Kevelaer als Herzensort
Für Ann-Sophie Landwehr ist Kevelaer weit mehr als nur der Schauplatz ihrer Bücher. Wenn sie in der Stadt ist, merkt sie nach eigenen Worten sofort, wie sehr sie Kevelaer vermisst hat.
Genau daraus speist sich auch ihr neuer Roman: aus Nähe, Erinnerung und dem Wunsch, die Geschichte der Wallfahrtsstadt nicht nur zu erzählen, sondern spürbar zu machen.
Dass ausgerechnet diese Stadt nun wieder im Zentrum eines Krimis steht, ist für sie kein Zufall, sondern eine Herzensentscheidung.
Ein langer Weg bis zur Fortsetzung
Der zweite Teil habe für sie „unfassbar viel“ bedeutet, sagt Landwehr. Nicht alles sei schnell gegangen; es habe Phasen ohne Inspiration gegeben, Entwürfe, die noch nicht reif waren, und eine lange Zeit der Überarbeitung.
Erst vor rund einem halben Jahr habe sie alle Skripte noch einmal durchgearbeitet und daraus den neuen Roman geformt.
Dass das Buch nun kurz vor ihrem 22. Geburtstag erschienen ist, macht den Moment für sie umso persönlicher.
Mehr Reife, mehr Tempo
Wer den ersten Kevelaer-Krimi von 2021 kennt, wird im neuen Band Veränderungen bemerken. Landwehr selbst sagt, sie würde heute vieles anders machen, wenn sie den ersten Teil noch einmal schreiben könnte — damals sei sie schließlich erst 17 gewesen.
Heute schreibt sie flüssiger, mit mehr Routine und einem stärkeren roten Faden.
„Flucht durch die Vergangenheit“ sei zudem düsterer, hektischer und dramatischer als der Vorgänger.
Wenn Vergangenheit zur Bedrohung wird
Im Mittelpunkt des neuen Romans stehen erneut Mordermittlungen, eine Flucht durch Vergangenheit und Gegenwart sowie Figuren, die sich gegen Angst und Zeitdruck behaupten müssen.
Neu hinzu kommt ein Polizeikommissar, der eine Jugendgruppe bei den Ermittlungen unterstützt und in der Gegenwart die Fäden zusammenhält.
Landwehr erzählt von einer Hauptfigur, die trotz allem nicht aufgibt, und von einer Geschichte, in der Schuld, Fluch und Vergangenheit eng miteinander verwoben sind.
Kevelaers dunkle Seiten
Die Autorin greift in ihrem Roman historische Ereignisse aus Kevelaers Geschichte auf, darunter die spanisch-niederländischen Kriege, das Massaker von 1635 (an der Schanzstraße erinnert das Kroatenkreuz daran) und den Bau der Gnadenkapelle.
Gerade diese Verbindung aus belegbarer Geschichte und literarischer Spannung sei ihr wichtig gewesen.
Für die Recherche habe sie viel zu den historischen Ereignissen gearbeitet und überlegt, wie sich alles glaubwürdig miteinander verbinden lässt. Auch Hendrik Busman (auf den die Wallfahrt zurückgeht) spielt eine Rolle in ihrem neuen Roman.
Als inspirierende Orte nennt sie den Solegarten St. Jakob und den Kapellenplatz.
Zwischen Familie und Lesern
Geschrieben habe sie das Buch zunächst für ihre Familie, aber auch für alle, die Kevelaer lieben.
Sie wünsche sich, dass Leserinnen und Leser aus der Region nicht nur Spannung erleben, sondern auch etwas über die Geschichte ihrer Heimat mitnehmen.
Gleichzeitig hofft sie, dass ihr Roman Menschen dazu anregt, sich für Kevelaers Vergangenheit zu interessieren.
„Ohne Vergangenheit keine Zukunft“ sei für sie dabei kein bloßer Satz, sondern ein Leitgedanke.
Kevelaer als Romanfigur
Auf die Frage, wie sie Kevelaer in einem Satz als Romanfigur beschreiben würde, sagt sie: „Kevelaer bringt als geheimnisvolle Hüterin Gerechtigkeit in die Dunkelheit durch die Kraft des Glaubens“
Blick nach vorn
Erhältlich ist „Flucht durch die Vergangenheit“ derzeit über Amazon als Print und E-Book im Selbstverlag.
Eine Lesung in Kevelaer wäre für Ann-Sophie Landwehr ausdrücklich ein Wunsch, auch wenn noch nichts fest geplant ist.
Ob es einen dritten Teil geben wird, lässt sie offen — möglich sei es, sicher sei nur, dass das Schreiben für sie weiter eine Rolle spielen soll. Im Moment bremst sie allerdings zunächst die Klausurenphase an der Uni aus.
Schnelle Fakten
– Autorin: Ann-Sophie Landwehr
– Wohnort/Studium: Kiel, Lehramt
– Buch: „Flucht durch die Vergangenheit“
– Erhältlich: Amazon als Print und E-Book
– Ort der Handlung: Kevelaer und seine Geschichte
– Besonders wichtig: Historische Fakten, Heimatbezug, starke Figuren


B90/Grüne Kleve
Thomas Momsen