Am Sonntag steht sie im Rampenlicht

„Ich bin schon sehr aufgeregt“, gesteht die 49-jährige zahnmedizinische Verwaltungsangestellte, wenn man sie auf den kommenden Sonntag anspricht. „Erstmals da vorne zu stehen, in so einer Runde“, als oberster Kevelaerer Jeck im Forum Pax Chrisi den Auftakt verkünden, mit dem Mikrofon die Runde machen, das löst bei Elke Tebartz schon ein wenig Respekt aus.
„Bei den Kleinkindern im Karneval kannste nix falsch machen, aber hier“, geht sie das Ganze aber trotzdem mit Optimismus an. „Beim Heimatabend war ich auch schon Moderatorin. Da war ich auch nervös.“ Und es war am Ende auch kein Problem, genauso wie beim 40-jährigen Jubiläum. „Wenn wir andere Vereine besuchen, habe ich ja auch auf der Bühne gestanden. Da ist mir nicht bang. Und wenn wir aus dem Forum Pax Christi ausziehen, ist der Druck weg.“
Natürlich ist diese Karnevalisten-Wallfahrt nicht nur wegen ihrer Premiere was Besonderes, sondern auch wegen des Todes von Egon Kammann. Elke Tebartz erinnert sich genau, wo er saß und sagte: „Ich hab eine Idee.“ Er habe diese Wallfahrt ins Leben gerufen. Natürlich werde sie ihm in dem Rahmen gedenken, „aber ich muss aufpassen, dass ich nicht selbst anfange zu weinen“, bekennt Tebartz freimütig.
Zum Karneval ist die Tochter eines Schweißers und einer Weberin durch ihr Ehemann Michael gekommen. Ich Vater sei auch jeck gewesen. Er habe Bärte angeklebt, war mit Nachthemd unterwegs und habe mal „Glatze“ getragen. Ihr Impuls für das Mitwirken am karnevalistischen Treiben kam aber erst vor knapp 20 Jahren. Elke kennt ihren heutigen Ehemann Michael gerade mal ein Jahr und schon ist sie ab 1998 mittendrin im Geschehen. „Er war damals in der Wache. Da bin ich in die Wachtruppe mit eingeführt worden. Die sagten dann gleich, ‚es wäre doch gut, wenn Du im Vorstand mitmachst.‘“
Gesagt, getan: Sie wird Beirat, später Jugendwartin. „In den letzten drei Jahren war ich Jugendwartin und Vizepräsidentin“. Und jetzt steht sie an der Spitze der Narrenschar in Kevelaer.
Wo sie sich intensiv im Verein verwirklicht hat, ist in ihrer Funktion als Jugendwartin. Sie sorgt dafür, dass es seit fünf Jahren im Karneval eine Kinderprinzessin gibt. „Natürlich wird mir die Arbeit mit den Tanzgarden fehlen, die sind mir noch immer ein Herzensanliegen“, sagt Tebartz. Unter ihre Ägide werden aus zwei fünf Garden, gemeinsam mit Verena Renken ruft sie das Tanzturnier ins Leben, „dass 2018 wegen Terminschwierigkeiten pausiert.“ Sie begleitet „ihre“ Mädels auf den Turnieren. „Freitagmorgen und Samstagmittag war sie sehr häufig unterwegs“, bestätigt ihr Mann Michael.
Ihr war es immer wichtig, sich mich da blicken zu lassen, vor allen bei den „Zwergen“ und den „Minis“. Da macht es sie schon stolz, wenn mal ein Auto mit einem „Zwerg“ in der City an ihr vorbeifährt und das junge Mädchen wie verrückt winkt oder sie an jeder Ecke mit „Hallo Elke“ begrüßt wird.
