Auch der Kreis Kleve soll eine „Telenotarzt“-Versorgung bekommen

Ärztliches Personal wird digital unterstützt

Im Kreis Kleve soll es in Zukunft eine innovative Form der notärztlichen Versorgung geben. Foto: Pixabay

Die Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie die Städte Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach streben eine gemeinsame Trägergemeinschaft „Telenotarzt Niederrhein“ an. Das Landes-Gesundheitsministerium NRW hat nun grünes Licht gegeben: Die Kommunen dürfen die Planung konkretisieren. 

Der Telenotarzt ist ein System, bei dem das bestehende Netz notärztlicher Versorgung um ein digitales Angebot ergänzt wird. Ziel ist es, die schnellstmögliche Betreuung der Patient*innen zu verbessern. In einer Telenotarzt-Region kann der Rettungsdienst bei einem Einsatz jederzeit digital eine*n erfahrene*n Notärzt*in in einer Leitstelle konsultieren. Dieser integrierte Ansatz soll landesweit durch den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien im Rettungsdienst erreicht werden und verspricht eine Verbesserung der präklinischen Patientenversorgung bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen.

So funktioniert der „Telenotarzt“: Die Rettungskräfte im Einsatz nehmen Kontakt zur Leitstelle auf. Dort erhält der „Telenotarzt“ die Vitaldaten der Patientin / des Patienten per Echtzeit-Übertragung. Seine Aufgabe ist es, die Einsatzkräfte vor Ort mit Sprach- und / oder Videokontakt zu unterstützen und anzuleiten.

Standorte, Kosten, Laufzeit

Die geplante Telenotarzt-Region Niederrhein umfasst mehr als zwei Millionen Einwohner*innen. Die sechs Kommunen arbeiten nun an der Ausarbeitung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung. Dabei geht es um eine Vielzahl offener Fragen, beispielsweise um die Themen Einsatzbereiche, Standorte, Übertragungstechnik, Kosten, Haftung, Laufzeit und Inkrafttreten sowie Kündigungsfrist. Die Vereinbarung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Seit 2014 gebe es in der Stadt Aachen die bisher landesweit einzige Telenotarztzentrale im Regelbetrieb, teilt die Klever Kreisverwaltung mit. Derzeit werde das System auch in weiteren Regionen aufgebaut. Der Umsetzungs- und Abstimmungsprozess werde in allen Fällen noch mehrere Jahre erfordern. Alleine die aufwändige Technikumrüstung in den Rettungsmitteln und in den Leitstellen werde für alle beteiligten Träger des Rettungsdienstes eine große Herausforderung. Ziel sei es, bis 2025 das Telenotarzt-System landesweit auszubauen. Dazu hat das Land NRW eine Steuerungsgruppe eingerichtet.