Wiedersehen mit Wiedererkennungswert

Nach 45 Jahren hat der Abi-Jahrgang 1981 des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Kevelaer bewiesen, dass echte Jahrgangsverbundenheit nicht altert. Beim Treffen  im Eventgasthaus “Zum Einhorn”, am Samstag 30.5.2026 wurde gelacht, gequatscht und gesungen – und die Stimmung war offenbar so vertraut, dass bei der Schulbesichtigung auch die stellvertretende Schulleiterin herzlich umarmt und gedrückt wurde. Was nach einer kleinen Verwechslung klingt, war in Wahrheit ein liebevoller Beweis dafür, wie schnell sich nach Jahrzehnten wieder das alte Klassenklima einstellt.

Das passt gut zum KvGG, das seit 1959 Abiturprüfungen anbietet und 1978 in das Schulzentrum am Wasserturm umzog. Heute besuchen dort rund 750 Schülerinnen und Schüler die Schule, deren Geschichte weit über ein Menschenleben hinausreicht.

Ballnacht mit Nostalgie

Besonders schön klingt die Erinnerung an eine „rauschende Ballnacht“: offenbar genau die Sorte Abend, bei der man sich erst nach dem zweiten Wiedersehen wieder fragt, wer eigentlich damals neben wem in der letzten Reihe saß. Dass sich die Gruppe einstimmig darüber einig war, dass die innere Verbundenheit keine Jahre trennen können, sagt viel über diesen Jahrgang aus.

Solche Treffen leben nicht von Perfektion, sondern von gemeinsamen Bildern im Kopf – von Lehrern, Pausen, Streichen, Lieblingsplätzen und der einen oder anderen Geschichte, die auch nach 45 Jahren noch besser wird, wenn man sie erzählt. Im Kern war es also nicht nur ein Klassentreffen, sondern ein kleiner Beweis dafür, dass Jugendfreundschaften manchmal erstaunlich haltbar sind.

Die Schule als Erinnerungsort

Die Schulbesichtigung machte deutlich, dass mit dem Alter nicht nur Frisuren, sondern auch Erinnerungen in Bewegung geraten. Wo früher Klassenzimmer, Flure und Pausenhöfe lagen, standen nun neue Eindrücke, und genau darin lag der Reiz des Treffens: Vergangenes wurde wieder greifbar, ohne dass es staubig wirkte.

Das KvGG selbst bringt dafür die passende Kulisse mit, denn die Schule blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück – von frühen Bildungsversuchen in Kevelaer bis zum modernen Gymnasium am heutigen Standort. Für Ehemalige ist das nicht nur ein Gebäude, sondern ein Stück Biografie.

Mehr als nur ein Jahrgang

Dass der Abi-Jahrgang 1981 nach so langer Zeit noch so lebendig zusammenfindet, ist für Kevelaer auch ein schönes Signal. In einer Stadt, in der viele Menschen einander kennen oder über Generationen verbunden sind, haben solche Treffen einen besonderen Wert: Sie erzählen von Herkunft, Heimat und Zusammenhalt.

Und ganz nebenbei zeigen sie, dass Klassenkameradschaft offenbar eine der wenigen Lebensbindungen ist, bei der man sich auch nach 45 Jahren noch mit einem breiten Grinsen wieder erkennt – selbst wenn das Gegenüber inzwischen verdächtig nach ehemaligen Lehrkräften, Verwandten oder eben stellvertretender Schulleiterin aussehen kann.