Zurzeit ist sie dabei, ihre alten Aufgaben zu verteilen, da als Jugendwartin übergangsweise noch mit einspribgt: „Ich werde die Mädels noch begleiten.“ Zumal ihre eigene Tochter Sarah selbst mittanzt. Darüber hinaus will sie sich von den Erfahrenen „ins Boot holen lassen“, um den Überblick zu gewinnen und zu bewahren. „Es gibt viele Dinge, die ich jetzt mitbekommen,- wie die komplette Begehung beim Rosenmontagszug“, der am 12. Februar kommenden Jahres wieder als Höhepunkt ansteht.
„Es ist ja unser größtes Ziel den Rosenmontagszug zu erhalten. Letztes Jahr war der Zug klein, aber fein“, meint Tebartz. „Das soll von der Ausrichtung auch so bleiben. Wir sind froh über jede Gruppe mehr, die dabei sein möchte. Aber 50 Wagen müssen wir nicht haben, gut 30 reichen auch.“ Ein Zug-Motto gibt es schon. Das aber will sie vor Sonntag aber nicht preisgeben.
Das Wichtigste bei allen Aktivitäten sei das Gemeinschaftliche: Dass wir es aus Lust am Leben machen und nicht des Kommerzes wegen.“ Wichtig ist ihr, „das wir beim VfR ein Team sind, dass das alles gemeinsam macht.“
Um den Akku aufzutanken für den anstehenden Stress der nächsten Monate, nutzt sie mit ihrem Männe nochmal die Gelegenheit zum Wochenendtrip zum Hamburger Weihnachtsmarkt. Ihre Erwartung an die Session ist, „dass alle begeistert feiern“,- ob am 11.11. zum Karnevalsbeginn, bei den Kappensitzungen zwischen den 2. und 4. Februar, an Altweiber am 8. Februar oder dem Zug. Und „dass wir alle Spaß haben, der Karneval in Kevelaer weiter existiert und das Bühnenhaus wieder voll wird.“
16. Wallfahrt der Karnevalisten
Der VFR Blau-Gold Kevelaer Karnevalsvereine und Karnevalisten aus Nah und Fern am Sonntag, 5. November, zur 16. Wallfahrt der Karnevalisten ein Ab 10.30 Uhr wird die neue Präsidentin des VFR Elke Tebartz die zahlreichen Karnevalisten mit einem kräftigen „Helau“ in der Pax Christi Kapelle begrüßen.
Dabei wird sie auch an den erst kürzlich verstorbenen Ehrenpräsidenten des VFR Egon Kammann erinnern. Schließlich gilt Egon Kammann als der Initiator der Wallfahrt der Karnevalisten und der VFR ist sich sicher, Egon wäre wieder gerne dabei gewesen.
Die nicht nur von Karnevalisten beliebte Heilige Messe um 11.45 Uhr in der Basilika dürfte auch in diesem Jahr wieder proppenvoll sein. Um den Ablauf der vorherigen Messe nicht zu stören, bittet der VFR daher, die Basilika erst nach Beendigung der vorherigen Messe zu betreten. Der Verein ist bemüht, Allen die Gelegenheit zu geben, an der heiligen Messe teilzunehmen. Gleichzeitig bittet der Verein aber um Verständnis, dass die vorderen Plätze im Mittelschiff der Basilika für die Vereine reserviert bleiben.
Die Mutter Gottes an der Gnadenkapelle zu grüßen gehört für die Karnevalisten genauso dazu, wie der von flotter Marschmusik begleitete karnevalistische Umzug durch die Stadt. Dass die Karnevalisten beim Umzug auch mal kräftig „Helau“ oder „Alaaf“ rufen wird von der Bevölkerung begeistert aufgenommen und sogar erwidert. Nur „Kamelle“ werden beim Umzug nicht geworfen.
Folgender Zugweg ist geplant: Aufstellung auf der Busmannstraße, Kapellenplatz, Hauptstraße, Annastraße, Busmannstraße, Kapellenplatz, Hauptstraße, Roermonder Platz, Bühnenhaus. Der Abschluss der Wallfahrt findet traditionsgemäß mit einem kleinen Programm im Bühnenhaus statt.