Nee, Mechel, die haben wir früher nicht gekannt, diese moderne Musik aus Amerika.

In der Schule wurden noch die guten, alten Volksweisen gesungen. „Hab oft im Kreise der Lieben in duftigem Grase geruht und mir ein Liedlein gesungen und alles war hübsch und gut.“ Oder: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum.“

Jugendbewegte kamen natürlich nicht an der „Mundorgel“ vorbei, die gab es schon für 60 Pfennige zu haben. „Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen.“

Immer mehr aber wurde das Liedgut von angelsächsischen Texten durchsetzt. Das konnten Gospel-Lieder sein wie: „Go, tell it on the mountain“ oder zum Beispiel ein irisches Lied: „Dirty old town“.

Und wie bei so Vielem, das aus Amerika zu uns rübergeschwappt ist, entstand auch bei uns in Deutschland ein Interesse an der Jazzmusik.

Weißt du noch, Mechel, wie sehr wir uns nach dem Sommer auf die Jazzabende im „Goldenen Löwen“ gefreut haben? Draußen wurde es schon früh dunkel und usselig, aber selbst wenn es kalt und regnerisch war, haben sich vor der Tür schon lange Schlangen gebildet…