Auf den Rücken, fertig, los!

Bunte Ballons, ein Orientierungsparcours von „Myokraft“, Stände mit Einschulungstüten, Ranzen-Zubehör und natürlich eine ganze Reihe von Schulranzen boten im Verkaufsraum von Mercedes Herbrand den Rahmen des Ranzentages. Von zehn Uhr an herrschte ein Riesenansturm auf die Auslage der Firma Giesen-Handick, die die Börse ausrichtete. „Zweimal waren wir bei ‚Bol‘, zweimal jetzt bei Herbrand“, kam Geschäftsführer Frank Neumann mit dem Kassieren an diesem Vormittag kaum nach. „Das läuft hier super heute.“

In dem Gewusel von Kindern, die mit ihren Eltern zum Ranzenkauf gekommen waren, behielten Monika Jordan und ihre Kollegen den Überblick. Seit 48 Jahren sei sie im Betrieb, da habe sich in Sachen Entwicklung der klassischen Schultasche bis heute eine Menge getan, meinte die erfahrene Verkäuferin. „Ich hab‘ auch noch den kleinen Lederanzen verkauft. Dann wurden sie größer, runder, eckiger – und im Laufe der Zeit kamen noch Rücken- und Schulterpolster dazu. Das sind mittlerweile richtige Ergo-Bags.“ Viele Ranzen würden vom Eigengewicht auch leichter, „weil die Kinder viel mehr mit zur Schule bringen müssen“, ergänzte eine ihrer Kolleginnen. Und mit Hilfe von „Klettis“ als Zusatz-Accessoire könne man heute auch die Optik und somit das Motto des Ranzen verändern.

Ranzen gibt es in allen möglichen Farben und Formen…

Der Sitz sei das Wesentliche, meinte Frank Neumann in einer kurzen Pause, weil es ansonsten ja zu Druckstellen kommen kann. „Wichtig ist, dass der Ranzen eng anliegt. Diese Kastenform so wie früher gibt es nicht mehr, da sind die Anforderungen gestiegen“, machte er deutlich. „Und dass eben alle leuchten, fluoreszierend sind“ sei zur Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr von Bedeutung.

Der Ranzen im Test

Die Twistedenerin Nadine Simmes suchte für ihren sechsjährigen Mika nach was Vernünftigem. „Der hier war erste Wahl, man kann da den Rücken verstellen.“ Ihr Sohn präsentierte dabei stolz seinen neuen zukünftigen Schulbegleiter. „Wir hatten noch einen viereckigen ‚Scout‘“, erinnerte sich Nadine Simmes an ihre eigene Kindheit. Melanie Wolf-Kaja war extra aus Sonsbeck gekommen. „Die Info hing bei uns im Kindergarten aus“, sagte sie und schaute auch darauf, dass der Ranzen gut passt. „Die Kids fahren ja auch Bus, müssen damit laufen.“

Anne Sogbo war für „Myokraft“ vor Ort, beriet die Eltern und lief mit einigen Kindern mit dem ausgewählten Schulranzen einen Parcours mit kleinen Hüten und einem Seil ab, um den Sitz zu testen. „Tut Dir das weh?“, fragte sie einen Jungen, mit dem sie durch den Parcours ging. „Das Gewicht ist nicht wichtig, sondern die Passform. Jedes Kind hat einen individuellen Rücken“, meinte sie. In dem Fall war der Ergo-Bag zu hoch am Nacken, so dass die Gefahr bestand, dass der Ranzen beim Laufen gegen den Kopf stößt. „Der hier sitzt perfekt“, lautete das Urteil beim nächsten Ranzen.

Die Veerterin Caroline Hengstermann und ihr fünfjähriger Sohn gingen mit einem neuen Ranzen und einer Tasche nach Hause. Dass das Ganze dann so um die 300 Euro kostet, das sei halt so. „Augen zu und durch“, meinte die 33-Jährige, die mit der Beratung sehr zufrieden war. „Die gucken wirklich zum Wohl des Kindes.“ Und ihr Sohn war mit seinem „Weltall“-Ranzen total zufrieden, „weil er so weich ist am Kopf und weil er am schönsten ist.“