In lockerer Serie stellt KB-Autorin Delia Evers Kevelaerer Persönlichkeiten vor. Die Wallfahrtsstadt beheimatet viele engagierte Menschen – früher wie heute. Ob zum Geburtstag, Jubiläum oder anderen Anlässen werden wir auf bewegte Leben blicken. Heute auf das von …
Oskar Janßen
Die alten Menschen unter den Leserinnen und Lesern wissen aus eigenem Erleben, was Lebensmittelknappheit und Zuteilung über Marken in den Notzeiten nach dem Krieg bedeuteten.
Oskar Janßen, dessen Geburt sich in diesen Tagen zum 110. Mal jährt, kannte das Hungerelend. Die Alliierten hatten ihn eingesetzt, um für die Bevölkerung Lebensmittel wie Milch zu organisieren. Täglich holte ihn ein englischer Wagen ab, damit er seinen Dienst verrichten konnte.
Oskar Janßen war Ende 1944 mit seiner Familie auf dem Janburshof am Steensweg in Schravelen bei Familie Schoofs untergekommen und erinnerte sich 1984 in einem KB-Gespräch an die letzten Kriegstage: „Wir hörten viele Flugzeuge und Kanonendonner. Ab Anfang Februar 1945 waren Tag und Nacht Geschütze zu hören, die von Goch und später von Weeze aus über das Gehöft Schoofs und das ganze Gebiet Schravelen und Kervenheim Tod und Verderben brachten.“ Auf dem Janburshof seien in einer einzigen Nacht 18 Soldaten umgekommen, die in der Scheune untergebracht gewesen …



