In Kevelaer landete der Fall eines störenden Hahns vor den Schiedsmann

Blacky krähte zu früh

Maria Verhülsdonk und ihre Hühner. Foto: FG


Maria Verhülsdonk hält hinter ihrem Haus an der Hubertusstraße sechs Hühner und einen Hahn. Letzterer heißt Blacky, obwohl er schneeweiß ist, doch das tut hier nichts zur Sache. Vielmehr geht es darum, dass Blacky macht, was Hähne morgens immer machen: Krähen. Aber zu früh, zu laut und zu lang, vor allem am Wochenende, meint eine Nachbarin von Frau Verhülsdonk. Nach langem Hin und Her mit vielen Gesprächsangeboten und Schriftverkehr landete die Geschichte um Blacky vor dem Schiedsgericht. Und jetzt darf Blacky nur noch krähen, wenn der Tag längst angebrochen ist.

„Das kann ich nicht verstehen, so nimmt man mir die letzte Freude, die ich noch habe“, schüttelt die 85-jährige mit dem Kopf, die in der großen Küche gerade beim Kartoffelschälen sitzt und den nächsten gelblich-blanken Erdapfel in den Kochtopf plumpsen lässt.

Der Streit um Blacky entwickelte sich im Sommer 2021, als sich die Nachbarsfamilie, die namentlich nicht genannt werden möchte, an Maria Verhülsdonk wendete, weil sie sich durch das Krähen um ihren Schlaf gebracht sah. Nachdem weder persönliche noch telefonische Ansprachen den erhofften Erfolg brachten, schrieben die Nachbarn im Mai diesen Jahres einen Brief. Darin heißt es: „Das Tier ruft nach wie vor sehr früh, sehr laut und meistens ausdauernd. Wir bitten Sie deshalb heute erneut dafür zu sorgen, dass das Tier den Weckruf werktäglich vor 7 Uhr und an den Wochenenden vor 9 Uhr unterlässt. Das frühe Geschrei geht uns an die Substanz.“

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Der Busmann

  • Danke schön auch!21. Oktober 2021 - 13.58

    Es ist nicht zu leugnen – ich hab‘s nun mal mit den alten Sprichwörtern. Sie haben unbestreitbar noch einen echten Wahrheitsgehalt. Nur ab und zu muss man eine Kleinigkeit abändern…

  • Auch das noch!14. Oktober 2021 - 12.08

    Kneipensterben – verarbeitet. Eisdiele zu – verkraftet. Und jetzt kommt die Nachricht, dass man mich daran hindern will, Lottomillionär zu werden.

  • CIAO!14. Oktober 2021 - 11.38

    Das ist jetzt auch schon wieder vier Jahre her, dass ich damals im August den Titel eines alten Liedes abwandelte: Sag mir, wo die Kneipen sind?

  • Noch sön Deng30. September 2021 - 10.41

    Es sei allen Kunstliebhaber*innen und auch denen, die es werden wollen, getrommelt und gepfiffen – was uns da an einigen Stellen Kevelaers angeboten wird, ist nichts als eine Zumutung. 

  • Rumms!23. September 2021 - 15.06

    Da hat‘s geknallt – so schrieb das KB vor zwei Wochen und meinte einen „Geldgeber“, amtlich bekannt unter „GAA“ = Geldausgabeautomat.

Hier wird “geblächt”

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23. September 2022 / von Franz Geib