In einer kleinen Serie beschreibt Delia Evers für das KB die letzten Kriegstage rund um den Kapellenplatz in Kevelaer.
Ende Februar 1945 rückte die Kriegsfront immer näher an Kevelaer heran. Ein deutsches Pionierbataillon hatte den Befehl, auf dem Rückzug vor den Alliierten den Wasserturm und den Basilikaturm zu sprengen. Nur vier Menschen wussten, dass das Gnadenbild darunter vergraben lag, um es zu schützen. Plötzlich war diese Stelle selbst hochgefährdet. Deutsche Einheiten hatten Tage zuvor schon die Kalbecker Schlosskapelle und den Weezer Kirchturm zerstört und den Gocher Kirchturm schwer beschädigt. Die Sprengung hatte ihn nicht zu Fall gebracht: Er schwankte gespenstisch, fing sich und blieb stehen. Am 1. und 2. März zerstörte ein SS-Kommando die Kirchen in Appeldorn, Obermörmter und Niedermörmter, dem Geburtsort von Wallfahrtsstifter Busmann.
Und jetzt der Basilikaturm in Kevelaer? In der Nacht vom 2. auf den 3. März überschlugen sich die Ereignisse. Heinrich Schürmann war Leitender Offizier eines Pionierbataillons in Kevelaer und hatte bereits Sprengungen durchgeführt. Er war Katholik und als Aachener mit dem Marienheiligtum wohlvertraut. Er wollte den Turm nicht sprengen, sah aber keinen Ausweg. So erzählte er es nach dem Krieg dem Kevelaerer Bernhard Mütter.
Schürmanns Plan: Die Sprengladungen sollten so angebracht werden, dass der Basilikaturm Richtung Haupt- und Basilikastraße fallen und die Gnadenkapelle schonen würde.

Peter Staudt Foto: Archiv Delia Evers
Aufgewühlt war nicht nur Heinrich Schürmann. Feldwebel Peter Staudt aus Aschaffenburg erklärte nach dem Krieg, er sei mit den Vorbereit…



