tekath. Bei den vielen verschiedenen Finanzierungs- und Zahlungsmöglichkeiten der Anbieter verschwimme für die Käufer die Grenze zwischen Kauf auf Rechnung und Ratenfinanzierung. Die Bezahlung liefe dann oft über Drittanbieter, bei denen mit dem Kauf sogar ein Kredit abgeschlossen werden kann. „Dies wird im Kaufprozess aber nicht klar kommuniziert. Auch Angaben zu den anfallenden Zinsen und Gebühren fehlen häufig. Das darf nicht im Kleingedruckten stehen, sondern muss für jeden verständlich unmittelbar vor dem Bezahlvorgang erfolgen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert“, so Tekath.