Zurück an den Anfang

Genau 70 Jahre nach ihrer Einschulung kamen ehemalige Schülerinnen der Marktschule – heute Peter-Plümpe-Platz – zu einem ganz besonderen Wiedersehen zusammen. Am 12. April 1956 hatten sie bei Klassenlehrerin Frau Knappe ihren ersten Schultag erlebt, bevor es 1960 an die Antonius-Mädchenschule an der Biegstraße weiterging. Im März 1964 wurden dort 42 Schülerinnen entlassen.

Was damals mit gespitzten Griffeln, ordentlich gefüllten Schulranzen und einer gehörigen Portion Aufregung begann, wurde nun zu einem fröhlichen Rückblick auf eine gemeinsame Schulzeit, die offenbar bis heute verbindet. Der Anlass war schön, die Stimmung bestens – und der Altersschnitt ganz nebenbei beeindruckend jung geblieben.

Kaffee, Kuchen und viele Erinnerungen

Um 14 Uhr startete der Nachmittag mit Kaffee und Kuchen in der Museumskneipe. Danach folgte ein Rundgang durch das Museum, der so manches längst verschüttete Bild wieder hervorrief. Alte Geschichten kamen zurück, Namen wurden wieder lebendig, und so mancher Satz begann mit: „Weißt du noch damals …?“

Von den einst 42 Mädchen sind heute 10 bereits verstorben. An dem Treffen nahmen 21 jung gebliebene Damen teil, 7 weitere waren entschuldigt. Dass die Runde trotzdem so geschlossen und lebendig wirkte, spricht für die besondere Verbindung, die aus Schulzeit mehr als nur Unterricht macht. Die Begegnung war nicht nur nostalgisch, sondern auch herzlich und sehr persönlich.

Unterricht in der Zeitkapsel

Für ein besonders schönes Bild sorgte das Foto in den alten Schulbänken, in denen sie einst eingeschult wurden. Mit erhobenen „Aufzeigefinger“ und lachenden Gesichtern saßen die ehemaligen Schülerinnen dort, als wäre gerade wieder Unterricht. Das Motiv brachte den Charme vergangener Schultage wunderbar auf den Punkt: ein bisschen Disziplin, ein bisschen Schelmerei und ganz viel Lebensfreude.

Auch der gemeinsame Museumsrundgang hatte seinen eigenen Reiz. Weil die ehemalige Lehrerin Margarete Ermers inzwischen gehbehindert ist, fand der gemeinsame Wandertag bereits in den vergangenen zwei Jahren im Museum statt. Der Fußweg von der früheren Marktschule bis zum Museum gehörte dabei fast schon zum Programm und erinnerte an jene Zeiten, in denen man Strecke noch zu Fuß und ohne Diskussion zurücklegte.

Ausklang im Goldenen Löwen 

Den Abschluss bildete am Abend ein gemeinsames Essen im Hotel/Restaurant Goldener Löwe. Dort klang der Tag in entspannter Runde aus – mit gutem Essen, viel Gesprächsstoff und sicher auch dem einen oder anderen heiteren Seitenblick auf die eigene Schulgeschichte.

So wurde aus einem Jubiläum nicht nur ein Rückblick, sondern ein lebendiges Wiedersehen mit einer Zeit, in der Schiefertafel, Schulbank und Fräulein Knappe den Takt vorgaben. Und spätestens das Foto im Klassenzimmer beweist: Ein bisschen Schülerin steckt offenbar noch immer in allen.