Abschied von St. Marien nach sechs Jahren als Wallfahrtsrektor

Weihbischof Lohmann: „Die Kirche ist noch lange nicht am Ende“

Vor dem Priesterhaus wartete Weihbischof Rolf Lohmann, bis Fahnenabordnungen, Messdiener und zahlreiche Priester, die gemeinsam mit ihm den Gottesdienst feierten, an ihm vorbeigezogen waren. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
Vor dem Priesterhaus wartete Weihbischof Rolf Lohmann, bis Fahnenabordnungen, Messdiener und zahlreiche Priester, die gemeinsam mit ihm den Gottesdienst feierten, an ihm vorbeigezogen waren. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Sechs Jahre lang war Rolf Lohmann Rektor der Wallfahrt in Kevelaer und Pfarrer von St. Marien – im Laufe der Woche jedoch wird ein Umzugswagen sein Hab und Gut aus dem Priesterhaus am Kapellenplatz nach Xanten bringen. Dort zieht der neue Weihbischof für den Niederrhein in seine Wohnung im Schatten des Viktor-Doms. Viele Kevelaerer hatten sich am 10. September auf den Weg gemacht, um den Weihbischof aus ihrer Pfarrei zu verabschieden. Gemeindemitglieder, Abordnungen von Vereinen und Verbänden, Vertreter von Orden, der Bürgermeister und zahlreiche Wegbegleiter sorgten dafür, dass Lohmann in eine voll besetzte Basilika einzog.

Und so bedankte sich der Weihbischof nach der Begrüßung durch Kaplan Christoph Schwerhoff bei allen, mit denen er in den vergangenen Jahren zusammenarbeiten durfte und er dankte „für so viel Glaubenskraft, Gebet und so viel Gutes.“ In seiner Predigt stellte er die Worte „Ihr seid das Licht der Welt“ aus dem Matthäus-Evangelium (Mt. 5,14) in den Mittelpunkt – dieses Zitat aus der Bergpredigt ist der Wahlspruch des Weihbischofs. Das Evangelium, die Frohe Botschaft, habe Leuchtkraft, betonte Lohmann, selbst in Zeiten, in denen man vor Terror und Gewalt zu kapitulieren drohe. Doch das Evangelium zeige, dass selbst vom Zeichen des Kreuzes Heil, Leben und Hoffnung ausgehen.

Zugleich mahnte der Weihbischof, dass die Christen nicht immer nur über die Probleme der Kirche reden sollten. Die Frohe Botschaft könne nicht glaubhaft verkündet werden, „wenn uns nichts Besseres einfällt, als die Kirche dunkel und kaputt zu reden.“ Und auch, wenn es einige Menschen immer wieder proklamieren würden: „Wir sind in der Kirche noch lange nicht am Ende. Doch die, die immer von Dunkelheit und Untergang reden, dürfen nicht das Sagen haben“, forderte Lohmann eindringlich. Entsprechend dankbar sei er für alle Menschen, die in den vergangenen Jahren als „Leuchtzeichen“ gewirkt hätten, erklärte der Weihbischof. Er nannte exemplarisch das karitative Engagement an vielen Stellen in der Pfarrei. Davon hänge „die Glaubwürdigkeit unseres Tuns“ ab. „Wo die Botschaft verstanden wird, wird das Evangelium im Alltag zum Leuchten gebracht“, sagte Lohmann.

Zudem ermutigte er die Jugend, sich in der Kirche zu engagieren, so wie er es oft erlebt habe. „Die Dynamik im Leben und Denken der Jugendlichen sind für die Kirche wichtig und tuen uns gut“, erklärte der Weihbischof. „Es steht uns nicht gut an, als alte Moraltante aufzutreten. Die Frohe Botschaft will Leben in Fülle und nicht in Enge und Verkrampftheit.“ Direkt an die Jugendlichen gerichtet sagte er: „Bringt Schwung in diesen manchmal etwas verkrusteten Apparat und sagt, was ihr denkt.“ Dazu fordere auch Papst Franziskus auf, „macht reichlich Gebrauch davon.“

Auch in seinem neuen Amt wolle er seinen Dienst „unter dem Schutz Mariens weiterführen.“ Der Weihbischof bat: „Helfen Sie mir dabei, lassen Sie uns alle Lichtträger sein, denn wir sind das Licht der Welt.“ Nach dem feierlichen Gottesdienst und dem Fahnenschwenken auf dem Kapellenplatz nutzten viele Gemeindemitglieder die Gelegenheit, sich persönlich von ihrem ehemaligen Pfarrer zu verabschieden, der auch in Zukunft weiterhin als Pastor für die Menschen wirken will.